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E-Book

E-Book, Deutsch, 577 Seiten

Rhodes Im Weißen Haus

Die Jahre mit Barack Obama

E-Book, Deutsch, 577 Seiten

ISBN: 978-3-406-73508-0
Verlag: C.H.Beck
Format: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen (»Systemvoraussetzungen)



Beachten Sie auch das Special zum Buch

Acht Jahre lang sah Ben Rhodes fast alles, was im Herzen von Barack Obamas Präsidentschaft passierte. In seinem rasant geschriebenen, aufrichtigen, klugen Buch schildert er die Dramen dieser Präsidentschaft, die Ideale, von denen Obama sich leiten ließ, und die Grenzen des Machbaren, auf die er traf. Seltem hat man einen so intimen, luziden Einblick in die inneren Gesetze der Politik im Zentrum der amerikanischen Weltmacht.

Mit 29 Jahren und einem Sack voll Hoffnung stößt Ben Rhodes 2007 zum Team von Barack Obama und wird zu einem seiner engsten Vertrauten. Er ist mittendrin, als das Atomabkommen mit dem Iran ausgehandelt wird, als die Annäherung an Kuba eingeleitet wird, als die Entscheidung fällt, in Syrien nicht zu intervenieren, und als die Wahl von Donald Trump das Projekt Obama jäh beendet. Wir sehen Barack Obama aus nächster Nähe, mit seiner großen Persönlichkeit, seinem scharfen Verstand, seinen Träumen und Zweifeln, seinem Charisma und Charme. Ein einzigartiges Zeitdokument und ein Lehrstück darüber, was in der Politik möglich ist.
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Weitere Infos & Material


1;Cover;1
2;Titel;3
3;Zum Buch;577
4;Über den Autor;577
5;Impressum;4
6;Widmung;5
7;Inhalt;9
8;Prolog;11
9;Teil Eins Hoffnung: 2007 – 2010;23
9.1;Kapitel 1 Am Anfang;25
9.2;Kapitel 2 Mit dem Iran reden, bin Laden fassen;35
9.3;Kapitel 3 Eine Schicksalsgemeinschaft;48
9.4;Kapitel 4 Der Präsident ist an Bord der Maschine;62
9.5;Kapitel 5 Kairo;79
9.6;Kapitel 6 Obamas Krieg;101
9.7;Kapitel 7 Krieg und ein Friedenspreis;114
9.8;Kapitel 8 Das Ende vom Anfang;132
10;Teil Zwei Frühling: 2011 – 2012;147
10.1;Kapitel 9 Ägypten: Der Übergang muss jetzt beginnen;149
10.2;Kapitel 10 Libyen;162
10.3;Kapitel 11 Bin Laden: Das Leben im Geheimen;182
10.4;Kapitel 12 Wolken ziehen sich zusammen;203
10.5;Kapitel 13 Reaktion und Aktion;221
10.6;Kapitel 14 Leben, Tod und Bengasi;239
10.7;Kapitel 15 Eine zweite Amtszeit;261
10.8;Kapitel 16 Junge Männer führen Krieg, alte Männer schließen Frieden;274
11;Teil Drei Veränderung: 2013 – 2014;287
11.1;Kapitel 17 Geballte Fäuste;289
11.2;Kapitel 18 Rote Linie;305
11.3;Kapitel 19 Ein Prügelknabe der Rechten;327
11.4;Kapitel 20 Rasse, Mandela und Castro;343
11.5;Kapitel 21 Russen und Intervention;359
11.6;Kapitel 22 Intervention aus dem Vatikan;373
11.7;Kapitel 23 Permanenter Krieg;386
11.8;Kapitel 24 Neuanfänge;398
12;Teil Vier Was Amerika Gross Macht: 2015 – 2017;411
12.1;Kapitel 25 Die Bremsen antippen;413
12.2;Kapitel 26 Der Antiwar-Room;426
12.3;Kapitel 27 Bomben und Kinder;442
12.4;Kapitel 28 Havanna;458
12.5;Kapitel 29 Die Geschichten, die sie über dich erzählen;477
12.6;Kapitel 30 Die Geschichten, die wir erzählen;493
12.7;Kapitel 31 Informationskriege;506
12.8;Kapitel 32 Das Ende;533
13;Dank;566
14;Nachweise;567
15;Register;568


Prolog
Zum letzten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten in einem fremden Land, sank Barack Hussein Obama in seinen Sitz, während ein Agent des Secret Service die schwere Tür schloss. «Fahren wir nach Hause», sagte er. In der Präsidentenlimousine – «the Beast», wie sie genannt wird – verstummt die Außenwelt. Zentimeterdickes kugelsicheres Glas und gepanzertes Metall halten sie auf Abstand. Eine unheimliche Vertraulichkeit herrscht auf der Fahrt in der Fahrzeugkolonne, sei es in der weiten saudischen Wüste oder auf einer belebten Straße in Hanoi. Die beiden Vordersitze nehmen stets zwei Leibwächter des Präsidenten ein, die niemals ein Wort sprechen. Während sie das Geschehen auf der Straße vor sich beobachten, lernt man mit der Zeit zu reden, als ob sie nicht da wären. Obama warf mir einen flüchtigen Blick zu. Ein spöttisches Funkeln trat in seine Augen. «Haben Sie gesehen, dass Ben ohne Socken unterwegs ist?», fragte er Susan Rice, schälte ein Nikotinkaugummi aus dem Papier und schob es sich in den Mund. Er lachte über die eigenen Worte: «Ich bitte Sie, Mann. Ihre Socken!» Auf Auslandsreisen mit dem Präsidenten stellt man sein Gepäck jeden Tag vor die Tür seines Hotelzimmers, damit es zur vereinbarten Zeit abgeholt wird, Teil einer bequemen Reiseroutine, die nun bald ein Ende haben würde. Ich setzte zu einer Erklärung an: Ich hätte meine Reisetasche um drei Uhr morgens vor die Tür geschoben und sei der Meinung gewesen, dass ich ein Paar beiseitegelegt hätte … Er machte eine wegwischende Handbewegung: «Schon verstanden. Es ist spät geworden. Freut mich, dass Sie eine gute Zeit hatten, während ich meine Briefing-Unterlagen zum APEC-Gipfel gelesen habe.» Ich schaute aus dem Fenster auf die letzten Menschenmengen. Vor aufstrebenden modernen Türmen und leicht heruntergekommenen älteren Bauten säumten Schaulustige die Straßen von Lima, beobachteten uns, winkten und hielten Smartphones hoch – ein weiterer Funken von Menschlichkeit unter den Millionen Gesichtern, die ich über die Jahre durch das Wagenfenster gesehen hatte, Leuten vor einem vorüberrollenden Fahrzeugkonvoi, die einen Blick auf Barack Obama zu erhaschen versuchten. Obama schaute auf diesen Fahrten immer wieder durch die Scheibe hinaus und grüßte mit einem lässigen Winken, während ich hier und da ein Gesicht im Schreck des Wiedererkennens erstarren sah. Manchmal hob ich mein Smartphone hoch und fotografierte die Massen, die uns fotografierten, als einzige Möglichkeit, mich Menschen verbunden zu fühlen, die ich nie wirklich kennenlernen würde. Obama zog normalerweise sein iPad heraus, scrollte durch die Nachrichten oder machte bei einer endlosen Partie Scrabble weiter und fragte uns, wie er sich in der soeben zu Ende gegangenen Pressekonferenz geschlagen habe. Aber jetzt, nach dem Gelächter wegen meiner Socken, saß er nur schweigend da, kaute Kaugummi und starrte aus dem Fenster. Ich saß ihm gegenüber wie auf den Reisen durch Dutzende Länder in den letzten acht Jahren. Es war die letzte Reise. Trotz der vertrauten Abläufe wirkte nichts mehr normal. Die ganze Welt ging irgendwie an uns vorbei. Ich blickte flüchtig auf das Präsidentensiegel an der Holzvertäfelung neben Obama: Auf diesem Sitz würde in ein paar Monaten Donald J. Trump Platz nehmen. Für unsere erste Station, Athen, hatten wir eine Rede geplant, um vor der Akropolis die Stabilität der Demokratie an ihrem Geburtsort zu feiern. Unser Entwurf sah eine trotzige Kampfansage an Russland und seinen revanchistischen Präsidenten, Wladimir Putin, vor. Aber angesichts der Lage in Amerika wirkte die Kulisse jetzt eher unpassend. Zwei Wochen zuvor war Donald Trump zum Präsidenten gewählt worden. Wir verlegten die Rede nach drinnen in einen Veranstaltungsraum, der an jedem beliebigen Ort hätte sein können. Die Akropolis würdigten wir stattdessen mit einem Besuch an einem warmen, makellosen Morgen. Von diesem Aussichtspunkt aus erschien die Welt schön und ruhig: Nichts unter dem strahlendblauen Himmel und in dem Panorama von Athen deutete auf die Finanzkrise hin, die Griechenland im Griff hielt, auf die Flüchtlinge, die über die Grenzen hereingeströmt kamen, oder die Ungewissheit, in die diese Kräfte die Welt gestürzt hatten. Ich blieb hinter Obama zurück, als er durch die Ansammlung von antiken Säulen, Gerüsten und Kultstätten für die Götter bummelte – ein Denkmal für die Ursprünge der Demokratie, Ruinen, die von untergegangenen Reichen und erloschenen Glaubensformen hinterlassen worden waren. Als ich ihn später wiedersah, wiederholte er einen Leitspruch, den er in den frühen Morgenstunden nach Trumps Wahl zu mir gesagt hatte, einen Refrain, der nach einer Perspektive suchte: «Am Himmel gibt es mehr Sterne als Sandkörnchen auf der Erde.» In Berlin, unserer zweiten Station, bat Angela Merkel Obama für den ersten Abend zum Essen. Merkel verfügt über eine Art umgekehrtes Charisma: stoisch, selbstbeherrscht und mit einem leichten, gewinnenden Lächeln, eine Frau, die entspannt an der Spitze der Macht steht und sich wohl in ihrer Haut fühlt. Bei der Begrüßung umfasste sie mit beiden Händen Obamas Arme. Sie war seine engste Partnerin in einer Welt mit wenig Freunden, und sie hatte ihre politische Zukunft aufs Spiel gesetzt, um eine Million syrische Flüchtlinge in Deutschland willkommen zu heißen. Obama bewunderte ihren Pragmatismus, ihre Unerschütterlichkeit und ihre hartnäckige Ader. Im Laufe des Vorjahrs hatte er mit seinem Beamtenapparat gerungen, um zu erreichen, dass Amerika mehr Flüchtlinge aufnähme, und uns immer wieder gesagt: «Wir dürfen Angela nicht hängen lassen.» Sie saßen nur zu zweit in der Mitte eines Hotel-Konferenzraums an einem kleinen, schlichten Tisch. Drei Stunden redeten sie beim Essen miteinander, die längste Zeit in acht Jahren, die Obama mit einem ausländischen Regierungschef allein zugebracht hatte. Einige von uns aßen in einem Nachbarraum mit Mitarbeitern von ihr zu Abend. Sichtlich betroffen, sprachen sie mit Unbehagen über den neuen politischen Wind und die Bürden, die auf Merkel zukommen würden. «Auf die Anführerin der freien Welt», sagte ich beim Anstoßen mit Bedauern. Ein Referent erzählte mir, dass es Steve Bannons Ernennung als Stabsmitglied des Weißen Hauses auf die Titelseiten der deutschen Presse geschafft hatte. «Wir kennen Bannon», sagte er und beugte sich vor, als wolle er mir ein Geheimnis verraten. Durch das Fenster sah man in goldenem Licht das Brandenburger Tor und das umgebaute Reichstagsgebäude, das knapp einen Monat nach Hitlers «Machtergreifung» in Brand gesteckt worden war. Später teilte uns Obama mit, dass Merkel mit ihm über ihre anstehende Entscheidung für oder gegen eine weitere Kandidatur geredet habe, zu der sie sich wegen des Brexit und Trump jetzt stärker verpflichtet fühle. Als sich Obama am Ende unseres Besuchs in Deutschland an der Tür von «the Beast» von ihr verabschiedete, stand ihr eine einzelne Träne in den Augen – was noch keiner von uns je gesehen hatte. «Angela», sagte er kopfschüttelnd, «ist jetzt ganz allein.» Auf der dritten und letzten Station, dem Gipfel pazifischer Nationen in Lima, nahm ein Regierungschef nach dem anderen Obama beiseite und fragte, was von Donald Trump zu erwarten sei. Sich der Regeln seines Amtes stets bewusst, bat Obama seine Gesprächspartner, der neuen Regierung eine Chance zu geben. «Warten wir’s ab», teilte er ihnen mit. Am ersten Tag traf er mit den Führern elf anderer Länder zusammen, die mühselig das Handelsabkommen der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) ausgehandelt hatten. Sie hatten einschneidende politische Entscheidungen getroffen, um ihre wirtschaftliche Zukunft an die Vereinigten Staaten zu binden. Sollten sie wütend gewesen sein, weil der frisch gewählte Präsident einen Rückzieher angekündigt hatte, wussten sie es zu verbergen. Fast entschuldigend deuteten sie stattdessen an, dass sie wohl auch ohne die Vereinigten Staaten mit einem modifizierten Abkommen weitermachen würden. Zum ersten Mal seit acht Jahren schienen die Geschicke der Welt nicht mehr in unseren Händen zu liegen. Japans Premierminister Shinzo Abe entschuldigte sich für den Verstoß gegen das Protokoll, da er sich, ohne Obama zu informieren, mit Donald Trump im Trump Tower getroffen hatte. Seine Regierung habe keine andere Möglichkeit gesehen, als auf den Mann zuzugehen, der gedroht hatte, Japan die Kosten für die US-Truppen in Rechnung zu stellen, die in dem Land stationiert waren. Abe bestätigte seine Pläne eines Besuchs in Pearl Harbor, wenn Obama im Dezember in Hawaii sein würde. Diese Geste der Aussöhnung, mit der er Obamas Visite in Hiroshima...


Ben Rhodes stieß 2007 als Redenschreiber zu Barack Obamas Wahlkampfteam. Später wurde er stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater und einer der engsten Mitarbeiter und Vertrauten von Obama. Mit einer Ausnahme hat er den Präsidenten auf sämtlichen Auslandsreisen begleitet. Heute ist er Co-Chair der Organisation National Security Action.


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