Simon | Die Internet-Krake | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Simon Die Internet-Krake

Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-9500-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Google, Amazon, Facebook, Apple, Microsoft

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7578-9500-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Buch beschreibt die fünf Internet-Giganten der westlichen Welt. Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. Aus den Anfangsbuchstaben wird das Akronym GAFAM gebildet. Der Autor beleuchtet deren Entstehung, Funktion, Organisation und Produkte. Vertiefend richtet der Autor den Fokus auf die vielfältigen Überwachungspraktiken zum Nachteil von Mensch und Gesellschaft. Die von ihnen ausgehenden Bedrohungen für das zivilgesellschaftliche Gefüge sind das Resultat einer radikal neoliberalen Ideologie, wie sie im Silikon Valley kultiviert wird. Ernüchterung ist an die Stelle der Begeisterung über das Internet gewichen, so wie sie in den Anfangsjahren des Internets bestand.

Prof. Dr. Walter Simon ist gebürtiger Hamburger und gelernter Drogist. Nach der Lehre fuhr er zunächst zur See. Anschließend studierte er an der Universität für Wirtschaft und Politik in Hamburg, später an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie an der Sophia-Universität in Tokio Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit den Abschlüssen Dipl.-Volkswirt und Dipl.-Soziologe. 1978 promovierte er zum Dr. rer. pol. Im gleichen Jahr trat er als Trainee in der AEG-Telefunken AG in das Berufsleben ein und wurde dort Projektleiter der Management-Weiterbildung. 1982 gründete er das Innovationsteam für Produktion und Wirtschaft GmbH (IPW-Training und Consulting GmbH) mit Sitz in Bad Nauheim, aus dem später das Corporate University Center hervorging. Er zählt zu den bekannteren deutschen Wirtschaftstrainern, Zukunftsberatern und Business-Speakern. 2006 gewann er den Internationalen Trainingspreis in Silber. Von 1985 bis 2001 nahm Walter Simon Lehraufträge und Gastprofessuren an in- und ausländischen Hochschulen wahr. Von 1995 bis 2002 hatte er den Lehrstuhl für Unter- nehmensführung an der Business School (University), Wiesbaden, inne. Walter Simon schrieb 200 Artikel und 20 Bücher zu gesellschaftspolitischen und managementtheo- retischen Themen. Zu seinen Kunden gehören: Mittel- und Großunternehmen, Bundes- und Länderministerien, Krankenhäuser, Verbände, Stadtverwaltungen, Forschungsein- richtungen sowie Politiker des In- und Auslandes.

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3.3 Das Kernprodukt: Die Suchmaschine
Die meisten Menschen kennen von Google nur die Suchmaschine, also das Ursprungs- und Kernprodukt. Täglich gehen 3,5 Milliarden Suchanfragen ein. Davon werden 525 Millionen, mithin 15 Prozent, erstmals gestellt. Diese Suchmaschine ist ein System von mehr als 1.000 Computern, die an einer Suchanfrage mitwirken. Selbst die schärfsten Kritiker von Google gestehen die faszinierende Leistung des Suchsystems ein. Es ist nicht überzogen, sie als ein sich fortsetzendes Weltkulturerbe zu bezeichnen. In einem Offenen Brief des Vorstandsvorsitzenden der Springer AG, Mathias Döpfner, zur Macht von Google schrieb dieser: „Vergesst Big Brother – Google ist besser.“12 Das zeigte sich auch im Urteil der Nutzer und damit im Ranking der Zugriffe. Anteil an Suchanfragen In Deutschland % Weltweit % Google 90,47 Google 72,68 Bing (Microsoft) 6,14 Bing 11,94 Baidu (China). 11,72 Google macht keine Angaben zur Anzahl der indexierten Bilder und Dokumente im Suchmaschinensystem. Begründung: Es existiere keine eindeutige Zählweise. Die letzte Zahl stammt aus dem Jahr 2012. Sie wurde mit 30 Billionen URLs beziffert, wovon mehr als 20 Milliarden durchschnittlich täglich gecrawlt werden. 3.4 Innovationssprünge im Eiltempo In den Anfangsjahren hatte die Suchtechnologie Verständnisschwierigkeiten, die kontinuierlich beseitigt wurden. Durch den Einsatz von KI gab es einen weiten Sprung nach vorne. Zehn Prozent der Sucheingaben beinhalten Fehler. Viele davon werden erkannt. Die Suchtechnologie erkennt Doppeldeutungen von Wörtern, kann Synonyme zuordnen, Wörter und Sätze ergänzen, Grammatik korrigieren und Nachrichten, Bilder und Videos kombinieren. Im Zweifelsfall bietet das System bei Verdacht auf Falschschreibung eine Alternative: „Did you mean:“ Neuerdings findet die Suchmaschine den Text zu Liedern, wenn die Melodie kurz vorgesummt wird. Ein Melodiefragment reicht, um das Lied auf den Bildschirm zu bringen. Ein nächster großer Schritt wird darin bestehen, dass Google Search nicht nur Fragen schneller und klüger beantwortet, sondern sich mit dem Nutzer unterhalten kann. Es gilt: Je mehr Fragen, desto bessere Antworten. Pro Jahr werden etwa 1.000 leistungssteigernde Veränderungen an der Suchtechnologie vorgenommen. Google forscht und entwickelt im Eiltempo. Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichte große Sprünge. Das Programm „Hummingbird“ machte 2013 den Anfang. Mit ihm konnten nicht nur einzelne Worte innerhalb der Suche, sondern die gesamte Suchanfrage besser gedeutet werden. „Rank Brain“ sorgte 2015 dafür, die menschliche Sprache, mithin Suchanfragen, noch besser zu verstehen. Statt jedes einzelne Wort einer Frage isoliert voneinander zu analysieren, erfasst RankBrain die gesamte Semantik einer Frage und versucht so, die Intention des Fragers zu verstehen. Als KI-System greift RankBrain dabei auf die Erfahrung mit früheren Suchanfragen zurück und stellt Verknüpfungen her. Die Algorithmen lernten eigenständig dazu und nahmen Anpassungen selbständig vor. 2018 erfolgte mit „BERT“, ein weiterer Innovationssprung im Hause Alphabet/Google. Diese Technologie nutzt neuronale Netzwerke und NLP Natural Language Processing (NLP), um die menschliche Sprache besser verstehen und deuten zu können. Natürlich wird diese Technologie auch in Googles Suchsystem eingesetzt. Dabei wird ein geschriebenes oder gesprochenes Wort in Beziehung zu anderen Wörtern gesetzt und so der Gesamtkontext verständlich gemacht. BERT ergänzt Hummingbird. Für manche Suchanfragen findet BERT Anwendung, für andere Rank Brain oder auch beide kombiniert. Der Algorithmus kann Suchanfragen jetzt noch besser verstehen und mit dem Content auf Webseiten in Zusammenhang bringen. Sehr komplexe Suchaufträgen muss man in mehrere Einzelanfragen aufteilen. Die Antworten sind dann zu einem Gesamtbild zusammenzubringen. Dank der ab 2022 verfügbaren „Multitask Unified Model-Technologie“ (MUM) wird das zukünftig nicht mehr nötig sein. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Transformer-Architektur, die ab 2022 verfügbar sein wird. Sie ist tausendmal leistungsfähiger als BERTH und liegt in 75 Sprachen vor. Das Produkt versteht Informationen über Text und Bilder hinweg und wird in naher Zukunft auf Video und Audio erweitert. Man stelle sich eine so formulierte Suchanfrage vor: „Ich plane ein BWL-Studium in Norddeutschland. Welche Hochschulen sind empfehlenswert?“ Gegenwärtig noch hätte Google Probleme mit der Antwort. Zukünftig aber kann sich der Fragende über eine ausführliche Antwort freuen. 3.5 Datenkrümel und Datenbeifang Auf seiner Homepage beschreibt Google seinen Geschäftszweck so: „Das Ziel unseres Unternehmens ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen.“ Das klingt gut. Aber mit Altvater Goethe darf man Zweifel anmelden: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Solche Mission-Statements entsprechen dem Wahrheitsgehalt von Heiratsanzeigen. Page und Brin waren Informatiker, aber keine Betriebswirte. Das wirkte auf ihr Denken und Handeln. Erkenntnisse aus den 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag nutzte Google zur Verbesserung seiner Dienste, beispielsweise Tempo, Genauigkeit oder Relevanz. Erst nach 2000, im Gefolge der Dotcom-Blase, dachten die beiden Montessori-Schüler über eine profitable Neuausrichtung nach. Die Geldgeber im Hintergrund wurden nervös und wollten Gewinne sehen. Ergebnis: Man gab die bis zu diesem Zeitpunkt bestehende Abneigung gegen Werbung auf. Suchanfragen wurden nunmehr mit Werbung verknüpft, damals in Form kleiner Kästchen rechts oben neben der Suchliste. Wurden diese angeklickt, war es möglich, den „Klicker“ zu identifizieren. Für diese Klicks mussten die Anzeigenauftraggeber bezahlen. Diese konnten nun dem Klickinteressenten eine auf dessen Person zugeschnittene Werbung übermitteln. Google leitete aus dem Surfverhalten Wahrscheinlichkeitsaussagen über Hobbys, Kaufverhalten und Interessen sowie Alter und Geschlecht ab, die im Laufe der Zeit zu immer umfangreicheren Persönlichkeitsprofilen genutzt wurden. Nicht nur auf Google Search, auf allen Google-Kanälen, Gmail, YouTube werden persönliche Daten gesammelt, mehr als notwendig, um die Dienste im Internet zu betreiben Das war die kopernikanische Wende im Google-Geschäftsmodell. Man hatte den in einer Suchanfrage befindlichen „Rohstoff“ als wertig erkannt. Dieser steckt im „Beifang“, denn mit jeder Suchanfrage erfährt Google, wer der Nutzer ist, wo er sich befindet, was ihn interessiert, wie intelligent er formuliert, wann er in der Regel anfragt, am Tage oder in der Nacht, welche Art von Rechner mit welchem Betriebssystem benutzt wird sowie die IP-Adresse des Rechners, nur um die wichtigsten Dinge zu nennen. Google verarbeitet täglich 3,5 Milliarden Suchanfragen. Wie weiter vorne erwähnt, werden mit Hilfe des Browsers Chrome auch persönlichen Daten von Menschen abgefischt, die den Suchdienst gar nicht nutzen. Schließlich sammelt Google auch persönliche Daten, die auf Webseiten eingegeben werden, selbst dann, wenn weder der Browser noch Google Search genutzt wurden. 3.6 Blick in die Zukunft mit Vorhersageprodukten Der Beifang von Suchanfragen ist nicht nur zur Verbesserung von Diensten nützlich. Anders als beim Fischfang wird er nicht über Bord gekippt. Andere könnten sich für ihn interessieren. Man sollte ihn algorithmisch mit anderen Daten verknüpfen oder korrelieren und so weitere, sozusagen „synthetische“ Informationen generieren. In den alchemistischen Laboren der Digitalwirtschaft werden sie zu „Vorhersageprodukten“ verarbeitet, so der von der Harvardprofessorin Shoshana Zuboff geprägte Begriff für diesen Vorgang. Vorhersageprodukte sind eine Aussage darüber, wie wir zukünftig denken und handeln, was wir fühlen und kaufen werden. Um das zu leisten, sind große Datenmengen, selbst nebensächliche Daten erforderlich. Gibt jemand den Begriff „Grippe“ in die Suchmaschine ein, zeigt er damit sein Interesse am Thema, offenbart seine IP-Nummer und die Computermarke. Geben eine Million Chinesen den Begriff Grippe ein, kann auf eine herannahende Grippewelle und die Nachfrage nach Medikamenten und Impfstoff geschlussfolgert werden. Auf ähnlicher Grundlage war es dem kanadischen Seuchenspezialisten Bluedot möglich, den Ausbruch der Corona-Epidemie in China schon im Dezember 2019 vorauszusagen. Der Algorithmus des Unternehmens durchsuchte das Internet und diverse Datenbanken nach Meldungen zu Krankheiten, „durchforstete“ regionale Nachrichten in 65 Sprachen, analysierte Gesundheitswarnungen, Foren und Blogs, aggregierte diese und gab Prognosen ab. Beim Ausbruch des Ebola-Virus 2016 traten Bluedots Voraussagen sechs Monate später ein. Für...



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