Rice | Blackwood Farm | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 809 Seiten

Rice Blackwood Farm

Ein Roman aus der Chronik der Vampire
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-787-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Roman aus der Chronik der Vampire

E-Book, Deutsch, 809 Seiten

ISBN: 978-3-95824-787-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein dunkles Panoptikum voller Vampire, Hexen und Geister - erleben Sie 'Blackwood Farm' von Bestsellerautorin Anne Rice jetzt als eBook bei dotbooks. 'Er ist kein Geschöpf aus der Hölle, weder Engel noch Teufel, sondern etwas dazwischen.' Willkommen auf Blackwood Farm! Hinter den weißen Säulen des imposanten Herrensitzes verbirgt sich ein düsteres Geheimnis: Seit frühester Kindheit wird Quinn Blackwood von Goblin heimgesucht, seinem geisterhaften Doppelgänger - kaum mehr als ein Schatten und doch real, zärtlicher Freund und jähzorniger Verfolger zugleich. Quinn hat gelernt, mit seinem ständigen Begleiter zu leben. Doch dann geschieht etwas, das Goblins Blutdurst weckt. Nun kann nur noch einer dem Erben von Blackwood helfen: Lestat, der legendäre Vampir ... Opulent erzählt und durchdrungen von der fiebrigen Hitze der amerikanischen Südstaaten - ein rauschhaftes Lesevergnügen, in dem Anne Rice meisterhaft ihre weltberühmten Chroniken der Vampire mit der Saga um die stolzen Mayfair-Hexen verbindet: 'Einer ihrer besten Romane!' Bild am Sonntag Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Blackwood Farm' von Bestsellerautorin Anne Rice. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anne Rice, geboren 1941 in New Orleans, studierte in San Francisco Englisch, Kreatives Schreiben und Politikwissenschaften. 1976 wurde sie mit ihrem Debütroman 'Interview mit einem Vampir' weltberühmt. Mehr Informationen finden sich auf ihrer Website: www.annerice.com Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/annericefanpage Bei dotbooks veröffentlichte Anne Rice die Romane 'Jesus Christus - Rückkehr ins Heilige Land' (auch erhältlich unter dem Titel 'Der junge Messias') und 'Jesus Christus - Die Straße nach Kanaa'. Weitere eBooks sind in Vorbereitung.
Rice Blackwood Farm jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Lestat,

wenn Sie diesen Brief in Ihrem Haus in der Rue Royale finden – wovon ich fest überzeugt bin werden Sie sofort wissen, dass ich Ihre Regeln gebrochen habe.

Ich weiß, dass New Orleans für Bluttrinker eine verbotene Zone ist und dass Sie jeden töten werden, den Sie dort finden. Anders als viele der Strolche, die trotzdem dort eingedrungen sind, verstehe ich Ihre Gründe dafür. Sie wollen nicht, dass Mitglieder der Talamasca uns sehen. Sie wollen einen Krieg mit diesem ehrwürdigen Orden übersinnlicher Detektive vermeiden, um derentwillen und um unserer selbst willen.

Aber ich bitte Sie sehr, lesen Sie, was ich zu sagen habe, ehe Sie nach mir zu suchen beginnen.

Mein Name ist Quinn. Ich bin zweiundzwanzig Jahre alt und seit nicht ganz einem Jahr ein Blutjäger, wie mein Schöpfer es nennt. Ich bin jetzt eine Waise, so sehe ich es jedenfalls, und deshalb wende ich mich an Sie um Beistand.

Aber ehe ich meinen Fall darlege, sollen Sie wissen, dass ich die Talamasca kenne, ja, dass ich sie schon kannte, ehe ich das Blut der Finsternis schmeckte. Mir ist bewusst, dass sie sich dem Guten verschrieben hat und allem Übersinnlichen neutral gegenübersteht. Ich habe mir große Mühe gegeben, nicht von ihnen ertappt zu werden, als ich diesen Brief in Ihrer Wohnung hinterlegte.

Ich weiß, dass Sie New Orleans telepathisch überwachen, und ich zweifle nicht daran, dass Sie den Brief finden werden.

Wenn Sie kommen sollten, um mich für meinen Ungehorsam zu bestrafen, so versichern Sie mir bitte wenigstens, dass Sie ihr Äußerstes tun werden, einen Geist, ein Astralwesen, zu vernichten, das mir seit meiner Kindheit ein Gefährte war. Dieses Wesen, ein Ebenbild meiner selbst, das länger, als ich denken kann, mit mir heranwuchs, stellt nun nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen eine Gefahr dar.

Erlauben Sie mir, das zu erklären.

Als ich noch ein kleiner Junge war, nannte ich diesen Geist Goblin, obwohl Kobold viel zu harmlos klingt. Das war schon, bevor ich die Kinderreime und Märchen gehört hatte, in denen dieses Wort vorkam. Ob ich diesen Namen von dem Geist selbst mitgeteilt bekam, weiß ich nicht. Ich konnte ihn jedoch stets herbeirufen, wenn ich seinen Namen aussprach. Oftmals kam er aber aus eigenem Antrieb und ließ sich nicht wieder vertreiben. Zu anderen Zeiten war er mein einziger Freund. All die Jahre jedoch war er mein Vertrauter, der reifte, wie ich reifte, und immer geschickter darin wurde, mir seine Wünsche zu offenbaren. Man könnte sagen, ich gab Goblin Kraft und formte ihn. Und so schuf ich unbeabsichtigt das Ungeheuer, das er nun ist.

Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, ohne Goblin zu leben, und doch muss ich mich mit dem Gedanken vertraut machen. Ich muss Goblin ein Ende bereiten, ehe er sich in etwas verwandelt, was sich gänzlich meiner Kontrolle entzieht. Warum ich ihn nun als Ungeheuer bezeichne – dieses Geschöpf, das einst mein einziger Spielkamerad war? Die Antwort ist einfach. In den Monaten, nachdem ich zum Bluttrinker wurde – wobei ich in dieser Angelegenheit keine Wahl hatte –, fand Goblin ebenfalls Geschmack an Blut. Jedes Mal, wenn ich getrunken habe, umschlingt er mich und saugt aus tausend winzigsten Wunden Blut, wodurch seine sichtbare Erscheinung verstärkt wird, und seiner Anwesenheit haftet ein zarter Duft an, den er zuvor nie hatte. Mit jedem Monat, der vergeht, gewinnt er mehr Kraft, und seine Angriffe auf mich werden immer dauerhafter.

Ich kann mich nicht mehr gegen ihn wehren.

Es wird Sie nicht überraschen, denke ich, dass mir diese Angriffe ein gewisses Lustgefühl verschaffen, zwar nicht so stark, wie wenn ich von einem Menschen trinke, aber eine gewisse Erregung kann ich nicht leugnen.

Es ist aber nicht der Umstand, dass ich Goblin gegenüber schutzlos bin, der mich bekümmert, sondern die Frage, wozu er sich entwickeln könnte.

Ich habe Ihre Vampirchroniken wieder und wieder studiert. Ich bekam sie von dem, der mir das Blut gab, einem uralten Bluttrinker, der mir dazu noch, wenn ich seinen Worten glauben kann, enorme Kräfte verlieh.

Sie erzählen in Ihren Büchern vom Ursprung der Vampire und zitieren einen ägyptischen Ältesten, einen Bluttrinker, der diese Sage dem weisen Marius anvertraute, der sie wiederum an Sie weitergab.

Ob nun Sie und Marius einiges davon nur erfunden haben, weiß ich nicht. Sie und Ihre Gefährten, der »Orden der Mitteilsamen«, wie man Sie nennt, können möglicherweise auch einen Hang zu Lügengeschichten haben.

Aber ich glaube es eigentlich nicht. Ich bin der lebende Beweis, dass es Bluttrinker gibt – ob man sie nun Blutjäger, Bluttrinker, Vampire, Kinder der Nacht oder Kinder der Jahrtausende nennt –, und die Art, wie ich dazu wurde, stimmt mit dem überein, was Sie beschreiben.

Und in der Tat benutzte auch mein Schöpfer dieselben Bezeichnungen wie Sie in Ihren Erzählungen, wenn er uns auch Blutjäger anstatt Vampire nannte. Er schenkte mir die Gabe der Lüfte, sodass ich mühelos reisen kann, und auch die Gabe des Geistes, damit ich die Sünden meiner Opfer telepathisch ausforschen kann. Außerdem gab er mir die Gabe des Feuers, mit der ich hier soeben den eisernen Ofen entzünde, um mich zu wärmen.

Deshalb also glaube ich Ihre Geschichten. Ich vertraue Ihnen.

Ich glaube Ihnen, wenn Sie schreiben, dass ein bösartiger Geist sich der ägyptischen Königin Akasha bemächtigte, indem er in jede Faser ihres Körpers eindrang. Schon lange zuvor hatte dieser Geist Geschmack an menschlichem Blut gefunden.

Ich glaube Ihnen, dass dieses Geistwesen – von den beiden Hexen Maharet und Mekare, die ihn wahrnehmen konnten, Amel genannt – nun in allen Vampiren lebt, und dass seine geheimnisvolle Essenz, oder wie man es sonst nennen will, wie eine wild wuchernde Schlingpflanze bis heute in jedem Bluttrinker, der von einem anderen geschaffen wird, zu neuer Blüte reift.

Aus Ihren Geschichten weiß ich ebenfalls, dass diese beiden Hexen ihre Fähigkeit, mit Geistwesen zu sprechen und sie zu sehen, verloren, als man sie zu Bluttrinkern machte. Mein Schöpfer erklärte mir, dass ebendas auch bei mir eintreten werde.

Aber ich versichere Ihnen, dass ich diese Fähigkeit nicht verloren habe. Ich wirke auf sie immer noch wie ein Magnet. Und vielleicht ist es diese Empfänglichkeit, verbunden mit meiner Weigerung, Goblin zu vertreiben, durch die er die Kraft gewann, mich zu quälen, damit er an das vampirische Blut gelangen kann.

Lestat, wenn diese Kreatur noch stärker wird – und anscheinend kann ich nichts tun, um ihn aufzuhalten –, ist es dann möglich, dass er, wie Amel einst, in einen Menschen eindringt? Ist es möglich, dass so eine neue Vampirart geschaffen würde und aus dieser Art vielleicht ein weiterer Zweig hervorginge?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Frage Sie nicht beschäftigt, ebenso wie die Gefahr, dass Goblin vielleicht Menschen töten könnte – obwohl er im Moment bei weitem noch nicht stark genug dafür ist.

Ich denke, Sie werden mich verstehen, wenn ich sage, dass ich mich ängstige, ebenso um die, die ich liebe und schätze – meine sterbliche Familie –, als auch um jeden Fremden, den Goblin angreifen könnte.

Es fällt mir schwer, diese Zeilen zu schreiben, denn ich habe Goblin geliebt, solange ich lebe, und wenn man mir einreden wollte, dass er nur ein »eingebildeter Spielkamerad« oder eine »törichte Zwangsvorstellung« sei, habe ich das stets voller Zorn zurückgewiesen. Aber wir beide, die wir so lange heimliche Bettgenossen waren, sind nun Gegner, und ich fürchte seine Angriffe, da ich spüre, wie er zunehmend stärker wird. Goblin zieht sich, solange ich nicht jage, vollkommen von mir zurück und erscheint erst wieder, wenn frisches Blut in meinen Adern fließt. Wir pflegen keinen spirituellen Austausch mehr, Goblin und ich. Er scheint vor Neid zu glühen, weil ich ein Bluttrinker geworden bin. Es kommt mir so vor, als sei aus seinem kindischen Geist alles ausradiert, was er einst gelernt hat.

Dies alles bereitet mir tödliche Qualen.

Aber lassen Sie mich wiederholen: Ich schreibe Ihnen nicht um meinetwillen, sondern aus Furcht darüber, wozu Goblin sich entwickeln könnte.

Natürlich würde ich Sie gern mit eigenen Augen sehen und mit Ihnen reden. Ich möchte, wenn es möglich ist, in den »Orden der Mitteilsamen« aufgenommen werden. Und ich möchte, dass Sie, der Sie berühmt dafür sind, Regeln zu missachten, mir den Bruch Ihrer Regeln verzeihen. Ich möchte, dass Sie, der Sie selbst entführt und gegen Ihren Willen zum Vampir gemacht wurden, mich freundlich aufnehmen, da mir das Gleiche widerfahren ist.

Ich möchte, dass Sie mir mein unbefugtes Eindringen in Ihr Haus in der Rue Royale vergeben, wo ich diesen Brief hoffentlich verstecken kann. Sie sollen wissen, dass ich in New Orleans bisher nie gejagt habe und auch nicht vorhabe, je dort auf Jagd zu gehen. Und da ich schon vom Jagen rede – auch mich hat man gelehrt, nur die Übeltäter zu jagen, und auch wenn mein Sündenregister nicht blütenweiß ist, so lerne ich doch mit jedem Mahl dazu. Auch den »Kleinen Trunk«, wie Sie es so elegant nennen, beherrsche ich inzwischen, sodass ich lärmende Partys von Sterblichen besuchen kann und es nie auffällt, wenn ich flink und gewandt von einem Gast nach dem anderen trinke.

Aber im großen Ganzen ist mein Leben einsam und bitter. Gäbe es nicht meine sterbliche Familie, fände ich es unerträglich. Was meinen Schöpfer angeht, so weiche ich ihm und seinem Anhang aus, und das aus gutem Grund.

Diese Geschichte würde ich Ihnen übrigens gern erzählen. Und eigentlich nicht nur die. Ich bete, dass, was ich zu erzählen habe, Sie vielleicht davon abhalten wird, mich zu töten. Wissen Sie, wir könnten...


Rice, Anne
Anne Rice, geboren 1941 in New Orleans, studierte in San Francisco Englisch, Kreatives Schreiben und Politikwissenschaften. 1976 wurde sie mit ihrem Debütroman „Interview mit einem Vampir“ weltberühmt.

Mehr Informationen finden sich auf ihrer Website: www.annerice.com
Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/annericefanpage

Bei dotbooks veröffentlichte Anne Rice die Romane „Jesus Christus – Rückkehr ins Heilige Land“ (auch erhältlich unter dem Titel „Der junge Messias“) und „Jesus Christus – Die Straße nach Kanaa“. Weitere eBooks sind in Vorbereitung.



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