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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 440 Seiten

Reihe: uferlos: Seelengefährten

Rast Gewitterseelen


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7521-3537-4
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 7, 440 Seiten

Reihe: uferlos: Seelengefährten

ISBN: 978-3-7521-3537-4
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Zwei Helden, vom Schicksal zusammengeführt! Zwei Herzen, eine Bestimmung!
Alte Magie bewahrt einen ganz besonderen Zauber, der angeblich Macht und wunderbare Gaben für jene bereithält, die ausreichend tapfer sind. Oder verzweifelt genug ... Ein letzter Auftrag, ehe er sich ruhmreich und goldbeladen zurückzieht. Das hat Meuchelmörder Racchian sich vorgenommen. Seine Methoden sind ungewöhnlich, sein Charme sprichwörtlich, und wie schwer kann es schon sein, eine Magierin um die Ecke zu bringen? Vielleicht hätte die Höhe der Belohnung ihn stutzig machen sollen. Weit entfernt von weiblich ist der so verträumt scheinende Magier Abela eine ernsthafte Gefahr - auch für Racchians Herzschlag, der ordentlich durcheinandergewirbelt wird. Doch dann zeigt sich eine ganz andere Bedrohung. Wenn sie überleben wollen, müssen Racchian und Abela zusammenarbeiten. Und Abela hat da einen scheinbar genialen Plan zur Hand. Aber ob die Anwendung eines uralten Zaubers so eine gute Idee ist? Beitrag editieren

Geboren 1968 als echte Kieler Sprotte im nördlichsten Bundesland, wohne ich mit vielen Tieren auf dem Land. Nun habe ich neben meinen bisherigen und zukünftigen Verlagsveröffentlichungen das Abenteuer Selfpublishing für mich entdeckt. Ich schreibe Fantasy in allen möglichen Richtungen: Urban, Geistergeschichten, Gay Romance und Heroic Romance ('Schmachten & Schlachten', wie ich dieses Subgenre mit einem Augenzwinkern nenne) und noch viel mehr.
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1.


Die Stadt in der Bucht


Möwen umkreisten das behäbige Handelsschiff. Sah genau so lange malerisch aus, bis die Viecher begannen, das Deck – und Matrosen – mit weißen Flecken zu verzieren.

Racchian stützte sich mit beiden Unterarmen auf dem von der Sonne gewärmten Dollbord auf und hoffte, dass er keinen Dreck abbekam.

Vor ihm lag Nantares, und selbst Hunderte kreischender Vögel konnten diesen Anblick nicht verderben. In der Ferne hinter dem Stadtstaat lag das Festland, mit dem die Stadt durch einen regen Fährverkehr verbunden war, wie Racchian vor über einer Woche Seefahrt viele Meilen entfernt in der Bibliothek seiner Heimatstadt Taruzza nachgelesen hatte. Wie eine Mondsichel umgab das Festland eine schlammige, flache Bucht, in deren Mitte sich eine Stadt erhob, die nur aus Türmen, Stuck, Fahnen und bunten Fassaden zu bestehen schien. Statt Straßen wies sie Kanäle auf und Aberhunderte Brücken und schmale Seitenwege, die sich an die Hausfronten drückten. Auf der Seeseite, von der aus das langsame Handelsschiff mit Racchian an Bord sich näherte, lagen zahllose Schiffe auf Reede und an Molen, die sich wie die Zweige eines winterkahlen Baumes in das blaue Wasser streckten.

Aber hinter all diesen vertäuten oder ankernden Schiffen ragte Nantares auf und sah noch so viel prachtvoller aus, als die Berichte und Übersichtskarten, die er aufmerksam studiert hatte, ihn hatten vermuten lassen.

Ein glitzerndes Kleinod inmitten der türkisblauen Fluten. Und mitten in dieser Märchenstadt wartete der letzte Auftrag auf Racchian. Er hatte ihn gar nicht annehmen wollen, da er sich bereits auf seinen Ruhestand vorbereitet hatte. Er lachte bei dem Gedanken. Ruhestand! Wie das klang! Aber seine Karriere als Meuchelmörder des Hauses Kel hatte ihn durch die halbe Welt geführt und seine Schatzkisten gefüllt. Er konnte es sich leisten, das Haus und das gefahrvolle Leben hinter sich zu lassen, ein Anwesen auf dem Land zu kaufen und Leibwächter und andere Dienerschaft zu bezahlen und einfach nur noch sein Dasein – und jede Menge Luxus – zu genießen.

Keine Nächte auf regennassen, rutschigen Dächern mehr, keine ermüdenden Seefahrten, die er wegen Stürmen allzu oft unter Deck in einer kleinen, muffigen Kabine verbracht hatte. Keine frostigen Nächte mehr, in denen er fürchtete, Zehen zu verlieren oder in seinem Zelt einfach zu erfrieren oder unter einer Lawine begraben zu enden. All das – und auch die Abenteuer, der Nervenkitzel – sollten hinter ihm liegen, hatte Racchian beschlossen.

Bis dieser letzte Auftrag ihm vorgelegt worden war. Klang alles simpel genug, doch die Reise sollte ihn hierher nach Nantares führen, wo er noch nie gewesen war, wo wundersame Unterhaltung und besondere Geschichten seiner harrten.

Er lächelte, während das Handelsschiff an einem großen Kahn vorbeizog, der wie ein Krokodil auf einer Sandbank in der Sonne brütete.

Die Summe, die das Haus Kel ihm in Aussicht gestellt hatte, wenn er nur eine Magierin namens Abela aus dem Weg räumte, war so atemberaubend hoch gewesen, dass eine ihm bislang fremde Eigenschaft das Kommando übernommen hatte. Racchian runzelte die Stirn. Selbst jetzt mochte er nicht recht eingestehen, dass er einen Anfall von Habgier erlitten hatte. Unschönes Wort, üble Eigenschaft. Aber verlockend war die Summe doch gewesen. Und Prior Ofanian sehr eindringlich, dass er diesen Auftrag nur einem der Besten anvertrauen wollte. Da war er bei Racchian natürlich an der richtigen Adresse, und zu ein wenig Raffgier war berechtigter Stolz auf den erarbeiteten Ruf und die eigenen Fähigkeiten getreten.

Resolut schob Racchian diesen unhübschen Gedanken beiseite und sah lieber bewundernd auf die Stadt, die ihm immer näher zu kommen schien. Nantares war die Reise wert gewesen. Eine verzauberte Stadt, die sich von allen anderen unterschied, die Racchian bislang besucht hatte. Berühmt für so viele Dinge, dass es ihn verlockte, seinen Aufenthalt auszudehnen. Anders als viele andere im Haus Kel, wie er mit einem leichten Naserümpfen dachte, hatte er sich Kultiviertheit erarbeitet und erhalten. Die Bibliotheken von Nantares lockten ihn ebenso wie mehr Wissen über die Magier. Er hatte schon kurze Begegnungen mit Magiebegabten gehabt, doch in dieser Stadt gab es einen Orden samt Schulen. Reizvoll, mehr zu erfahren.

Weise obendrein, denn Racchian wollte auch seinen letzten Auftrag gerne überleben. Die Höhe der in Aussicht gestellten Bezahlung warnte ihn, dass dieser Auftrag kein Spaziergang werden würde.

Schmutziges Weiß platschte auf das Dollbord, und über Racchian keifte eine Möwe, die sich wohl ärgerte, ihn verfehlt zu haben.

Matrosen trampelten auf dem Deck herum und warfen Leinen zu einer auf dem langen Kai wartenden Mannschaft. In den Masten und Wanten schufteten weitere Seeleute, um die bereits eingeholten Segel zu verzurren.

Majestätisch und würdevoll wie eine Seekuh kam das schwerfällige Schiff neben der Mole zum Stillstand und dümpelte sacht in der Dünung. Die anderen Passagiere strömten nun auch an Deck und zur Reling, und Racchian sah mit einem spöttischen Lächeln zu, wie ein dicker Kaufmann sich über die Bordwand beugte und dabei genau in einen Möwenschiss griff. Menschen waren immer so unaufmerksam! Nun, es erleichterte Racchians Arbeit, dass nicht alle mit so großer Beobachtungsgabe gesegnet waren wie er selbst.

Eine Stunde später war sein Gepäck beim Hafenmeister in einem abgeschlossenen Verschlag eingelagert, bis Racchian eine annehmbare Unterkunft gefunden haben würde. Er selbst lehnte in dem Sitz eines kleinen Boots, das wieselflink von zwei kräftigen Burschen einen breiten Kanal entlang gerudert wurde.

Nach außen gab sich Racchian den Anschein, an seiner Umgebung eher gelinde interessiert zu sein. In Wahrheit war er begeistert von der Schönheit der Stadt. Ihr Aufbau, wie die Häuser in dem flachen Wasser begründet worden waren, die Farbenpracht, die reich verzierten Fassaden faszinierten ihn.

Jedes Haus, selbst jene, denen er ansah, dass darin mehrere Familien eng beisammen wohnten, war in einer anderen Farbe gestrichen. Weiße Stuckverzierungen, kunstvoll gefertigte Fensterläden und mit geschnitzten Blütengirlanden verzierte Haustüren zogen seine Blicke auf sich.

Das, was er Bürgersteige nennen musste, waren nur schmale Pfade entlang der Häuserfronten. Sollten sich zwei Personen begegnen, müssten sie sich eng aneinander vorbeiquetschen – am besten vor einer der Haustüren, damit sie ein wenig mehr Platz hatten. Oder mindestens einer fiel ins Wasser.

Hin und wieder ragte eine kleine Anlegestelle in den Kanal, bunte Boote daran vertäut.

So fasziniert er von den reich verzierten Bauwerken, die sich vier oder gar fünf Stockwerke hoch erhoben, von den Kanälen und dem eifrigen Treiben auf dem Wasser auch war, fragte Racchian sich doch, wie Menschen jemals auf die Idee hatten verfallen können, hier eine Stadt zu bauen. Ein paar Sandbänke, Krokodile, Schilf und vielleicht eine Fischersiedlung waren die Basis für diese Pracht gewesen. Kaum glaublich!

Er wollte sich einen ersten Überblick verschaffen und eine annehmbare Unterkunft anmieten. Die Erfüllung des Auftrags eilte nicht, hatte er beschlossen. Überstürzte Mordversuche endeten allzu oft mit Misserfolgen oder gar einem eingekerkerten oder mausetoten Meuchelmörder. Racchian zählte zwar noch zu den jüngeren Mitgliedern des Hauses Kel, aber er ahnte, wie viele übereifrige Jungsporne schon den Weg allen Irdischen gegangen waren, weil sie sich nicht ausreichend vorbereitet hatten und somit verfrüht die Erfüllung eines Auftrags angegangen waren. Zu ihrem eigenen Schaden, und mitunter hatte auch noch die Zielperson überlebt. Schlechter Stil, und die Prioren des Hauses rümpften nicht nur die Nase, sondern nahmen den Schaden am Ruf des Namens Kel höchst persönlich. Hatte der Nachwuchsmeuchelmörder tatsächlich überlebt, sorgten sie dafür, dass es nicht lange dabei blieb. Pfusch machte schlichtweg unbeliebt.

Der Hafenmeister hatte Racchian einige Wohnungsvermittler genannt, die er nun nach und nach abklapperte, während er versuchte, ein Gefühl für die Stadt zu bekommen.

Alles Leben schien auf dem Wasser stattzufinden. Lastenkähne kreuzten den Weg des Ruderboots. Händler fuhren von einer Anlegestelle zur nächsten und wurden von Hausfrauen und Dienstpersonal schon erwartet; ihre Runden schienen also regelmäßig oder die Lieferungen abgesprochen zu sein.

Beim vierten Vermittler wurde Racchian endlich fündig. Eine großzügige Mansardenwohnung, zum Teil möbliert, mit einer Wasserpumpe in der Badestube und einem kleinen Ofen. Die Aussicht auf das Treppensteigen schreckte Racchian nicht, aber während der Vermittler die Vorteile der Wohnung anpries, wanderte er von einem großen Fenster zum nächsten, betrachtete die Traufe und die Regenrinnen und orientierte sich an den größeren und offenkundig wichtigen Gebäuden der Stadt, ob ihm diese Lage zusagte.

Nach mehreren Wohnungen, die erbärmlich nach gekochtem Fisch und Kohl gerochen hatte, nach schmutzigen Treppen und einem Haus, das direkt neben einem stinkenden Seitenkanal gelegen hatte, erschien ihm dieses Domizil verblüffend angenehm. Beinahe gar heimelig. Das Sehnen nach einem einsamen Landsitz mit erwählter Dienerschaft trat in den Hintergrund. Er mochte Nantares, das pulsierende Leben, die bunten Boote und das irgendwie gemütlich-beengte Bild der Stadt.

Racchian entrichtete den bescheidenen Mietpreis, erhielt die Schlüssel und kehrte zu seiner Rudermannschaft zurück, die ihm nun helfen durfte, sein restliches Gepäck aus dem Hafenquartier abzuholen.

Er prägte sich die Wasserwege ein, die sie...



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