Schäfer | Perry Rhodan Neo 215: Botschafter des Imperiums | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 215, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Schäfer Perry Rhodan Neo 215: Botschafter des Imperiums


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-8453-4915-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 215, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-4915-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Fünfzig Jahre nachdem die Menschheit zu den Sternen aufgebrochen ist, haben Kolonisten erste Siedlungen auf fremden Welten innerhalb und außerhalb des Sonnensystems errichtet. Der Weg ins Weltall verläuft mühsam und abenteuerlich. Aber geleitet von Perry Rhodan, haben die Menschen bislang jede Gefahr überstanden. Doch im Jahr 2089 werden sie mit einem Gegner konfrontiert, der nicht fassbar erscheint. Das mysteriöse Dunkelleben bedroht die Solare Union. Um dieses Phänomen zu enträtseln, wagt Rhodan eine Expedition in ein fernes Sternenreich - zum Compariat. Auf der Reise ereignet sich ein katastrophaler Unfall. Rhodans Raumschiff, die FANTASY, strandet am Rand des Compariats. Währenddessen kommt es im Solsystem zu folgenreichen Entwicklungen. Ein fremdes Raumschiff havariert auf dem Neptunmond Triton, jemand schickt ein geheimnisvolles Signal aus dem Wrack. Sofort bricht die Arkonidin Thora mit der CREST II zu einer Rettungsmission auf - und trifft auf den BOTSCHAFTER DES IMPERIUMS ...

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1.

Amatae

Die Totra war nur knapp zwei Meter von Amatae entfernt. Für ein Tier, das mit Leichtigkeit in der Lage war, mit einem einzigen Sprung Distanzen bis zu fünf Meter zurückzulegen, ein geradezu lächerlicher Abstand.

Fasziniert betrachtete die Mehandor die fast dreißig Zentimeter langen, messerscharfen Krallen der Kreatur, deren schlangengleicher Körper sich wie eine Metallfeder zusammengezogen hatte. Drei kleine, hinter dicken Hornwülsten verborgene Augen starrten Amatae an. Die Totra wiegte den sichelförmigen Kopf sanft hin und her, als wolle sie Amatae hypnotisieren.

Auf Urlan III warst du die unumschränkte Königin des Dschungels, dachte die Mehandor nicht ohne Bedauern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Passagieren im zentralen Großhangar der VETRONA, hatte man die Totra nicht sedieren können. Ihr hochaktiver Metabolismus reagierte auf jede Form von Tranquillanzien fatal. Sobald Totras aufhörten, sich zu bewegen, kam ihr Blutkreislauf zum Stillstand, was binnen weniger Minuten zu ihrem Tod führte.

»Ganz ruhig, meine Große.« Amatae warf dem gut zwei Meter langen Tier einen faustgroßen Fleischbrocken durch das Gitterfenster zu. Echtes Taurackfleisch, von dem man auf dem arkonidischen Kolonialplaneten fast eine Tonne an Bord genommen hatte. Das normalerweise verfütterte, mit Vitaminen und Nährstoffen versetzte Synthofleisch rührte die Totra nicht an.

Mit wohligem Schaudern beobachtete Amatae, wie das breite, von zwei Doppelreihen kleiner, aber messerscharfer Zähne beherrschte Maul der Totra den Leckerbissen aus der Luft schnappte und hastig hinunterschlang – ohne die Mehandor dabei auch nur eine Sekunde aus ihrem Blick zu entlassen.

»Mehr gibt es nicht!« Amatae trat einen Schritt zurück.

Das Tier knurrte unwillig, als hätte es die Worte der jungen Frau verstanden. Erst als Amatae ihr schmales Kontrollpult an der Stirnwand des Hangars erreicht hatte, wandte sich die Totra ab und trottete in die hinteren Bereiche des großzügig bemessenen Käfigs zurück.

Dennoch kein Vergleich zu den weitläufigen Urwäldern auf Urlan III, dachte die Mehandor. Sie rief ein Hologramm auf und kontrollierte die Vitalwerte der Totra. Seit dem Start der VETRONA hatte sich deren allgemeine körperliche Verfassung kaum verändert. Das Tier vertrug die Reise erstaunlich gut, was Amatae sehr freute.

Routinemäßig überprüfte die Mehandor auch die Vitalanzeigen ihrer übrigen Schutzbefohlenen; eigentlich eine sinnlose Tätigkeit, denn sobald einer der Messwerte von der Norm abwich, hätte die Positronik Amatae sowieso benachrichtigt. Aber sie hatte es sich nun mal angewöhnt, und da rund neunzig Prozent der Tiere im biologischen Tiefschlaf lagen, gab es für sie ohnehin nicht allzu viel zu tun.

Außerdem war der Internationale Zoo von Terrania sehr penibel, was die Dokumentation des Transports seiner Neuzugänge betraf. Matriarchin Patralis hatte einen erheblichen Aufwand betreiben müssen, um den entsprechenden Vorgaben der Menschen gerecht zu werden. Amatae erinnerte sich an eine der ersten Besprechungen, an der die Sippenchefin persönlich teilgenommen hatte. Ihr Gesichtsausdruck hatte sich praktisch sekündlich verdüstert, während sie nach und nach erfuhr, welche Investitionen nötig waren, um den Großhangar der VETRONA in einen für Tiere geeigneten Frachtraum zu verwandeln.

»Bei allen Gespinsten des Handelsministeriums!«, hatte Patralis schließlich ausgerufen. »Dieses Viehzeug reist komfortabler als ich! Vielleicht sollte ich überlegen, mich selbst in diesem verdammten Menschenzoo einzuquartieren ...«

Ihre engsten Vertrauten hatten pflichtschuldig gelacht. Amatae dagegen hatte sich nur ein schwaches Lächeln abringen können. Sie arbeitete zwar erst seit ein paar Jahren als freie Koordinatorin für Lebendtransporte, doch in dieser Zeit hatte sie bereits einiges erlebt. Das legale Geschäft mit exotischen Tieren für Parks, Zoologische Gärten und Forschungseinrichtungen, aber auch der illegale Handel mit reichen Privatsammlern und Jägern blühte. Viele Frachtdienstleister waren allerdings der Ansicht, dass Tiere sich nicht besonders von gewöhnlicher Ladung unterschieden. Die Konditionen, unter denen die bedauernswerten Kreaturen teilweise befördert wurden, spotteten daher allzu häufig jeder Beschreibung. Sie setzten die Tiere enormem Stress aus, indem sie sie nicht nur aus ihrem gewohnten Lebensraum rissen, sondern sie obendrein in zu engen Käfigen einpferchten und sie unter nicht im Mindesten artgerechten Bedingungen über Tage hinweg durchs All kutschierten.

Amatae wusste inzwischen, dass die Verfassung der Terranischen Union einen Passus enthielt, der Tieren eine erstaunliche Menge an Rechten zugestand. Besonders ein Satz hatte sie dabei tief beeindruckt. Sie konnte ihn noch immer auswendig: Die Freiheit und der moralische Charakter einer Gemeinschaft, hieß es dort, manifestieren sich in erheblichem Maße durch deren Umgang mit den schwächsten ihrer Mitglieder. Die Terraner zählten zu diesen Mitgliedern auch die Tiere – und entsprechend streng waren die Auflagen gewesen, die Matriarchin Patralis hatte erfüllen müssen, um diesen lukrativen Auftrag an Land zu ziehen.

Nachdem Amatae von der Sippenchefin und Kapitänin der VETRONA als Beraterin engagiert worden war, hatte sich die junge Mehandor ausgiebig über den Internationalen Zoo von Terrania informiert. Dort legte man großen Wert darauf, den Tieren mittels modernster Holotechnik, Klimakontrolle und positronischer Überwachung ein Leben zu ermöglichen, das sich kaum von dem in freier Wildbahn unterschied. Die riesige Anlage, die man mitten in der Wüste errichtet hatte, galt auf der Erde, der Heimatwelt der Menschen, als eine der größten Attraktionen des Planeten.

Amatae war noch nie auf der Erde gewesen, und sie freute sich auf den Besuch. Sie hatte bereits mehrfach Kontakt mit Aulora de Vries gehabt, die den Zoo leitete. Die hochgewachsene Frau mit den stoppelkurzen Haaren hatte Amatae versprochen, sie persönlich herumzuführen und ihr alles zu zeigen. Dabei war der Stolz in ihrer Stimme unüberhörbar gewesen, und wenn nur die Hälfte von dem stimmte, was Amatae über den Tierpark gelesen hatte, hatte de Vries allen Grund dazu.

Ein leises Summen riss die Mehandor aus ihren Gedanken. Ihr Blick fiel zuerst auf die kurze Warnmeldung und huschte dann nach rechts in den hinteren Bereich des Hangars. Dort war ein Abschnitt mit rötlich schimmernden Prallfeldern vom Rest des Areals isoliert. Der im Zentrum der Schutzzone verankerte Container unterlag besonderen Sicherheitsbestimmungen – und das, obwohl sein einziger Insasse nicht bei Bewusstsein war.

Die Positronik hatte registriert, dass die Temperatur im Innern des Containers um 1,8 Grad Celsius gefallen war. Damit lag sie geringfügig außerhalb der festgelegten Normparameter. Amatae korrigierte manuell nach, und die Meldung verschwand.

Solche kleineren Abweichungen gab es öfter. Die VETRONA entstammte nicht unbedingt der modernsten Baureihe mehandorischer Walzenschiffe – und das beschrieb ihren allgemeinen Zustand schon mit reichlichem Wohlwollen. Zwar hatte es der Frachter vor einigen Monaten noch einmal durch die vorgeschriebene Jahresinspektion geschafft, doch kursierten seitdem Gerüchte unter der Besatzung, dass das hauptsächlich an den guten Beziehungen lag, die Matriarchin Patralis mit dem Chef der Prüfbehörde auf Kakomar pflegte, dem Heimathafen der VETRONA. Die besondere Betonung, die dabei auf gute Beziehungen lag, ließ erahnen, dass es weniger um technische als um körperliche Belange ging.

Amatae kümmerte das nicht besonders. Solcher und ähnlicher Tratsch kursierte auf jedem Schiff und gehörte zur Handelsraumfahrt einfach dazu. Die VETRONA war ganz sicher nicht das beste Frachtschiff, auf dem sie bisher mitgeflogen war, aber auch nicht das schlechteste.

Amatae hatte das Tier, das in dem isolierten Transportbehälter ruhte, nur einmal mit eigenen Augen gesehen, während der Verladung auf dem Raumhafen von Kakomar. Man hatte ihr das zuerst nicht gestatten wollen, doch Amatae ließ keinen Zweifel daran, dass sie die Verantwortung nur für solche Tiere übernahm, die sie vor Reiseantritt persönlich untersucht hatte.

Sie aktivierte die Holokameras, die das Containerinnere erfassten. Auf den ersten Blick wirkte der braune, an manchen Stellen ins Ocker spielende und nur gut einen Meter lange Körper eher unscheinbar. Das Tier lag auf der Seite, die acht kräftigen Beine leicht angewinkelt. Das hintere Beinpaar war stärker ausgeprägt, die vier mittleren Gliedmaßen wirkten kürzer, was unter anderem daran lag, dass sie statt der tellergroßen, krallenbewehrten Tatzen der Vorderläufe eine Reihe von Saugnäpfen aufwiesen. Das breite Maul mit seinen extrem harten und scharfen Reißzähnen war geschlossen. Die beiden Nüstern der spitzen, unmittelbar unter den zwei Facettenaugen liegenden Nase blähten sich mit jedem Atemzug der schlafenden Kreatur wie die Membransegel eines mehandorischen Faltdrachens.

Amatae hatte das Tier nie persönlich in Aktion erlebt, aber die Holobilder waren beeindruckend genug gewesen. Dem Frachtmanifest zufolge hatte ein Prospektorentrupp das Tier auf der Suche nach Bodenschätzen durch reinen Zufall auf einer unbewohnten Welt im Hanin-Teshak-Sektor des Großen Imperiums entdeckt und eingefangen. Die Prospektoren hatten ihre Beute in einem Anflug von Sarkasmus Tupanthi getauft, was aus dem Satron übersetzt so viel wie »kleiner Imperator« bedeutete. Den wenigen Aufnahmen zufolge, die Amatae zu Gesicht bekommen hatte, war der Tupanthi ein ebenso schneller wie kompromissloser Jäger. Bis die...



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