Shute | DAS LETZTE UFER | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 359 Seiten

Shute DAS LETZTE UFER

Der Science-Fiction-Klassiker!
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7438-9543-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Science-Fiction-Klassiker!

E-Book, Deutsch, 359 Seiten

ISBN: 978-3-7438-9543-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein nuklearer Blitzkrieg zwischen den Supermächten hat die nördliche Hemisphäre vernichtet. Die radioaktiv verseuchten Wolken treiben langsam auf den einzigen noch unversehrten Erdteil, Australien, zu. Viele Menschen verbringen ihre letzten Monate in Saus und Braus. Einige gehen endlich in sich. Und andere bestellen ihre Felder, kaufen Geschenke und planen immer weiter, als ob das Ende der Zukunft nicht schon absehbar wäre. Vor diesem Hintergrund kommt es zwischen dem jungen Kommandanten des amerikanischen U-Boots Scorpion und der lebenshungrigen und trunksüchtig gewordenen Moira Davidson zu einer ergreifenden Liebesgeschichte... Das letzte Ufer von Nevil Shute (1957 erstmals veröffentlicht) ist eine aufrüttelnde Vision von den letzten Tagen der Menschheit und ein mitreißendes literarisches Meisterwerk. Im Jahr 1959 verfilmte Stanley Kramer den Roman mit Gregory Peck als Lionel Towers, Ava Gardner als Moira Davidson, Fred Astaire als Julian Osborne und Anthony Perkins als Peter Holmes. Der Apex-Verlag veröffentlicht Das letzte Ufer in seiner Reihe APEX SF-KLASSIKER als durchgesehene Neuausgabe.

Shute DAS LETZTE UFER jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


  Erstes Kapitel
    Peter Holmes, Lieutenant Commander der Königlichen Australischen Kriegsmarine, erwachte kurz nach Tagesanbruch. Schlaftrunken und von Marys Körperwärme leicht betäubt blieb er noch liegen und beobachtete die ersten Sonnenstrahlen, die durch die Kreton-Vorhänge ins Schlafzimmer drangen. Sie verrieten ihm, dass es ungefähr fünf Uhr sein musste; schon bald würden sie seine kleine Tochter Jennifer in ihrem Bettchen aufwecken, dann mussten er und Mary aufstehen und ihren Beschäftigungen nachgehen. Bis es soweit war, konnte er noch liegenbleiben. Er war in glücklicher Stimmung aufgewacht, wurde sich aber erst nach einiger Zeit des Anlasses bewusst und begann darüber nachzudenken. Weihnachten war vorüber, das hatte nichts damit zu tun. Für das Fest hatte er die kleine Fichte im Garten mit bunten Lichtern geschmückt und einen langen elektrischen Draht bis zum Stecker neben dem Kamin geführt; so war sie zu einem Ebenbild der großen erleuchteten Fichte geworden, die eine Meile entfernt auf dem Rathausplatz von Falmouth stand. Am Weihnachtsabend hatten sie mit einigen Freunden im Garten auf offenem Feuer den Festbraten gebraten. Weihnachten war vorüber, es musste - er rechnete langsam -, es musste heute Donnerstag, der 27. Dezember sein. Sein Rücken schmerzte noch ein wenig vom Sonnenbrand, den er sich gestern am Strand und beim Wettsegeln zugezogen hatte. Es war ratsam, heute nicht ohne Hemd ins Freie zu gehen. Völlig wach geworden, wurde er sich dann bewusst, dass er heute jedenfalls ein Hemd tragen werde. Um elf Uhr musste er sich im Büro des Zweiten Seelords im Marine-Ministerium melden. Nach siebenmonatiger Untätigkeit gab man ihm eine neue Bestallung. Wenn er Glück hatte, schickte man ihn auf hohe See; er sehnte sich danach, wieder auf einem Schiff zu sein. Jedenfalls aber würde er arbeiten. Der Gedanke daran hatte ihn beim Einschlafen glücklich gemacht, und dieses Glücksgefühl hatte die Nacht überdauert. Seit er im August zum Lieutenant Commander befördert worden war, war er unbeschäftigt, und unter den gegebenen Umständen hatte er beinahe die Hoffnung aufgegeben, je wieder zu arbeiten. Das Marine-Ministerium hatte ihm jedoch durch all die Monate die volle Löhnung ausbezahlt, und dafür war er dankbar. Das Baby rührte sich, murmelte etwas und gab leise Wimmerlaute von sich. Peter streckte die Hand aus, um den elektrischen Wasserkessel anzustellen, der mit dem Geschirr und der Milch für das Kind auf einem Tablett neben dem Bett stand. Mary bewegte sich und fragte, wieviel Uhr es sei. Er antwortete, küsste sie und sagte: »Es ist wieder ein herrlicher Tag.« Sie setzte sich auf und strich ihr Haar glatt. »Ich habe mir gestern einen richtigen Sonnenbrand geholt. Jennifer habe ich am Abend mit Zinksalbe eingerieben; ich glaube, ich werde sie heute lieber nicht mit zum Strand nehmen.« Dann erinnerte auch sie sich. »Ach, fährst du heute nicht nach Melbourne, Peter?« Er nickte. »Ich glaube, du solltest zu Hause bleiben und den Tag im Schatten verbringen.« »Es scheint mir auch so.« Er stand auf und ging ins Badezimmer. Als er zurückkam, saß das Kind auf dem Töpfchen und Mary kämmte sich vor dem Spiegel das Haar. Auf dem Bettrand, auf den er sich setzte, um Tee aufzugießen, lag ein waagrechter Sonnenstrahl. Mary sagte: »Melbourne wird heute sehr heiß sein, Peter. Ich dachte mir, ich gehe mit dem Kind gegen vier Uhr in den Club, dann kannst du uns dorthin zum Schwimmen nachkommen. Ich nehme den Anhänger und deine Badesachen mit.« In der Garage stand ein kleines Auto, aber seit vor einem Jahr der kurze Krieg zu Ende gegangen war, benutzten sie es nicht mehr. Da Peter Holmes einfallsreich und geschickt im Umgang mit Werkzeugen war, hatte er ein erträgliches Ersatzfahrzeug ersonnen. Aus den Vorderrädern von zwei Motorrädern hatte er einen kleinen Anhänger gebaut, der sich am Fahrrad befestigen ließ und ihnen als Kinderwagen und ganz allgemein zum Transport schwerer Dinge diente. Nur der lange steile Wege von Falmouth herauf machte ihnen einige Schwierigkeit. Peter nickte. »Kein schlechter Einfall. Ich nehme mein Rad und lasse es am Bahnhof.« »Mit welchem Zug fährst du?« »Neun Uhr fünf.« Langsam trank er Tee, sah dann auf die Uhr. »Ich hole die Milch, sowie ich das ausgetrunken habe.« Er zog kurze Hosen und ein Unterhemd an und ging aus dem Zimmer. Sie hatten eine Parterrewohnung in einem alten Haus auf dem Hügelkamm oberhalb der Stadt, das man in Einzelwohnungen umgebaut hatte; eine Garage und ein großer Teil des Gartens gehörten zu der Wohnung. Auf der Veranda standen die Fahrräder und der Anhänger. Es wäre vernünftig gewesen, den Wagen unter den Bäumen stehenzulassen und die Garage für die Räder frei zu machen, dazu konnte sich Holmes aber nicht entschließen, da der kleine Morris sein erstes eigenes Auto war, in dem er Mary schon vor ihrer Verlobung spazieren gefahren hatte. 1961, sechs Monate vor Kriegsausbruch, hatten sie geheiratet, bald darauf fuhr er auf der HMAS Anzac auf See, und sie beide waren auf eine lange Trennung gefasst gewesen. Dann brach der kurze, unbegreifliche Krieg aus, der Krieg, dessen Geschichte niemand geschrieben hatte und die nun niemand je schreiben würde. Der Krieg hatte sich  schnell über die ganze nördliche Hemisphäre ausgebreitet, bis dann am siebenunddreißigsten Tag die letzte seismische Registrierung einer Explosion sein Ende anzeigte. Drei Monate später war die Anzac mit dem letzten Rest von Brennstoff nach Williamstown zurückgekehrt, und Holmes war nach Falmouth zu Mary und dem Morris Minor gefahren, während in Wellington, in Neuseeland, die Staatsmänner der südlichen Hemisphäre tagten und sich über die neuen Lebensumstände berieten. Die vierzehn Liter Benzin, die noch im Autotank waren, und weitere fünfundzwanzig Liter, die Holmes an einer Tankstelle gekauft hatte, verwendete er unbekümmert; erst dann ging es den Australiern auf, dass alles Benzin aus der nördlichen Hemisphäre kam. Holmes schob den Anhänger und das Rad von der Veranda auf den Rasen, befestigte den Anhänger am Rad, stieg auf und fuhr davon. Er musste vier Meilen fahren, um Milch und Rahm zu holen, da Transportschwierigkeiten Milchlieferungen von den umliegenden Gütern unterbunden hatten; sie hatten gelernt, in der elektrischen Mixmaschine selbst Butter zu machen. Glücklich in dem Gedanken, dass Arbeit auf ihn wartete, fuhr er in der warmen Morgensonne die Straße hinunter; hinter ihm auf dem Anhänger ratterten die leeren Blechkannen. Auf der Straße war wenig Verkehr. Er überholte ein Gefährt, das einmal ein Auto gewesen war; man hatte den Motor herausgenommen und die Windschutzscheibe zerschlagen und ließ es nun von einem jungen Ochsen ziehen. Dann begegnete er zwei Reitern, die ihre Pferde sorgfältig auf dem Grasstreifen neben der Asphaltstraße hielten. Holmes wollte kein Pferd, das waren anfällige Geschöpfe, die nun so kostbar waren, dass man tausend Pfund oder sogar noch mehr für sie zahlen musste, er hatte aber schon einige Male daran gedacht, für Mary einen jungen Ochsen zu kaufen. Es wäre leicht gewesen, den Morris in einen Ochsenkarren umzuwandeln, nur wäre ihm das Herz dabei gebrochen. Eine halbe Stunde später kam er zur Farm und ging sofort in die Molkerei. Er kannte den Farmer gut; der war ein großer, dünner Mann, der langsam sprach und infolge einer Verletzung, die er sich im Zweiten Weltkrieg zugezogen hatte, hinkte. Holmes fand ihn in dem Raum, wo eine Zentrifuge die Milch entrahmte; leise surrte der elektrische Motor, wobei Milch in ein Gefäß und Rahm in ein zweites floss. »Guten Morgen, Mr. Paul«, sagte der Marineoffizier. »Wie geht es Ihnen?« »Danke, gut, Mr. Holmes.« Der Farmer nahm ihm die Milchkanne aus der Hand und füllte sie aus der Kufe. »Ist bei Ihnen zu Hause alles in Ordnung?« »Alles großartig. Ich fahre heute Morgen nach Melbourne zum Marine-Ministerium. Ich glaube, die haben endlich Arbeit für mich.« »Das ist gut«, antwortete der Farmer. »So herumzusitzen, muss recht bedrückend sein.« Peter nickte. »Wenn man mich auf See schickt, wird für Mary aber alles etwas schwierig werden. Sie kann nur zweimal wöchentlich Milch holen kommen, wird Ihnen aber den gleichen Betrag zahlen.« Der Farmer antwortete: »Machen Sie sich wegen des Zahlens kein Kopfzerbrechen; das kann warten, bis Sie zurückkommen. Ich habe mehr Milch, als die Schweine selbst jetzt in der Hitze trinken wollen. Ich habe gestern hundert Liter in den Bach geschüttet - keine Transportmöglichkeit. Wahrscheinlich sollte ich mehr Schweine züchten, das kommt mir aber so zwecklos vor. Es ist schwer, sich zu irgendetwas zu entschließen...« Er schwieg einen Augenblick, sagte dann: »Es wird für Ihre Frau nicht leicht sein, hierherzukommen. Was wird sie mit Jennifer machen?« »Wahrscheinlich nimmt sie sie im Anhänger mit.« »Alles ein bisschen schwierig für sie.« Der Farmer ging zur Tür, blieb dort im warmen Sonnenschein stehen und betrachtete das Fahrrad und den Anhänger. »Ein guter Anhänger«, sagte er. »Der beste kleine Anhänger, den ich je gesehen hab. Haben Sie ihn selbst gemacht?« »Ja.« »Wo haben Sie die Räder herbekommen, wenn ich fragen darf?« »Motorräder. Ich habe sie in der Elizabethstraße gekauft.« »Glauben Sie, Sie könnten zwei für mich auftreiben?« »Ich kann’s versuchen«, antwortete Peter. »Ich glaube, es gibt noch welche. Sie sind besser als kleine Räder - sie lassen sich besser ziehen.« Der Farmer nickte. »Vielleicht sind sie jetzt schon selten geworden. Die Leute scheinen ihre Motorräder nicht mehr gern zu verkaufen.« »Ich habe...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.