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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: Dale & Kelly

Rivers Küsse unter Palmen


Leicht veränderte Auflage
ISBN: 978-3-95609-006-6
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 256 Seiten

Reihe: Dale & Kelly

ISBN: 978-3-95609-006-6
Verlag: el!es-Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dale Richards, ehemalige Offizierin der US-Army, rettet Kelly Bennett auf einem Supermarktparkplatz vor Rowdys, die sie überfallen wollen - und verschwindet sogleich in der Dunkelheit. Es scheint, als würden sich beide nicht mehr wiedersehen. Kelly, die gerade erst nach Miami gezogen und noch immer auf Jobsuche ist, macht sich keine großen Hoffnungen. Da erhält sie plötzlich eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch ...

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1


Dale Richards hasste es, einkaufen zu gehen. Deshalb raste sie an den Regalen im Supermarkt entlang und achtete nicht auf ihre Umgebung.

»Dale?« Ein Ruf hallte durch den Gang.

Zuerst bemerkte Dale gar nicht, dass sie angesprochen worden war. Doch dann hörte sie ihren Namen erneut. Sie blieb stehen und drehte sich um.

»He, Dale, bist du’s wirklich?« Eine Frau mit auffallend roten Haaren blickte sie strahlend an, als ob sie sich nichts Schöneres vorstellen konnte als Dale bei den Konservendosen gegenüberzustehen. Sie streckte Dale die Hand hin. »Mensch, dass ich dich hier treffe! Das ist ja ein toller Zufall!« Sie war ganz begeistert.

»Ja, toll«, sagte Dale. Sie gab ihr die Hand und runzelte innerlich die Stirn. Wer zum Teufel war das?

»Ausgerechnet Thanksgiving treffen wir uns hier«, sagte die Frau. »Erinnerst du dich?«

An was? dachte Dale irritiert. »Ja, sicher«, sagte sie.

»Das war ein Thanksgiving damals, was?« Die Rothaarige wollte sich gar nicht beruhigen.

»Ja«, sagte Dale wieder. Sie zermarterte sich das Gehirn, wer diese Frau, die sie so gut zu kennen schien, sein konnte. Aber ihr fiel nichts ein.

»Wie die Zeit vergeht . . .« Die Frau war passend zu ihrer Haarfarbe ebenso auffallend gekleidet. Der verträumte Gesichtsausdruck, mit dem sie Dale jetzt ansah, passte dazu jedoch überhaupt nicht. »Bist du immer noch bei dieser IT-Firma?«

Das war wenigstens ein Anhaltspunkt. Es konnte nicht länger als sechs Jahre her sein, dass Dale diese Frau getroffen hatte. Erst seit diesem Zeitpunkt war sie bei Matrix International. »Ja«, sagte sie. »Da bin ich noch.«

Ein strahlendes Lächeln traf Dale. »Ich hatte vergessen, wie groß du bist. Man muss ganz schön hochgucken an dir.«

»Ich schrumpfe sicher, wenn ich älter werde«, erwiderte Dale mechanisch, weil sie immer noch überlegte.

»Ich liebe deinen trockenen Humor! Du bist unvergleichlich!« Ein perlendes Lachen aus perlweißen Zähnen unterstrich diese Aussage.

Dale verlor die Geduld. Sie wollte raus hier. »Danke«, sagte sie. »Freut mich, dass er dir gefällt. Dann wollen wir mal . . . Ich muss weiter.«

»Ja, Thanksgiving . . .« Kokette Augen zwinkerten, als ob dieses Fest mehr als eine Bedeutung hätte. Die glitzernden Ohrringe nickten Beifall dazu.

»Ja, Thanksgiving«, wiederholte Dale und wollte gehen.

»Hast du jetzt eine Familie?«

Dale blieb abrupt stehen und drehte sich um. »Nein«, sagte sie. »Keine Familie.«

»Dann brauchst du ja nicht groß einzukaufen.« Sorgfältig gezupfte Augenbrauen hoben sich leicht. »Das ist doch mal ein Vorteil.«

»Ja . . . nein . . . ich wollte eigentlich nur . . . ein paar Chips«, sagte Dale.

»Chips sind aber sehr ungesund. Trainierst du immer noch?«

Mein Gott, was habe ich ihr alles erzählt? Und warum? Woher weiß sie das alles? Und wieso weiß ich nichts davon? »Machst du immer noch . . . was du damals gemacht hast?«, fragte sie. Vielleicht erfuhr sie dadurch etwas.

»Oh ja!« Wieder das perlende Lachen. »Immer noch dasselbe. Natürlich nicht so spannend wie das, was du tust«, fügten die im gleichen Farbton wie das Haar rotgefärbten Lippen hinzu.

»Oh, doch, doch, das ist es«, widersprach Dale. Oh Gott, wie komme ich hier nur raus?

»Hast du alles? Können wir gehen?« Eine zierliche blonde Frau kam von der anderen Seite des Ganges auf sie zu und blickte Dale fragend an.

Ich glaube, ich bin im falschen Film! dachte Dale. Diese Frau kannte sie auch nicht! Hatten die sich denn alle verschworen heute?

Die blonde Frau lehnte sich etwas näher zu ihr. »Wenn ich gehen soll, brauchen Sie es nur zu sagen«, flüsterte sie sehr leise.

Dale sah sie irritiert an. »Äh . . . ja . . . ich habe alles«, erwiderte sie zögernd.

»Dann komm«, sagte die Blonde. »Ich muss noch kochen.«

»Äh . . . tschüss«, sagte Dale zu der Frau, die sie zuerst angesprochen hatte, und folgte der blonden Frau schnell.

»Tut mir leid«, entschuldigte die sich lächelnd, als sie zwei Gänge weiter endlich die andere Frau aus dem Blick verloren hatten. »Ich hoffe, ich habe Sie nicht in Verlegenheit gebracht. Sie sahen so – entschuldigen Sie, wenn ich das sage – hilflos aus. Und bei einer großen Frau wie Ihnen ist das irgendwie . . . merkwürdig.« Sie lachte. »Verzeihung.« Sie hob die Hand. »An Ihrer Stelle würde ich schnell zur Kasse gehen. Könnte sein, dass sie wiederkommt.« Sie verschwand im nächsten Gang.

Dale starrte ihr fassungslos hinterher. Sie brauchte eine Sekunde, dann schüttelte sie den Kopf. Komische Sachen passierten manchmal an Thanksgiving. Sie ging schnell zum Chipsregal und holte zwei Tüten. An der Kasse sah sie sich noch einmal um. Die Frau, die sie zuerst angesprochen hatte, war nicht zu sehen – die andere auch nicht. Sie bezahlte und verließ den Markt.

Es war bereits dunkel, aber der Supermarkt war hell erleuchtet und ebenso die Autos, die vor der großen Glasfront standen.

Als Dale in ihren Wagen steigen wollte, hörte sie ein Geräusch. Es klang dumpf . . . irgendwie nicht gut. Sie drehte sich um.

Ein Stück weiter war es nicht mehr so hell. Das Licht nahm dort rapide ab. Aus dieser Richtung kam erneut ein dumpfes Geräusch. Sie wandte sich von ihrem Wagen ab und ging aufmerksam und mit angespanntem Gesichtsausdruck auf die dunkle Seite des Parkplatzes zu.

Plötzlich erschien ein Schatten vor ihr. Sie blieb sofort stehen und versuchte, mehr zu erkennen. Blonde Haare. Eindeutig blonde Haare. Aber da war auch noch etwas anderes.

»Lass mich los!«, hörte sie eine weibliche Stimme. Sie klang unterdrückt.

Dale sah eine Bewegung.

»He, he!«, hörte sie. Eine männliche Stimme. Jung.

»Lassen Sie sie los«, forderte sie auf gut Glück ins Dunkel hinein.

»Was . . .?« Unterdrücktes Fluchen. Ein junger Kerl trat etwas mehr ins Licht. »Hau ab«, sagte er. »Das geht dich nichts an.«

Hinter ihm erschien ein weiterer junger Kerl mit der blonden Frau, die Dale im Supermarkt ›gerettet‹ hatte. Er hielt sie am Arm fest, und die Blonde versuchte loszukommen.

Die beiden Männer erschienen mehr wie Herumtreiber denn wie Kriminelle, aber gefährlich konnten sie trotzdem sein. Dale spannte ihren Körper an. »Lassen Sie sie los«, wiederholte sie ruhig.

»Mann, Mutter, hau ab«, sagte der erste wieder, der ihr näher war. »Was mischst du dich ein?«

»Wir wollen doch nur ein bisschen spielen«, fügte der andere hinzu, lachte hämisch und griff der blonden Frau ins Haar.

»Ich spiele auch gern«, stieß Dale knapp hervor, wirbelte ansatzlos herum und versetzte dem näherstehenden einen Stoß mit dem Fuß in die Magengrube.

Der Kerl stöhnte auf und klappte zusammen wie ein Taschenmesser.

Der andere starrte Dale an und griff der blonden Frau noch fester ins Haar. Sie stöhnte schmerzlich auf. »Lass mich in Ruhe«, sagte der Junge, »oder ich tue ihr weh.«

Der Kerl auf dem Boden erholte sich wieder und griff nach Dales Knöchel. »Ich hab’ sie!«, brüllte er zu dem anderen hinüber.

Dale blickte zum Himmel hinauf und rollte die Augen. »Ich wollte dir nicht wehtun«, seufzte sie, »aber du hast es nicht anders gewollt.« Sie holte mit dem zweiten Fuß aus und trat dem Kriechenden sorgfältig gezielt ans Kinn.

Diesmal klappte er endgültig zusammen. Er tat keinen Mucks mehr. Seine Hand um Dales Knöchel löste sich.

»Und jetzt du«, sagte Dale und ging auf den anderen zu. »Lass sie los.«

Der andere starrte sie an, krallte sich immer noch in das blonde Haar und schien versteinert.

»Hau ab«, sagte Dale, »oder du leistest deinem Freund Gesellschaft.«

Der Junge ließ die Frau los und stürzte sich auf Dale. Dale wich geschickt aus und ließ ihn ins Leere laufen. Er raste wütend weiter, drehte sich dann um und stürzte mit einem schrillen Schrei erneut auf sie los.

»Muss das sein?«, murmelte Dale.

Sie erwartete seine Ankunft, wirbelte auf einem Bein herum und streckte das andere hoch in die Luft. Der Junge knallte darauf und fiel wie vom Blitz getroffen um. »Tja«, sagte Dale. »Leg dich nie mit jemand an, der größer ist als du.« Sie warf noch einen Blick auf die beiden Körper am Boden, dann richtete sie ihre Augen auf die blonde Frau. »Jetzt sind wir quitt, glaube ich«, sagte sie leicht schmunzelnd.

Die blonde Frau kam auf sie zu. »Das . . . Wie haben Sie das gemacht?«, fragte sie verdattert.

»Leichtes Training«, sagte Dale. »Nichts Besonderes.« Sie sah die Frau an. »Geht es Ihnen gut?«

»Ja.« Die Frau strich sich durch die Haare. »Ja«, wiederholte sie etwas erstaunt. Sie blickte auf die Jungs am Boden. »Haben Sie ihnen wehgetan?«

Dale lachte. »Vermutlich«, sagte sie. »Aber sie werden sich erholen. Es war nichts Schlimmes.«

»Sind Sie sicher?« Die blonde Frau schien skeptisch.

»Ganz sicher«, sagte Dale. »Kann ich Sie irgendwo hinbringen? Mein Wagen steht da drüben.«

»Ich . . . ich habe meinen eigenen hier«, erwiderte die blonde Frau unsicher. »Ich wollte gerade hingehen, da haben die beiden mich aufgehalten. Sie wollten mich einfach nicht weitergehen lassen.«

»Sie wollten spielen.« Dale stieß verächtlich die Luft durch die Nase aus. »Man weiß nie, wo das endet. Manchmal ist es nur Belästigung . . ....



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