Sage | TodHunter Moon - SternenJäger | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

Sage TodHunter Moon - SternenJäger


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-446-25801-3
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten

Reihe: TodHunter Moon

ISBN: 978-3-446-25801-3
Verlag: Carl Hanser
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der böse Hexer Oraton-Marr scheint besiegt. Doch es droht neue Gefahr. Die eiskalte Rote Königin plant, die Burg an sich zu reißen und Königin Jennas Platz einzunehmen. Um die Macht der Burg abzusichern, macht sich Todi auf eine gefährliche Reise und riskiert dabei ihr Leben. Das dritte Fantasy-Abenteuer der jungen FährtenFinderin Todi und ihrer Freunde - voller Magie und Spannung.

Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.
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TEIL 2

Staub im Auge


Es war kühl und noch früher Morgen in der Burg, als sich Septimus Heap mit seinem jungen Lehrmädchen Alice TodHunter Moon, von den meisten kurz Todi genannt, auf den Weg zu seinem ältesten Bruder Simon Heap machte.

Beim Gang durch die Zaubererallee, jene breite Straße, die vom Zaubererturm zum Palast führte, hielten sie sich in der Mitte, um dem frühmorgendlichen Treiben auszuweichen, das mit der Öffnung der vielen Läden und Betriebe auf beiden Seiten einherging. Die tief stehende Sonne blinzelte über die niedrigen Dächer und brachte die hohen silbernen Fackelpfähle so heftig zum Glitzern, dass der Schein der noch brennenden Flammen dagegen verblasste. Am anderen Ende der Zaubererallee bogen Septimus und sein Lehrling scharf rechts in die Schlangenhelling ab, eine viel schmälere, gewundene Gasse, die zum Burggraben hinabführte und auf beiden Seiten von Häusern gesäumt war. Die größeren und imposanteren Häuser standen auf der rechten Seite, doch es waren die kleineren auf der linken, die Septimus und Todi ansteuerten. Bald kam das Wasser des Burggrabens in Sicht, das am Ende der Helling träge dahinfloss, und Septimus bog in einen hübschen Vorgarten ab, schritt einen kurzen Weg entlang und klopfte an eine hellrote Haustür.

Eine junge Frau öffnete. Sie hatte Sorgenfalten im Gesicht, und ihr braunes Haar war hastig geflochten und zu einem Knoten gebunden, aber ohne die üblichen Bänder. Sie trug ein langes Kleid mit kunstvollen bunten Stickereien und dazu schwere braune Stiefel. »Hallo, Lucy«, grüßte Septimus. »Ich habe eben deine Nachricht erhalten.«

»Ach, Septimus, danke, dass du gekommen bist«, sagte Lucy Heap mit einem gequälten Lächeln.

»Ich habe Todi mitgebracht. Ich hoffe, du hast nichts dagegen.«

»Todi ist hier jederzeit willkommen«, erwiderte Lucy und blickte zu Todi, die ein Stück hinter Septimus stand. »Das weißt du doch, Todi, oder? Jederzeit, Tag und Nacht. Nach dem, was du für William getan hast, ist unser Haus auch dein Haus. Aber kommt doch rein, alle beide. Simon ist oben.«

Septimus und Todi folgten ihr durch den schmalen Flur zur Treppe. »In deiner Nachricht steht, dass Simon Staub im Auge hat?«, fragte Septimus.

»Ja, Staub«, antwortete Lucy.

Septimus fand, dass sie etwas viel Wirbel um eine solche Kleinigkeit machte. »Ich frage mich«, begann er vorsichtig, denn Lucy war sichtlich mit den Nerven am Ende, »ob Simon nicht vielleicht zu einem Arzt gehen sollte. Habt ihr Marcellus gebeten, es sich mal anzusehen?«

Lucy fuhr herum und sah die Besucher an. »Es ist nicht diese Art von Staub«, sagte sie verzweifelt, drehte sich wieder um und rannte die Treppe hinauf. Septimus und Todi eilten hinterher.

Lucy führte sie in das große Zimmer im vorderen Teil des Hauses. Simon lag auf dem gemachten Bett, über das eine Flickendecke gebreitet war, und hatte, von mehreren Kissen im Rücken gestützt, den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen. »Simon«, sagte Lucy leise, »du hast Besuch.«

Simon legte sich die Hand auf das rechte Auge und drückte dagegen, als wollte er es festhalten. Vorsichtig öffnete er das linke Auge. »Ach«, sagte er. »Sep. Todi. Entschuldigt, ich kann mich nicht aufsetzen. Ich habe Angst, es könnte … herausfallen.«

»Herausfallen?«, fragte Septimus. »Was meinst du … dein Auge?«

»Ja«, antwortete Simon leise. »Oder was noch davon übrig ist.«

Lucy legte Todi den Arm um die Schultern und blieb mit ihr zurück, während Septimus zu seinem Bruder ging. »Ist es dein Lapislazuli-Auge?«, fragte Septimus, obwohl er es genau wusste, doch er wollte sich Zeit verschaffen. Die Iris von Simons rechtem Auge, durch eine frühere Verletzung schon vorgeschädigt, hatte sich in Lapislazuli verwandelt, nachdem er mit Hilfe schwarzer Magie durch festes Lapislazuli-Gestein geschlüpft war, um seinen Sohn William zu retten. Dadurch hatte er die Sehkraft auf dem linken Auge verloren, doch er hatte nie Beschwerden gehabt – bis jetzt.

»Wann ist es passiert?«, fragte Septimus.

»Ich glaube, es hat schon vor einiger Zeit angefangen«, antwortete Simon. »Es hat sich kratzig angefühlt, als wäre ein Sandkorn oder so was drin.«

»Und auch die Farbe hat sich verändert«, warf Lucy ein. »Vorher hat das Auge geleuchtet, war strahlend blau mit einem kleinen goldenen Streifen darin, aber vor ein paar Wochen hatte ich das Gefühl, dass es matter wurde, und letzte Nacht hat es ganz grau ausgesehen. Und dann, heute Morgen …« Sie verstummte und schlug die Hand vor den Mund, um einen Schluchzer zu ersticken.

»Kann ich es mir mal ansehen?«, fragte Septimus seinen Bruder. »Nur damit ich weiß, wovon wir sprechen.«

»Ja«, antwortete Simon. »Aber ich warne dich. Es ist kein schöner Anblick.«

Vorsichtig nahm er die Hand vom Auge und öffnete es. Septimus beugte sich vor und sah mit Schrecken, dass ein feuchter Klumpen aus grauem Staub die Augenhöhle füllte. Er hatte sich bisher nie wirklich klargemacht, dass Simon auf einem Auge blind war, denn der Lapislazuli hatte einen besonderen Reiz gehabt und ihm gut gestanden. Doch der weiß-graue Staub sah tot und leer aus.

Septimus richtete sich wieder auf und überlegte angestrengt, was er Aufmunterndes sagen konnte. »Es sieht so aus, als wäre es noch aus einem Stück. Ich glaube nicht, dass es herausfällt.«

»So fühlt es sich aber nicht an«, erwiderte Simon.

Plötzlich brach es aus Lucy heraus. »Aber warum? Warum hat es sich so verändert? Hast du dafür eine Erklärung, Septimus?«

Septimus schüttelte den Kopf. »Vermutlich hat die Magie, die das lebende Auge in Lapislazuli verwandelt hat, an Kraft verloren.« Er schüttelte nochmals den Kopf. »Aber merkwürdig ist es schon. Der Lapislazuli hat so stabil ausgesehen.«

»Kannst du die Magie nicht irgendwie reaktivieren?«, fragte Lucy. »Und das Auge wieder in Lapislazuli verwandeln?«

Septimus war sich da alles andere als sicher, aber er wollte Lucy nicht noch mehr aufregen, und so antwortete er: »Ich werde mein Möglichstes tun, Lucy. Ich gehe sofort in die Bibliothek und stelle Nachforschungen an. Und ich werde auch Marcia fragen. Ich werde nichts unversucht lassen. Versprochen.«

»Danke, Bruderherz«, sagte Simon, drückte die Hand wieder aufs Auge und sank in die Kissen zurück.

Lucy führte die Besucher hinaus. »Ihr müsst mir versprechen, dass ihr niemandem davon erzählt. Ihr wisst ja, wie schnell Klatsch die Runde macht, und ich möchte nicht, dass William davon erfährt. Es würde ihm nur Angst machen.« Sie senkte die Stimme. »Simon glaubt, dass es sich ausbreitet. Denn nur die Iris war ja aus Lapislazuli, aber jetzt ist das ganze Auge Staub. Er fürchtet, dass als Nächstes sein Gehirn an der Reihe ist.«

»Nein!«, rief Septimus entsetzt. »Dazu wird es nicht kommen. Auf keinen Fall. Es ist nur das Auge, mehr nicht.«

Lucy schüttelte den Kopf. »Ich weiß nicht, Septimus. Ich fürchte, Simon könnte recht haben, und ich könnte es nicht ertragen, wenn …«

Ein dumpfer Knall aus der Mansarde ließ Lucy mitten im Satz innehalten. »Das ist William«, sagte sie. »Er hüpft wieder auf unserem Bett herum, obwohl ich es ihm verboten habe. Und … ach, du liebe Güte, ich muss mich sputen, sonst kommt er zu spät zur Schule.«

Todi und Septimus machten sich auf den Rückweg zum Zaubererturm. »Hat Simons Auge schlimm ausgesehen?«, fragte Todi.

»Ja«, antwortete Septimus. »Grässlich.«

»Glaubst du, du findest einen Zauber, mit dem du es in Lapislazuli zurückverwandeln kannst?«

Septimus schüttelte den Kopf. »Ich werde die Bibliothek auf den Kopf stellen. Aber was mit Simons Auge geschieht, ist die Folge irgendeiner uralten Erdmagie, und darüber ist nur sehr wenig geschrieben worden.«

Todi schwieg eine Weile. Erst als sie unter den Großen Bogen traten, der auf den Hof des Zaubererturms führte, fragte sie: »Und? Könnte es auf Simons Kopf übergreifen?«

Septimus seufzte. »Das werde ich vielleicht beantworten können, wenn ich die Ursache kenne. Aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es nicht.«

»Dann müssen wir es herausfinden«, sagte Todi.

»Ja, das werden wir«, stimmte Septimus zu. Aber sehr zuversichtlich klang er nicht.

Erste Vorkehrungen


Einige Meilen entfernt, tief im Wald, trat Marissa gerade aus einer baufälligen kleinen Hütte, die aus Holzstangen errichtet und mit Zweigen gedeckt war. Im Wald keine Fremde, schritt sie zielstrebig durch eine Gasse aus riesengroßen Bäumen und folgte dann den dunklen, schmalen Waldpfaden. Sie war zwar allein, doch ihre Zukunftspläne leisteten ihr Gesellschaft, wirbelten in ihrem Kopf herum und wurden immer verwegener und aufregender. Marissa konnte es kaum erwarten, den ersten Schritt zur Verwirklichung dieser Pläne zu tun und einen Leibwächter-Kraan zu erzeugen. Doch zuvor hatte sie noch etwas zurechtzurücken.

Bevor sie von der Roten Stadt aus in den Wald aufgebrochen war, hatte sie eine kleine, ausgewählte Gruppe ihr treu ergebener Hexen beauftragt, das Orm-Baby aus der Burg zu entführen. Dies war Teil ihrer alten Abmachung mit Oraton-Marr gewesen. Ihre neuen Pläne sahen etwas ganz anderes vor. Jetzt kam es darauf an, dass das Orm-Baby im Zaubererturm blieb und dort möglichst bald anfing, Lapislazuli zu produzieren. Das Orm-Baby durfte auf keinen Fall entführt werden, und Marissa konnte nur hoffen, dass die Hexen es noch nicht getan hatten. Das Letzte, was sie wollte, war, dass die kleine, boshafte Kreatur in ihrem Zelt saß, wenn sie ins Sommerlager des Hexenzirkels...


Zug, Mark
Mark Zug, geboren 1956 in Fort Wayne, wurde für seine Illustrationen in „Septimus Heap“ bekannt. Er illustrierte auch die neue Trilogie von Angie Sage „TodHunter Moon“. Mark Zug lebt in Pennsylvania.

Pfleiderer, Reiner
Reiner Pfleiderer, geboren 1954, studierte in Tübingen Germanistik und Romanistik und arbeitete zunächst als freier Journalist und Musiker. Seit 1987 ist er als Übersetzer aus dem Französischen und Englischen tätig. Er lebt in der Nähe von Stuttgart.

Sage, Angie
Angie Sage, 1952 in London geboren, lebt als Autorin und Illustratorin in Cornwall. Sie studierte Grafikdesign an der Art School of Leicester. Mit ihrer großen Fantasy-Saga Septimus Heap erlangte sie Weltruhm. Die Reihe wurde in 16 Sprachen übersetzt, stand monatelang auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Bei Hanser erschien 2005 der erste Septimus Heap-Band Magyk, gefolgt von Flyte (2006), Physic (2007), Queste (2008), Syren (2010), Darke (2011) und Fyre (2013). Die Erweiterung Septimus Heap: Darke Toad - Die Dunkelkröte (2013) ist nur als E-Book erhältlich. 2017 folgte die neue Trilogie der Erfolgsautorin mit den Bänden TodHunter Moon - FährtenFinder, TodHunter Moon - SandReiter sowie TodHunter Moon - SternenJäger.



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