Rothberg | Kinderaugen klagen an | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 41, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust Extra

Rothberg Kinderaugen klagen an

Sophienlust Extra 41 - Familienroman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7409-8176-1
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sophienlust Extra 41 - Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 41, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust Extra

ISBN: 978-3-7409-8176-1
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie ist Denise überall im Einsatz. Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Doch auf Denise ist Verlass. In der Reihe Sophienlust Extra werden die schönsten Romane dieser wundervollen Erfolgsserie veröffentlicht. Warmherzig, zu Tränen rührend erzählt von der großen Schriftstellerin Patricia Vandenberg. »Wie lange bleibt Frau Beran bei uns?«, erkundigte sich Dominik bei seiner Mutti. Denise von Schoenecker schaute von ihrer Post auf. »Ein paar Tage, nehme ich an. Sie hat sich noch nicht entschieden. Natürlich habe ich sie eingeladen zu bleiben, solange sie will.« Nick zupfte nachdenklich an seiner Unterlippe. »Ich frage nur, weil Gunni mir anvertraut hat, dass es ihr bei uns sehr gut gefällt.« Denise dachte an Renas vierjährige Tochter. Ein liebes Mädchen. »Freut sie sich denn gar nicht auf die Reise nach Kanada?« »Ich glaube nicht. Meiner Meinung nach hat sie Angst davor.« Nick zögerte noch. Dann stellte er die Frage, die ihn so brennend interessierte. »Warum will Frau Beran für drei Monate nach Kanada reisen? Sie ist doch in Heidelberg verheiratet?« Denise von Schoenecker wurde sehr nachdenklich. Das war eine Frage, die auch sie beschäftigte. »Um ganz ehrlich zu sein, Nick, ich weiß es nicht.«

Der Name Gert Rothberg steht für Spitzenqualität im Bereich des guten Unterhaltungsromans. Die Schriftstellerin Gert Rothberg hat dem Liebes- und dem Schicksalsroman ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt. Sie schildert zu Herzen gehende, dramatische Handlungspassagen meisterhaft und zieht ihre Leserinnen und Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann. Die Lektüre ihrer Romane ist ein einzigartiges Erlebnis. Nach zahlreichen Verwicklungen versteht es Gert Rothberg, ein brillantes, überzeugendes Happy End zu gestalten.
Rothberg Kinderaugen klagen an jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Wie lange bleibt Frau Beran bei uns?«, erkundigte sich Dominik bei seiner Mutti.

Denise von Schoenecker schaute von ihrer Post auf. »Ein paar Tage, nehme ich an. Sie hat sich noch nicht entschieden. Natürlich habe ich sie eingeladen zu bleiben, solange sie will.«

Nick zupfte nachdenklich an seiner Unterlippe. »Ich frage nur, weil Gunni mir anvertraut hat, dass es ihr bei uns sehr gut gefällt.«

Denise dachte an Renas vierjährige Tochter. Ein liebes Mädchen. »Freut sie sich denn gar nicht auf die Reise nach Kanada?«

»Ich glaube nicht. Meiner Meinung nach hat sie Angst davor.« Nick zögerte noch. Dann stellte er die Frage, die ihn so brennend interessierte. »Warum will Frau Beran für drei Monate nach Kanada reisen? Sie ist doch in Heidelberg verheiratet?«

Denise von Schoenecker wurde sehr nachdenklich. Das war eine Frage, die auch sie beschäftigte. »Um ganz ehrlich zu sein, Nick, ich weiß es nicht.«

»Ich denke, Frau Beran ist eine alte Bekannte von dir, Mutti?«

»Ja, so ist es auch. Ich kenne Rena schon sehr lange. Deshalb hat mich ihr überraschender Besuch ja auch so gefreut. Aber irgend etwas in Renas Leben ist nicht in Ordnung. Diese geplante Reise zu ihrer Schwester nach Kanada kommt mir wie eine Flucht vor.«

Nick wandte sich zur Tür. »Ich will dich nicht länger stören. Du hast zu tun. Frau Beran wird sich ja sicher mit dir aussprechen.«

Unwillkürlich musste Denise lächeln. »Mit anderen Worten, du hoffst darauf, von mir bald Näheres zu erfahren.«

Der Junge wurde ein wenig verlegen. Die Neugierde war seine schwache Seite. »Ich würde niemals versuchen, dir ein Geheimnis zu entlocken«, verteidigte er sich.

»Ich weiß, Nick. Lass uns abwarten. Momentan weiß ich auch nur, dass Rena sich hier ein paar Tage erholen will.«

Nick verließ den Biedermeiersalon, und Denise vertiefte sich wieder in ihre Post.

*

Ein nebliger Herbstabend senkte sich über Sophienlust. Rena Beran kam von einem ausgedehnten Spaziergang zurück. Barri, der Bernhardiner, hatte sie begleitet. Die kleine Gunni hatte währenddessen mit den anderen Kindern im Musikpavillon gebastelt.

Rena liebte lange und einsame Spaziergänge. Sie holte sich darin neue Ausdauer und Geduld. Denn Geduld und Energie brauchte sie für das Leben an Axels Seite. Nach außen hin machten sie zwar den Eindruck eines glücklichen Paares. Doch wie sah es in Wirklichkeit aus?

Rena beschleunigte ihre Schritte. Sie hatte es auf einmal eilig, ins Haus zu kommen. Sie wollte mit Denise sprechen, wollte endlich einmal einem Menschen alles erzählen. Ich habe es satt, immer nur die glückliche Ehefrau spielen zu müssen, dachte die sonst so ruhige Frau aufbrausend. Ich bin nicht glücklich, und ich will auch nicht die scheinbar Glückliche spielen. Denise, meine alte Freundin, wird mich verstehen. Sie ist klug und lebenserfahren und kann mir vielleicht einen Rat geben.

Eine Viertelstunde später saß Rena Denise im Biedermeiersalon gegenüber. Mit dem Nebel war auch die Dunkelheit über Sophienlust hereingebrochen. Das Wetter war unwirtlich. Es war eben Herbst.

»Du hast dir die schlechteste Jahreszeit für deine Schiffsreise ausgesucht«, sagte Denise von Schoenecker zu der Freundin.

Rena zog fröstelnd die Schultern hoch. Sie schwieg.

»Ist dir kalt?«, erkundigte sich Denise besorgt.

»Nein, nein. Hier drinnen ist es ja warm. Das ist mehr ein innerliches Frösteln. Weißt du, Denise, eigentlich habe ich gar keine besonders große Lust zu dieser Reise«, gestand Rena.

Dachte ich es mir doch, überlegte Denise. Laut fragte sie: »Warum reist du dann, Rena? Es zwingt dich doch niemand dazu.«

»Doch!« Die Umstände zwingen mich dazu.« Mit einer resignierten Geste fuhr sich Rena über das flachsblonde Haar, das sie streng nach hinten gekämmt trug.

»Willst du dich aussprechen?«, fragte Denise leise.

Rena seufzte auf. »Ja, ich muss endlich einmal mit einem Menschen darüber sprechen.« Sie zündete sich eine Zigarette an und inhalierte den Rauch. »Meine Freunde und Bekannten in Heidelberg halten mich für eine glückliche Frau. Schließlich lebe ich als Frau des Bankdirektors Axel Beran in sehr guten Verhältnissen. Mein Mann sieht gut aus und ist rücksichtsvoll, kurzum der perfekte Ehemann. So scheint es jedenfalls.«

»Und wie sieht es in Wirklichkeit aus, Rena?«

»In Wirklichkeit leben wir nebeneinander, aber nicht miteinander. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Axel meine Existenz ganz und gar vergessen hat. Ihn interessiert nur seine Arbeit.«

Denise zögerte. Doch dann stellte sie die Frage, die sich in diesem Zusammenhang geradezu aufdrängte. »Glaubst du, dass eine andere Frau mit im Spiel ist?«

Rena schaute auf. Einen Moment lang spiegelte sich Überraschung in ihren großen, braunen Augen. »Mir ist nie etwas aufgefallen«, meinte sie dann gedehnt. »Natürlich habe ich auch schon daran gedacht. Aber eigentlich glaube ich das nicht. Axel hat ganz einfach das Interesse an mir und Gunni verloren. Ihn beschäftigt nur seine Bank, seine Arbeit und der Erfolg. Sonst nichts.«

»Er ist sehr erfolgreich?«, fragte Denise.

»O ja, das muss man ihm lassen!« Es klang fast bitter. »Er hat die Bank aus kleinsten Verhältnissen in die Höhe gebracht. Heute zählt er in Heidelberg zu den angesehensten Bankiers.«

»Bist du nicht auch ein ganz klein wenig stolz auf ihn?«, fragte Denise.

Rena schaute Denise an. Dann verlor sich ihr Blick. »Anfangs war ich es. Ich unterstützte seinen Ehrgeiz und versuchte ihn zu verstehen. Ich bin nicht egoistisch, aber ein bisschen Zeit für ein gemeinsames Privatleben muss ein Ehemann doch aufbringen können. Auch wenn er noch so erfolgreich ist. Wozu hat er sonst eine Familie gegründet?«

Denise spürte Renas verzweifelt fragenden Blick. Eine verfahrene Situation, dachte sie, in der man nur schwer einen Rat erteilen kann. »Hast du niemals versucht, dich mit deinem Mann auszusprechen?«

»Aber natürlich. Immer wieder.«

»Und wie hat er reagiert?«, wollte Denise wissen.

»Überhaupt nicht. Er hat diese Unterhaltungen gar nicht ernst genommen. Ich konnte nie bis zum Kern des Problems vordringen. Entweder hat er die Unterhaltung abgebrochen oder das Thema einfach abgebogen. Schließlich habe ich nicht mehr davon angefangen. Und das schien ihm nur recht zu sein.« Rena schwieg und trank einen Schluck Tee.

Auch Denise versank vorübergehend in nachdenkliches Schweigen. Sie wollte der Freundin so gern helfen. Aber wie? »Hast du dich aus diesem Grund zu der Reise nach Kanada entschlossen?«

»Ja. Meine Schwester hat mich und Gunni eingeladen.«

»Das sieht nach Flucht aus, Rena.«

Renas feine, ausdrucksvolle Züge hefteten sich auf die Freundin. »Es ist eine Flucht, Denise. Das einzige Mittel, mit dem ich Axel vielleicht noch wachrütteln kann.«

»Du bist fest zu dieser Reise entschlossen?«, warf Denise ein. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Renas Abwesenheit die Probleme dieser Ehe lösen würde.

»Ich bin fest entschlossen. Es ist ja auch schon alles vorbereitet. In vier Tagen fahren wir zurück nach Heidelberg. Gleich am nächsten Tag geht es weiter nach Hamburg.«

»So rasch schon?«, staunte Denise. »Eigentlich hatte ich gehofft, ihr würdet ein wenig länger in Sophienlust bleiben.«

Eine schlanke, feingliedrige Hand legte sich auf Denises Arm. »Ich würde ja auch gern bleiben«, sagte Rena. »Es gefällt mir hier. Ebenso Gunni. Aber die Schiffsreise ist gebucht.«

»Dann kann man nichts mehr ändern. Aber wenn ich noch in irgendeiner Weise etwas für dich tun kann, dann zögere nicht, mich darum zu bitten.«

»Ich bin dir schon dankbar für dein Verständnis, Denise. Es hat mir gutgetan, einmal mit einem vertrauten Menschen über meine Schwierigkeiten zu sprechen. Ob ich sie meistern kann, wird die Zukunft zeigen.«

Nach diesem Gespräch mit Denise ging Rena auf ihr Zimmer. Die Unterhaltung hatte sie aufgewühlt. Sie wollte vor dem Abendessen noch ein wenig mit ihren Gedanken allein sein.

Denise wollte nach Schoeneich zurückfahren und suchte Nick, denn es war nicht ratsam, ihn bei diesem ungesunden Nebel mit dem Fahrrad nachkommen zu lassen.

Denise hatte ihrem Mann versprochen, an diesem Tag ausnahmsweise einmal pünktlich zum Abendessen zurück zu sein. Gerade in letzter Zeit hatte sie sich intensiv um die Verwaltung von Sophienlust kümmern müssen. Dabei nahm ihr Frau Rennert in ihrer Eigenschaft als Heimleiterin stets den größten Teil aller Erledigungen ab. Trotzdem blieben noch genügend Fragen, deren Klärung sie der Heimleiterin nicht allein überlassen konnte. Dazu kamen dann noch die großen und kleinen Nöte der Kinder, die oft genug nur von ihrer Tante Isi getröstet werden wollten.

»Tante Isi! Tante Isi!« In diesem Moment war es Gunni, die Denise nachlief.

Denise von Schoenecker wandte sich zu Renas vierjähriger Tochter um. Es war verblüffend, wie sehr Gunni ihrer Mutter ähnelte. Sie hatte das gleiche flachsblonde Haar, die gleiche zarte helle Haut. Sogar in den großen dunkelbraunen Augen glaubte Denise Renas wehmütigen Blick wiederzuerkennen.

»Schau mal mein Kätzchen an, Tante Isi.« Die Kleine hielt ihr ein junges, schneeweißes Kätzchen entgegen.

Denise bückte sich und streichelte das niedliche Tierchen. »Wie heißt es denn?«

»Kinki!«

Kinki miaute zustimmend. Denise musste lächeln. »Süß ist deine Kinki. Sie gehört doch dir?«

Gunni nickte ernst. »Mir ganz allein. Meine Mutti hat sie mir geschenkt. Ich darf sie überall hin mitnehmen.«

»Auch mit auf die große...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.