Sigmund | GP Grand Prix | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

Sigmund GP Grand Prix

Liebe, Drama, Racing
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7543-6175-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Liebe, Drama, Racing

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

ISBN: 978-3-7543-6175-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jo Bellheim, das Nachwuchstalent im deutschen Motorsport. Ende der boomenden 50er Jahre vollzieht sich sein Wandel vom träumenden Jungen zum furchtlosen Star der Rennszene, der für seine Passion fast sein Leben gibt. Nicht ungewöhnlich, in dieser tödlichsten Zeit des Automobilsports, in der es die Piloten bestens verstehen, das vielleicht kurze Leben, zusammen mit den schönsten Frauen zu lieben und zu feiern. Doch es gibt noch eine andere, eine hässliche Seite dieser Zeit des Wirtschaftswunders. Deren Antrieb ist geprägt durch Selbstsucht, Macht und Gier. Das offenbart sich in dem entlarvenden Blick auf die Schwächen der reichen Industriellenfamilie Möhnke. Zwischen diesen beiden Welten, in einer wirren und bunten Zeit des Aufbruchs, durchleben Jo und Helen die Tragik des Lebens.

Günther Sigmund, Jahrgang 1966, ist Maschinenbauingenieur. Das Schreiben ist erst spät zu einer Leidenschaft geworden. Inspiration liefert ihm seine Passion für Technik, Luftfahrt und Motorsport. Seine Geschichten entstehen im Mix mit politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen.

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1. Schöne Aussichten (1937/38)
Der Applaus war atemberaubend. Max stand mit Tränen in den Augen und jubelte in der Menge der Zuschauer seiner Marie zu, die, nachdem der Vorhang fiel, nun alleine auf der großen Bühne stand und ihr das nicht enden wollende „Bravo“ und „Bravissimo“ entgegenbrandete. Sie hatte das anspruchsvolle italienische Publikum mit ihrer reinen, lieblichen und dennoch ausdruckstarken Stimme im Handumdrehen verzaubert. So sollten es die Zeitungen am nächsten Morgen berichten: „A Star is born!“ Max hatte sich extra Urlaub genommen und war dem tristen deutschen November entflohen, um ihren ersten großen Auftritt in einem der berühmtesten Opernhäusern der Welt mitzuerleben. Die Scala in Mailand war an diesem Abend ausverkauft, doch Max hatte den Eindruck, dass Marie nur für ihn alleine sang. Es gefiel ihm ganz besonders, sie zu beobachten, wie sich ihr wallendes Haar auf das dunkelrote, seidenglänzende Kleid legte, und sich ihr zarter Hals heraus reckte, um die roten Lippen im Scheinwerferlicht leuchten zu lassen. Ein Moment des Ruhms. Kein schöneres Wesen auf dieser Erde. Ein Bild, das Max niemals vergessen sollte. Es ärgerte ihn daher, dass sich in diesem Augenblick des höchsten Glücks die düsteren Gedanken dazwischen drängten. Heute war Maries Abend, heute sollte es nicht um ihn gehen, und für Gesindel war schon überhaupt kein Platz. Aber die scharfen Worte des Gauleiters begleiteten ihn nun schon seit Tagen und sie drängten sich immer wieder, ohne Erlaubnis und ohne Ankündigung, in den Vordergrund. Max wollte mit diesem nationalsozialistischen Pack nichts zu tun haben. Er war Automechaniker und ein junger, talentierter Rennfahrer. Von Politik hatte er keine Ahnung, demnach musste er sich auf sein Gefühl verlassen. Eine Parteimitgliedschaft kam daher für ihn überhaupt nicht in Frage. Dennoch hatte sich die drohende Warnung wie ein Virus in seinem Gehirn festgefressen: Wer nicht für die Partei sei, sei gegen den Führer, brüllte der braun uniformierte Erfüllungsgehilfe ihn im Bürgermeisteramt an. Max sollte sich besser überlegen, was für seine Karriere zuträglich wäre, damit stieß er Max den spitzen Zeigefinger gegen die Brust. Doch gerade dieses arrogante Verhalten stärkte Max in seiner Überzeugung für das strikte Nein. Der ganze Fanatismus war ihm zuwider. Wer weiß, in welcher Katastrophe dies noch enden würde. Nein, da würde er auf keinem Fall mit machen. Max müsse dann eben sehen, was ihm diese Haltung einbringen würde, mahnte ihn der geradezu besessene Gauleiter zum Schluss, bevor er Max mit einem zackigen Hitler-Gruß aus dem Amtszimmer entließ. Noch machten ihm die Nazis keine Angst. Noch hatte Max alles im Griff. Und doch hatte diese Begegnung seine Wirkung hinterlassen! Aber heute war Maries Abend, heute wollten sie ihr Glück gemeinsam feiern, überstrich Max die schlechten Gedanken und wandelte zurück in die Gegenwart, um wieder in den Jubel über die gelungene Premiere mit einzustimmen. *** Als Max am nächsten Morgen von der italienischen Sonne geweckt wurde, rollte sein erster Blick über die perfekten Kurven von Marie, die, den Rücken ihm zugewandt, noch süß von ihrem Erfolg gestern Abend träumte. Er schob sich unter der leichten Decke zu ihr, und seine Finger begannen sanft über ihren Körper zu gleiten. Während er ihren Nacken küsste, ließ er sich von ihren Hüften berauschen, strich weiter zu den wohlgeformten Brüsten, bis er bei der ausgiebigen Sonderbehandlung ihres perfekt gestalteten Hinterns verweilte. Sie mochte das und bestätigte mit einem kaum hörbaren Stöhnen, dass ihre Traumwelt mehr als in Ordnung war. Auf Verlangen seiner Erektion presste er seinen Unterleib an ihr Becken und setzte die Körpererkundung an der Innenseite ihrer Schenkel fort. Sie machte ihm bereitwillig Platz und öffnete die angewinkelten Beine. Ihre Atemfrequenz nahm zu, während seine Hand mit leichtem Druck durch ihre Schamhaare wirbelte, um plötzlich mit dem Mittelfinger ganz sanft in das süße, rosa Fleisch einzutauchen. Sie juchzte. „Guten Morgen, meine Liebe!“, hauchte er lüstern in ihr Ohr, während er das restliche Parfüm der letzten Nacht von ihr einsog. „Du riechst so gut!“, seine Sinne taumelten. Sie hatte immer noch ihre Augen geschlossen und genoss diesen zärtlichen Moment. „Dein Auftritt gestern berauscht mich immer noch“, seine Zunge tastete sich um ihr Ohr. „Deine Stimme so klar und rein“, begeisterte er sich, während seine Finger in ihrem Schoß wohlig kreisten. Das unwillkürliche Zucken ihres Körpers erregte ihn und steigerte sich ins Unermessliche, als ihr Becken begann, sich im Rhythmus zu wiegen. Sie mochte es, wie Max es verstand, ihre Begierde zu wecken. Sie griff beherzt an seinen Po, ihre Körper drückten sich fester aneinander und bewegten sich im Gleichklang. „In zwei Monaten werden wir auf Rekordfahrt gehen“, stöhnte er, gerade noch bei Besinnung. „Willst du dazu kommen?“ Sie spürte, wie sein leidenschaftliches Verlangen sich nach Erlösung sehnte. „Ja, ich will kommen …!“ hauchte sie ihm zurück und mit einer eleganten Bewegung drehte sie sich um, schwang sich auf ihn und griff nach seinem prallem Penis. „Fick mich!“ *** Zwei Monate später, im fröstelnden Morgengrauen des Januars, gab Max seiner schönen jungen Frau einen Kuss und streichelte liebevoll ihr kleines Bäuchlein. Ein letzter Blick in ihre rehbraunen Augen, dann zog er sich die Lederhaube über seine schwarz glänzenden Haare und rückte die Schutzbrille zurecht. In der weißen Rennfahrerkombi sah er schneidig aus, dessen war er sich bewusst, und genauso fühlte er sich auch. Heute sollte Geschichte geschrieben werden. Ein klarer Wintertag, ideal für die Rekordfahrt auf der neuen Reichsautobahn. Elegant fädelte er sich in das Cockpit des silberglänzenden Auto Union hinein. „Dann lass uns mal testen, was die Kiste hergibt“, grinste er seinem Mechanikerkollegen zu und begann mit dem Startprozedere: Hauptschalter an, Zündpunktverstellung auf links gedreht, Gemischregler auf Fett gestellt, Choke voll geöffnet, Benzin in den Vorlauf pumpen, Zündung ein, dann den Daumen hoch. Das war das Zeichen für seinen Kollegen, die 16 Zylinder zu starten. Bis die Wellen gekuppelt wurden, drehte das externe Starteraggregat bis zu einem wahnsinnigen Schrillen hoch, und die 6-Liter-Maschine wurde mit einem infernalischem Brüllen zum Leben erweckt. Max regelte sofort die Drehzahl ein und prüfte die Anzeigen des Öl- und Ladedrucks. Der Motor schnurrte, wenn man das bei 520 PS noch sagen durfte. Die Männer waren zufrieden. Er musste dem Motor, der eigentlich in modernen Jagdflugzeugen Verwendung fand, seine Zeit geben, bis er auf Temperatur war. Dann zirkelte sein Kollege endlich mit dem rechten Zeigefinger die Kreise in die Luft, das Zeichen für den Aufbruch. Max deutete ein kurzes Salutieren an, legte den Gang ein und zog auf die für ihn abgesperrte Strecke. Mit einem seltsam lax wirkenden, aber dennoch bestimmten „Heil Hitler“, trat etwa zur selben Zeit der SS-Mann in das Zeitnehmerzelt ein. Dort reagierte der junge Mann, der gerade noch unbekümmert vor seinen Messapparaturen saß, mit dem plötzlichem verkrampfen seines Nackens, das ihm die Zähne zusammenbeißen ließ, dabei aber gerade noch bewußt gelang, den pflichtgemäß Gruß nur lasch und gleichgültig wirken zu lassen. In den darauffolgenden Sekunden, es schien wie eine Ewigkeit, hatten sich die beiden Männer wie zwei Hunde vor dem Kampf beschnuppert. Beiden gefiel nicht, was sie vor sich hatten. Die Dominanz der schwarzen Uniform mit der roten Hakenkreuzbinde am Oberarm verfehlte seine Wirkung üblicherweise nicht, und schüchterte die Menschen ein. Dieser Zivilist hingegen drehte sich desinteressiert zu seinem Pult und fing an, geschäftig in der Zeitentabelle zu blättern. Die Ablenkung wirkte entspannend. „Mein Name ist Karl. Karl Schiebach“, sprach er gelangweilt zu seinen Papieren. „Und Sie sind wohl der zweite Zeitprüfer, vermute ich.“ „Direkt aus dem Ministerium des Herrn Göbbels in Berlin“, bestätigte der SS-Mann stolz. „Wollen doch, dass alles mit rechten Dingen zugeht“, grinste er mit einem teuflischen Funkeln in den Augen. „Gestatten, Justus von Grimpen. SS Untersturmführer Justus von Grimpen“, stellte er sich in süffisanter Überlegenheit vor. Karl überspielte sein Unwohlsein, in dem er gleich in unbekümmerter Art zum Tagesgeschäft überging. „Max Bellheim ist draußen“, dabei zündete er sich eine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. „Verdammt guter Fahrer. Verdammt schnell!“ Von Grimpen reagierte nicht, sondern begutachtete Schiebach und dessen Gerätschaften. „Zum ersten Mal Prüfer bei einer Rekordfahrt?“ Schiebach ließ die Zigarette im Mund und erwartete keine Antwort. „Ist im Prinzip ganz einfach....



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