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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 200 Seiten

Reihe: ZBV

Scheer ZBV 4: Unternehmen Pegasus


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5051-7
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 4, 200 Seiten

Reihe: ZBV

ISBN: 978-3-8328-5051-7
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach einem mißglückten Kernwaffenversuch sind im Amazonas-Urwald durch Genveränderung bedauernswerte Geschöpfe entstanden. Man nennt sie die 'Erben des Wahnsinns'. Die Katastrophe wurde ausgelöst von Gesetzesbrechern, die nun die Regierung der Lateinamerikanischen Union zu stürzen versuchen. HC-9 und MA-23 von der 'Geheimen Wissenschaftlichen Abwehr' greifen ein.

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6.


Kurz nach Mitternacht läutete der automatische Wecker, den ich sorgfältig eingestellt hatte.

Ich verließ unwillig das bequeme Bett, trat unter die Dusche und weckte anschließend den Kleinen. Während er sich fertigmachte, stellte ich aus den Resten des reichhaltigen Abendessens ein Frühstück zusammen.

Anschließend saßen wir schweigend im geräumigen Wohnzimmer und warteten auf etwas, das bald kommen mußte.

Die Aktion war mit dem Alten genau besprochen worden. Er mußte uns so viel Zeit geben, daß wir noch im Schutze der Dunkelheit starten

konnten. Außerdem durfte er nicht zu früh mit der Verfolgung beginnen, da ich allergrößten Wert darauf legte, kurz nach Sonnenaufgang über dem verseuchten Gebiet anzukommen. Da wollte ich mich nicht nur auf die Radar-Reliefkarte verlassen. Die Angelegenheit war also nicht einfach.

Nachdem wir schon länger als eine Stunde gewartet hatten, wurde mir klar, daß es besser gewesen wäre, wenn wir nicht so früh aufgestanden wären.

Hannibal war nicht zu Scherzen aufgelegt. Das war ich von ihm gar nicht gewöhnt. Er beherrschte sich vorbildlich, aber er war doch unruhig. Mir erging es nicht viel besser. Als die zweite Morgenstunde abgelaufen war, erhob er sich langsam und meinte:

»Langer, ich werde mal unseren Koffer bereitstellen. Die Anzüge scheinen ja in Ordnung zu sein.« Ich nickte zustimmend. Er verschwand im Nebenzimmer.

Unser kleines Gepäck sollte zurückbleiben, da wir im verseuchten Urwald kaum etwas mit eleganten Straßenanzügen anfangen konnten. Wir trugen jetzt eine feste, luftdurchlässige Kunstfaserkleidung und hohe Schnürschuhe. Es war alles gut vorbereitet.

In Gedanken rechnete ich nach und kam zu dem Ergebnis, daß unser mexikanischer Kollege in diesen Minuten verhaftet werden mußte. Hannibal kehrte mit den Koffern zurück. Er stellte sie griffbereit an die Tür und setzte sich wieder in den Sessel. Wir schwiegen, da alles besprochen war. Wir hatten nur noch zu warten.

Obwohl wir seit Stunden auf das Geräusch gelauscht hatten, zuckten wir zusammen, als das Bildsprechgerät summte.

Er sah mich an, als ich langsam die Taste niederdrückte. Es meldete sich die junge Dame vom Nachtdienst der Hauszentrale.

»Hauszentrale, Mr. Fintal. Sie werden aus Mexiko verlangt. Darf ich umschalten?«

»Ja, bitte.«

Sie verschwand von der Bildfläche. Sekunden später erschien das Gesicht eines Mexikaners. Es war einer unserer Beamten, nach außen hin ein Angestellter Monaros.

»Senor...Senor Vilmar«, ertönte es aus dem Lautsprecher. »Ich komme...«

»Bist du wahnsinnig«, schrie ich in das Mikrophon. »Ich heiße Fintal.«

»Egal.« Die Stimme des Mannes überschlug sich fast vor Erregung.

»Seien Sie froh, daß ich Sie noch anrufen kann. Jose ist vor einigen Minuten verhaftet worden. Er wird gerade abgeführt. Vor dem Haus stehen Flugschrauber der Polizei. Es sind auch Männer in Zivil dabei. Das wollte ich Ihnen nur mitteilen. Ich verdrücke mich, denn...!«

Plötzlich klangen laute Stimmen auf. Im Erfassungsbereich seiner Fernsehoptik erschienen einige Männer, die ihn überwältigten.

»Stellen Sie sich, Vilmar«, forderte ein Mann, dessen Gesicht sekundenlang auf unserer Bildfläche erkennbar wurde.

Schon schaltete ich ab.

Hannibal äußerte grinsend:

»Wenn wir wirklich verfolgt wären, hätte dieser Typ den größten Fehler seines Lebens gemacht, indem er uns anrief. Unsere Leute können nun ohne Schwierigkeiten feststellen, mit wem er verbunden war. In zehn Minuten ist die Polizei von Caracas informiert. Es wird Zeit, schätze ich.«

Ich hatte inzwischen Kastros Nummer gewählt. Da dort immer einige Leute wach waren, meldete sich sofort jemand. Es war der Mann, der unsere Wohnung durchsucht hatte. Auch er schien zu wissen, mit wem er es zu tun hatte.

»Nanu, was wollen Sie denn je...!«

»Halten Sie den Mund«, unterbrach ich ihn erregt. »Ich muß sofort Kastro sprechen, und zwar in einer dringenden Angelegenheit. Suchen Sie nicht lange nach Ausreden, sondern wecken Sie ihn. Tun Sie, was Sie wollen, aber bringen Sie ihn an den Apparat. Es brennt. Ich muß ihn unbedingt sprechen.« Er schien an meinem Gesichtsausdruck zu erkennen, daß die Sache sehr ernst war. Seltsamerweise zögerte er keine Sekunde.

Er schaltete um. Nach wenigen Augenblicken tauchte Kastros Gesicht auf. Ich konnte auf meiner Bildfläche deutlich sehen, daß er im Bett lag. Das Gerät stand dicht neben ihm auf einem Nachtschrank.

»Was gibt es?« klang es aus dem Lautsprecher. Er verlor keine unnützen Worte.

»Gut, daß Sie sich gemeldet haben«, sagte ich hastig. »Ich bin gerade aus Mexiko angerufen worden. Mein Verbindungsmann, der Flieger Jose Monaros, ist vor einigen Augenblicken verhaftet worden. Sein Mitarbeiter wollte mich noch warnen, aber er wurde gefaßt, als er mit mir sprach.« Kastros Gesicht hatte sich verhärtet. »Woher kannte er Ihre Nummer?«

»Von Monaros natürlich. Ich hatte ihm gesagt, wo wir absteigen würden. Ich wollte informiert werden. Sind Sie sich darüber klar, daß wir sofort verschwinden müssen?«

»Wenn man feststellen kann, welche Nummer der Idiot gewählt hat, dann müssen Sie das allerdings.«

»Die Verbindung bestand noch, als Sie in sein Zimmer eindrangen. Ich habe sofort abgeschaltet, aber das wird nicht viel nützen.«

»Sie haben einen Fehler gemacht, dem Mexikaner Ihre Nummer mitzuteilen.«

»Dann ist jetzt nichts mehr zu ändern. Ich tauche auf alle Fälle unter. Die Sache gefällt mir nicht«, gab ich aufgeregt zurück. »Regi zieht sich jetzt an. Ich bin schon fertig, denn wir haben abwechselnd gewacht.«

»Wo wollen Sie hin? « fragte er. Seine Stimme klang plötzlich nervös. Ich lachte sarkastisch.

»Das wollte ich eigentlich Sie fragen. Können Sie das managen?«

»Ich bin doch nicht verrückt«, gab er eisig zurück. »Nicht von hier aus. Hatten Sie nicht einen Platz, den Sie in einem solchen Notfall anfliegen wollten?«

Ich sah aus den Augenwinkeln, daß Hannibal zu grinsen begann. Kastro schien auf unseren Plan einzugehen.

»Ich könnte mir einen schöneren Platz vorstellen«, entgegnete ich erregt. »Sie wollen also wirklich, daß wir uns dort in Sicherheit bringen? Haben Sie keine andere Möglichkeit?«

»Wenn Sie noch lange reden, gibt es gar keine mehr. Fliegen Sie zu dem bestimmten Ort und landen Sie etwa fünfzig Meilen nordöstlich vom Amana-See. Sie werden die Überreste eines uralten Tempels entdecken. Warten Sie dort und schließen Sie gut Ihre Kleidung. Das wäre alles. Sehen Sie auf den Karten nach. Mehr kann ich im Augenblick nicht für Sie tun.«

Mit den Worten schaltete er ab. Als die Bildfläche verblaßte, begann Hannibal leise zu lachen. »Großartig! Er hat immerhin einen Hinweis gegeben. Wenn wir ernsthaft gesuchte Verbrecher wären, müßten wir vor Angst Schüttelfrost bekommen. Weißt du etwas über den Tempel?«

»Der Alte sprach davon. In der Nähe soll das Werk liegen. Der Bau ist auf unseren Spezialkarten eingezeichnet. Vor der Explosion war er eine Fundgrube für die Archäologen.«

Minuten später standen wir im Aufzug, der uns zum Dach brachte. Wir schleppten die beiden großen Koffer zur Maschine. Während wir sie in den Laderaum warfen, bemerkte ich einen Angestellten, der neugierig seinen Kopf aus der Tür eines Büros streckte.

»Sorgen Sie dafür, daß unsere Wohnung gereinigt wird«, rief ich ihm zu. »Wir sind gegen fünfzehn Uhr zurück.«

»Selbstverständlich, Senor Fintal«, erwiderte der Mann dienstbeflissen. Danach schwang ich mich in den Pilotensitz.

»Deine Maske sitzt schlecht«, stellte Hannibal mißbilligend fest.

»Wenn es nicht dunkel wäre, hätte er bestimmt etwas bemerkt.« Ich hörte nicht weiter zu, sondern entfernte die hinderliche Tarnungsfolie vom Gesicht. Jetzt kam es nicht mehr darauf an. In spätestens einer Viertelstunde mußte hier die Polizei eintreffen. Wir hatten die uns verbleibende Zeit schon um zwei Minuten überschritten.

Unter uns heulte die Gasturbine des Rotors auf. Ich kuppelte ein und hob so ruckartig ab, daß wir hart in die Sitze gepreßt wurden.

»Nicht so schnell. Es hätte uns noch gefehlt, einer Luftstreife in die Arme zu fliegen.«

Anschließend richtete ich mich genau nach der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit, die in dem äußeren Stadtbezirk hundert Meilen betrug. Wir umflogen die Stadt in weitem Bogen und hielten die Flughöhe von achthundert Meter ein. Unterdessen funkte Hannibal mit seinem Kleinsender unseren Verbindungsmann an. Er mußte informiert werden, daß Kastro bestimmte Anweisungen über den Landeplatz gegeben hatte. Ich war sicher, daß TS-19 die Nachricht umgehend an den GWA-Chef weiterleitete.

Wir hatten noch knapp fünf Minuten Zeit, bis wir endlich die Stadtgrenze erreichten.

Hinter uns lag Caracas und damit die unmittelbare Gefahr. Das Land unter uns war zwar noch ziemlich dicht besiedelt, aber ein enges Radarnetz gab es hier nicht mehr.

Ich brachte die Gasturbine auf Höchstleistung. Die Hubrotoren wirbelten heftiger. Wir konnten das Staustrahltriebwerk nicht eher anspringen lassen, bis wir eine Fahrt von 320 km/h erreicht hatten. Der dadurch entstehende Luftstau vor den beiden Einlaßöffnungen des modernen Triebwerks genügte durchaus, um es anspringen zu lassen.

Ich drückte den Anlaßschalter. Als wir mit Hilfe der Rotorkränze die Staugeschwindigkeit erreicht hatten, begann das Robotgerät zu schalten.

Der starke Luftstrom fuhr in das Triebwerk, in dem gleichzeitig die Brennstoffeinspritzung und Zündung erfolgte. Mit der ersten Verbrennung...



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