Reid | Friends without benefits | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 500 Seiten

Reihe: Knitting in the City

Reid Friends without benefits

Roman
20001. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95818-518-0
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 500 Seiten

Reihe: Knitting in the City

ISBN: 978-3-95818-518-0
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Willkommen zurück im witzigsten Freundeskreis der Stadt! Elizabeth Finney hat fast immer Recht: Damit, dass der musikalische Wert von Boybands unterschätzt wird, dass 'gewisse Vorzüge' besser ohne die Freundschaft sind, und dass sie die Chance auf die eine große Liebe inzwischen gegen Null geht. Aber als ihr Plan von eben jenen gewissen Vorzügen ohne jegliche Freundschaft droht, von dem schrecklich charmanten und zugleich chauvinistischen Nico Mangniello durchkreuzt zu werden, versucht sie mit aller Macht den Elektrozaun rund um ihr Herz aufrecht zu erhalten. Sonst verfällt sie am Ende noch Nicos Charisma und holt sich einen tödlichen Stromschlag. Oder noch schlimmer: Sie verliebt sich.

Penny Reid ist USA Today Bestseller-Autorin der Winston-Brothers-Serie und der Knitting-in-the-city-Serie. Früher hat sie als Biochemikerin hauptsächlich Anträge für Stipendien geschrieben, heute schreibt sie nur noch Bücher. Sie ist Vollzeitmutter von drei Fasterwachsenen, Ehefrau, Strickfan, Bastelqueen und Wortninja.
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Kapitel 1


Ich erkannte ihn auf den ersten Blick. Als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, war er siebzehn gewesen, nackt und hatte geschlafen. Ich war sechzehn gewesen, notdürftig bekleidet und war gerade aus seinem Zimmerfenster geklettert.

Niccolò (alias Nico) Manganiello.

Nico.

Wie angewurzelt blieb ich stehen, in einer Hand die Einwilligungserklärung sowie diverse Patientenbroschüren, die andere ans Herz gepresst. Ich konnte nichts weiter tun, als ihn anzustarren – in blankem Entsetzen, aber zugleich in ehrfürchtigem Staunen und zu meinem unendlichen Bedauern auch mit einer großen Portion weiblicher Wertschätzung.

Auf so etwas war ich absolut nicht vorbereitet.

Bis zu diesem Moment war es ein ganz normaler Dienstag gewesen. Ich war pünktlich zu meinem Schichtbeginn um vier Uhr dreißig in die Klinik gekommen. In der Umkleide hatte ich mir einen Streit mit meiner Erzfeindin Dr. Meg, der Megalomanin, geliefert. Zur Vorbereitung meines alljährlichen Aprilscherzes hatte ich eine ungeöffnete Schachtel mit Handcreme präparierter, explodierender Latexhandschuhe in Dr. Ken Miles? Behandlungsraum in der Unfallstelle deponiert. Danach hatte ich das Ausfüllen der Krankenblätter vom Vortag nachgeholt. Und dann war mein Pager losgegangen. Ich musste in den vierten Stock ins klinische Forschungszentrum, um mit einer Familie über die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie zu sprechen.

Und jetzt: der verfluchte , verflucht noch mal!

In natura sah er anders aus als im Fernsehen – ein bisschen älter. Und er war kleiner als erwartet, wenngleich größer, als ich ihn in Erinnerung hatte. In seiner Sendung überragte er fast jeden seiner Gäste, aber jetzt, da er leibhaftig vor mir stand, schätzte ich ihn auf eins dreiundachtzig oder eins fünfundachtzig.

Sein Haar war inzwischen nicht mehr braun, sondern rabenschwarz. Seine Gesichtszüge waren kantiger und ausdrucksstärker geworden, seine Schultern breiter. Selbst aus der Entfernung sah ich, dass er noch immer dieselben jadegrünen Augen hatte wie früher.

Nico stand seitlich zu mir, an die Armlehne einer Couch gelehnt, die muskulösen Arme vor der Brust verschränkt, und unterhielt sich leise mit einer älteren Frau, die ich sofort als seine Mutter Rose wiedererkannte. Sie saß auf der beigefarbenen Couch und hatte ein kleines, mir unbekanntes Mädchen auf dem Schoß, das eine blaue Decke umklammert hielt.

Das Blut stieg mir in den Kopf. Es pochte zwischen meinen Ohren, und auf einmal konnte ich nichts mehr hören, außer einen stetig lauter werdenden Rhythmus:

Mein unvermittelt in die Höhe geschnellter Adrenalinpegel sank gerade so weit ab, dass ich merkte, dass mir der Mund offen stand, ich die Augen sperrangelweit aufgerissen hatte und bisher niemand mein Eintreten bemerkt zu haben schien.

Ich schnappte einmal kräftig nach Luft, klappte den Mund wieder zu und machte geräuschlos kehrt, um mich unbemerkt aus dem Raum zu stehlen. Ich würde Meg, die Megalomanin, suchen gehen. Wenn ich ihr sagte, dass ein heißer Promi im Behandlungszimmer wartete, wäre sie bestimmt sofort bereit, die Einwilligungserklärung mit ihm durchzugehen.

Ich war genau zwei Schritte weit gekommen, als ich Rose rufen hörte: »Ach, Schwester, können Sie uns vielleicht weiterhelfen? Wir warten auf Dr. Finney.«

Ich blieb stehen und zog die Schultern hoch. Ehe ich nicken, einen wie auch immer gearteten Laut der Zustimmung von mir geben und dann schleunigst das Weite suchen konnte, sah ich, wie ein sehr erzürnt dreinblickender Dr. Botstein – mein Betreuer und ein ziemlicher Langweiler – um die Ecke gebogen kam.

Mein Blick zuckte zu dem Gegenstand in seiner Hand. Es war eine Schachtel mit Latexhandschuhen. Er selbst war über und über mit weißer Creme bekleckert.

Ich stöhnte auf.

Das war so ziemlich die verzwickteste Zwickmühle in der Geschichte der Menschheit.

Ich hatte genau zwei Möglichkeiten, von denen mir keine auch nur im Geringsten verlockend erschien.

Ich konnte entweder auf den Gang hinaustreten und mich von Dr. Botstein vor allen Leuten zur Schnecke machen lassen – wobei mit »alle Leute« in erster Linie Nico Manganiello gemeint war. Oder aber ich konnte die Tür des Besprechungszimmers hinter mir schließen und dem größten Fehler meines Lebens ins Auge blicken. Dr. Botstein würde mich garantiert nicht aus einem Patientengespräch holen. Wie ungehalten er auch sein mochte, irgendwann hätte er das Warten satt und würde wieder abziehen, sodass die Gefahr einer Standpauke wenigstens für den Moment gebannt wäre. Normalerweise war eine Auseinandersetzung mit Dr. Botstein keine große Sache, aber bei dem Gedanken, dass Nico alles mitbekommen könnte, fühlte ich mich, als wäre ich wieder sechzehn.

Es waren Augenblicke wie dieser, in denen ich mir wünschte, ich könnte mich unsichtbar machen – oder wenigstens auf eine ernsthafte psychische Erkrankung verweisen.

Am Ende war Dr. Botsteins bohrender Blick der entscheidende Faktor. Ich zog den Kopf ein, schaute auf den Linoleumfußboden und machte einen Schritt zurück in den Behandlungsraum.

»Schwester?«, rief Rose erneut.

»Äh …« Ich schob mir eine lange Haarsträhne hinters Ohr und griff nach der Türklinke, als wäre das schon die ganze Zeit meine Absicht gewesen. »Ich bin gleich für Sie da. Warten Sie, ich schließe nur kurz die Tür.«

Ich riskierte keinen weiteren Blick nach draußen. Ich war mir relativ sicher, dass Dr. Botsteins Laune sich nicht gebessert hatte. Wahrscheinlich war sie eher noch schlimmer geworden. Aber ich hatte jetzt keine Zeit, mich zu fragen, wie groß seine Wut auf mich war. Das würde ich noch früh genug herausfinden.

Erst mit leichter Verspätung wurde mir die Tragweite meiner Entscheidung bewusst, mich mit Nico in einem kleinen Behandlungszimmer zu verbarrikadieren. Mir wurde ganz flau im Magen. Um meine Nerven zu beruhigen, atmete ich tief ein und hielt einen Moment lang die Luft an. Dann ballte ich die Hände zu Fäusten, damit sie nicht so zitterten.

Meine Nervosität wich – zumindest vorübergehend – dem nackten Überlebensinstinkt, und ich zwang mir ein Lächeln ins Gesicht, ehe ich mich zu den dreien umdrehte. Rose saß immer noch auf der Couch und hatte das kleine Mädchen auf dem Schoß. Ich sah ihr geradewegs in die Augen.

»Hi, Rose.« Ich gab mir selbst einen Pluspunkt, weil meine Stimme fast normal klang. Ich hatte bewusst entschieden, mich ausschließlich auf Rose zu konzentrieren – und mich gar nicht erst daran zu versuchen, ihren Nachnamen auszusprechen. Bei »Manganiello« bekam ich immer noch einen Knoten in der Zunge, obwohl ich von der Vorschule bis zur Highschool mit Nico zusammen zur Schule gegangen war. Wörter wie oder oder bereiteten mir keinerlei Probleme, aber an »Manganiello« scheiterte ich jedes Mal. Entweder ich betonte die falsche Silbe, oder ich vergaß, wo das G hingehörte.

Roses Verwirrung währte geschlagene zehn Sekunden lang. Das lag vermutlich daran, dass ich mittlerweile ganz anders aussah als das Mädchen von damals. Ich war zwar immer noch eins zweiundsechzig groß, aber meine blonden Haare waren viel länger und hingen mir in einem dicken geflochtenen Zopf den Rücken hinab. Außerdem hatte ich zugenommen und wog nicht mehr vierundvierzig Kilo – was sehr gut war, da ich jetzt Brüste und Hüften hatte und aussah wie eine richtige Frau. Meine Gesichtszüge waren ebenfalls voller geworden. Vor allem auf meinen Mund war ich stolz. Eine frühere Eroberung von mir hatte ihn einmal als »Kirschmund« bezeichnet.

Kurzum: Trotz meiner weiten OP-Kleidung und des schlackernden Arztkittels, den ich darübertrug, sah ich nicht mehr aus wie ein zwölfjähriger Junge.

Doch schließlich fanden ihre grünen Augen meine blauen, und die Verwirrung wich verdutztem Wiedererkennen, das bereits einen Sekundenbruchteil später in überbordende Freude umschlug. »Oh, mein Gott! Ach, du lieber Herrgott, es ist Lizzybella! Du liebe Zeit, komm her, und lass dich drücken!«

Mein Lächeln war jetzt nicht mehr ganz so gekünstelt. Rose hatte Mühe, mit dem Kind auf dem Arm vom Sofa aufzustehen. Sie maß zierliche eins fünfundfünfzig, und es gab nur zwei Dinge an ihr, die groß waren: ihr Herz und die Träume, die sie für ihre Kinder hegte – für alle acht.

»Verflixt noch mal, Nico, jetzt steh doch nicht einfach so herum. Nimm mir Angelica ab. Hilf deiner armen Mutter!«

Aus dem Augenwinkel hatte ich wahrgenommen, wie Nico sich bei meinen Worten umgedreht hatte, aber jetzt stand er vollkommen...


Reid, Penny
Penny Reid ist USA Today Bestseller-Autorin der Winston-Brothers-Serie und der Knitting-in-the-city-Serie. Früher hat sie als Biochemikerin hauptsächlich Anträge für Stipendien geschrieben, heute schreibt sie nur noch Bücher. Sie ist Vollzeitmutter von drei Fasterwachsenen, Ehefrau, Strickfan, Bastelqueen und Wortninja.

Uplegger, Sybille
Sybille Uplegger studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte in Bamberg und Seattle. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Berlin.



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