Scheer | ZBV 49: Ausgezählt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 49, 200 Seiten

Reihe: ZBV

Scheer ZBV 49: Ausgezählt


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8328-5097-5
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 49, 200 Seiten

Reihe: ZBV

ISBN: 978-3-8328-5097-5
Verlag: Bildner Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Thor Konnat und Hannibal Utan, unter den Kodenamen HC-9 und MA-23 als Staragenten der Geheimen Wissenschaftlichen Abwehr bekannt, haben sich Zugang zu dem Verbrecherring verschafft, dessen Aktivität die Welt gegenwärtig in Atem hält. Jetzt suchen die GWA-Schatten die eigentlichen Drahtzieher der Kindesentführungen. Eine heiße Spur führt die beiden in die Antarktis -- und zu einem Mann, der sich für den Retter der Menschheit hält.

Scheer ZBV 49: Ausgezählt jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


6.


»... das ist aber kein Beinbruch, meinen unsere Experten. General Reling schimpft dagegen schauderhaft. Er meint, Ihr Angebot an diesen gefährlichen Valerie Kojastnakow wäre nicht nur übereilt, sondern sogar dreist.«

»Meint er das?« fragte ich telepathisch zurück. Hannibal stand nahe der Kabinentür und hielt Wache. Ich lag auf einem Ruhebett und hatte die Augen geschlossen.

Selbstverständlich wurden wir von Mikro-Spiongeräten ständig beobachtet und abgehört.

»Ja, dreist hat er gesagt«, erklärte Kiny Edwards. Sie schien sich zu amüsieren. »Dazu erklärt Oberst Reg. J. Steamers, das entspräche sicherlich Ihrem neuartigen Instinkt für mathelogisch-absurde Begebenheiten. Der Chef will also mitspielen und - wie er sich ausdrückt - auf Ihr verbogenes Gleis mit gewaltsamer Weichenstellung einschwenken.«

»Wie sieht das in der Praxis aus, Kleines?«

»Die GWA ist einsatzklar. Luftlandetruppen und Marinekommandos stehen bereit. Peking hat über den Abwehrchef des Großasiatischen Staatenbundes, Huang Ho-Feng, grünes Licht gegeben. Wir erhalten jede denkbare Unterstützung. Die Afrikaner machen ebenfalls mit. Reling konzentriert einen Teil der U-Flotte vorerst nahe dem Kap der Guten Hoffnung. Andere Einheiten stehen bereits in der Nähe der Prinz-Eduard-Inselgruppe. Wenn meine Parapeilungen annähernd richtig sind, befinden Sie sich nunmehr weit unter der Packeisgrenze mit direktem Kurs auf die antarktische Küste. Die elektronische Auswertung weicht nur unwesentlich von meinen Daten ab. Wenn der Kreuzer Fahrtstufe und Kurs beibehält, werden Sie in Kürze Ihr Ziel erreichen. Können Sie noch detaillierte Angaben machen?«

»Nicht viele, Kleines. Nero Nofeney zeigt mir zwar stolzerfüllt alle möglichen Meß- und Ortungsgeräte, aber die Unterwasser-Navigationsautomatiken habe ich nicht sehen können. Ich weiß auch nicht, ob tatsächlich ein marsianischer Hochstromreaktor eingebaut ist oder nicht. Darüber schweigt man. Sicher ist, daß wir mit der unwahrscheinlich hohen Marschgeschwindigkeit von hundertzwanzig Knoten laufen. Das entspricht etwa einem Tempo von zweihundertzweiundzwanzig Kilometer pro Stunde. Die zurückgelegte Strecke im Zeitraum von etwa vierunddreißig Stunden beläuft sich auf etwa über siebentausendfünfhundert Kilometer. Nach meiner Rechnung entspricht das der Distanz vom Liegeort der Grundstation bis zur antarktischen Küste. Diese dürften wir auf etwa fünfundvierzig Grad östlicher Länge erreichen, also in der Nähe der Amundsen-Bay oder des Prinz- Olav-Landes. Wie es von dort aus weitergehen soll, ist mir völlig unklar.«

»Das ist korrekt, Sir. Können Sie Kojastnakow, der ja offensichtlich von Ihrem Revolteplan gegen die Führungsschicht angetan ist, nicht bewegen, Ihnen nähere Angaben über das Endziel zu machen?«

»Das habe ich versucht, Kiny. Hoffnungslos! Dieser arme Mensch muß jedesmal weinen, wenn ich nur damit anfange. Das ist ein Typ, den man in einem Panoptikum ausstellen sollte.«

»Ausgestopft!« mischte sich Hannibal mit einem Psi-Impuls ein. »Auf keinen Fall in Wachs.« Kiny lachte auf telepathischer Basis. Es erzeugte ein seltsames Kribbeln im Hinterkopf.

»In Ordnung, Sir, das wäre es. Wenn Sie - Moment, Steamers gibt mir ein Zeichen. Er scheint neue Nachrichten erhalten zu haben. Ich melde mich wieder.«

Die Stimme aus dem Nichts verstummte. Hannibal ging auf die bequeme Sesselecke zu und setzte sich. Die beiden Kabinen waren aufwendig eingerichtet und durch eine Schottentür verbunden. Ich blieb ruhig liegen und hielt die Augen geschlossen. Sollte man denken, ich schliefe.

Kojastnakow, dieser gerissene Fuchs, mimte zwar den großen Gönner, aber ich traute ihm keine Sekunde lang.

Unsere Gespräche wurden ständig abgehört; allerdings nur die normalakustischen.

»Wollen wir wetten, daß die Sache ab sofort brenzlig wird?« rief mich der Kleine paratechnisch an. »Ich wette nie.«

»Einmal hast du es getan. Okay, vergiß es. Der als Mensch maskierte Neandertaler ...«

»Bitte?«

»Ich rede vom Hyper-Dickdarm. Unterbrich mich nicht dauernd, willst du? Hör zu, Großer, die Geschichte gefällt mir nicht. Ich habe nämlich auch einen Parainstinkt für Gefahrenmomente entwickelt. Ich gehe jede Wette ein, daß die über Kojastnakow stehende Person, ich meine die Hauptperson, so mächtig ist, daß sich dieser potentielle Mörder und Totschläger nicht einmal im Geiste an besagte Person herangetraut hat. Und nun bist du mit deiner Beseitigungsidee gekommen. Das wird uns früher oder später in die geistige Kniekehle hauen.«

»Kannst du mir erklären, was das ist?«

»Eine gekonnte Sprachschöpfung, du Kurzhaardackel. Selbst wenn dein Plänchen gelingen sollte, wird Kojastnakow dadurch zwangsläufig zum mächtigsten Mann der Organisation. Wie lange, glaubst du, wird er uns, die ihm angeblich weit überlegenen Supermenschen, an seiner Seite dulden? Das wäre für uns das Todesurteil.«

»Ansichtssache, Kleiner. Ich bin anderer Auffassung. Wir können nur gewinnen, wenn wir die Leute gegeneinander ausspielen.«

»Das kann kurzfristig gelingen. Nur drei Tage später wird sich das Blatt wenden. Und dann sind wir reif. Kojastnakow pfeift auf unsere Unterstützung in der Hoffnung, auch ohne uns über den Ohio zu kommen. Das ist ein Fluß in Nordamerika.«

»Tatsächlich? Ich dachte, du meinst den Rubicon. Schluß jetzt, Zwerg. Ich habe nicht die Absicht, die erwähnte Wendung des Blattes abzuwarten.«

»Ach nein! Die hast du nicht, wie? Da kann ich nur sagen: Sehr wohl, Herr Brigadegeneral.« Kinys Rufimpuls fiel so stark ein, daß ich glaubte, der Kopf müßte mir zerspringen. Die GWA- Telepathin schien in höchster Aufregung zu sein.

»Langsam, Kleines. Für solche Scherze bist du zu stark.«

»Verzeihung, Sir«, entschuldigte sie sich erregt. »Ich habe hier Steamers' neueste Meldungen, offiziell durchzugeben an Brigadegeneral HC-9 und Major MA-23.«

»Warum so förmlich?«

»Man gebot es mir. Es geht um zwei Dinge. Sie wissen doch, daß in Peking der Hochverratsprozeß gegen die ehemals führenden Persönlichkeiten aus dem Kult der Wissenschaftspriester des Sehenden Calthur läuft.«

»Ja. Das fällt in die Großasiatische Zuständigkeit. Was ist damit?«

»Viel, Sir. Der ehemalige Naahrgar des Kultes, Professor Dr. Josephe Rochalos, hat gewisse Aussagen gemacht. Sie werden geheimgehalten. Rochalos, der seinerzeit diktatorische Chef der Organisation, hat mehr Kenntnis, als wir vermuteten.«

»Das hatte ich ihm immer zugetraut. Leider war er nicht telepathisch belauschbar.«

»Eben! Der ausschlaggebende Faktor für seine Hinweise ist die Tatsache, daß Sie ihn bei Ihrer Flucht nicht ebenfalls mitgenommen haben. Er saß in der gleichen Maschine. Seinen Stellvertreter, Dr. Haskin Davanger, hat er gehaßt.«

Mir wurde plötzlich heiß. War das eine der Komplikationen, die Hannibal vermutet hatte? »Weiter, Kiny. Wir dürften bald abgeholt werden. Beeile dich.«

»Ja, Sir. Rochalos hat gestanden, daß die energetische Bakterienkonserve, die Sie in Ihrer Maske als Professor Toterlay auf dem Mond den Neo-Calthurs ausgehändigt haben, niemals in der Unterwasserstadt Calthurion angekommen ist. Der Behälter wurde vom Mond aus per Materietransmitter abgestrahlt und an einem Ort empfangen, den Rochalos in der Antarktis vermutet. Das stimmt mit unseren damaligen Ortungsergebnissen überein. Rochalos gibt ferner an, führende Wissenschaftler der Sekte hätten sich schon vor etwa drei Jahren vom Mutterkult abgespalten, um irgendwo auf dieser Welt eine zweite Organisation dieser Art zu bilden. In verbrecherischer Orientierung, sagte der Ex-Naahrgar dazu. Er will seinen Kopf retten.«

»Logisch! Wer will das nicht. Wer sind die führenden Wissenschaftler?«

»Das wissen wir noch nicht. Huang Ho-Feng macht kleine Zugeständnisse, um Rochalos zu weiteren Aussagen zu verleiten. Er ist jedoch argwöhnisch geworden, verlangt die bindende Zusage für seine persönliche Freiheit und mehr. Das kann ihm Huang nicht gewähren. Also schweigt Rochalos plötzlich wieder. Er hat einen Köder ausgeworfen, um Gegenleistungen zu erwirken. Huangs Ausflüchte werden von ihm durchschaut. Seine wichtigste Aussage ist der Hinweis auf einen südpolaren Stützpunkt der Abtrünnigen. Und dazu hat er eine wichtige Bemerkung gemacht.«

»Sprich endlich, Mädchen«, drängte ich. »Die Zeit wird knapp.«

»Sofort, Sir. Vor vier Jahren, im Juni 2007, haben die Calthur-Priester auf ihrer Großwerft einen Unterseetanker von dreihundertfünfzigtausend Tonnen gebaut. Das Schiff nannte man MEMORY CALTHUR. Der Neubau erfolgte noch während der Regentschaft des später ermordeten Naahrgar namens Dr. Jonosch Skartzy. Er muß mit der Gruppe der Renegaten engen Kontakt gepflegt haben, denn Skartzy duldete die eigentümlichen Einbauten in den Untersee-Riesentanker. Wir glauben, daß dieses Schiff gar kein Tanker für den Transport der Calthurschen Erdölförderungen war, sondern ein hochwertig ausgebautes Spezialschiff, das von vornherein ganz andere Aufgaben erfüllen sollte.«

»Mache mich nicht schwach! Die Laderäume in einem Dreihundertfünfzigtausend-Tonner sind so gigantisch, daß man darin eine Stadt aufbauen könnte.«

»Ähnliches muß geschehen sein«, bestätigte Kiny hastig.

»Das war nur mit Billigung des obersten Priesters möglich. Rochalos hat es erst viel später bei Sondierung geheimer Unterlagen entdeckt. Es könnte also möglich sein, daß Sie gar nicht auf dem antarktischen Festland ankommen, sondern an Bord eines gigantischen Schiffes, das aber mehr Platz bietet als die großzügigste Station unter dem ewigen Eis. Das würde auch...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.