Preston | Ein Sommer voller Leidenschaft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Preston Ein Sommer voller Leidenschaft


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1498-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1498-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der mysteriöse und sexy Nick Trejo verlangt ein Treffen unter vier Augen mit ihr! Tess Baron ist hingerissen. Dass Nick nur vollen Einsatz zeigt, weil er an ihr wertvolles Erbe kommen will - das ahnt Tess nicht. Nein, sie wünscht sich nichts sehnlicher als in seinen Armen zu liegen und in seinen intensiven Blicken zu versinken ...

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2. KAPITEL

Tess stolperte mit einer Flasche Aspirin in der einen und ihrer Sonnenbrille in der anderen Hand auf die Terrasse. Beim Anblick des Tageslichts stöhnte sie und setzte vorsichtig die Sonnenbrille auf.

„Kaffee, Ma’am?“, erkundigte sich Guadalupe, eine von vier Bediensteten, deren Gehalt in der Miete des Hauses enthalten war.

Tess nickte, was ein heftiges Pochen in ihren Schläfen zur Folge hatte. „Ja, bitte“, flüsterte sie.

Dankbar sank sie auf einen Stuhl am Tisch, der bereits zum Frühstück gedeckt war. Sie trank einen Schluck heißen Kaffee, nahm vier Aspirin und lehnte sich matt zurück. Die verdammten Möwen. Sie klangen so fröhlich und so laut. Machten sie jeden Morgen einen solchen Lärm?

Tess hatte noch nie einen Kater gehabt, und sie schwor sich, dass sie auch nie wieder einen haben würde, falls sie diesen überleben sollte.

„Möchten Sie sonst noch etwas, Ma’am?“

Fast wäre sie vor Schreck zusammengezuckt, da sie Guadalupes Anwesenheit schon wieder ganz vergessen hatte. Misstrauisch betrachtete sie, was auf dem Tisch stand. Orangensaft, Früchte, Würstchen, Eier und verschiedene Brötchen, Marmeladen, Brot – genug für eine kleine Armee.

„Danke, das wird reichen.“

Gewöhnlich trank Tess höchstens ein Glas Bier oder Wein zum Essen. Selbst im College, wo die meisten ihrer Studienkollegen ihre Freiheit von den Eltern mit ausgiebigen Trinkgelagen feierten, hatte sie lieber gebüffelt. Erfolgreich zu sein war stets das Wichtigste für sie gewesen, und daran hatte sich nichts geändert. Sie war überzeugt, dass sie diesen Kater überwinden konnte wie alle anderen Hindernisse auch – durch pure Entschlossenheit. Wenn sie ganz ruhig saß und sich nicht bewegte …

„Guten Morgen.“

Beim Klang der ruhigen männlichen Stimme erschrak sie. Langsam schob sie die Sonnenbrille auf den Kopf hinauf und sah blinzelnd zu Nick Trejo hoch. Sonnenlicht umstrahlte ihn wie ein greller Heiligenschein. Sofort zog Tess die Sonnenbrille wieder herunter. „Guten Morgen.“ Nach der letzten Nacht hätte sie kein so frühes Treffen mit ihm vereinbaren dürfen, und schon gar nicht draußen. Sie hätte wissen müssen, dass die Sonne dort, wo er war, intensiver schien. „Setzen Sie sich.“

Er lächelte, und Tess schloss die Augen. Eigentlich hatte sie bei diesem Treffen nicht nur annehmbar aussehen wollen, sondern auch geschäftsmäßig. Unglücklicherweise war es ihr aber lediglich gelungen, ein knappes Baumwollkleid und Sandaletten anzuziehen. Normalerweise band sie auch ihre Haare auf die eine oder andere Art zusammen. Aber mit ihren hämmernden Kopfschmerzen war sie kaum in der Lage gewesen, sich zu kämmen.

Sie beobachtete, wie Nick sich ihr gegenübersetzte, und überlegte, ob sie ihm die Schuld für den Kater geben sollte. Nein, entschied sie, das wäre nicht fair. Schließlich konnte er nichts dafür, dass sie aus Verwirrung über ihre Reaktion auf ihn zu tief ins Glas geschaut hatte. Außerdem glaubte sie sich erinnern zu können, dass sie sich gut amüsiert hatte.

„Bedienen Sie sich.“

„Ich nehme nur Kaffee.“ Er griff nach der Kanne, schenkte sich eine Tasse ein und begutachtete die Terrasse und den Garten. „Sie müssen eine fabelhafte Aufräummannschaft gehabt haben. Wenn ich gestern Abend nicht hier gewesen wäre, wüsste ich nicht, dass bei Ihnen eine Party stattgefunden hat.“

„Tatsächlich?“ Sie folgte seinem Blick nicht, da sie den Kopf lieber ruhig halten wollte. Stattdessen betrachtete sie Nick. Er trug Jeans, Stiefel und ein beigefarbenes Hemd, dessen oberste Knöpfe offen waren, und darüber ein sportliches Sakko. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten in seinem gebräunten Gesicht noch lebhafter als gestern Abend. Es spielte keine Rolle, ob es Tag oder Nacht war, ob er schick oder lässig gekleidet war. Seine männliche Ausstrahlung allein reichte, um das Herz einer Frau höherschlagen zu lassen.

„Ich nehme an, Ihre Party ging bis spät in die Nacht?“

„Anscheinend sehe ich schlimmer aus, als ich dachte“, murmelte sie.

Er grinste. „Im Gegenteil, Sie sehen wundervoll aus. Es gefällt mir, wenn Sie das Haar offen tragen.“

Sie errötete leicht und fuhr sich nervös durch die Haare. Als sie merkte, was sie da tat, ließ sie die Hand rasch wieder sinken. „Danke.“ Je eher sie dieses Treffen hinter sich brachte, desto besser. „Möchten Sie wirklich nichts außer Kaffee?“ Das erinnerte sie an Essen, und ihr wurde ganz anders. Vielleicht würde es ihr besser gehen, wenn sie etwas zu essen versuchte? Schlimmer konnte es jedenfalls nicht mehr werden. Zumindest hoffte sie das.

„Ich habe schon gefrühstückt. Der Kaffee genügt mir.“

„Na gut.“ Sie schaute auf ihre Uhr. Das war ein Fehler, da die Zahlen verschwammen. Allerdings brauchte er das nicht zu wissen. „Sie haben fünfzehn Minuten, bevor die Welt herausfindet, dass ich wach bin und das Telefon klingelt oder die Party-Nachzügler zum Frühstück herunterkommen.“ Vorsichtig brach sie ein Stück von einem Weizenbrötchen ab und aß es. Wenn sie bei sich behalten konnte, wäre das ein ermutigendes Zeichen.

„Mir ist klar, was für eine wichtige Frau Sie sind, und ich bin sehr dankbar, dass Sie mich in Ihrem vollen Terminkalender untergebracht haben.“

Er sprach mit unbeweglicher Miene, doch das Funkeln in seinen Augen verriet, dass er sich über sie lustig machte. Zu jedem anderen Zeitpunkt wäre sie auf diese Herausforderung eingegangen. Aber nicht heute Morgen. Das wäre momentan viel zu mühsam. Außerdem wurde er plötzlich ernst.

Er lehnte sich zurück und sah sie prüfend an. „Es gibt zwei Dinge über mich, die Sie wissen sollten. Erstens, ich bin Professor für Archäologie an der University of Texas. Allerdings nehme ich gerade ein Sabbatjahr.“

„Archäologie?“ Gute Tarnung für einen Sonnengott, dachte sie und hätte gelacht, wenn diese schrecklichen Kopfschmerzen nicht gewesen wären. Sie musste diesen Vergleich mit dem Sonnengott unbedingt vergessen, ebenso wie den erstaunlichen Kuss und seine Augen. Stattdessen sollte sie ihn wie jeden anderen behandeln, der mit einer geschäftlichen Bitte an sie herantrat.

„Die andere Sache, die Sie wissen sollten, ist, dass mein Urgroßvater in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts eine ergiebige Goldader in den Bergen der Sierra Madre im Norden Mexikos entdeckt hat“, fuhr er fort. „Es war ein gewaltiger Fund. Er förderte buchstäblich ein Vermögen aus diesen Bergen, und er hatte große Pläne mit diesem Gold.“ Nicks Stimme war fest, und er sah Tess unverwandt ins Gesicht. „Er schmolz es zu Barren, die er im Hafen von Tampico auf ein Schiff verlud, die Águila. Das Ziel dieses Schiffes war Corpus Christi. „Mit diesem Vermögen wollte er hier in Texas ein neues Leben beginnen. Er wollte ein riesiges Stück Land kaufen, sich eine gute Ranch suchen und ein Imperium aufbauen.“

Das Aspirin schien langsam zu wirken, denn das Hämmern in Tess’ Kopf flaute zu einem dumpfen Pochen ab. Sie riskierte einen weiteren Bissen von dem Brötchen und spülte ihn mit einem Schluck Kaffee herunter. „Das ist alles sehr interessant. Aber was hat Ihre Familiengeschichte mit mir und meinen Bohrplänen zu tun?“

„Hören Sie mir weiter zu. Bitte.“

Das klang nicht nach einer Forderung, sondern nach einer aufrichtigen Bitte. In diesem Moment wusste Tess, dass sie sitzen bleiben und zuhören würde, bis er seine Geschichte beendet hatte. „Na schön.“

„Die Águila hatte ihr Ziel fast erreicht, als sie in einen Hurrikan geriet und sank.“

Tess rieb sich die Stirn und fragte sich, wie lange so ein Kater wohl anhielt. „Wie schade, nachdem er so hart gearbeitet hat.“

„Der Verlust des Goldes hätte meinen Urgroßvater fast umgebracht. Er bekam, was man heutzutage einen Nervenzusammenbruch nennen würde. Doch irgendwie gelang es ihm, ein letztes Mal in die Sierra Madre zurückzukehren. Während seiner Abwesenheit hatten sich jedoch andere über seine Mine hergemacht. Außerdem war er nicht mehr mit dem Herzen dabei. Er konnte nur noch wenig Gold fördern, bevor er die Mine für immer verließ. Zurück in Texas, kaufte er sich ein relativ kleines Stück Land außerhalb von Uvalde, auf dem er bis zu seinem Tod Rinder hielt.“

„Das muss sehr hart für ihn gewesen sein“, meinte Tess. Nicks Geschichte rührte sie. Trotzdem wartete ein Berg eigener Probleme auf sie, sobald sie ins Haus ging und sich an den Schreibtisch setzte. Hinzu kam noch dieser verdammte Kater.

Als spürte er, dass ihre Gedanken abschweiften, sagte er nachdenklich: „Ich glaube nicht, dass Sie sich ausmalen können, wie hart es für ihn gewesen ist, denn nicht einmal ich kann es. Ich weiß nur, dass er ein sehr stolzer Mann gewesen ist, der sich durch sein Pech gedemütigt fühlte. Um sein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen, redete er unablässig von dem riesigen Vermögen, dass er den Bergen entrissen und anschließend verloren hatte. Unglücklicherweise glaubte ihm niemand diese Geschichte, und die Leute verspotteten ihn. Als er starb, war er ein gebrochener Mann.“

Durch die Fenster konnte sie sehen, dass Ron sich bereits um die Telefonate kümmerte. Doch Tess hatte Nick versprochen, ihn zu Ende anzuhören. „Ihre Familie hat wirklich eine interessante Geschichte.“

Es gelang ihr, das halbe Weizenbrötchen zu essen, und sie war froh, dass es trotz des flauen Gefühls im Magen unten blieb. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung, was Nicks Geschichte mit ihr zu tun hatte. Doch wegen seines „Bitte“, wartete sie.

„Ja,...



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