Schmidt | Lesen, erschließen, verstehen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Schmidt Lesen, erschließen, verstehen

Interpretation - Wege zum Verständnis und zur Anwendung eines wunderschönen Handwerks
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-347-17898-4
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Interpretation - Wege zum Verständnis und zur Anwendung eines wunderschönen Handwerks

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-347-17898-4
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wir alle stehen im Beruf wie im privaten Alltag immer wieder vor der Aufgabe, Texte verstehen zu müssen. Sei es die Bedienungsanleitung eines neuen Gerätes, die Beurteilung des Chefs oder aber auch den Brief eines (gegnerischen) Anwalts oder, oder, oder... Damit geht es uns wie einem Schüler, der einen komplizierten Text lesen und begreifen soll! Zentral ist hierbei die Frage: Wie gelange ich zu einem sicheren Verständnis des Gesagten bzw. Geschriebenen? Genau hier setzt Schmidt an, wenn er in seiner einfühlsamen und durchweg an einer Fülle von Beispielen orientierten Darstellung das vermittelt, was er als 'Handwerkszeug' der Interpretation bezeichnet. Schritt für Schritt wird hier in verständlicher Weise erklärt, welche Komponenten im Detail eines Textes wie zu verstehen sind und zum Verständnis des Satz- und Textganzen beitragen. Schmidt beschränkt sich in seinen zahlreichen Beispielen nicht auf literarische Texte, sondern bezieht ebenso auch Sachtexte aus verschiedenen Bereichen in seine Ausführungen ein und bietet so für Leser unterschiedlicher Herkunft immer wieder erhellende Momente und insgesamt ein hohes Maß an Erkenntnisgewinn.

Ulrich Schmidt wurde am 17. Juni 1952 in der Kleinstadt Warburg geboren und lernte schon als Kind die entgrenzenden Möglichkeiten der Literatur lieben. Während des Studiums der Germanistik erschloss er sich zudem durch praktisches Tun die Welt des Theaters. Die Literatur in Form des lesend zu entschlüsselnden Textes wie auch in Gestalt des praktisch auf die Bühne zu bringenden Schauspiels begleitete ihn über die ganze Dauer seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer. Die ungebrochene Liebe zu diesem seinen Gegenstand: Literatur, war der entscheidende Motivator für Abfassung und Veröffentlichung dieses Sachbuches.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Systematischer Interpretations-Lehrgang

Satz- und Wortverwendungen in ihrer kommunikativen Funktion

Nach den bisherigen, ebenso grundsätzlichen wie beispielhaften Ausführungen gilt es nun anhand von Materialien und Aufgaben Schritt für Schritt die Grundlagen zur Entwicklung intersubjektiven Verstehens darzustellen, mit Geist und Fleiß zu lernen und so einzuüben, dass sie nahezu automatisch bei der Untersuchung von Texten genutzt werden können.

Vorausgesetzt wird, dass wir, wenn wir uns sprechend oder schreibend anderen Menschen mitteilen, verstanden werden wollen. Dazu bedienen wir uns in einem Sprachraum einer gemeinsamen Sprache. Die Inhalte unserer Mitteilungen an andere werden mit Worten als eingebettete Teile von Sätzen transportiert. Die Grundrichtung solcher Sätze erschließt ein Hörer schon mittels der Betonung, ein Leser anhand von Satzschlusszeichen.

Dementsprechend unterscheidet man in der Grammatik zwischen Aussage-, Ausrufe-/Befehls- und Fragesätzen.

Aussagesätze

Die Sonne scheint. Ich habe eingekauft. Schimpansen gehören zu den Primaten. […]

Ausrufe-/Befehlssätze

„Der Blitz hat in unserem Haus eingeschlagen!“ „Komm sofort hierhin!“ […]

Fragesätze

„Hast du die Sirenen gehört?“ Was hat der Autor da nur gemeint? […]

Das sind, wie die Beispiele zeigen, für einen Muttersprachler fast selbsterklärende Begriffe: In Aussagesätzen teilen wir anderen unsere Ansichten oder Wahrnehmungen mit, in Ausrufe-/Befehlssätzen unsere Ängste, Überraschung oder unsere Forderungen, wohingegen wir in Fragesätzen Unklarheiten oder Verunsicherungen Ausdruck verleihen. Solche Sätze sind meist relativ kurz und können durch ein Satzschlusszeichen beendet werden. Diese Sätze sind daher Hauptsätze, in denen die konjugierte Verbform eher am Satzanfang zu finden ist. Im Vergleich dazu ergeben Konstruktionen wie: dass das Auto zu schnell gefahren ist, oder: wenn du das Buch gelesen hast, allein keinen Sinn. Teilsätze dieser Art bezeichnet man als Nebensätze. Auffälliger Unterschied zum Hauptsatz - und Definitionsmerkmal des Nebensatzes - ist, dass die konjugierte, also in eine Zeit gesetzte Verbform im Nebensatz stets am Teilsatzende zu finden ist, während am Nebensatzanfang immer Wörter wie dass oder wenn zu finden sind, die zu den Konjunktionen gehören.

Aus dieser Gegenüberstellung lassen sich auch erste unterscheidende Definitionsmerkmale beschreiben:

Hauptsätze…

…ergeben allein einen Sinn, können also durch Satzschlusszeichen beendet werden.

Nebensätze…

…ergeben allein keinen Sinn, benötigen einen weiteren Satz als Kontext.

Mit diesem Wissen erhalten wir durchaus schon Zugriff auf die Grundtendenz von Sätzen. Um diese Sätze aber so zu verstehen, dass man das detailliertere eigene Verständnis einem anderen nachvollziehbar erklären kann, muss man genauer um die grundsätzliche Binnenstruktur von Sätzen Bescheid wissen.

Dies lässt sich ganz gut am ersten Aussagesatz: Die Sonne scheint, anschaulich machen. Dieser Satz besteht nur aus drei Wörtern, dennoch ergeben diese ohne weitere Ergänzung einen verständlichen Sinn. Nach der obigen Definition liegt also ein Hauptsatz vor. Wodurch aber erhält eine solche Wortfolge einen intersubjektiv nachvollziehbaren Sinn?

Hintergrund der Antwort ist die Tatsache, dass Sprachen mit dem Ziel einer möglichst eindeutigen Verständigung entwickelt und in den Jahrhunderten ihres Bestehens immer wieder weiterentwickelt worden sind. Am Werk waren dabei nicht in erster Linie Sprachwissenschaftler, sondern die Nutzer der Sprache. Vor allem Menschen, die vom (Tausch-) Handel gelebt haben, wollten mittels Sprache den Wert von Tauschgegenständen festlegen, um nicht betrogen werden zu können. Herrscher haben eine Vereinheitlichung der Sprache in ihrem Herrschaftsgebiet unterstützt, um so über Sprache ein mögliches identitätsstiftendes Band zu knüpfen. Ein Band, das es zudem leichter machte, Konflikte zu schlichten, weil über Sprache die Abgrenzung von richtig und falsch leichter nachvollziehbar zu klären ist. Sprachwissenschaftler haben dann erst viel später versucht, die Gesetzmäßigkeiten innerhalb einer Sprache zu benennen, um so die Vermittlung einer einheitlichen und regelgeleiteten Sprache zu fördern.

Dabei haben sie sich nicht damit begnügt, die vielen tausend Wörter der deutschen Sprache zu sammeln und alphabetisch zu ordnen, sondern haben diese bestimmten Wortarten und Satzgliedern zugerechnet. Ziel dieser grammatischen Differenzierung ist, zunächst eine Ordnung der Wörter im Sinne einer größeren Übersichtlichkeit zu erstellen.

Daher orientiert sich die Unterscheidung der Wortarten an der inhaltlichen Bedeutung, die den einzelnen Wörtern zukommt. Wörter, die zur Bezeichnung von Dingen dienen, sind Nomen, Wörter, die eine Tätigkeit beschreiben, sind Verben u.s.w.

Die folgende Tabelle liefert einen Überblick über die wichtigsten Wortarten und deren Bedeutung und grammatischen Möglichkeiten.

Übersicht über die Hauptwortarten

Wortart

inhaltliche Bedeutung/Funktion

grammatische Veränderbarkeit…

… und Funktion

Nomen

Bezeichnung von sinnlich (das Auto, die Tasse) und nur geistig (der Verstand, Gott) fassbaren Dingen

lassen sich in den vier Fällen im Singular und Plural deklinieren…

…um so als Subjekt, Objekt oder als Teil von adverbialen Bestimmungen, also als Satzglieder zu fungieren

Artikel

kennzeichnen, ob es sich um eine bestimmte (der Junge) bzw. unbestimmte (ein Junge) Person oder Sache (das Auto, ein Auto) handelt, aber auch das grammatische Geschlecht (maskulinum: der; femininum: die; neutrum: das) des zugehörigen Nomens

lassen sich mit dem zugehörigen Nomen deklinieren…

…und helfen so, die grammatische Funktion des Nomens klarer bestimmen zu können

Verben

beschreiben Tätigkeiten (lesen, schwimmen, arbeiten…) oder Geschehen (schneien, blitzen… ) in Gegenwart (ich arbeite), Vergangenheit ((ich schlief) oder Zukunft (ich werde reisen)

lassen sich in Tempus-, also Zeit- und Modusformen setzen (=konjugieren) …

…und dienen dann, wenn sie konjugiert sind, als Satzglied: Prädikat; Prädikate beinhalten das, was das Subjekt tut (im Aktiv) oder was ihm geschieht (im Passiv)

Hilfsverben

stellen Gegenwärtiges (sein, haben) und Zukünftiges (werden) dar

lassen sich in Tempus- und Modusformen setzen…

…und unterstützen die Vollverben bei der Bildung von Tempusformen

Personalpronomen

…zeigen an, welche Person (ich, du, er/sie/es; wir, ihr, sie) die im Verb angezeigte Tätigkeit ausführt oder erduldet

lassen sich deklinieren…

…können als Satzglieder fungieren

Possessivpronomen

…zeigen an, wem etwas gehört (mein Auto, unser Haus…)

lassen sich deklinieren…

…können vor Nomen Artikel ersetzen

Adjektive

benennen Eigenschaften von Dingen (schwer, grün, wichtig…) oder Personen (groß, klug, schnell…)

lassen sich steigern (groß, größer… ) sowie mit Nomen deklinieren ..

…und dienen dann zur Präzisierung eines Satzinhaltes

Präpositionen

unterstützen die Bildung von Orts-(in, auf, unter…) und Zeitangaben (seit, bis…),

Zusammenziehung von Präposition und Artikel: in dem= im, zu dem= zum…

-

Konjunktionen

leiten Nebensätze ein…

…und verdeutlichen die gedankliche Ausrichtung des Nebensatzes (vgl. Tabelle S.56f)

Eine erste Antwort auf die Frage, wodurch eine Wortfolge wie Die Sonne scheint einen intersubjektiv fassbaren Sinn enthält, kann also auf die in Jahrhunderten in einer...



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