Schier | Die Liebe gibt Pfötchen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: HarperCollins

Schier Die Liebe gibt Pfötchen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95967-934-3
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Reihe: HarperCollins

ISBN: 978-3-95967-934-3
Verlag: HarperCollins
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In dem maritimen Lichterhaven hat Thorsten ein Zuhause gefunden. Gemeinsam mit seinem Halbbruder baut er in der Familienwerft hochwertige Holzboote - und erfüllt sich damit einen lang gehegten Traum. Alles, was ihm jetzt noch zu seinem Glück fehlt ist ein Date mit Martina. Doch seit ihrer ersten Begegnung weiß er: Er wird kämpfen müssen, wenn er diese umwerfende Frau für sich gewinnen will. Aber er scheint einen Verbündeten zu haben. Martinas vierbeiniger Begleiter, der ungarische Hirtenhund Capone, schafft es irgendwie immer wieder, dass die beiden sich wie zufällig treffen ...



Seit Petra Schier 2003 ihr Fernstudium in Geschichte und Literatur abschloss, arbeitet sie als freie Autorin. Neben ihren zauberhaften Liebesromanen mit Hund schreibt sie auch historische Romane. Sie lebt heute mit ihrem Mann und einem deutschen Schäferhund in einem kleinen Ort in der Eifel.

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2. Kapitel

Lächelnd blickte Thorsten vom Deich aus auf das in der Morgensonne glitzernde Watt hinaus. Eine leichte Brise umwehte ihn, gerade genug, um den salzigen Geruch der Nordsee herüberzutragen. In knapp zweieinhalb Stunden erst würde das Wasser den Niedrigstand erreichen, deshalb konnte er von seinem Aussichtspunkt aus das in der Ferne schillernde Wasser in den Prielen sehen.

Vor rund zwei Jahren war er nach Lichterhaven gezogen, um gemeinsam mit seinem älteren Halbbruder Lars das stillgelegte Werftgelände wiederzubeleben und Sportboote und Jachten zu bauen. Seitdem hatte Thorsten es sich zur Gewohnheit gemacht, morgens vor Arbeitsbeginn einen kurzen Moment hier auf dem Deich innezuhalten und eins mit der Welt zu werden.

Er war mehr als zufrieden mit sich, denn er hatte bereits seine morgendliche Joggingrunde hinter sich, ebenso wie ein wenig Krafttraining an der Hantelbank, die er in einer Ecke seines Wohnzimmers aufgestellt hatte. Bei allzu schlechtem Wetter ließ er die Joggingschuhe im Schrank und trainierte lieber auf dem Rudergerät, aber der heutige Morgen war der Inbegriff guten Wetters. Kleine Schäfchenwolken zogen am fernen Horizont vorbei, ansonsten war der Himmel postkartenkitschig blau, und die Sonne wärmte für einen Frühsommermorgen schon recht ordentlich. Noch hatten nirgendwo die Sommerferien begonnen, sodass Lichterhaven vorerst von den großen Touristenmassen verschont blieb. Mit einer erklecklichen Anzahl von Tagesausflüglern würden sie dennoch rechnen können – obwohl heute Montag war.

Für einen Moment schloss Thorsten die Augen und genoss die laue Brise, das Schreien der Möwen, die in halsbrecherischen Kapriolen übers Watt sausten und sich ihr Frühstück suchten, das Knattern der Wetterfahne, die ein Stück weiter rechts von ihm neben einem der Holzhäuschen stand, in denen in der Hauptsaison freiwillige Sanitäter und Rettungsschwimmer ihren Dienst taten. Auch ein Kiosk war in jedem der Häuschen untergebracht. Momentan waren sie alle noch fest verschlossen.

Als er die Augen wieder öffnete, musste er kurz blinzeln, weil die Sonne ihn blendete. Gleichzeitig hörte er von irgendwoher eine wütende weibliche Stimme etwas rufen, das er gegen den Wind nicht verstand. Doch jetzt erkannte er: Es lag keine Wut in der Stimme, sondern Verzweiflung!

Alarmiert blickte er sich um und hielt unwillkürlich die Luft an, als er unten auf dem Uferweg eine rothaarige Frau hinter einem struppigen beigefarbenen Hund herrennen sah. Der Hund schien sich losgerissen zu haben, denn seine Leine schleifte auf dem Boden hinter ihm her. Er bellte fröhlich, drehte sich immer wieder zu der Frau um, machte aber keine Anstalten, auf ihre Rufe zu hören.

Das Lächeln auf Thorstens Lippen vertiefte sich eine Spur. Heute war eindeutig sein Glückstag. Spontan ging er zur nächstgelegenen Deichtreppe und stieg sie eilig hinab, nahm den gepflasterten Weg zwischen den Liegewiesen und erreichte den Uferweg gerade rechtzeitig, als die rothaarige Frau vollkommen außer Atem stehen blieb und damit die Verfolgung aufgab.

»Guten Morgen, Martina.« Immer noch lächelnd trat er auf sie zu.

»Komm zurück, Capone! Hierher. Verdammt noch mal.« Erst jetzt schien sie Thorsten zu bemerken. Irritiert hob sie den Kopf. »Was? Oh, ja, guten Morgen.« Sie richtete ihren Blick wieder in die Ferne. »Capone! Hierher. Oh Mann, das darf doch nicht wahr sein. Heute ist nicht mein Tag.«

»Sagen Sie so was nicht. Es ist ein wunderschöner Tag.« Thorsten hätte ihr am liebsten die Hand auf den Arm gelegt, um sie zu beruhigen, doch ihr gehetzter und wenig freundlicher Blick verriet ihm, dass er besser Abstand hielt. »Ist Capone ausgebüxt? Ich dachte, Sie gehen jetzt mit ihm in Christinas Hundeschule.«

Die Irritation in Martinas Blick steigerte sich noch. »Woher wissen Sie das?«

Er lachte. »Wir sind in Lichterhaven. Hier weiß jeder alles von jedem. Oder doch zumindest fast. Das müssten Sie als Eingeborene doch besser wissen als ich. Abgesehen davon ist meine Schwägerin Christinas Schwester und über irgendwas muss ich ja mit ihr und meinem Bruder reden, wenn wir uns sehen.«

»Aber doch nicht ausgerechnet über mich und meine Misserfolge in der Hundeschule.« Seufzend ließ Martina sich auf das Ufermäuerchen sinken und zupfte an ihrem welligen Haar herum. »So ein Mist. Jetzt ist meine Frisur schon wieder zum Teufel.«

Thorsten musterte sie mit großem Wohlgefallen. Seit er sie vor über einem Jahr zum ersten Mal gesehen hatte, hielt er sie für eine der schönsten Frauen, die ihm je begegnet waren. »Mit Ihrer Frisur ist alles in Ordnung, Martina. Ein bisschen zerzaust, sonst nichts.«

Verärgert funkelte sie ihn an. »Das beweist wieder einmal, dass Männer von so etwas überhaupt keine Ahnung haben. Ich werde eine halbe Ewigkeit brauchen, bis ich das ›Bisschen zerzaust‹, wie Sie es nennen, wieder in etwas Salonfähiges verwandelt habe.«

»Sie übertreiben.« In seinen Augen war sie perfekt, aber das verschwieg er tunlichst.

»Kein bisschen.« Ihr Blick wanderte an ihm vorbei. »Capone! Komm her. Ich habe weder Zeit noch Lust, noch länger hinter dir herzurennen.«

Langsam drehte Thorsten sich um und sah etwa fünf Schritte hinter sich den Mudi, der Martina und ihn neugierig und abwartend musterte und dabei leicht hechelte, was verdächtig an ein freches Grinsen erinnerte. »Hallo Capone.« Thorsten gab seiner Stimme bewusst einen sehr ruhigen, gleichmütigen Klang. »Lernen wir uns also endlich auch mal kennen. Ärgerst du dein Frauchen?«

Hallo, hallo. Capone kam zwei Schritte näher und hob schnüffelnd die Nase. Wer bist du denn? Du siehst nett aus. Aber eigentlich finde ich fast alle Menschen nett. Dich aber besonders. Du strahlst so was Ruhiges aus. Das mag ich. Obwohl ich eigentlich weiter Fangen spielen wollte. Aber anscheinend kann Frauchen nicht mehr. Sie sieht ein bisschen erschöpft aus. Und wütend. Dabei wollte ich doch nur spielen. Ärgern wollte ich sie ganz bestimmt nicht. Ich hab sie doch lieb, weil ich bei ihr und Basti und Annika ein neues Zuhause gefunden habe. Das ist viel schöner als das Tierheim.

»Stehen Sie mal langsam auf und gehen um mich herum.« Thorsten ging in die Hocke und streckte vorsichtig die Hand aus, damit Capone daran schnüffeln konnte. »Dann können Sie die Leine nehmen. Machen Sie aber keine hektischen Bewegungen.«

»Ich mache nie hektische Bewegungen.« Vorsichtig erhob Martina sich. »Na gut, vielleicht manchmal schon. Aber nur, weil ich gleich einen wichtigen Termin bei der Bank habe und schon viel zu spät dran bin. Und ausgerechnet jetzt ist Capone mir auch noch weggelaufen, weil ich mit dem Fuß umgeknickt bin und mir die Leine aus der Hand gerutscht ist.«

»Sie haben sich den Fuß verletzt?« Besorgt hob Thorsten den Kopf. »Haben Sie Schmerzen?«

»Nicht mehr als heute früh, als ich mit demselben Fuß auf Bastis Spielzeugeisenbahnschienen getreten bin.« Martina winkte ab. »Halb so wild.«

Inzwischen war Capone noch näher gekommen und schnupperte neugierig an Thorstens Hand.

Hm, du riechst auch sehr nett. Also mag ich dich jetzt ganz offiziell. Ich finde es großartig, wenn die Menschen meine Freunde sind. Wuff.

»Du bist ja ein ganz Hübscher, was? Bisschen struppig, aber das gehört wohl so.« Thorsten lächelte Martina zu. »Vielleicht sollten Sie mit dem Fuß sicherheitshalber zum Arzt gehen, wenn Sie sich heute schon zum zweiten Mal wehgetan haben.«

»Was an Ich bin viel zu spät dran haben Sie nicht verstanden?« Genervt verdrehte Martina die Augen. »Für einen Arztbesuch habe ich keine Zeit. Und so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Immerhin bin ich einen halben Kilometer hinter Capone hergerannt.«

»Höchstens dreihundert Meter, wenn Sie vorn an der Hauptstraße über den Deich gekommen sind.«

Martina machte einen Schritt neben ihn und schnappte sich die Leine. »Wie Sie meinen. Mir hat es als Frühsport jedenfalls gereicht.«

»Frühsport und Stress vertragen sich so früh am Morgen nicht.« Thorsten streichelte Capone sachte über Kopf und Hals und erhob sich dann wieder. »Gern geschehen.«

»Was?« Irritiert runzelte Martina die Stirn. Dann räusperte sie sich. »Ach so, ja, danke, dass Sie Capone angelockt haben.«

»Haben Sie schon mal versucht, einfach in die entgegengesetzte Richtung zu laufen, wenn er ausbüxt? Lars hat das anfangs immer mit Jolie gemacht – und es hat gewirkt.«

Hey, ich büxe nicht aus. Ich spiele nur. Weglaufen würde ich nie, nie tun. Dazu bin ich viel zu glücklich in meinem neuen Zuhause und mit meinen neuen Menschen!

Martina fasste sich, nun sichtlich entnervt, an die Stirn. »Warum wissen eigentlich immer alle alles besser, wenn es um meinen Hund geht? Ich habe keine Zeit …«

»Vielleicht sollten Sie sich die Zeit einfach mal nehmen, Martina.« Thorsten bemühte sich, ihren giftigen Ton nicht persönlich zu nehmen, weil er ihr ansah, dass sie wirklich gestresst war. »So ein Hund braucht nun mal viel Zeit und Zuwendung.«

»Weiß ich.« Nun verschloss sich ihre Miene und sie zog den Kopf leicht zwischen die Schultern. »Heute ist nur einfach nicht mein Tag.«

Mitleid regte sich in ihm, obwohl er annahm, dass sie selbiges gar nicht gut vertrug. »Vielleicht ändert sich das ja noch. Der Tag ist jung.«

»Und ich bin wie bereits erwähnt in Eile.« Entschlossen fasste Martina die Leine kürzer. »Ich muss los.«

»Okay.« Er trat bewusst einen halben Schritt zurück. »Wann ist Ihr Termin...



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