Schinko | Klick - Der perfekte Moment | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

Schinko Klick - Der perfekte Moment

Gefühlvoller und moderner New Adult-Roman
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98679-010-3
Verlag: Maximum Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gefühlvoller und moderner New Adult-Roman

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

ISBN: 978-3-98679-010-3
Verlag: Maximum Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das perfekte Foto - oder doch die große Liebe? 'Magnus griff zur Kamera und richtete sie auf mich. Er drückte auf den Auslöser, obwohl ich sah, dass die Kamera ausgeschaltet war. 'Klick!', raunte er mir zu.' Ava ist immer auf der Suche nach dem perfekten Moment, die Welt sieht sie meist nur durch die Kameralinse. Sie will unbedingt als Fotografin ins Team der Campus-Zeitung, um damit ihrem großen Traum näherzukommen. Doch die freie Stelle geht an den chaotischen Paparazzo-Sohn Magnus. Ava ist bitter enttäuscht.  Auch, dass ihre selbstbewusste und verrückte Freundin Viola nach Berlin ziehen und dort Schauspielerin werden will, belastet sie. Was, wenn sich ihre Lebenswege bald nicht nur räumlich voneinander trennen?  Doch dann bietet sich Ava eine neue Chance. Ihr Traumarbeitgeber, eine große Werbeagentur, veranstaltet den Wettbewerb 'Drei Tage, drei Fotos'. Der Gewinn: eine eigene Kampagne! Leider ist bei den Fotos Spontaneität gefragt. Und die liegt der planungsverrückten Ava überhaupt nicht! Auch hier scheint Magnus ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Als er ihr eine Zusammenarbeit vorschlägt, ist Ava zunächst verwirrt. Was bezweckt er? Will er sie als Konkurrentin ausschalten? Oder soll sie sich auf ihn und sein Angebot einlassen?  Alles über große Träume, Freundschaft und die eine Person, die auch den gewöhnlichsten Moment perfekt werden lässt ...

Barbara Schinko wurde 1980 in einer österreichischen Kleinstadt geboren, wo sie zwischen Bücherbergen aufwuchs. Nach ihrer Schulzeit studierte sie unter anderem in Prag internationale Wirtschaftsbeziehungen, lebte mehrere Monate in Irland und reiste mit dem Wohnmobil durch die USA. Als Autorin verfasst sie Liebesromane für jugendliche Leser und Erwachsene sowie Kinder- und Jugendbücher. Zahlreiche ihrer Romane erschienen in Übersetzungen. Darüber hinaus veröffentlicht sie in Zeitschriften und Anthologien und engagiert sich in der Kulturvermittlung an Kinder und Jugendliche. Ihre bisherigen Bücher wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, etwa ihr Jugendbuch 'Schneeflockensommer' mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien. Ebenfalls im Maximum Verlag erschien Ihr Roman 'Sommervögel'
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1. Kapitel


„Ava, du weißt, dass ich dich liebe. Oder?“, begann meine beste Freundin Viola.

Ich hörte nur mit einem halben Ohr hin. Zum Glück genügte das für die Erkenntnis, wann ich nicken musste. Hauptsächlich war ich damit beschäftigt, die Einstellung der Blende an meiner digitalen Spiegelreflexkamera zu perfektionieren.

Viola fuhr fort: „Ich habe dir ohne zu meckern geholfen, als du vorige Woche Spaghetti auf euren Terrassenfliesen verteilt hast. Und mit dir darüber diskutiert, ob Dinkelspaghetti auf Fotos besser aussehen als die aus Weizen! Ich habe für dich Muster aus Schokoküssen auf euren Porzellantellern gelegt. Ich bin sogar mit dem Bus durch die halbe Stadt gefahren und habe die Porzellanteller meiner Oma geholt, weil deren Weiß schöner ist als das von eurem Geschirr. Ich tue alles für dich! Aber würdest du jetzt bitte endlich die Kamera weglegen und mit mir ins Einkaufszentrum auf eine Pizza gehen? Ich verhungere sonst!“

„Gleich“, gab ich abwesend zurück. Dass Viola maßlos übertrieb, war nichts Neues. Ich drückte ein paar Mal ab und klickte mich dann durch die letzten paar Fotos auf der Speicherkarte.

Unscharf.

Fast perfekt.

Unscharf.

Fast perfekt, aber nicht ganz so fast perfekt wie das andere fast perfekte Foto.

Unscharf.

Unscharf.

Und … na bitte. Sogar ziemlich perfekt!

Violas Hand mit den klimpernden Armreifen und den lila lackierten Nägeln wedelte vor meiner Nase. „Erde an Ava Pelier! Hörst du mir überhaupt zu?“

„Ja, sicher.“

„Beweis es mir“, forderte sie mich heraus. Sie trug eine Sonnenbrille. Darum konnte ich ihre Augen nicht sehen, nur mein eigenes blasses, sommersprossiges Gesicht in den verspiegelten Gläsern.

Ich ließ die Kamera sinken. „Also erstens habe ich die Muster aus den Schokoküssen gelegt. Du hast mir nur die Schokoküsse weggefuttert.“

„Ich habe dich moralisch unterstützt!“

„Zweitens wohnt deine Oma exakt eine Bushaltestelle entfernt …“

„Okay, das mit der halben Stadt war vielleicht ein klitzekleines bisschen übertrieben.“

„… und drittens bist du erst seit fünf Minuten bei mir! So schnell verhungert man nicht.“

Viola grinste. Zu spät erkannte ich, dass sie ein einziges Ziel verfolgt hatte: mich abzulenken. Und es war ihr gelungen. Rasch löschte ich alle Bilder bis auf das letzte, ziemlich perfekte, strich mir eine rötlich braune Locke aus der Stirn und konzentrierte mich wieder auf den Schatten an der Hausmauer. Der Samstag war für Anfang Mai ziemlich heiß. Die Sonne knallte auf die Terrasse herab.

Viola störte das nicht. Im Gegenteil: Sie trug ein tief ausgeschnittenes Tanktop und würde bis zum Beginn der Freibadsaison schön gebräunt sein. Davon konnte ich mit meinen Sommersprossen und meiner Schneewittchenhaut nur träumen! Ich wurde nie braun, höchstens rot wie Klatschmohn. Deshalb hatte ich mir vorhin vom Garderobenhaken eine Baseballkappe meines Vaters geschnappt. Das Logo der Staubsaugerfirma, für die er arbeitete, prangte Weiß auf Blau über meiner Stirn. Ich sah garantiert bescheuert aus.

Egal. Das war es mir wert.

Ich schoss ein weiteres Foto und betrachtete es kritisch. Vielleicht mit kleinerer Blende und dafür etwas längerer Belichtungszeit?

Viola hatte sich schiefgelacht, als ich ihr gestanden hatte: „Ich bin in meine Ausrüstung verliebt!“ Doch es stimmte. Die Kamera war der absolute Traum. Das Spitzenmodell des Vorjahres, im Fachhandel noch heute völlig unerschwinglich und auch gebraucht so gut wie nicht bezahlbar. Jedenfalls für mich. Wochenlang hatte ich wie eine Besessene die Fotografieforen, Auktionsplattformen und Kleinanzeigen durchstöbert. Und endlich – der Volltreffer! Ein Hochzeitsfotograf wollte die Marke seiner Ausrüstung wechseln. Zusätzlich zur Kamera hatte er mir zwei Objektive angeboten und mein Budget damit auch gleich wieder gesprengt.

Als er geschrieben hatte: Alles zusammen oder nichts, hätte ich heulen können! Meine gesamten Ersparnisse – mühsam mit Babysitting verdientes Geld –, hatten gerade mal für die Kamera gereicht. Natürlich war das Angebot ein Superschnäppchen gewesen, gebrauchte Objektive gingen genauso teuer weg wie gebrauchte Kameras, bloß – ich konnte mir die hier schlicht und ergreifend einfach nicht leisten.

„Verkauf die Objektive weiter“, hatte mir Viola damals geraten. „Wer weiß, vielleicht machst du dabei noch Gewinn.“

Ich hatte den Kopf geschüttelt. „Erstens brauche ich die Objektive. Und zweitens will er Vorauskasse. Das heißt, ich müsste sie verkaufen und das Geld dafür einstreichen, bevor sie mir überhaupt gehören.“ Was nicht nur verboten war, sondern auch äußerst riskant.

„Wir könnten eine Bank ausrauben?“ Auf meinen entsetzten Blick hin hatte meine Freundin nur mit den Schultern gezuckt. „Du überfällst die Bank, ich stehe Schmiere. Mit der Beute kaufst du die Kamera samt den Objektiven, und wenn du mit Fotos genug Kohle gemacht hast, bringst du das Geld zurück. Betrachte es als eine Art von Kredit.“

„Als eine Art von Straftat!“

„Dann kommst du eben in den Knast. Na und? Du kannst die Gitterstäbe vor deinem Fenster fotografieren, die sind bestimmt schön symmetrisch.“ Viola hatte mich breit angegrinst. „Stell die Bilder auf Instagram: Gefängnis-Ästhetik. Vielleicht wirst du sogar berühmt.“

Das Schlimmste an Viola? Sie konnte sehr überzeugend sein. Und im Gefängnis durfte man sich weiterbilden, oder? Gab es dort vielleicht sogar Fotokurse?

Als ich ernsthaft mit dem Gedanken zu spielen begonnen hatte, mir eine Strumpfmaske zu besorgen, waren zum Glück Paps und meine Stiefmutter Angie eingesprungen. Sie hatten mir das fehlende Geld zum achtzehnten Geburtstag geschenkt, dabei war der erst einen Monat später gewesen.

„Könnt ihr euch das wirklich leisten?“, hatte ich besorgt gefragt. Angie arbeitete bloß halbtags und das auch erst seit mein kleiner Bruder Justin in die Kita ging. Paps verdiente ganz okay, mehr aber nicht.

„Das lass unsere Sorge sein, Schätzchen“, hatte mich Angie beruhigt. Und mir mit einem Augenzwinkern zugeflüstert: „Wenn uns das Geld ausgeht, essen wir eben nur mehr Gummibärchen.“

Justin hatte das klasse gefunden! Ich dagegen hatte mich schuldig gefühlt. Musste ich mich denn ausgerechnet in die teuerste Kamera verlieben? Warum hatte ich mir kein billigeres Hobby ausgesucht?

Obwohl Fotografie für mich natürlich viel mehr war als bloß ein Hobby. Und Paps und Angie wussten das. Sie unterstützten mich nach Kräften. Im Gegenzug nahm ich mir fest vor, eine erfolgreiche Fotografin zu werden. Eine, die davon leben konnte. Die viel Geld verdiente, die sogar Preise und Auszeichnungen einheimste. Die Werbeagentur Neilson & Söhne, der Traum-Arbeitgeber jedes Fotografen, hatte ihren Hauptsitz in unserer Kleinstadt. Wenn das mal kein Wink des Schicksals war!

So lautete also mein Ziel: für Neilson zu arbeiten und meine Familie stolz zu machen. Der erste Schritt auf diesem Weg war der Kauf einer professionellen Kamera gewesen.

Schritt Nummer zwei: Ich hockte mit der Baseballkappe auf der Terrasse unseres Vorgartens und knipste den Schatten, der von der Jalousie auf den gelben Verputz der Hausmauer fiel. Heute war meine letzte Chance. Für morgen, Sonntag, meldete die Wetter-App nämlich Regen. Und am Montag musste mein Portfolio schon fertig sein. Dann endete die Abgabefrist für alle, die sich um die freie Fotografenstelle im Redaktionsteam der Campus-Zeitung bewarben.

Der Presseclub unserer Uni war einsame Spitze. Er brachte nicht etwa wie anderswo ein- oder zweimal pro Semester einen Vierseiter heraus, in dem dann bloß stand, wer für die Wahlen zur Studentenvertretung kandidierte. Nein – dank des Medienschwerpunkts unserer Uni lieferte der Presseclub das volle Programm. Monatlich reguläre und dazwischen Sonderausgaben, professionelles Layout, eigene App und Website mit Online-Archiv. Der Presseclub wurde zu Bundestreffen mit den Medien-AGs von anderen Unis eingeladen, und die von ihm herausgegebene Campus-Zeitung war bei den landes- und bundesweiten Uni- und Schülerzeitungs-Rankings immer top platziert. Bekannte Journalisten und Fotografen hielten Gastvorträge, und es gab sogar Workshops in Zusammenarbeit mit den lokalen Zeitungen, bei denen unser Redaktionsteam eine komplette Ausgabe gestalten durfte. Mein Vater könnte in seiner Mittagspause den Kreisanzeiger aufschlagen und Fotos von Ava Pelier darin finden – wenn ich genommen wurde.

Eines war klar: Ich musste mir diese Fotografenstelle schnappen, koste es, was es wolle.

Leider war die Konkurrenz groß. Journalistik-Studenten gab es – na logo angesichts des Schwerpunkts unserer Uni – wie Sand am Meer. Ziemlich viele von denen fotografierten auch. David, der Chefredakteur, hatte was Bewerber anging die freie Auswahl.

„Zeig mal her!“, befahl mir Viola.

Ich hielt ihr die Kamera so hin, dass sie auf das Display schauen konnte. „Wie findest du das Motiv?“

Schweigen.

„Sonnig“, erwiderte Viola nach einer gefühlten Ewigkeit.

„Und …?“

„Symmetrisch?“ Sie grinste. Trotzdem stiegen Zweifel in mir hoch. Viola war immer ehrlich, sogar wenn sie schauspielerte. Und dass sie die Gelegenheit ausließ, sich über meine Vorliebe für Symmetrie lustig zu machen, verhieß nichts Gutes.

„Aber …?“, bohrte ich nach.

Sie seufzte. „Aber glaubst du wirklich, David will Fotos eurer Jalousien sehen?“

„In der...



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