Riebe | Schwarze Frau vom Nil | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 515 Seiten

Riebe Schwarze Frau vom Nil

Roman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-96148-336-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 515 Seiten

ISBN: 978-3-96148-336-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ihre Liebe hat die Macht, ein Weltreich zu stürzen: Der historische Roman »Schwarze Frau vom Nil« von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe als eBook bei dotbooks. Er ist der mächtigste Mann der Welt, verehrt und gefürchtet - für seine Liebe muss sie alles riskieren. 1000 v. Chr. im Alten Ägypten: Als die junge Sahti mitansehen muss, wie ihre Schwester einem grausamen Stammesritual zum Opfer fällt, flieht sie aus Angst vor einem ähnlichen Schicksal in die Nubische Wüste - nur um ägyptischen Soldaten in die Hände zu fallen, die sie in den königlichen Palast verschleppen. Dort muss sich die schöne schwarze Frau ihren Platz erst erobern, inmitten von Ränkespielen und tödlichen Intrigen. Ihr Leben am Hof wird noch gefährlicher, als der junge Pharao auf Sahti aufmerksam wird. Denn er scheint fest entschlossen, mit ihr an seiner Seite das Unmögliche zu wagen ... Im Rausch der Sinne: Brigitte Riebe entführt uns in ihrem faszinierenden Ägyptenroman in eine Welt voller Exotik, gefährlicher Machtspiele und starker Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. »Ein großer Frauenroman, der uns in die magische Atmosphäre eines geheimnisvollen, fernen Landes entführt.« Bücherschau Wien »Sahti, die ihre Stellung nutzt und ein Tabu bricht, ist im Geiste eine frühe Schwester von Waris Dirie.« Brigitte Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der große Ägypten-Roman »Schwarze Frau vom Nil« von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Brigitte Riebe, geboren 1953 in München, ist promovierte Historikerin und arbeitete viele Jahre als Verlagslektorin. 1990 entschloss sie sich schließlich, selbst Bücher zu schreiben, und veröffentlichte seitdem mehr als 50 historische Romane und Krimis, mit denen sie regelmäßig auf den Bestsellerlisten vertreten ist. Heute lebt Brigitte Riebe mit ihrem Mann in München. Die Website der Autorin: www.brigitteriebe.com Bei dotbooks veröffentlichte Brigitte Riebe ihre historischen Romane: »Schwarze Frau vom Nil« »Liebe ist ein Kleid aus Feuer« »Die Braut von Assisi« - auch als Hörbuch erhältlich »Die schöne Philippine Welserin« »Der Kuss des Anubis« »Die Töchter von Granada« »Pforten der Nacht« »Die Hexe und der Herzog« »Die Prophetin vom Rhein« Die letzten drei Romane sind auch im Sammelband »Töchter einer dunklen Zeit« erhältlich. Auch bei dotbooks veröffentlichte Brigitte Riebe ihre Jakobsweg-Saga mit den Romanen: »Die Straße der Sterne« »Die sieben Monde des Jakobus« Auch als Sammelband erhältlich. Sowie den Roman »Der Wahnsinn, den man Liebe nennt«.
Riebe Schwarze Frau vom Nil jetzt bestellen!

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Prolog


Morgen werde ich sterben. Zu meinem eigenen Erstaunen bin ich gefasst, während ich diese Worte niederschreibe, ehe ich sie dem kleinen Skorpion vorlese, der als einziger Gefährte schon so lange das Verlies mit mir teilt. Mein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig; nicht einmal meine Hände zittern. Kein Kampf tobt hinter meiner Stirn, das Gehirn arbeitet gehorsam. Ich fürchte mich nicht, denn ich habe schon mehr als einen Tod erlebt, auch wenn es nun so aussieht, als würde dieser der längste, vielleicht sogar ein ewiger sein.

Aber wer weiß schon, wo die Sonne bei Nacht bleibt?

Wer kann sagen, wohin wir Menschen gehen auf unserer letzten Reise?

In der kurzen Morgendämmerung werden sie mit verhüllten Häuptern kommen, um mich in Fesseln zum Richtplatz zu schleppen, ganz so, wie sie für gewöhnlich mit Landesverrätern verfahren, bevor noch das neugeborene Sonnenkind zwischen den Schenkeln der Himmelsgöttin erscheint. Wenn die Barke dem Maul der Großen Schlange entronnen ist und die starken Arme des Gottes Schu das funkelnde Gestirn zum Himmel emporheben, gehört mein Leichnam bereits den Geiern.

Denn das ist es, was sie mit mir anstellen werden: meinen Körper in die stinkenden Abfallgruben werfen. Ohne Sarg, natürlich, ohne Mumienbinden oder gar Kanopenkrüge. Nicht einmal die Ochsenhaut, in der die Ärmsten der Armen hastig im Wüstensand verscharrt werden, ist mir vergönnt. Erst recht nicht ein machtvoller Vers aus dem Totenbuch, der mir den sicheren Weg ins Westland der Seligen weisen könnte:

Du schläfst, damit du aufwachst,
du stirbst, damit du lebst.

Aber ich brauche ihre Zaubersprüche nicht, weder in Holz noch in Stein geritzt oder auf Papyrus geschrieben. Denn ich kenne sie alle. Kein einziger aus allen schier endlosen Listen ist mir entfallen.

Das Gedächtnis der Leute von Kemet dagegen erscheint mir kurz.

Allzu kurz.

Haben sie denn schon vergessen, dass ich einst Schreiberin im Lebenshaus war? Eine Eingeweihte ihrer Geheimnisse, die an Seele und Leib erfahren hat, was nur Auserwählte wissen dürfen?

Vielleicht hassen sie mich gerade deshalb.

Weil ich jahrelang inständig versucht habe, zu werden wie sie, ein Tropfen unter anderen in der unendlichen Weite des Meeres, unauffällig, ja beinahe unsichtbar. Erst als mich dieses verzweifelte Verlangen bis dicht an den Abgrund des Wahnsinns geführt hatte, als ich lernte zu hassen und das dunkle Wasser zu trinken, das die Lust an der Rache weckt, kam die Rettung im letzten Augenblick. Seitdem weiß ich, wer ich bin:

Löwin aus dem Südland.

Wahre Tochter Apedemaks.

Enkelin der Zauberin.

Spionin aus dem Bogenreich, die den Mann auf dem Thron Kemets liebt und immer lieben wird.

Sahti, die Kuschitin.

Eine Erkenntnis, die auch für mich vielschichtig und widersprüchlich ist – und mich beileibe nicht immer froh macht. Seitdem jedoch gibt es diese Ruhe in mir, eine stille Gewissheit, die mir allein gehört. Keiner kann sie mir nehmen, kein Richter, kein Henker, nicht einmal der Pharao. Niemand außer Nabu hat diese Ruhe je verstanden. Aber sie, meine schöne, stolze Stammesschwester, die sogar von mir lange Zeit verkannt wurde, ist mir ja bereits vorausgegangen in jenes rätselhafte Westreich der Seligen, aus dem noch kein Sterblicher jemals zurückkehrte.

Um meinetwegen ist mir nicht bange, und das ist ohne Falsch gesprochen, wenngleich von einer, die im ganzen Reich als abgefeimte Lügnerin gilt. Wenn ich jedoch tiefer in mich dringe, so gibt es sehr wohl Gedanken und Gefühle, die mein Herz bluten lassen. Mein Tod mag einigen, die meinen Weg gekreuzt haben, nützlich sein, manche haben ihn vermutlich herbeigesehnt, einzelne sogar gezielt und voller Hinterlist betrieben. Doch es gibt auch solche, für die der Abschied von mir unendlich schmerzvoll sein wird, Menschen, die mir alles waren, und es bleiben werden, selbst wenn mein Atem schon ausgesetzt hat. Nuya vor allem, meine kleine Tochter, keine zwei Jahre alt. Sie trägt den Namen meiner Mutter, die ich niemals gesehen und nach der ich mich ein Leben lang gesehnt habe. Nie wieder Nuyas weiche Haut kosen zu dürfen oder ihr helles Zwitschern zu hören, die drollige Sorgfalt, mit der sie die fremdartigen Laute nachplapperte, die ich ihr ins Ohr geflüstert habe, wenn wir allein waren und keiner uns zuhören konnte – welch grausame, welch unmenschliche Vorstellung!

Die Sorge um sie lässt mich die Nächte wach liegen. Alles würde ich darum geben, sie noch einmal zu sehen. Was wird mit ihr geschehen, wenn ich nicht mehr bin? Werfen die Verbrechen, derer man mich beschuldigt, auch Schatten auf sie? Oder erweist sich die Liebe ihres königlichen Vaters schließlich stärker als alles politische Kalkül?

Namiz dann, mein Freund aus dem fernen Kepni, der wie ein gütiger Schutzgeist seit dem Tag meiner Verschleppung über mich gewacht hat. Monde sind verstrichen, seit ich ihn zuletzt gesehen habe, viele Wochen, seitdem ein Wort über sein Schicksal in meine Abgeschiedenheit gedrungen ist. Er wurde gefangen genommen wie ich, so viel konnte ich ausfindig machen. Sonst nur tiefstes Schweigen. Keine Nachricht, kein Hinweis – nichts.

War er vielleicht imstande, sich klug und listenreich wie eh und je im letzten Augenblick zu retten, wofür ich täglich bete? Oder musste er meinetwegen jämmerlich zu Grunde gehen, weil er, der Fremde, mich, die Fremde, stets beschützt und gefördert hat?

Und schließlich Teti-Scheri, Stammmutter des Königshauses in Waset, umsichtige Freundin und kluge Staatslenkerin in einem: keine einsame Raubkatze wie die stolze Daya, die Großmutter meiner Kindheitstage, vielmehr eine elegante Gazelle, die stets die Witterung hält und blitzschnell treffsicher entscheidet, was zu geschehen hat. In ihrem trapezförmigen Gesicht mit den hohen Wangenknochen und der kräftigen Nase finde ich viele Züge meines geliebten Kamose wieder, des Pharaos, der mich schließlich zum Tode verurteilt hat, aus Angst, mich zu sehr zu lieben ...

Morgen werde ich sterben.

Die Barbarin, so nennen sie mich. Südländerin aus dem elenden Kusch. Verräterin aus Wawat.

Die Schwarze.

Sie wissen nichts, obwohl ich so viele Jahre unter ihnen gelebt habe. Sie müssen blind sein.

Überfällt mich Traurigkeit, so nisten sich graue Schatten auf meiner Haut ein; von Kummer und Sorgen wird alles stumpf, wie mit verschlungenen Linien aus Graphit übermalt. In glücklichen Zeiten aber, wenn mein Herz hell und strahlend war, vereinte meine Haut die Schattierungen von öligem Braun, vermischt mit leuchtendem Kupfer. Dunkles Gold, das schönste und kostbarste, wie es einzig und allein die Berge von Kusch nach harter Arbeit preisgeben, wie der Pharao, mein ungetreuer Geliebter, es stets gepriesen hat.

Damals, als er mich noch heiß begehrte.

Als ich ihm alles war und er bereit, für mich nicht nur die Krone zu opfern, sondern sein Leben.

Ehe Neid, Ehrgeiz und Hass das starke Band zwischen uns endgültig zerschnitten haben und ich ihm fremd wurde – eine böse, ränkevolle Zauberin, die er nicht mehr verstehen konnte oder verstehen wollte.

Dabei grenzt meine Heimat an seine Heimat, sind wir nicht Feinde, sondern Nachbarn seit Anbeginn: Kusch, das Goldland, ist die Schwester Kemets, aber kein fruchtbares Paradies, das der Nil alljährlich mitten im Sommer mit seinem Schlamm verschwenderisch beschenkt, sondern ein erbitterter Disput des ewigen Flusses mit der Wüste, die jederzeit bereit ist, sich zurückzuholen, was Menschenhand ihr so mühevoll abgerungen hat: Akazien mit fingerlangen Dornen und winzigen Blättern, Tamarisken, Henna- und Kapernsträucher, alle möglichen Kürbisfrüchte mit ihren so überaus wirksamen Kernen, die Erleichterung oder böses Leiden verursachen können, je nachdem, ob sie von heilkundigen oder verbrecherischen Händen verabreicht werden.

Und doch, was wäre das stolze Doppelreich von Lotos und Papyrus ohne die Schätze des Goldlands, mit denen es sich seit Tausenden von Jahren auf blutigen Kriegszügen und bei unzähligen räuberischen Expeditionen ganz nach Belieben bedient hat: edle Hölzer, Elfenbein, Weihrauch, Öle, Edelsteine, Felle, Straußenfedern, Rinder, Gold und Menschen? Was wäre der Pharao mit der weißen und der roten Krone ohne unsere Reichtümer, er, der für sich beansprucht, rechtmäßiger und einziger Sohn Gottes zu sein?

Fragen, die ohne Antwort bleiben werden.

Ähnlich den unzähligen Fragen, die ich der Daya stellte, als ich noch ein Kind war.

»Weißt du, wo das Ende der Wüste ist?«

Sie blickte hinaus in die Weite, kniff die Augen zusammen und schwieg zunächst eine Weile, so, wie ich es von ihr kannte. Es musste einiges geschehen, bis sie sich zu einem unbedachten Wort, einem raschen Satz hinreißen ließ. Ich rechnete schon damit, dass sie wieder einmal stumm bleiben würde, starrte auf meine schmutzigen Zehen und tat, als ließe mich das ganz und gar gleichgültig. Manchmal die einzige Möglichkeit, sie dennoch zum Reden zu bringen.

Schließlich bemerkte ich die Andeutung eines Lächelns. Ich schämte mich auf einmal, ertappt, weil sie meine kindliche List durchschaut hatte.

»Es gibt kein Ende«, sagte sie und widmete sich wieder der Zubereitung des schäumenden Minztees, bitter und süß zugleich wie unser Land, aus dem er stammt, der auf der Zunge brennt und den Magen wohltuend kühlt. »Und manche Fragen müssen, wie du weißt, erst gar nicht gestellt werden.« Noch immer trage ich diese Bilder in mir, die Frau mit dem weißen Haar und der dunklen Haut, tief über den Kupferkessel gebeugt, die Farben, Geräusche und Gerüche. Ich muss nicht einmal die Augen schließen, um alles vor mir erstehen zu lassen: jene unvergesslichen Morgen am Nil, die zarte...



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