E-Book, Deutsch, Band 2
Reihe: Grove Hill Boys-Reihe
River Close to me
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-029-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ziemlich perfekt
E-Book, Deutsch, Band 2
Reihe: Grove Hill Boys-Reihe
ISBN: 978-3-98778-029-5
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebe oder Loyalität - wofür entscheidest du dich?
Der mitreißende zweite Band der berührenden Gay Romance-Reihe
Der neunzehnjährige Brandon musste schon fru?h erkennen, dass das Leben extrem hart sein kann, weshalb er jeden Moment in vollen Zu?gen genießt. Als seine Collegezeit endlich beginnt, könnte alles perfekt sein, doch der Exfreund seines besten Kumpels macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Denn Blake ist nicht nur wahnsinnig nervig mit seinem breiten Dauergrinsen, sondern auch verflucht heiß. Dennoch muss Brandon loyal sein und beschließt Blake zu hassen. Schon aus Prinzip! Dabei ahnt er nicht, dass auf Blakes Schultern ebenfalls mehr lastet, als er tragen kann. Als die beiden sich ungewollt näher kommen, ist da plötzlich ein Knistern, das Brandon nicht mehr ignorieren kann. Doch viel zu viel steht zwischen ihnen und spätestens als Brandons Vergangenheit ihn einholt, droht alles im Chaos zu versinken …
Alle Bände der Grove Hill Boys-Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden
Weitere Titel dieser Reihe
(ISBN: 9783986375386)
Erste Leser:innenstimmen
„Es geht knisternd weiter im zweiten Band der Gay Romance Reihe“
„Bleibst du deinem besten Freund treu oder verliebst du dich in seinen Ex-Freund? Herzergreifende Lovestory über Loyalität und tiefgründige Liebe.“
„Blake hat mich von Anfang an fasziniert. Ein wirklich schöner Liebesroman mit authentischen Charakteren.“
„Ich konnte mich von diesem New Adult Roman nicht losreißen. Jen Rivers' Schreibstil hat es mir einfach angetan!“
Jen Rivers wurde 1991 in Braunschweig geboren, zog aber bereits im Kindesalter nach Berlin. Dort lebt sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in einem chaotischen Männerhaushalt. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so sprengen die Ideen regelmäßig ihren Kopf und sorgen häufiger dafür, dass sie den Worten ihres Mannes nicht mehr folgen kann. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie sich in andere Welten und verliert sich zwischen den Tiefen von Buchseiten.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Brandon
Ich riss die Augen auf, als ich mich aus den Fängen meines Albtraumes befreite. Mein Atem ging stockend, mein Herz raste und ich war schweißgebadet. Also alles in allem wie jeden Morgen.
Mein Blick fiel auf meinen Radiowecker und sagte mir das, was ich sowieso schon wusste – es war fünf Uhr morgens. Jeden Tag wachte ich zur gleichen Zeit auf und kämpfte mich dann aus meinen Träumen. Das war mein Dauerzustand seit nunmehr drei Monaten. Ich hatte bereits als Kind mit Albträumen zu kämpfen gehabt, aber mit den Jahren war es besser geworden, was sicherlich zu großen Teilen meinen Eltern zu verdanken war, die ausnahmslos immer für mich da waren. Darüber hinaus spielte Zeit eine wesentliche Rolle. Ich schüttelte den Kopf, um die Bilder der Nacht loszuwerden und strampelte gähnend die Decke von mir. Als ich aufstand und mich streckte, merkte ich, wie sich mein Herzschlag allmählich beruhigte.
So heftig meine Nächte momentan auch waren, so schnell war alles wieder vergessen. Lag vielleicht daran, dass ich nun wahrlich kein Kind von Traurigkeit war.
Ich schlurfte aus meinem Zimmer und musste gegen den starken Impuls ankämpfen gegen die Tür meiner Mitbewohner zu treten, einfach nur, um sie ebenfalls aufzuwecken und zu nerven, konnte mich aber im letzten Moment beherrschen. Nur weil die beiden mich die halbe Nacht mit Sexgeräuschen wachgehalten hatten, musste ich sie ja nicht ebenfalls um ihren Schlaf bringen.
Seit vier Wochen wohnte ich mit meinen beiden besten Freunden River und Jace zusammen, die das ekelhaft glücklichste Paar der Welt waren. Ich liebte die beiden abgöttisch.
Wir hatten zusammen schon viel zu viel Scheiß erlebt, als in unserem Alter eigentlich angemessen wäre, was aber dazu geführt hatte, dass wir wie Pech und Schwefel zusammenhielten.
In der Küche angekommen, drückte ich auf meinen Kaffeevollautomaten, um mir einen Cappuccino zu machen. Nur, um ihn anschließend mit haufenweise Zucker und nicht unbedingt weniger Karamellsirup zu krönen – ich liebte Süßes.
Müde sank ich auf einen Stuhl am Tresen, der den Blick auf unser großes Wohnzimmer freigab. Wir hatten viel Platz, was wohl dem Umstand zu verdanken war, dass sowohl River als auch ich mehr Geld besaßen, als wir je ausgeben konnten. Leider änderte das auch nichts daran, dass wir zu faul waren, noch mehr Möbel zu organisieren. Ernsthaft, wir besaßen noch nicht mal einen Esstisch. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie die beiden Trottel es dennoch schafften, alles zuzumüllen. Sie ließen ihren Kram überall liegen, räumten ihr Geschirr nicht weg und Getränkeflaschen würden sich im Überfluss stapeln, wenn ich nicht alles wegräumen würde. Auch wenn ich oder vielmehr meine Eltern reich waren, hatte ich mich immer selbst um meinen Kram gekümmert und das sicherlich keine Putzfrau machen lassen. River war hingegen mit mehr Personal aufgewachsen, als er zählen konnte, weshalb er nun mal ein verzogener kleiner Idiot war. Und mürrisch. Keiner konnte so eine Fresse ziehen wie er.
Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken und das Ganze mit einem Keks verfeinert hatte, machte ich mich, wie jeden Morgen, ans Aufräumen. Die beiden waren so daran gewöhnt, aufzuwachen und eine saubere Wohnung vorzufinden, dass sie sicher einen kleinen Schock erleiden würden, wenn ich den Job mal nicht übernehmen würde. Was dachten die eigentlich, wer das machte? Kleine Zauberputzfeen, die immer dann auftauchten, wenn sie schliefen?
Egal. Jedenfalls hatten sie mit mir als Mitbewohner das große Los gezogen. Eindeutig.
Das Aufräumen dauerte nicht lange, auch wenn ich mindestens fünf Minuten damit verbracht hatte den Rest eines Was-auch-immer aus einer Vorratsbox zu kratzen, die sich im Kühlschrank versteckt hatte. Ernsthaft, wie hatten die beiden es bisher nur geschafft, ohne mich zu überleben, ohne sich ganz viele kleine Schimmel-Haustiere heranzuzüchten? Ab und an könnten sie auch mal selbst einen Finger rühren. Es war ja nicht so, dass mir Aufräumen einen Kick verpassen würde, ich war einfach nur schon von klein auf daran gewöhnt.
Als ich endlich geduscht und angezogen ins Wohnzimmer ging, machte sich allmählich die Aufregung in mir breit.
Heute ging es endlich los, heute fing unser erster richtiger Collegetag an und was noch viel wichtiger war: unser erstes Basketballtraining. Collegebasketball. Davon träumte ich schon mein ganzes Leben und ich konnte nicht fassen, dass sich dieser Wunsch nun endlich erfüllen würde. Dass ich all das mit meinen besten Freunden erleben durfte, setzte allem noch die Krone auf. Wir drei hatten bereits auf der High School in einem Team gespielt und würden dies nun weiterhin tun. Ich war total neugierig auf den Trainer und die anderen Jungs aus dem Team. Gleichzeitig machte ich mir aber insgeheim ein kleines bisschen Sorgen.
Es störte mich überhaupt nicht, dass River und Jace ein Paar waren – im Gegenteil, ich fand das klasse. Ich wusste aber auch, dass es viel zu viele Idioten auf dieser Welt gab, denen der Umstand, dass ein Mann einen Mann liebte, ausreichte, um sie zu verurteilen. Ich wollte nicht, dass den beiden das passierte. Um mich selbst machte ich mir da weniger Sorgen. Ich hatte zwar auch schon mehr als eine feuchtfröhliche Begegnung mit einem Typen gehabt, aber mich juckte es nicht sonderlich, wenn man über mich sprach. Das war mir herzlich egal. Nur wenn mich jemand grundsätzlich nicht leiden konnte, war ich beleidigt, denn mal im Ernst – ich war entzückend!
Über mich selbst grinsend, ging ich zum Kühlschrank, um mir einen Saft zu holen.
„Deine ekelhaft gute Laune am Morgen ist einfach nicht zu ertragen!“
„Whoa!“, zuckte ich zusammen und wirbelte in meiner Bewegung herum.
An der Küchentheke angelehnt, stand River und schlürfte seinen Kaffee. Fresse-ziehend versteht sich.
Theatralisch griff ich an mein Herz und tat so, als hätte ich beinahe einen Herzinfarkt erlitten, was mir aber nur ein Augenrollen einbrachte. Er war wirklich kein Morgenmensch.
„Du vergisst, dass sich meine Stimmung nicht auf den Morgen bezieht, sondern auf den ganzen Tag erstreckt. Ich habe immer gute Laune“, sagte ich zufrieden, während ich mir nun tatsächlich meinen Saft holte.
Er grummelte irgendetwas Unverständliches, folgte mir aber ins Wohnzimmer, wo wir uns auf die Couch plumpsen ließen.
„Schläft Jace noch?“
River drehte seinen Kopf in meine Richtung. „Nee, der duscht gerade.“
Mit das Beste an unserer Wohnung war die Tatsache, dass wir getrennte Badezimmer hatten, die an unsere Schlafzimmer angrenzten. Ich hatte echt keine Ahnung, was die beiden da drinnen so trieben, und wollte es auch gar nicht so genau wissen. Okay, das war gelogen, denn eigentlich interessierte mich das schon, aber ich wollte nicht später beim Duschen in irgendetwas treten oder versehentlich Zeuge des Ganzen werden. Die paar Male, die ich die beiden in den vier Wochen, die wir nun schon hier wohnten, beim Sex erwischt hatte, reichten mir vollkommen aus. Nicht, dass mir das peinlich gewesen wäre, aber die zwei hatten sich danach so ins Hemd gemacht, dass sie mir damit auf die Nerven gegangen waren. Sei es drum – sie lernten trotzdem nicht dazu.
Unsere Wohnung befand sich nur eine Querstraße vom Campus der University of Oregon entfernt, was großartig war. Wir hatten uns dafür entschieden nicht in ein Wohnheim oder eine Studentenwohnung zu ziehen, da wir regelmäßig Besuch von Rivers kleiner Schwester hatten. Sadie war vor Kurzem sechs Jahre alt geworden und die Beziehung zwischen ihr und River ging weit über ein normales Bruder-Schwester-Verhältnis hinaus. Sie war praktisch seine Tochter und er hatte sich um sie gekümmert, seit sie auf der Welt gewesen war. Es fiel ihm nicht leicht, dass sie nicht mehr dauerhaft bei ihm war, aber auch wenn er es niemals zugeben würde, tat es ihm verdammt gut.
River hatte eine beschissene Kindheit gehabt und war mit einem Tyrannen als Vater aufgewachsen, der seine Wut gern an ihm ausgelassen hatte. Zu allem Überfluss war dieser auch noch der verdammte Bürgermeister von Grove Hill, unserer Heimatstadt, gewesen. Nach außen hin hatte er immer auf Superdaddy gemacht, hinter verschlossenen Türen dann allerdings auf River eingeprügelt.
Die ganze Scheiße hatte dann vor drei Monaten ihren Höhepunkt gefunden, als Jace und ich mit ansehen mussten, wie River blutend zusammengebrochen war, weil sein sogenannter Vater auf ihn eingeschlagen hatte. Für einen kurzen Moment hatte ich wirklich geglaubt, er wäre tot. Tot, so wie sie. Seitdem waren meine Albträume zurückgekehrt.
Es hatte sich rausgestellt, dass dieser Abschaum von einem Vater gar nicht der wirkliche Vater von Sadie und River war. Ihr leiblicher Dad war ein feiner Kerl aus Sherwood und Sadie lebte nun auf eigenem Wunsch bei ihm. Wann immer es ging, verbrachte sie ihre Wochenenden bei uns und ich war der Kleinen absolut verfallen.
Und seit dem Ganzen standen River, Jace und ich uns näher denn je. Früher hatte ich nie sonderlich viel mit Jace anfangen können, was sich mittlerweile komplett geändert hatte. Ich hatte immer angenommen, dass er verklemmt und langweilig war. Nie hatte er über eine potentielle Freundin oder überhaupt über Mädchen gesprochen. Mittlerweile war ja klar, weshalb und ich wünschte ich hätte früher schon von seiner Homosexualität gewusst. Keine Frage, dass ich ein fantastischer Wing-Man gewesen wäre. Naja, immerhin wusste ich jetzt, dass Jace alles andere als verklemmt war – und langweilig schon gar nicht. Ich kannte keinen so guten Typen wie ihn. Außerdem war er sowas wie unsere Gewissens-Ampel, denn River und ich wussten manchmal einfach nicht unbedingt, wie man sich angemessen verhielt. Jedenfalls wenn man...




