E-Book, Deutsch, Band 1, 475 Seiten
Reihe: Rose Hill
Silver Wild Love
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2436-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die neue spicy Small-Town-Reihe von der Autorin von FLAWLESS
E-Book, Deutsch, Band 1, 475 Seiten
Reihe: Rose Hill
ISBN: 978-3-7363-2436-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die neue Reihe von TIKTOK-Star Elsie Silver
Ford Grant, »World's hottest Billionaire« laut der Forbes und erfolgreicher Musikproduzent, staunt nicht schlecht, als ein fremdes Mädchen vor seiner Tür steht, das behauptet, seine Tochter zu sein. Völlig überfordert von der neuen Rolle als Vater und dem Umbau seines Tonstudios auf Rose Hill, nimmt er die Hilfe von Rosie Belmont an - auch wenn er weiß, dass dies keine gute Idee ist. Denn Ford ist schon immer in Rosie verliebt, obwohl sie als kleine Schwester seines besten Freundes absolut tabu ist ...
»Habe ich dieses Buch an einem einzigen Tag verschlungen? Und ob ich das habe! Ford und Rosie sind perfekt, ich liebe ihre Wortgefechte und ihre Chemie!« JEEVES READS ROMANCE
Band 1 der ROSE-HILL-Reihe von SPIEGEL-Bestseller-Autorin Elsie Silver
Elsie Silverist eine kanadische Autorin, die mit ihrer Familie bei Vancouver lebt. Sie liebt Kochen, Reisen und Zeit mit ihren Jungs. Elsie schreibt moderne und sexy Small-Town-Liebesgeschichten und liebt einen guten Book-Boyfriend sowie starke Heldinnen, die sie in die Knie zwingen.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
FORD
»Hey, Kumpel, laut Forbes bist du ›Der heißeste Milliardär der Welt‹.« Mein bester Freund Weston Belmont scheint mich ärgern zu wollen, denn aus seinem Mund klingt es, als wäre ich ein Stripper, dessen Auftritt er gerade ankündigt.
Ich gehe nicht darauf ein, sondern beginne damit, die Putzsachen aus dem Karton zu holen, der vor mir auf dem Boden steht.
»Ford.« Er wedelt mit dem Hochglanzmagazin vor meiner Nase herum. »Das ist echt verrückt.«
Ich bedenke West mit dem ausdruckslosesten Blick, den ich auf Lager habe. Er hat die Füße auf meinen Schreibtisch gelegt und lümmelt sich in dem hochlehnigen Sessel. Aus den Rillen seiner Stiefelsohlen lösen sich Erdkrumen, sodass es hier noch dreckiger und chaotischer aussieht als ohnehin schon.
»Jap. Total verrückt.« Ich richte mich auf, stemme die Hände in die Hüften und lasse den Blick durch die alte Scheune wandern, die von nun an meine neue Produktionsfirma mit Aufnahmestudio beherbergen wird. Ich nenne es eine Scheune, aber im Grunde ist es eher ein leer stehendes staubiges Nebengebäude.
Rostfarbene Löcher im Boden lassen vermuten, dass es vermutlich irgendwann mal als Stall gedient hat, aber jetzt ist es bloß noch eine gigantische chaotische Halle mit einer kleinen Küchenecke vorne am Eingang, die von einem langen, schmalen Korridor in zwei Bereiche geteilt wird.
Das Ding steht nur ein paar Meter vom Haupthaus entfernt auf einem weitläufigen hügeligen Grundstück am Rande des Städtchens Rose Hill. Und wenn man die alten Scheunentore öffnet, ist der Blick einfach nur spektakulär.
An die untere Grenze des Grundstücks schmiegt sich der See, und die Kiefern, die ihn umgeben, machen ihn zu einer kleinen privaten Oase. Bis auf die kleine Stadt nur fünf Minuten die Straße hinunter gibt es hier nichts als schroffe Berge, die in meilenweite unberührte kanadische Wildnis übergehen.
Das Gelände ist zwar ziemlich heruntergekommen, aber wunderschön und bietet unendlich viel Potenzial. Ich sehe es schon ganz genau vor mir. Gästehäuser für die Künstler. Mobiliar aus Antiquitätengeschäften. Internetempfang nur an wenigen Orten. Keine Paparazzi.
Rose Hill Records. Benannt nach der Stadt, in die ich mich verliebt habe.
Bislang habe ich ein erfolgreiches Album produziert, und jetzt will ich es noch einmal tun. Zu meinem Glück bekomme ich immer mehr Anfragen von Musikern, die es mit mir versuchen möchten. Ich freue mich darauf, jeden Tag kreativ sein zu können. Jeden Tag Musik zu hören. Jeden Tag neue Songs zum Leben zu erwecken.
Und das genau hier.
Rose Hill ist der perfekte Ort, um sich ein Heim zu schaffen und die Firma zu gründen, die ich immer schon haben wollte.
Ein privater Rückzugsort, an dem ich mich nicht in einen Anzug zwängen und Aktionären Bericht erstatten muss, die sich bloß für die Zahlen interessieren, und an dem ich nicht als der »heißeste Milliardär der Welt« von der Presse verfolgt werde, als wäre das irgendeine Leistung.
»Hier steht, du hättest es abgelehnt, das zu kommentieren.«
Wenn sie West zum heißesten Milliardär der Welt gekürt hätten, hätte er diesen Titel gnadenlos ausgenutzt.
Ich dagegen? Ich schweige und flüchte mich in eine kleine Stadt in den Bergen, wo ich ganz allein etwas Neues erschaffen kann. Ich hasse die Aufmerksamkeit.
»Stimmt nicht. Ich habe einen Kommentar abgegeben, bevor ich verkündet habe, dass ich es nicht weiter kommentieren würde.«
West schnaubt. »Oh, na hoffentlich war der wenigstens gut.«
Ich unterdrücke ein Grinsen. Er weiß es. Er kennt mich besser als jeder andere Mensch auf diesem Planeten.
»Ich habe ihnen gesagt, dass ich nur so gerade eben ein Milliardär bin und wohl einfach nur etwas attraktiver als die zweitausendfünfhundert anderen Leute auf der Liste. Sie wollten einen Artikel über den langweiligsten Aspekt meines Lebens schreiben. Deshalb nein, kein Kommentar, denn diese Leistung verdient keinen. Durchschnittlich gut aussehender, reicher Typ sagt Nein danke.«
»Komisch, dass sie deinen charmanten Einzeiler nicht drucken wollten, Ford. Dabei war er doch so raffiniert.«
Ich zucke mit den Schultern und ignoriere seine Bemerkung. Ich rede nicht gern über Geld. Mein ganzes Leben lang hatte ich mehr als genug davon, und in den vergangenen Jahren habe ich viel Zeit mit Leuten verbracht, die meine Kindheit sogar ziemlich armselig aussehen lassen. Reichtum hat noch nie zu den Dingen gehört, die ich an einem Menschen besonders eindrucksvoll gefunden habe. Im Gegenteil. Wenn du reich bist, verhalten sich die Leute dir gegenüber anders, und wer sich zu sehr von seinem Reichtum bestimmen lässt, kann sich in einen echten Drecksack verwandeln.
Warum sollte irgendwer einen Artikel darüber lesen wollen, wie reich ein Mensch ist?
Zudem mag ich es nicht, im Rampenlicht zu stehen. Zu viel Aufmerksamkeit führt dazu, dass ich unfreundlich und sarkastisch werde, oder, wie mir gesagt wurde, unhöflich beziehungsweise nicht fähig zu sozialer Interaktion. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich so weit gehen würde. Ich würde mich eher als direkt bezeichnen und sagen, dass andere Leute manchmal ein bisschen zu empfindlich sind.
Anders als West komme ich selten besonders sympathisch rüber. Das ist mir bewusst, doch ich gebe mir keine große Mühe, daran etwas zu ändern. Die Leute, die mich kennen, wissen es besser, und die Meinung aller anderen interessiert mich nicht.
Ich beuge mich nach unten und greife nach dem Staubwedel. Meine schweren Schuhe hallen über den verkratzten Holzboden, als ich quer durch den Raum zu dem alten gusseisernen Kaminofen in der Ecke hinübergehe. Unter ihm liegen lauter halb abgebrannte Holzscheite, und ich frage mich, wie lange sie wohl schon dort sind, wer sie dorthin gelegt hat und was für Geschichten sie wohl erzählen könnten. Wenn sie nicht mit all den Spinnweben so einen unschönen Anblick bieten würden, würde ich sie einfach dort liegen lassen, denn ehrlich gesagt komme ich mir vor wie ein Yuppie, der hier eingedrungen ist und alles blitzblank und neu machen will.
Ich könnte jemanden dafür bezahlen, dass er oder sie hier Ordnung schafft, aber jemanden zu finden, dem ich vertraue, erscheint mir gerade schier unmöglich. Schließlich hat es einen gewissen Reiz, etwas mit den eigenen Händen zu machen. Ja, ich habe das Geld, aber ich muss es ja nicht ausgeben, wenn ich die Sache selbst erledigen kann. Zumal ich den nötigen Ehrgeiz und die erforderliche Hingabe besitze.
Harte Arbeit – dank ihr bin ich heute der Eigentümer einer der beliebtesten Bars und besten Livemusik-Locations in Calgary. Und habe eine Streaming-App für Musik gegründet, die mein Bankkonto in eine fast schon peinliche Stratosphäre katapultiert hat. Mein Dad hat jede Menge Geld und ist bestens vernetzt. Er hätte mich problemlos mit allem ausstatten können, was ich brauchte – hat er aber nicht, denn er bestand darauf, dass meine Schwester und ich den Wert von Geld zu schätzen lernten.
Doch wohin wird all mein Erfolg mich von nun an führen?
Geld. Verbindungen. Glück. Ich glaube nicht an Glück.
»Was ist das überhaupt für ein Foto von dir?« Am anderen Ende des Raums hält West die Zeitschrift hoch. »Du siehst aus, als würdest du dich hinter dem hochgeklappten Kragen deines Jacketts verstecken.«
»Tue ich auch.«
»Wieso?«
Gott segne ihn. Seine gerunzelte Stirn und der schief gelegte Kopf verraten ehrliche Verwirrung. Für jemanden wie ihn ergibt es keinen Sinn, dass ich mich nicht in einem solchen Ruhm sonne. Er ist einfach großartig, witzig, ein totaler Angeber – und ich liebe alles an ihm. Denn außerdem hat er auch ein großes Herz und ist absolut zuverlässig. Er ist einfach echt in einer Welt, in der so viele Menschen es nicht sind. Als Kind hat er mich irgendwann mal am See lesen sehen und einfach angequatscht, als würde er mich kennen – und seitdem sind wir Freunde, egal was für ein ungewöhnliches Gespann wir auch abgeben. Wir sind einfach … aneinander hängen geblieben.
Seit zwanzig Jahren.
»Weil ich nicht fotografiert werden wollte. Ich mag’s einfach nicht.«
»Warum nicht? Muss ich dir wirklich noch sagen, wie hübsch du bist?«
Ich schnaube abfällig. »Weil ich gerade die Straße langgegangen bin, um mich mit meiner Schwester auf einen Kaffee zu treffen und nicht um ein Fotoshooting zu machen.«
Er lacht leise in sich hinein. »Ich meine, wäre es wirklich so schlimm gewesen, ein bisschen zu lächeln?«
»Ja.« Mit dem Staubwedel in der Hand starre ich auf den Kaminofen und suche nach einer Antwort auf die Frage, wie zum Teufel ich nur all das schaffen soll, was ich mir vorgenommen habe.
»Für das Ding brauchst du eine Schaufel, keinen Staubwedel.«
»Danke, West. Ich bin so froh, dass du da bist, um mir deine Ansichten kundzutun.«
Er seufzt theatralisch. »Es wird wieder ganz so sein wie in alten Zeiten, nur du und ich, die irgendeinen Scheiß anstellen.«
»Du hast Scheiß angestellt. Ich hab nur zugesehen.«
»Ich erinnere mich noch daran, wie Rosie sich an uns drangehängt und dich die ganze Zeit mit irgendeinem Blödsinn vollgelabbert hat. Gott, ich war so stolz auf sie.«
Bei der Erwähnung seiner Schwester halte ich inne. Rosalie. Auch wenn ich sie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gesehen habe, verspannen sich meine Schultern. Ich drehe mich...




