Rauh | BENNI - (S)Eine wahre Geschichte | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Rauh BENNI - (S)Eine wahre Geschichte


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7562-6915-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-7562-6915-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Stell dir vor, dein Leben ist scheiße! Du bist dreizehn, klein, ängstlich und hast keine richtigen Freunde. Dein kleiner Bruder nervt, dein Vater ist ein aggressiver Tyrann und wenn deine Mutter sich nicht gerade selbst bemitleidet, kommandiert sie dich nur herum. Und die Schule... Stell dir vor, du begegnest zum ersten Mal in deinem Leben jemandem, dem du vollständig vertraust und der dich mag - doch du verlierst diesen Menschen wieder und es ist deine eigene Schuld. Stell dir vor, du bekommst eine zweite Chance in einer völlig anderen Welt, nur um die schwierigste Entscheidung deines Lebens treffen zu müssen. Stell dir vor, dass Benni genau das passiert ist und ich würde dir seine wahre Geschichte erzählen. Würdest du sie lesen wollen? Wärst du bereit dazu, nicht nur alles über ihn, sondern auch die Wahrheit über alles andere - und damit über dich selbst - zu erfahren ...?

Andreas Rauh wurde 1976 in München geboren. Der studierte Bankbetriebswirt begann bereits während seiner Schulzeit jüngeren Schülern Nachhilfeunterricht zu erteilen. Dieses Hobby hat er sich bis heute bewahrt. Sein erster Roman "BENNI - (S)Eine wahre Geschichte" ist inspiriert von wahren Erlebnissen seiner Schüler sowie den Lieblingsautoren seiner Kindheit.

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TEIL I
GEGENWART Benni spürte den heftigen Stoß in den Rücken im selben Moment, in dem er das knirschende Geräusch der Schuhe auf dem Kies hörte – und damit zu spät. »Du scheiß Opfer!« Reflexartig riss er die Hände nach vorne, um den Sturz abzufangen. Trotzdem landete er der Länge nach auf dem dreckigen Weg und spürte, wie er sich die Handflächen an den spitzen Steinchen aufriss. »Was glaubst du eigentlich, wer du bist, du Pisser?« Er erkannte die Stimme, ohne das Gesicht des Jungen hinter sich in der Dunkelheit zu sehen. Auch, wenn er dessen Namen nicht kannte, wusste er, dass er geliefert war. Und er verfluchte sich selbst dafür. Im selben Moment setzte die Angst ein. Ein lähmendes Gefühl, das seinem Körper jegliche Kraft zu entziehen schien und ihm gleichzeitig die schrecklichsten Visionen durch den Kopf jagte. Was würde er jetzt mit ihm machen? Ihn verdreschen? Einen Zahn ausschlagen? Den Arm brechen? Wollte er sein Geld? Oder … »Steh auf, Opferkind!« Natürlich blieb er liegen. Abgesehen davon, dass er nicht vorhatte, dem zwei Jahre älteren Schläger gegenüberzutreten, hätte er auch gar nicht die Kraft dazu gehabt. Die Angst schien ihn buchstäblich gelähmt zu haben und an den staubigen Boden zu fesseln. »Was ist los, Opferkind? Bist du taub?« Ein stechender Schmerz breitete sich von seinem linken Rippenbogen in seine Lunge hinein aus und raubte ihm die Luft, als ihn der Tritt des Älteren in die Seite traf. Tränen schossen ihm in die Augen und Panik stieg in ihm auf. Er bekam keine Luft! Er würde hier auf dem Boden dieser dreckigen kleinen Gasse, in der ihn nun beinahe völlige Dunkelheit umgab, einfach ersticken. Und keiner würde es mitbekommen. Dann ließ der stechende Schmerz etwas nach und er konnte gierig und immer noch voller Panik ein wenig Luft einsaugen. »Jetzt bist du nicht mehr so schnell unterwegs, hä? Opferkind! Du denkst wohl, ich lass mich von so einem kleinen Hosenscheißer verarschen? Wie alt bist du? Zehn?« Zusätzlich zur Angst und den Schmerzen in seinen Händen und seiner Seite kochte jetzt beißende Scham in ihm hoch. Er war dreizehn, aber klein für sein Alter und die Sommersprossen auf seiner, wie er selbst fand, viel zu kleinen Nase und sein insgesamt noch recht kindliches Äußeres machten es nicht besser. »Lass ihn, Amin! Der hat genug!« Eine andere Stimme, etwas heller und irgendwo von vorne kommend. »Das ist mir scheißegal! Ich höre erst auf, wenn er bezahlt hat!« Also wollten sie doch seine Kohle. Das war egal, er hatte sowieso nur noch ein bisschen Kleingeld in seiner Hosentasche. Der Fünfer, den er von seiner Mutter am Vortag erbettelt hatte, war schon lang in die Kasse des Supermarkts an der Ecke gewandert. Hoffentlich entdeckten sie nicht, dass er sein Handy im Seitenfach seiner Sporttasche in die Fußballschuhe gesteckt hatte! Wenn sie ihm sein Handy wegnahmen … Eine neue Welle der Angst explodierte in seinem Magen und stieg ihm bis in die Kehle hinauf. »Der wird schon noch sehen, was passiert, wenn er versucht, mich vor Ela zu blamieren!« Kurz darauf wurde er im Genick gepackt und wie ein Hundewelpe ein Stück vom Boden angehoben. Der Griff seines Peinigers war sehr kräftig, seine Finger fühlten sich wie Schraubzwingen an seinem Hals an. Dann roch er faulig-ekligen Atem und die dunkle Stimme sagte leise, aber vor Wut bebend neben seinem Ohr: »Nur weil der Coach dich heute bei uns hat mittrainieren lassen, heißt das noch lange nicht, dass du dich mit mir anlegen kannst! Hast du verstanden?« Er wollte sofort zustimmen, um seinen Angreifer nur nicht weiter zu reizen, aber dessen Griff und seine Angst lieferten sich einen harten Zweikampf darum, ihm die Kehle abzuschnüren, sodass er keinen Ton herausbrachte. Allerdings schien Amin das nicht weiter zu stören. Offensichtlich gefiel ihm die Macht, die er über ihn hatte und so kostete er die Situation weiter aus. Angestachelt von der Wut, die der kleine Vorfall im Training vorhin in ihm ausgelöst hatte, sprach er nun etwas ruhiger, aber dafür mit einer gefährlichen Schärfe in der Stimme, weiter. »Du glaubst vielleicht, du bekommst hier eine kleine Abreibung und das war’s dann, oder? Falsch gedacht, du Opfer! Du hast mich vor meiner Freundin getunnelt und alle haben gelacht!« Das war so nicht ganz falsch, aber doch deutlich übertrieben. Im abschließenden Trainingsspiel war es ihm zwar tatsächlich gelungen, Amin den Ball durch die Beine zu spielen, aufgrund des wesentlich besseren Stellungsspiels und der körperlichen Überlegenheit der älteren Jungs – besonders Amin sah für ihn eher aus wie ein 19- denn wie ein 15-jähriger – konnte er den Ball danach aber nicht mehr erreichen und verlor so den Zweikampf letztendlich. Sein Trainer hatte ihn angefeuert, sofort hinterherzugehen, aber er bekam gerade noch mit, dass die drei rauchenden Mädchen am Spielfeldrand über etwas kicherten. Dies hatte jedoch offensichtlich nichts mit dem Geschehen auf dem Spielfeld zu tun, denn keine der drei würdigte den Platz auch nur eines Blickes. Jedoch war Amin so sehr von sich überzeugt, dass er keine andere Möglichkeit als sich selbst für die Reaktion der Mädchen in Betracht zog. Das passte zu ihm. Benni kannte Amin zwar nur vom Sehen aus der Schule und wusste eigentlich so gut wie nichts über ihn, aber solche Typen gab es überall. Er war zwei Jahrgänge über ihm und spielte in seinem Verein in der U16-Mannschaft. In der Schule war er meistens in Begleitung seiner zwei Freunde anzutreffen und Benni hatte noch nie gesehen, dass sich jemand mit ihm angelegt hätte. Aber das war’s dann auch schon. »Du wirst den Coach noch dafür verfluchen, dass er dich Zwerg und den anderen Wicht heute zu uns ins Training geholt hat, Opferkind!« – »Komm schon, Amin. Es wird langweilig!« Eine dritte Stimme, irgendwo seitlich und mit dem typisch orgelnden Ton eines Jungen im Stimmbruch. Das musste der zweite aus Amins Gefolge sein. Also waren sie auch noch zu dritt! Das spielte zwar an sich keine Rolle, Amin alleine war schon zu viel für ihn, aber es machte die ganze Situation noch peinlicher und demütigender. Er schluchzte und zu allem Überfluss stiegen ihm jetzt auch noch Tränen in die Augen. »Der Kleine heult doch eh schon, Alter!« »Halt’s Maul!« Wieder Amins Stimme, diesmal laut und befehlend, dafür nicht mehr direkt neben seinem Ohr. »Jetzt chill doch mal, Alter!« Wieder die hellere Stimme von vorne, aber deutlich weniger bestimmend, eher beinahe entschuldigend. »Das kapierst du nicht, du Kartoffel! Ihr habt keine Ahnung von Ehre!« Na bestens, seine beiden blöden Kumpane hatten es doch tatsächlich geschafft, Amin noch wütender zu machen. Er konnte nicht anders und wieder schluchzte er, von Angst und Scham gebeutelt, auf. Das war der schlimmste Albtraum seines Lebens. Und dann brach der Vulkan aus Amins Wut endgültig aus. Nicht sprühend und tosend, sondern noch schlimmer, leise und schneidend, genau neben seinem Ohr. Als würde er es genießen, die Lava seines Zorns langsam aus sich heraus und auf seine Beute fließen zu lassen. »Ich mach dich fertig, du Opfer! Hörst du? Ich fick dich richtig! Ich werd dich vor der ganzen Schule so blamieren, dass du danach umziehen musst! Verstehst du das, Opferkind?« In Bennis Gedanken entstanden die schrecklichsten Bilder, von Schlägen und weiteren Demütigungen über übelste Gerüchte bis hin zu erzwungenen und peinlichsten Fotos, die über Handys in Minuten in der ganzen Schule verbreitet wurden. Sein Magen krampfte sich erneut zusammen und er spürte den plötzlichen Drang, auf die Toilette zu müssen. »Nein, bitte! Bitte nicht auch noch das!«, schoss es ihm durch den Kopf. Wenn er sich jetzt auch noch in die Hose machte, hätte Amin seine Rachefotos gleich hier und jetzt. Hilflos drückte er die Beine zusammen. »Und dann …« Weiter kam Amin nicht. Denn direkt hinter ihnen ertönte nun eine weitere Stimme. Etwas dunkler, sanft, aber doch stark und unüberhörbar gewohnt, Befehle zu erteilen, die nicht infrage gestellt wurden. Die Stimme eines erwachsenen Mannes. »Das reicht! Lass ihn los!« Die Stimme klang unaufgeregt, völlig sachlich und … Benni spürte, dass Amin tatsächlich etwas lockerer ließ und sich zu dem Mann umdrehte – allerdings ohne ihn gänzlich loszulassen. »Verpiss dich, Alter! Das hier geht dich nichts an! Also verschwinde, sonst machen wir dich auch fertig, Fettsack!« Der unverschämte Vorstoß wurde durch ein helles Lachen und ein orgelndes »Ja, Mann!« unterstrichen. Die drei halbstarken Jugendlichen waren es gewohnt, sich von Erwachsenen nichts befehlen zu lassen, nicht von Lehrern, nicht von ihrem Trainer und schon gar nicht von einem mittelgroßen und übergewichtigen Poser, der hier meinte, den Helden spielen zu müssen. »Haut lieber gleich ab, ist besser für euch, glaubt mir!«...



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