Robb | Tödliche Verehrung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 28, 512 Seiten

Reihe: Eve Dallas

Robb Tödliche Verehrung

Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15858-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, Band 28, 512 Seiten

Reihe: Eve Dallas

ISBN: 978-3-641-15858-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Mord an einer Kollegin stellt Eve Dallas vor das düsterste Rätsel ihrer Karriere ...

Lieutenant Eve Dallas ist zutiefst schockiert. Ihre neue Kollegin, Amarylis Coltraine, wird im Keller ihres Apartmenthauses tot aufgefunden, ermordet mit ihrer eigenen Waffe. Vom Täter keine Spur. Kannte Coltraine etwa ihren Mörder? Warum hat sie sich nicht gewehrt? Eve und Roarke machen Jagd auf den Polizistenmörder, gemeinsam mit dem gesamten New Yorker Police Department. Als eine heiße Spur zu Alex Ricker führt, wird der Fall persönlich. Denn der Name Ricker ist untrennbar verbunden mit der schmerzvollen, dunklen Vergangenheit von Eve und Roarke …

J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.
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1

Als Eve nach dem Duschen in der Trockenkabine stand, wirbelte die warme Luft um sie herum, und sie klappte wohlig ihre Augen zu. Sie hatte volle acht Stunden geschlafen und war früh genug erwacht, um für ihre geliebte Wassertherapie noch Zeit zu haben.

Mit dreißig Bahnen Kraul, ausgedehntem Räkeln im wohlig warmen Whirlpool und danach noch einer ausgiebigen, heißen Dusche fing der Tag einfach fantastisch an.

Der Vortag war ausnehmend produktiv gewesen, denn sie hatte innerhalb von nur zwei Stunden einen Fall hereinbekommen und zum Abschluss gebracht. Wenn ein Typ schon seinen besten Freund umbrachte und versuchte, so zu tun, als hätte ihn ein großer Unbekannter ausgeraubt, sollte er sich nicht dabei erwischen lassen, dass er selbst die Armbanduhr des toten Kumpels trug.

Dann hatte sie vor Gericht eine Aussage zu einem anderen Fall gemacht, dank derer ein ausgemachter Schweinehund trotz allen Getues, Gehabes und Dozierens des Verteidigers zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden war.

Und zum krönenden Abschluss des auch so schon tollen Tages hatte sie abends zuhause mit ihrem Ehemann gegessen, sich mit ihm zusammen ein Video angesehen und phänomenalen Sex gehabt.

Weshalb ihr Leben augenblicklich einfach herrlich war.

Beinahe hätte sie vor lauter guter Laune leise vor sich hin gesummt, als sie sich den an der Tür hängenden Morgenmantel griff … und ihn stirnrunzelnd ein Stückchen von sich forthielt, um ihn sich genauer anzusehen. Er war kurz und seidig weich, hatte die Farbe schwarzer Kirschen, und sie war sich völlig sicher, dass ihr dieses Kleidungsstück nie zuvor begegnet war.

Dann aber zog sie es schulterzuckend an und kehrte ins Schlafzimmer zurück.

Es gab durchaus Möglichkeiten, einen bereits guten Morgen noch besser zu machen, merkte sie, als sie Roarke mit seinem Kaffee in der Sitzecke des Zimmers sitzen sah, wo er gerade den morgendlichen Börsenbericht im Fernsehen zu verfolgen schien.

Während eine seiner Hände, die vor nicht einmal zwölf Stunden ihren Zauber überall an ihrem Körper hatten wirken lassen, seinen Kaffeebecher hielt, streichelte die andere beiläufig den fetten Galahad. Dass der Kater seine zweifarbigen Augen vor lauter Ekstase zu zwei schmalen Sehschlitzen zusammenkniff, konnte sie durchaus verstehen.

Roarkes wunderbar geformter Mund hatte sie beinahe wahnsinnig gemacht und vor Freude schreien lassen, bevor sie schlaff und durch und durch befriedigt auf das Kopfkissen zurückgefallen war.

Auch fast zwei Jahre nach ihrer Hochzeit nahm das glühende Verlangen, das sie nacheinander hatten, immer noch nicht ab. Wie, um es zu beweisen, schlug ihr Herz einen erregten Purzelbaum in ihrer Brust, als er den Kopf drehte und sie der Blick aus seinen leuchtend blauen Augen traf.

Ob es ihm wohl auch so ging? Ob sich wohl auch sein Herz jedes Mal, wenn er sie sah, vor Freude überschlug?

Ein wissendes und gleichzeitig erfreutes Lächeln huschte über sein Gesicht, dessen Anblick, ging es ihr idiotisch durch den Kopf, den Göttern sicher die Tränen der Freude über das Ergebnis ihrer Arbeit in die Augen trieb.

Dann stand er auf, kam – groß und geschmeidig – auf sie zu, umrahmte ihr Gesicht mit seinen Händen und glitt federleicht mit seinen beweglichen Fingern über ihre Haut, bevor sein sanfter Kuss den bereits wunderbaren Morgen rundherum fantastisch werden ließ.

»Kaffee?«, fragte er.

»Ja, bitte.« Sie war eine erfahrene Polizistin, Leiterin einer Abteilung, in der es um Kapitalverbrechen ging, ein, wie sie selber gerne von sich sagte, wirklich toughes Weib.

Trotzdem wurden ihre Knie plötzlich weich. »Ich denke, wir sollten ein paar Tage Urlaub machen.« Er bestellte schwarzen Kaffee und wahrscheinlich auch etwas zu essen, weil er sie nur ungerne mit leerem Magen gehen ließ. »Wie sieht es mit Juli aus? Zu unserem zweiten Hochzeitstag. Falls du das zwischen der Beherrschung der Welt und dem Erwerb irgendwelcher Planeten unterbringen kannst.«

»Seltsam, dass du davon anfängst.« Er stellte ihren Kaffeebecher und zwei Teller auf den Tisch. Anscheinend standen heute Morgen Speck und Eier auf dem Speiseplan.

Galahad schlug vorsichtig die Augen wieder auf, Roarke aber hob mahnend einen Finger in die Luft, sagte entschieden »Nein«, und beleidigt drehte sich der fette Kater wieder um. »Ich habe nämlich ebenfalls überlegt, ob wir nicht mal wieder ein paar Wochen Urlaub machen sollen.«

»Was? Wir? Ein paar Wochen weg von hier? Ich kann unmöglich …«

»Ja, ja, ich weiß. Die Verbrecher würden die Stadt im Juli 2060 übernehmen und in Schutt und Asche legen, wenn Lieutenant Dallas nicht zur Stelle wäre, damit sie für Recht und Ordnung sorgen kann.« In seiner Stimme schwang der Zauber Irlands mit, während er den trägen Kater auf den Boden setzte, damit seine Liebste einen Platz neben ihm auf der Couch bekam.

»Vielleicht«, murmelte sie. »Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass du selbst so lange Urlaub machen kannst, während du neunzig Prozent der Unternehmen des bekannten Universums leiten musst.«

»Mehr als fünfzig sind es sicher nicht.« Er nahm seinen Kaffeebecher wieder in die Hand und wartete, bis sie an seiner Seite saß. »Aber was würde es mir nützen, alle diese Unternehmen und vor allem dich zu haben, wenn ich neben all der Arbeit, die wir beide haben, keine Zeit mit dir verbringen könnte, liebste Eve?«

»Eine Woche dürfte vielleicht machbar sein.«

»Ich dachte eher an vier.«

»Vier Wochen? Das ist ja ein ganzer Monat.«

Er sah sie mit blitzenden Augen über den Rand von seinem Becher hinweg an. »Lass mich überlegen. Ja, ich glaube, du hast recht.«

»Ich kann unmöglich einen ganzen Monat frei nehmen. Ein Monat ist … ein Monat.«

»Ach, ich dachte, ein Monat ist ein Hühnchen.«

»Haha. Hör zu, vielleicht sind zehn Tage machbar, aber …«

»Drei Wochen.«

Sie runzelte die Stirn.

»Wir mussten dieses Jahr schon zwei geplante Wochenendtrips absagen. Einmal, weil mein eigener, und einmal, weil dein Job dazwischenkam. Also sagen wir drei Wochen.«

»Mehr als zwei gehen niemals, selbst …«

»Sagen wir, zweieinhalb. Dann treffen wir uns in der Mitte.« Er hielt ihr eine Gabel hin.

Ihre Stirn lag immer noch in Falten, als sie auf die Gabel sah. »Du wolltest die ganze Zeit zweieinhalb Wochen Urlaub machen, stimmt’s?«

Er nahm ihre Hand und küsste sie. »Wenn du nicht allmählich isst, werden deine Eier kalt.«

Sie hatte schon eiskalte Killer kleingekriegt und Informationen aus schleimigen Spitzeln herausgeholt, aber gegen Roarke kam sie einfach nicht an. »Und wo würden wir während dieser zweieinhalb Wochen hinfahren?«

»Wohin würdest du denn fahren wollen?«

Jetzt sah sie ihn lächelnd an. Im Grunde war es gar nicht schlimm, dass sie ihm nicht immer überlegen war. »Ich werde mir was überlegen«, meinte sie und schob sich die erste volle Gabel in den Mund.

Sie aß, zog sich an und freute sich, dass sie sich genug Zeit gegeben hatte, um sich Zeit lassen zu können, ehe es gleich wieder an die Arbeit ging. Gemächlich legte sie ihr Waffenhalfter an, aber während sie überlegte, ob sie sich noch eine Tasse Kaffee gönnen sollte, klingelte ihr Handy und im Handumdrehen war sie wieder durch und durch der kühle Cop.

Er sah, wie es geschah. Es war einfach immer wieder faszinierend, wie der Ausdruck ihrer whiskeybraunen Augen, die im einen Augenblick geblitzt oder gefunkelt hatten, plötzlich kalt und unergründlich war. Sie richtete ihren schlanken Körper kerzengerade auf, spreizte leicht die langen Beine und ihr prachtvolles Gesicht mit dem vollen Mund, der eben noch gelächelt hatte, wurde völlig ausdruckslos.

»Dallas.«

»Hier Zentrale, Lieutenant Dallas. Fahren Sie bitte zur Dreiundzwanzigsten West, 525. Im Keller des Wohngebäudes liegt eine weibliche Leiche. Wahrscheinlich handelt es sich um Mord.«

»Verstanden. Bin schon unterwegs. Kontaktieren Sie auch Detective Delia Peabody, und richten Sie ihr aus, dass sie mich dort treffen soll.«

»Tja, wenigstens hast du gefrühstückt«, meinte Roarke, als sie ihr Handy wieder in die Tasche schob, und glitt sacht mit einem Finger über das flache Grübchen in der Mitte ihres Kinns.

»Ja. Auch wenn mir jetzt die Zeit für meine letzte Tasse Kaffee fehlt. Wobei natürlich die Tote in der Dreiundzwanzigsten nie mehr Kaffee trinken wird.«

Die Straßen von New York waren wieder einmal hoffnungslos verstopft. Frühling, Zeit für Osterglocken und neue Touristenströme, dachte Eve, während sie sich durch das Gedränge bis zur Siebten kämpfte, wo sie – Wunder über Wunder – fast zehn Häuserblocks lang ungehindert vorwärtskam. Ihre kurzgesäbelten, braunen Haare wehten in der nach Stadt riechenden Luft, die durch die offenen Fenster drang.

Den Schwebegrills am Straßenrand entströmte der Geruch von Rühreiern und schalem Kaffee, und die Straßenarbeiter, die mit Presslufthämmern einen breiten Teil des Gehwegs attackierten, wirbelten Wolken dichten Staubs auf. Das Geräusch der Bohrer, die Symphonie der Hupen, als sie abermals in einen Stau geriet, und das Klappern von Schuhen auf dem Asphalt, als eine Horde Fußgänger direkt vor ihr über die Straße lief, verbanden sich zu der urbanen Melodie, die sie verstand.

Straßenverkäufer mit und ohne Lizenzen klappten ihre Tische in der Hoffnung auf, dass sich ein Geschäft mit den frühmorgendlichen Pendlern oder den Touristen, die sich irgendwo...


Robb, J.D.
J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.



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