E-Book, Deutsch, Band 1, 442 Seiten
Reihe: Masters of Love
Rayven Mister Romance
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-0876-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 442 Seiten
Reihe: Masters of Love
ISBN: 978-3-7363-0876-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Denn wir alle brauchen Träume ...
Max Riley ist Mister Romance - der Mann, dem die Frauen New Yorks zu Füßen liegen. Ob erfolgreicher CEO oder Bad Boy mit einem Herz aus Gold: Wenn der Preis stimmt, lässt er für seine Klientinnen jeden Wunsch in Erfüllung gehen - fast jeden. Denn Sex ist strikt ausgeschlossen. Genauso wie Fragen zu seiner Person, denn seine wahre Identität hält er streng geheim. Journalistin Eden Tate will hinter sein Geheimnis kommen und lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein: drei Dates. Hat sie sich danach nicht in Max verliebt, gibt er ihr das ersehnte Interview, das ihren Job retten könnte. Wenn doch, ist ihre Karriere für immer vorbei ...
'Ich habe mein Herz an Leisa Rayvens Bücher verloren. Und ich hoffe, der Rest der Welt tut es auch!' COLLEEN HOOVER
Band 1 der MASTERS-OF-LOVE-Reihe von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Leisa Rayven
Leisa Rayvens größte Leidenschaft war schon immer das Schreiben. Mit ihrem Debütroman »Bad Romeo« gelang ihr der internationale Durchbruch als Liebesroman-Autorin. Sie lebt in Australien zusammen mit ihrem Mann, zwei Söhnen, drei Katzen und einem Känguru namens Howard (ob er tatsächlich existiert oder nur ein imaginärer Freund ist, da ist sich niemand wirklich sicher!).
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2. Kapitel
Das Spiel beginnt
Ich schlage mit dem Kopf auf den Tisch und stöhne leise, da taucht ein zotteliger hellbrauner Haarschopf über der Kante meiner Arbeitsnische auf. Dicht gefolgt von breiten Schultern, braunen Augen und dem restlichen Gesicht meines Freundes Toby.
»Verdammt, Tate, was soll das?«
»Ich bestrafe mich selbst.«
»Warum?«
»Weil ich für den Haufen Scheiße, den ich gerade abgeliefert habe, bezahlen muss.«
Toby seufzt und kommt in mein armseliges Etwas von Büro herüber. Wie gewöhnlich sieht er aus wie Gulliver auf dem Weg nach Liliput.
Als ich bei Pulse angefangen habe, war Toby einer meiner ersten Freunde, einerseits, weil wir denselben schrägen Humor haben, und andererseits, weil wir Büronachbarn sind. Er ist einer der wenigen Gründe dafür, dass dieser Job mich noch nicht in den Wahnsinn getrieben hat. Als selbst ernannter Computerfreak ist er für die Technik-Features zuständig. Toby sieht aus wie ein Spieler der Green Bay Packers, der sich in einen Strickjacken-Laden verirrt hat und als Shaggy aus Scooby-Doo mit einer Größe von eins fünfundneunzig und auf Steroiden wieder herausgekommen ist.
Jetzt steht er hinter mir und hebt meinen Kopf mit seinen riesigen Händen von der Tischplatte. »Hör sofort auf.«
»Du verstehst das nicht.«
Er kommt um den Tisch herum und setzt sich auf den zweiten Stuhl. »Doch. Du hast den schlimmsten Rotz aus der dunkelsten Ecke deines Gehirns auf die nichts ahnenden Internetties losgelassen. Was gibt es sonst noch für Neuigkeiten? So schlimm kann es doch gar nicht sein.«
»Kann es, und ist es auch.«
»Zeig mal her.«
Ich setze mich auf und gebe der Maus einen lustlosen Schubs, damit meine letzten drei Posts sich auf dem Bildschirm öffnen.
Toby beugt sich vor, um sie zu lesen. Die erste Schlagzeile lautet DIE GEHEIMEN SCHOCKBILDER, DIE DIE REGIERUNG NICHT ZEIGEN WILL!
Er sieht mich an. »Ich tippe auf die gefälschte Alienobduktion.«
»Ja.«
»Langweilig. Und alt.«
»Ja.«
Er klickt auf den nächsten Post. Ein Video. MENSCHEN, DIE KEIN SCHARFES ESSEN MÖGEN, PROBIEREN SCHARFES ESSEN! HIER SIND DIE SAUKOMISCHEN ERGEBNISSE!
Er kneift die Augen zusammen. »Hast du das gefilmt?«
»Ja.«
»Sag nicht, das sind die drei Streber aus der Buchhaltung ohne jede Persönlichkeit, die alles tun, wenn sie ein hübsches Mädchen darum bittet.«
»Na gut, ich sage dir nicht, dass es die drei kleinen Schweinchen sind.«
»Aber sie sind es, oder?«
»Ja.«
Er seufzt und wendet sich wieder dem Bildschirm zu, auf dem der dritte Artikel schreit: DAS SIND DIE SCHLIMMSTEN SERIENMÖRDER DER WELTGESCHICHTE! MACHEN SIE DAS QUIZ UND FINDEN SIE HERAUS, WELCHER SIE SIND!
Ich lasse den Kopf wieder auf die Tischplatte sinken, und diesmal hält er mich nicht auf. »Siehst du?«
»Na gut. Es ist nicht das Beste, was du jemals geschrieben hast. Es wirkt so, als würdest du noch nicht einmal versuchen, die Produktivität unschuldiger Menschen zu zerstören, indem du sie dazu verleitest, auf irgendeinen Mist zu klicken.«
»Ich bin nicht mit dem Herzen dabei.«
»Das musst du auch nicht. Der gierige, selbstsüchtige Teil, der gerne Geld für Essen und Miete verdienen will, reicht vollkommen aus.«
Ich setze mich wieder auf und streiche mir die Haare aus dem Gesicht. »Du hast leicht reden. Du schreibst über Technikkram und Videospiele – das liebst du.«
»Stimmt, aber ich habe genug Mist geschrieben, um Klicks zu generieren, bevor Derek mich in den IT-Bereich versetzt hat.«
»Ich war Herausgeberin der Washington Square News, Tobes. Verdammt, ich habe den Hearst Award gewonnen.«
»Ich weiß. Und nach deinem Praktikum bei der New York Times warst du unter den letzten beiden Bewerbern für die Stelle eines Junior-Reporters, blablabla. Aber das ist heute nichts mehr wert. Die traurige Wahrheit ist, dass du in New York keinen Cronut mehr werfen kannst, ohne einen arbeitslosen Journalisten zu treffen, und die meisten sind genauso qualifiziert wie du. Sieh der Wahrheit ins Gesicht und akzeptiere, dass dein Abschluss in Journalismus genauso nutzlos ist wie ein Schleudersitz im Hubschrauber. Der Arbeitsmarkt gleicht im Moment einem Kriegsgebiet, aber immerhin verdienst du hier überdurchschnittlich.«
»Was schlägst du also vor? Soll ich diesen Job behalten, obwohl ich ihn hasse? Oder kündigen, um meinen Traumjob zu finden, und riskieren, arbeits- und obdachlos zu sein?«
»Keine Ahnung, Tate. Du brauchst etwas, womit du Derek auf dich aufmerksam machst. Arbeitest du an irgendeiner Reportage, die du ihm zeigen kannst?«
»Ehrlich gesagt, ja.« Ich setze mich auf und schnappe mir mein Notizbuch. »In New York tauchen überall gefälschte Strafzettel auf. Die Knöllchen wirken echt, aber die Bankverbindung gehört nicht der Stadt. Irgendein Betrüger sackt die Kohle ein.«
Toby nickt. »Nicht schlecht, aber auch kein Watergate. Was hast du noch?«
»Äh …« Ich schaue auf meine Liste. »Da ist noch der durchgeknallte Graffitikünstler, der riesige Penisse auf Schlaglöcher sprüht, damit die Stadt dazu gezwungen wird, die Löcher aufzufüllen, wenn sie nicht riskieren will, die Passanten zu verärgern.«
Toby gluckst. »Das gefällt mir, aber reicht auch nicht für eine komplette Reportage.«
»In Ordnung.« Ich werfe noch einen Blick auf meine dürftige Liste mit Ideen für Artikel. Aber mir ist klar, dass es Zeitverschwendung ist. Wäre etwas auf der Liste, womit ich Derek beeindrucken könnte, hätte ich schon längst meinen Hintern in sein Büro geschwungen und es ihm vorgeschlagen. Das ist alles Billigramsch – aber ich brauche Gold.
Ich lege das Notizbuch zur Seite und sehe Toby an. »Ich habe nichts.«
Er tätschelt mir herablassend die Schulter. »Tja, das ist dein Problem, Tate. Du brauchst etwas, um weiterzukommen.«
Ich will ihm gerade den Mittelfinger zeigen, als Bootylicious aus meinem Handy erklingt. Sofort setzt sich Toby auf. Er weiß, dass das Ashas Klingelton ist. Seitdem er sie zum ersten Mal gesehen hat, ist er in sie verknallt. Immer wenn sie anwesend ist, verwandelt er sich in einen riesigen Labrador, dem man gerade einen Spaziergang versprochen hat.
Ich sehe Toby entschuldigend an, und als ich drangehe, verschwindet er in seine eigene Arbeitsnische. »Hey Ash, was gibt’s?«
»Es gibt ihn wirklich.«
»Wen?«
»Mister Romance. Joanna hat heute Morgen mit ihrer Cousine über ihn gesprochen, und die Cousine war entsetzt darüber, dass Joanna gelauscht hat. Sie hat gesagt, alles über den heißen Escort sei absolut geheim. Man kommt nur über die Empfehlung einer seiner Kundinnen an ihn ran. Klingt wie ein geheimes Leihsystem für einen heißen Typen.«
»In Ordnung, das klingt interessant. Ist Joannas Cousine seine Kundin?«
»Nein, aber sie kennt eine. Halt dich fest.« Sie macht wegen des dramatischen Effekts eine Pause. »Es ist Marla Massey.«
Ich hole tief Luft. »Die Frau von Senator Massey? Der Ex-Fernsehprediger, der seine Frau als Paradebeispiel für eine gute Ehefrau hinstellt? Bist du sicher?«
»Todsicher. Sieht so aus, als hätte seine ergebene Ehefrau einen sexy Toyboy, während ihr braver Ehemann als Kongressabgeordneter in Washington ist. Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn das wirklich stimmt?«
Als ich mir ausmale, wie groß diese Geschichte werden könnte, bekomme ich Gänsehaut an den Armen. Wenn ich das richtig anpacke, könnte daraus die Karriere entstehen, die ich mir schon immer erträumt habe. Scheiß auf Pulse. Ich könnte mir einen Job bei einem der Topmedienunternehmen suchen.
»Also, was muss ich tun?«, frage ich. »Muss ich mich mit Mrs Massey anfreunden, damit sie mich ihrem gekauften Freund vorstellt? Das klingt ziemlich unmöglich.«
»Ja, solange du dich nicht plötzlich in eine megareiche Hausfrau verwandelst, die Kunstgalerien liebt und zur Bibelstunde geht, bewegt ihr euch nicht in denselben Kreisen. Aber egal, was du tust, sei vorsichtig. Sie wird nicht ein Wort mit dir sprechen, wenn sie herausbekommt, dass du Journalistin bist.«
Asha hat recht. Ich muss das clever anpacken, sonst geht meine einzige heiße Spur in nach Chanel duftendem Rauch auf.
»In Ordnung, wie kontaktieren diese Frauen denn den Escort? Telefonnummer? E-Mail? Riesige Penis-Rauchzeichen?«
Asha senkt die Stimme. »Joanna sagt, wenn jemand diskret genug erscheint, um seine Kundin zu werden, lässt die Frau, die sie empfiehlt, ihr einen besonderen Fragebogen...




