Schmidt / Eibisch | Pistis Sophia oder Die Bücher des Erlösers | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 31, 280 Seiten

Reihe: Schätze der christlichen Literatur

Schmidt / Eibisch Pistis Sophia oder Die Bücher des Erlösers


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7568-3064-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 31, 280 Seiten

Reihe: Schätze der christlichen Literatur

ISBN: 978-3-7568-3064-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die "Pistis Sophia" ist eines der wichtigsten schriftlichen Zeugnisse der christlichen Gnosis. Das aus dem 3. Jahrhundert stammende Werk gibt Lehrgespräche Jesu mit seinen Jüngern wieder, die er elf Jahre nach seiner Kreuzigung gehalten hat. Ursprünglich dem christlich-gnostischen Lehrer Valentinus zugeschrieben, ist der Verfasser jedoch unbekannt.

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Das I. Buch
1. Kapitel.
ES geschah aber, nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, da hatte er verbracht elf Jahre, indem er sich mit seinen Jüngern unterredete und sie nur bis zu den Örtern des ersten Gebotes belehrte und bis zu den Örtern des ersten Mysteriums, das innerhalb des Vorhanges, der innerhalb des ersten Gebotes, welches ist das 24ste Mysterium von außen und unten, – diese (sc. 24 Myst.), welche sich im zweiten Raume des ersten Mysteriums befinden, das vor allen Mysterien des Vaters in Taubengestalt. Und Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ich bin herausgegangen aus jenem ersten Mysterium, welches ist das letzte Mysterium, d. h. das 24ste“, – und nicht haben die Jünger gewußt und begriffen, daß etwas innerhalb jenes Mysteriums existiere, sondern sie dachten von jenem Mysterium, daß es das Haupt des Alls sei und das Haupt alles Seienden, und sie dachten, daß es die Vollendung aller Vollendungen sei, weil Jesus zu ihnen in betreff jenes Mysteriums gesagt hatte, daß es das erste Gebot umgebe und die fünf Einschnitte und das große Licht und die fünf Helfer und den ganzen Lichtschatz. Und ferner hatte Jesus seinen Jüngern nicht die gesamte Ausbreitung aller Örter des großen Unsichtbaren gesagt und der drei Dreimalgewaltigen und der Unsichtbaren und alle ihre Örter und ihre Æonen und alle ihre Ordnungen, wie sie ausgebreitet sind, – diese, welche die Emanationen des großen Unsichtbaren sind, – und ihre Ungezeugten und ihre Selbstgezeugten und ihre Gezeugten und ihre Sterne und ihre Ungepaarten und ihre Archonten und ihre Gewalten und ihre Herren und ihre Erzengel und ihre Engel und ihre Dekane und ihre Diener und alle Wohnungen ihrer Sphären und alle Ordnungen eines jeden von ihnen. Und nicht hatte Jesus seinen Jüngern die gesamte Ausbreitung der Emanationen des Schatzes gesagt, noch ihre Ordnungen, wie sie ausgebreitet sind, und nicht hatte er ihnen gesagt ihre Erlöser gemäß der Ordnung eines jeden, wie sie sind, und nicht hatte er ihnen gesagt, welcher Wächter an einem jeden Tore des Lichtschatzes ist, und nicht hatte er ihnen gesagt den Ort des Zwillingserlösers, welcher ist das Kind des Kindes, und nicht hatte er ihnen den Ort der drei Amen gesagt, in welche Örter sie ausgebreitet sind, und nicht hatte er ihnen gesagt, in welche Örter die fünf Bäume ausgebreitet sind, und nicht betreffs der sieben anderen Amen, d. h. der sieben Stimmen, welches ihr Ort ist, wie sie ausgebreitet sind. Und nicht hatte Jesus seinen Jüngern gesagt, von welchem Typus die fünf Helfer sind, oder in welche Örter sie gebracht sind; und nicht hatte er ihnen gesagt, in welcher Weise das große Licht sich ausgebreitet hat, oder in welche Örter es gebracht ist, und nicht hatte er ihnen die fünf Einschnitte gesagt und nicht in betreff des ersten Gebotes, in welche Örter sie gebracht sind, sondern er hatte nur im allgemeinen mit ihnen geredet, indem er sie lehrte, daß sie existieren, aber ihre Ausbreitung und die Ordnung ihrer Örter, wie sie existieren, hatte er ihnen nicht gesagt. Deswegen haben sie auch nicht gewußt, daß andere Örter innerhalb jenes Mysteriums existieren. Und nicht hatte er seinen Jüngern gesagt: „Ich bin aus den und den Örtern herausgegangen, bis ich in jenes Mysterium hineinging und bis ich aus ihm hervorging“, sondern er hatte ihnen gesagt, indem er sie lehrte: „Ich bin aus jenem Mysterium herausgegangen.“ Deswegen nun dachten sie von jenem Mysterium, daß es die Vollendung aller Vollendungen sei, und daß es das Haupt des Alls und daß es die gesamte Fülle sei, da Jesus seinen Jüngern gesagt hatte: „Jenes Mysterium umgibt das All. Das habe ich euch alles gesagt von dem Tage an, wo ich euch begegnet bin, bis zum heutigen Tage“ – deswegen nun dachten die Jünger, daß nichts innerhalb jenes Mysteriums existiere. 2. Kapitel.
ES geschah nun, als die Jünger beieinander auf dem Ölberge saßen, indem sie diese Worte sprachen und hoch (wörtl.: in großer Freude) erfreut waren und sehr jubelten und zueinander sprachen: „Wir sind glückselig vor allen Menschen, die auf Erden, weil der Erlöser uns dieses offenbart hat, und wir die Fülle und die gesamte Vollendung empfangen haben“, – dieses sprachen sie zueinander, während Jesus ein wenig entfernt von ihnen saß. Es geschah aber am 15ten des Mondes im Monat Tybi, welches ist der Tag, an welchem der Mond voll wird, an jenem Tage nun, als die Sonne auf ihrer Bahn herausgekommen war, kam hinter ihr eine große Lichtkraft heraus, gar sehr leuchtend, ohne daß war ein Maß für das ihr anhaftende Licht. Denn sie ist gekommen aus dem Lichte der Lichter, und sie ist gekommen aus dem letzten Mysterium, welches ist das 24ste Mysterium von innen bis außen, – diese, welche sich in den Ordnungen des zweiten Raumes des ersten Mysteriums befinden. Sie aber, jene Lichtkraft kam herab auf Jesus und umgab ihn ganz, während er entfernt von seinen Jüngern saß, und er hatte geleuchtet gar sehr, ohne daß ein Maß war für das Licht, welches an ihm war. Und nicht hatten die Jünger Jesus gesehen infolge des großen Lichtes, in welchem er sich befand, oder welches an ihm war, denn ihre Augen waren verdunkelt infolge des großen Lichtes, in dem er sich befand, sondern sie sahen nur das Licht, das viele Lichtstrahlen aussandte. Und nicht waren die Lichtstrahlen einander gleich, und das Licht war von verschiedener Art, und es war von verschiedener Form von unten bis oben, indem der eine (sc. Strahl) unendlich viele Male vorzüglicher war als der andere in einem großen unermeßlichen Lichtglanze; es reichte von unten der Erde bis hinauf zum Himmel. – Und als die Jünger jenes Licht sahen, gerieten sie in große Furcht und große Aufregung. 3. Kapitel.
ES geschah nun, als jene Lichtkraft auf Jesus herabgekommen war, umgab sie ihn allmählich ganz; da fuhr Jesus auf oder flog in die Höhe, indem er gar sehr leuchtend geworden war in einem unermeßlichen Lichte. Und die Jünger blickten ihm nach, ohne daß jemand von ihnen sprach, bis daß er zum Himmel gelangt war, sondern sie alle verhielten sich in großem Schweigen. Dieses nun ist geschehen am 15ten des Mondes, an dem Tage, an welchem er im Monat Tybi voll wird. Es geschah nun, als Jesus nach oben gelangt war, nach (Verlauf von) drei Stunden, da gerieten alle Kräfte der Himmel in Aufregung und alle bewegten sich widereinander, sie und alle ihre Æonen und alle ihre Örter und alle ihre Ordnungen, und die ganze Erde bewegte sich (bebte) und alle, die auf ihr wohnen. Und es gerieten alle Menschen, die in der Welt, in Aufregung und auch die Jünger, und sie alle dachten: Vielleicht wird die Welt zusammengerollt werden. Und nicht hatten alle in den Himmeln befindlichen Kräfte von ihrer Aufregung abgelassen, sie und die ganze Welt, und sie bewegten sich alle gegeneinander von der dritten Stunde des 15ten des Mondes (im Monat) Tybi bis zur neunten Stunde des folgenden Tages. Und alle Engel und ihre Erzengel und alle Kräfte der Höhe priesen sämtlich den Innern der Inneren, so daß die ganze Welt ihre Stimme hörte, ohne daß sie abgelassen haben bis zur neunten Stunde des folgenden Tages. 4. Kapitel.
DIE Jünger saßen aber beieinander, seiend in Furcht, und sie waren gar sehr aufgeregt geworden; sie fürchteten sich aber wegen des großen Erdbebens, welches stattfand, und weinten miteinander, indem sie sprachen. „Was wird denn geschehen? Vielleicht wird der Erlöser alle Örter zerstören.“ Während sie nun dieses sagten und gegeneinander weinten, da taten sich die Himmel um die neunte Stunde des folgenden Tages auf, und sie sahen Jesus herabkommen, gar sehr leuchtend, ohne daß ein Maß war für sein Licht, in welchem er sich befand. Denn er leuchtete mehr als zu der Stunde, da er zu den Himmeln hinaufgegangen war, so daß die Bewohner der Welt das Licht, welches an ihm war, nicht beschreiben konnten, und es sandte Lichtstrahlen sehr viele aus, ohne daß ein Maß war für seine Strahlen. Und sein Licht war nicht untereinander gleich, sondern es war von verschiedener Art und von verschiedener Form, indem einige (sc. Strahlen) unendlich viele Male vorzüglicher als andere waren; und das ganze Licht war beieinander, es war von dreierlei Art, und die eine (sc. Art) war unendlich viele Male vorzüglicher als die andere; die zweite, welche in der Mitte, war vorzüglicher als die erste, welche unterhalb, und die dritte, welche oberhalb von ihnen allen, war vorzüglicher als die beiden, welche unterhalb; und der erste Strahl, befindlich unterhalb von ihnen allen, war ähnlich dem Lichte, welches auf Jesus gekommen war, bevor er hinaufgegangen war zu den Himmeln, und war gleich allein mit ihm in seinem Lichte. Und die drei Lichtweisen waren von verschiedener Lichtart und sie waren von verschiedener Form, indem einige unendlich viele Male vorzüglicher als andere waren. 5. Kapitel.
ES geschah aber, als die Jünger dieses gesehen hatten, fürchteten sie sich sehr und gerieten in Aufregung. Jesus nun, der Barmherzige und Mildherzige,...



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