E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Reihe: Beobachter-Ratgeber
Siegrist Leg los!
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-03875-424-4
Verlag: Beobachter-Edition
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
So wirst du zur Macherin
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Reihe: Beobachter-Ratgeber
ISBN: 978-3-03875-424-4
Verlag: Beobachter-Edition
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Isabelle Siegrist unterstützt seit 2014 den Aufbau von Start-ups, zuerst zwei Jahre lang bei Startups.ch und unterdessen mit ihrem eigenen Unternehmen Sandborn. Sie wurde als eine der «TOP 100»-Businesswomen in der Schweiz ausgezeichnet und ist eine Forbes 30 under 30 Alumna (2019). Siegrist studierte Business Innovation an der Hochschule St. Gallen und erwarb einen Major in Social Entrepreneurship an der ESCP Business School. Sie coachet für das Innosuisse-Programm des Bundes und unterrichtet regelmässig an verschiedenen Hochschulen und Universitäten zu Entrepreneurship-Themen.
Zielgruppe
Junge Frauen, die nach Motivation und einem Weg aus der Passivität suchen, Jungunternehmerinnen und solche, die es werden wollen, sowie alle, die an Persönlichkeitsentwicklung interessiert sind
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Krisen als Chance für Veränderung nutzen
Umdenken hat viel damit zu tun, wie du mit dir selbst und deiner Umwelt kommunizierst, wie du diese siehst und sie wahrnimmst. Es gibt Menschen, für die ist das Glas halb voll, und für andere ist es halb leer – wie siehst du das Glas?
Optimismus und Selbstvertrauen können gelernt werden und sind nicht angeboren. Krisen können durch Denken überwunden werden. Erfolg kann durch Denken erzielt werden. In den nächsten Absätzen nehmen wir dein Denken auseinander und kehren es um. So wirst du in Krisen Chancen sehen, Selbstvertrauen entwickeln und im täglichen Leben mit dieser optimistischen Einstellung den Tag voll ausschöpfen.
Der richtige Zeitpunkt ist jetzt
Du selbst entscheidest, wie du dich fühlst und was du tust oder eben nicht tust. Du selbst entscheidest, welcher Situation, welchem Problem und welcher Person du Bedeutung beimisst.
Es kann sein, dass du dieses Buch in den Händen hältst, weil du Veränderung willst – und zwar jetzt sofort. Oder weil du schon länger darüber grübelst, dass du etwas verändern möchtest – und Ratschläge suchst, wie du das am besten angehst. Der erste Ratschlag des Buches ist dieser: Warte nicht, tu es! Werde zur Macherin. Werde die, die aktiv Dinge anpackt und umsetzt. Werde die, die Verantwortung für ihr Leben trägt und nicht den Umständen die Schuld gibt. Es liegt in deiner Kraft, dich zu verändern und das zu machen, was du willst und kannst.
Das ist das erste und oberste Prinzip dieses Buches. Es ist somit auch der erste Ratschlag auf dem Weg zum Umdenken: Mach mehr. Probieren geht über Studieren. Statt auf Bedingungen zu reagieren oder dir Sorgen zu machen, konzentriere deine Zeit und deine Energie auf Dinge, die du kontrollieren und beeinflussen kannst.
Nutze die Krise als Chance
Stehst du vor einer Herausforderung oder bist du gar mitten in einer Krise und weisst nicht, wie weiter? Oder liegst du einfach phlegmatisch auf der Couch und führst nicht das Leben und hast nicht die Karriere, die du dir wünschst? Hindernisse und Steine werden uns immer wieder in den Weg gelegt. Im Job schieben wir unsere Unzufriedenheit oft auf Vorgesetzte, Politiker, die schlecht laufende Wirtschaft oder geben einfach auf, weil wir uns selbst als Verliererin, als Unfähige sehen. Wie kannst du das ändern? Wie kannst du aus dir und der Gesellschaft das Beste herausholen und diese Krisen als Chance nutzen?
Es gibt unzählige Bücher darüber, wie du erfolgreich werden kannst – was dabei fehlt, ist, dass wir uns aus einer Krise herauskatapultieren können, indem wir unsere Angst konfrontieren, unsere Selbstwahrnehmung schärfen und die Chefin in uns hervorrufen, die aus den Zitronen, die uns das Leben gibt, den Zitronensaft presst. Eine Chefin, die, falls alles schiefläuft, mit Willensstärke die nächste Krise übersteht und sich und ihr Team furchtlos durch die stürmischen Gewässer navigiert. Das können wir tun, indem wir Selbsterkenntnis haben und Methoden einsetzen, die uns selbst zum Motor unseres Lebens werden lassen. Wir müssen die Chefin in uns wecken, die die Krise als Chance sieht, sich der Herausforderung stellt, Berge bewegt und Feuer löschen kann. Berühmterweise hat Margaret Thatcher es schon mal auf den Punkt gebracht, dass diese Superpower des Handelns schon seit jeher in uns Frauen ruht: Wenn du etwas erledigt haben möchtest, so frage eine Frau.
Setze die Krise in Perspektive!
Mit diesen Tipps nutzt du eine Krise als Chance, siehst statt Problemen Lösungen und bekommst einen anderen Blickwinkel:
¦Erkenne, dass du nicht die Einzige bist, die Probleme hat, und rede darüber: Wenn es uns schlecht geht, fühlen wir uns wie E. T. – wie ein kleiner Alien in einer fremden Welt, allein und isoliert. Doch das sind wir nicht. Wir alle scheitern, werden älter, werden krank oder verlieren einen Job, einen Partner. Uns mit anderen Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken, auszutauschen, hilft. Aus der Forschung wissen wir, dass es während einer Traumabewältigung wichtig ist, darüber zu reden. Es hilft dabei, das Trauma zu verarbeiten, und du schliesst neue Freundschaften, schaffst dir neue Perspektiven und Lösungen, die du vielleicht auf andere Weise nicht erkannt hättest.
¦Erkenne, dass es in deiner Macht steht, die Krise zu überwinden: Wir können die Gesellschaft nicht ändern, nein. Aber wir sind Herrin unseres eigenen Denkens, wir können Verantwortung für unser Denken übernehmen und dieses steuern. Verfalle nicht dem Tunnelblick – wir verlieren in einer Krise das Gefühl der Balance, gewichten das Negative stärker als das Positive. Sieh das Glas halb voll statt halb leer – es ist deine Wahl, wie du darüber denkst. Verschwende nicht zu viel Zeit damit, in Selbstmitleid zu versinken und Ohnmachtsgefühle zu haben. Was geschehen ist, ist geschehen. Du kannst das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Entdecke im Hier und Jetzt die Kraft in dir selbst und nimm diese wahr. Es steht in deiner Macht, die Krise zu überwinden, da deine Willenskraft in deiner Macht steht.
¦Psychische Beruhigung durch physische Aktivität: Hitzige Auseinandersetzungen führen oft zu Wut, Tränen oder gar zu Scherben von zerbrochenem Geschirr. Lass deine Wut raus, aber geh besser joggen oder schlage auf ein Kissen ein – physische Aktivität kann die psychische Aktivität beruhigen. Warte, bis dein Kopf wieder klar ist, und geh mit dieser Klarheit deine Handlungen zur Krisenbewältigung an.
¦Erkenne deine Emotionen und nimm sie an: «Frauen sind emotional!» Wie oft hört man diesen stereotypen Spruch. Deine Emotionen sind Teil der Krise. Wichtig ist es, dass du weisst, dass emotionsgetriebene «Bauchhandlungen» durchaus menschlich und sinnvoll sind. Nobelpreisträger Daniel Kahneman definiert diese Bauchhandlungen als eine Art der Navigation zwischen Denkstrategien, die unlogisch erscheinen, aber schnell sind (schnelles Denken), und dem logischen «langsamen» Denken. Wichtig ist in der Krise, dass du diese Arten des Denkens kennst und steuern kannst, sprich weisst, wann deine Denkweise dir im Weg steht und wann nicht.
¦Übe dich im Objektivieren von Krisen: Wenn du es schaffst, eine gewisse Distanz zum Problem zu gewinnen, indem du dir beispielsweise die Krise vorstellst und diese in deinem Kopf verkleinerst und hinter dir lässt, kannst du mit visueller Vorstellungskraft die Krise objektiver betrachten. Je schneller du das kannst, desto besser wirst du bei der Problembewältigung.
¦Übernimm Verantwortung: Als Macherin bist du Herrin deines Schicksals und übernimmst Verantwortung für die Krise. Überleg dir, was du das nächste Mal besser machen könntest. Fällt zum Beispiel der Strom in deinem Unternehmen aus, kannst du der Gemeinde die Schuld geben – aber noch besser ist es, wenn du selbst für einen Notgenerator sorgst und diesen installierst. Drücke dich nicht vor der Krise, finde keine Ausreden, die dein Problem sowieso nicht lösen werden – sondern übernimm selbst Verantwortung für die Krise.
¦Lebe im Hier und Jetzt: Im Hier und Jetzt zu leben, ist eine Kunst der Buddhisten, von der wir vieles lernen können. Wie können wir uns darin üben? Schätze die kleinen Dinge im Leben, «stop and smell the flowers», nimm dir Zeit, um den Sturm zu beobachten, fokussiere auf und freue dich über die kleinen Details. Atme das Positive ein und atme das Negative aus.
¦Finde Chancen: Einige der grössten Macherinnen dieser Welt sind Menschen wie Amelia Earhart, die als erste Pilotin im Alleingang den Pazifik überflog. Sie hat anstatt Hürden Chancen gesehen. Speziell in Krisen – wie in der Coronakrise – eröffnen sich viele neue Chancen, weil sich unsere Welt verändert. Finde diese Chancen!
Was macht dich glücklich?
Bevor wir uns dem weiblichen Gehirn zuwenden, lass uns kurz herausfinden, was dich glücklich macht – und was eben gerade nicht. Du denkst vielleicht, du wüsstest, was du brauchst, um ein glücklicheres Leben zu führen: mehr Geld, einen besseren Job oder Instagram-würdige Urlaube … Da liegst du völlig falsch: Die Yale-Professorin Dr. Laurie Santos hat die Wissenschaft des Glücks erforscht und festgestellt, dass viele von uns genau das Gegenteil von dem tun, was unser Leben wirklich besser machen würde.
Lass uns die Trugschlüsse aufarbeiten
Auch viele andere Forscher haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, was denn nun glücklich mache – oder was eben gerade nicht. Und das haben sie herausgefunden:
¦Denkst du, ein guter Job macht dich glücklich? Viele denken, der Jobverlust wäre für sie sehr schlimm. Doch man hat herausgefunden, dass es für Menschen – wenn sie tatsächlich den Job verlieren – weniger tragisch ist, als sie erwartet hatten. Gut möglich, dass ein guter Job allein dich also nicht glücklich(er) macht.
¦Denkst du, mehr Geld macht dich glücklich? Da bist du nicht allein: Eine Auswertung des sozialen Netzwerks LinkedIn hat bereits 2014 gezeigt, dass für Hochschulabsolventen bei der Jobwahl das Gehalt der wichtigste Faktor ist. Noch erschreckender: Unsere Gehaltsziele – so eine andere Studie – steigen, je höher unser Lohn ist....




