Scheer | ZBV 2: Kommandosache HC-9 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 200 Seiten

Reihe: ZBV

Scheer ZBV 2: Kommandosache HC-9


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5049-4
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 200 Seiten

Reihe: ZBV

ISBN: 978-3-8328-5049-4
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Spezialagenten der 'Geheimen Wissenschaftlichen Abwehr' sollen herausfinden, wer im streng geheimen Aleuten-Stützpunkt spioniert und sabotiert. Captain Thor Konnat, der Agent ZBV mit dem operativ veränderten Gehirn, wird U-Bootkommandant wider Willen.

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5.


Der Kreuzer hatte bei einer Unterwasser-Marschfahrt von achtzig Seemeilen knapp dreißig Stunden benötigt, um die Straße San Francisco-Tanaga zu überwinden.

Ich stand in der kreisförmigen, direkt unter dem Turm eingebauten Zentrale und beobachtete die Bildschirme des hochwertigen Sup-Asdic-Gerätes, das ununterbrochen das vor uns liegende Seegebiet abtastete.

Auf den drei anderen Rundsichtbildschirmen erschienen der Meeresboden und die seitlich von uns liegenden Wassermassen.

Die Nummernskala des Tiefenmessers stand seit einigen Stunden auf der Zahl 'fünfhundert'. Diese Tiefe war von den vollautomatischen Kontrollen laufend eingehalten worden. Die technischen Einrichtungen des Kreuzers waren zu neunzig Prozent automatisiert; deshalb erforderte der Sechstausend-Tonnen-Gigant nur eine Besatzungsstärke von hunderteinundzwanzig Mann einschließlich Kommandant.

Außer dem Unterwasserradar zur Außenbordbildaufnahme lief noch das auf Ultraschallbasis arbeitende Sup-Asdic-Gerät, dessen Tast- und Ortungsergebnisse in bildartigen Grafiken wiedergegeben wurden.

Damit verfügte der Kreuzer über zwei verschiedenartige Ortungsgeräte, die sich in ihren Ergebnissen ergänzten. Das moderne U-Radar hatte außerdem den Vorteil, daß geortete Körper optisch sichtbar gemacht werden konnten. Die genauen Relief-Echogramme des Asdic-Gerätes waren ebenfalls verläßlich.

Ich konnte durch die vollautomatische Auswertung an den Instrumenten ablesen, daß der unter uns liegende Meeresboden fast übergangslos nach unten absank. Die Walzenskalen klickten sehr rasch weiter. Das Unterwasserfernbild des Radars begann zu verschwimmen. »Der Aleuten-Graben, Sir«, berichtete der Erste Radaroffizier des Bootes.

»Sa muß vor unbekannten Zeiträumen ein gewaltiger Einbruch des Meeresbodens stattgefunden haben.«

Ich nickte geistesabwesend. Meine Gedanken kehrten wieder zu dem U-Transporter zurück, der nach den Mitteilungen meiner Kollegin in dreitausendachthundert Metern Tiefe auf Grund liegen sollte. Ich konnte mir vorstellen, wie es in dem stählernen Fisch aussah. Die zulässige Höchsttauchtiefe für meinen starken Offensivkreuzer belief sich auf fünfzehnhundert Meter, kurzzeitig verantwortbar waren allenfalls zweitausend Meter. Sollte ich es riskieren, noch tiefer zu gehen, so konnte ich sicher sein, daß der starke Wasserdruck das Boot zusammenpressen würde.

Wahrscheinlich war das mit dem Druckkörper des Transporters aber nicht geschehen. Die Explosion hatte zweifellos schon stattgefunden, als er sich noch in geringeren Wassertiefen befand. Das Wasser mußte in den Rumpf eingedrungen sein und den Druckausgleich hergestellt haben. Infolgedessen konnten die Überreste nicht zerdrückt worden sein. Wenn meine Annahme stimmte, gab es berechtigte Hoffnung, daß Professor Morrows Leiche gefunden wurde.

Diese Überlegungen beschäftigten mich schon während der ganzen Fahrt. Morrow hatte sehr wichtige Unterlagen mitgeführt. Es handelte sich um Pläne über die unterirdischen Atomwaffendepots auf Tanaga, die er persönlich nach Washington bringen sollte. Sollte seine Leiche nicht entdeckt werden, so konnte daraus nur die Schlußfolgerung gezogen werden, daß man ihn vor dem Untergang aus dem Boot herausgeholt hatte. Das aber würde eine Katastrophe bedeuten, da Morrow zu den Kernphysikern gehörte, die an der Entwicklung der C-Bombe maßgeblich beteiligt waren.

Die Kohlenstoffbombe war eine Weiterentwicklung der H-Bombe. Etwa vor einem Jahr hatte man den ersten Versuch mit der C-Bombe gestartet. Man hatte alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen und dieses Experiment auf der Rückseite des Mondes vorgenommen.

Dabei war festgestellt worden, daß man sich wieder einmal verrechnet hatte.

Die Energieentwicklung der C-Reaktion war tausendmal stärker gewesen als die einer H-Bombe. Man sprach vergleichsweise von zehn Milliarden Tonnen TNT.

Vier dieser Bomben hatte ich an Bord, und der verschwundene Kernphysiker wußte genau, wie die C- Bomben hergestellt wurden.

Während ich noch über den Fall nachgrübelte, zuckte der neben mir sitzende Radaroffizier zusammen. Ich bemerkte, daß er sich nach vorn beugte und auf die Bildfläche des Grundtasters blickte. Ich wollte ihn gerade fragen, als er erregt meldete: »Ortung, Sir. Fremdkörper etwa vierhundert Meter unter uns. Liegt noch etwas zurück, kommt aber rasch auf.«

Ich fuhr herum, wie von einer giftigen Viper gebissen. Mit zwei Sprüngen war ich vor dem Bildschirm, auf dem die verschwommenen Umrisse des tief unter uns liegenden Meeresbodens zu sehen waren. Ich beobachtete jetzt etwas, was vor Augenblicken noch nicht sichtbar gewesen war. Es war ein langgestreckter, grünleuchtender Fleck, der sich sehr rasch über den Rand der Bildfläche bewegte. Aus der Gradeinteilung ging hervor, daß dieser Fleck, der nur von einem großen Körper herrühren konnte, genau in unserem Kielwasser folgte.

Der Radaroffizier schaltete bereits. Unser spezieller Objekttaster begann zusätzlich zu arbeiten. Es war ein typischer Richtstrahler, der sich nun automatisch auf das von dem Breitbandgerät ausgemachte Objekt einpeilte.

»Schalten Sie auf Bild«, befahl ich mit geschauspielerter Ausgeglichenheit. Ich war mir nicht bewußt, daß ich mit beiden Händen die Sitzlehne des vor mir angebrachten Drehsessels umklammerte. Eine andere, ebenfalls kreisförmige Bildfläche flammte auf. Sie gehörte zum Objekttaster und zeigte nur das, was von dem scharfgebündelten Impulsstrahl aufgenommen wurde.

Der tief unter uns aufkommende Körper wurde in seinen Umrissen sichtbar. Es dauerte einige Augenblicke, bis das Bild schärfer wurde.

Der Radaroffizier drehte an der Mikrometerabstimmung der Feineinstellung. Plötzlich entstand der Eindruck, als schösse der Körper auf uns zu.

»Vergrößerungsstufe fünf, Sir. Wahre Entfernung 832. Boot liegt auf Kurs 326 Grad.«

Das war exakt unser Kurs. Ich hörte die diensthabenden Männer der Zentrale erregt atmen und fühlte auch ihre Blicke.

Vor dem Bildschirm starrte ich auf das naturgetreue Abbild des Bootes, das mit großer Geschwindigkeit von achtern aufkam.

Der Radarmann ermittelte bereits die Feinddaten. Ich vernahm das Summen der elektronischen Rechenmaschine.

»Fahrt des Bootes genau 98,3 Seemeilen«, meldete er. Seine Stimme klang so ruhig, als säße er in einer Hotelhalle und nicht in der Zentrale eines kampfstarken U-Kreuzers. »Wahrscheinlich ein schnelles Jagdboot!«

»Können Sie noch stärker vergrößern?«

»Nein, Sir. Fünffach ist die Grenze.«

»Dann versuchen Sie, ob Sie das Bild noch etwas klarer bekommen. Ich möchte den Typ erkennen.« Es gelang ihm tatsächlich. Der dunkle Körper zeichnete sich plötzlich noch schärfer ab.

»Kenne ich nicht, Sir«, meinte der Radarmann. Ich zweifelte nicht an seiner Aussage. Er konnte diesen Bootstyp auch nicht kennen, da er wahrscheinlich niemals in einem chinesischen U-Boothafen herumgeschnüffelt hatte.

Ich dagegen erkannte augenblicklich, mit wem wir es zu tun hatten. Die plumpe Torpedoform des etwa hundertvierzig Meter langen Bootes war mir sehr gut bekannt, da ich gerade in dieser Richtung in Asien gearbeitet hatte. Ich wußte, daß es sich um eines der modernsten und schnellsten U- Jagdboote des GAS handelte. Charakteristisch war der fehlende Turmaufbau, der an dem fremden Boot durch eine flache Stahlkuppel ersetzt war.

Ich drehte mich wieder um und schlug mit der Hand auf den roten Schalter. Während die anwesenden Männer der Wache zu schwitzen begannen, schrillten im Boot die Alarmanlagen auf.

Die Klingeln hallten noch nach, als der I. O. in die Zentrale gestürzt kam. Schreckensbleich sah er mich an. Ich ahnte, daß er in dem Augenblick an die vier C-Bomben dachte, die wir an Bord hatten. »Klar Schiff zum Gefecht, Mr. Sonth. Ich will die Leute in einer halben Minute auf den Gefechtsstationen sehen.«

Er begab sich sofort an die Mikrophone der Rundrufanlage.

Ich drückte den Schalter nieder. Vor mir flammten etliche kleine Bildflächen auf.

»Maschine«, schrie ich in das Mikrophon, »dreimal äußerste Kraft voraus und alle mehr! Fahrtsteigerung auf mindestens neunzig Knoten.«

Der diensthabende Ingenieur bestätigte. Ich sah auf dem Bildschirm, wie seine Hände arbeiteten.

In das dumpfe Rauschen der schweren Staustrahltriebwerke mischte sich das Aufheulen der Quecksilber-Dampfstrahlturbinen. Der Plutoniummeiler hatte nun für alle Triebwerkseinheiten die thermische Aufheizungsenergie zu liefern. Bei den extrem hohen Arbeitstemperaturen geschah das innerhalb von Sekunden. Die Turbinen heulten noch schneller auf. Im gleichen Augenblick kuppelte die ebenfalls turbobetriebene Schraube ein, die normalerweise lediglich als Zusatztriebwerk diente. Sie wurde sonst nur bei Aus- und Einlaufmanövern verwendet.

»Schraubenturbinen laufen mit Umdrehungen für zwanzig Knoten«, meldete die Maschine. »Schubleistung der DS- und Staustrahltriebwerke für siebzig Meilen.«

Die Meldung war sehr schnell gekommen. Demnach hatten sie die Maschinen auf Leistung »gekitzelt«. U-2338 schoß plötzlich mit neunzig Meilen durch die See.

»Fremdes Boot holt auf«, meldete der Radaroffizier nervös. »Aufkommgeschwindigkeit 8,3 Knoten.« Diese Angabe war für mich die letzte Bestätigung. Ich wußte genau, daß die neuen, kleinen Jagdkreuzer der GAS etwa hundert Seemeilen laufen konnten.

»Wer ist das, Sir?« fragte der I. O. und fuhr sich über die schweißbedeckte Stirn. Aus geweiteten Augen starrte er auf die Spezialbildfläche des Objekttasters. Der chinesische Jäger wurde immer deutlicher sichtbar. Infolge unserer Fahrterhöhung kam er nicht mehr so schnell...



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