E-Book, Deutsch, 159 Seiten
Simonsohn Heilsame Küchenkräuter
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-86374-760-2
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
10 Kräuter für Körper und Seele. Mit zahlreichen Anwendungen für Gesundheit und Küche. Kompakt-Ratgeber
E-Book, Deutsch, 159 Seiten
ISBN: 978-3-86374-760-2
Verlag: Mankau Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Barbara Simonsohn (geb. 1954) ist Ernährungsberaterin und Reiki-Ausbilderin. Seit 1982 gibt sie Seminare im In- und Ausland, vor allem über das authentische Reiki mit sieben Graden, aber auch in Azidose-Therapie und -Massagen nach Dr. Renate Collier sowie in Yoga. Darüber hinaus befasst sie sich intensiv mit dem Thema 'gesunde Ernährung' und gilt als Expertin für 'Superfoods'. Seit 1995 hat Barbara Simonsohn zahlreiche Ratgeber im Bereich der ganzheitlichen Gesundheit veröffentlicht; die Gesamtauflage ihrer Bücher beläuft sich auf über 600.000 Exemplare. Im Mankau Verlag sind u.a. ihr Bestseller-Ratgeber 'Artemisia annua - Heilpflanze der Götter' sowie 'Brennnessel', 'Salbei - Mutter aller Heilpflanzen' und 'Holunder - Juwel der Hausapotheke' erscheinen.
Zielgruppe
gesundheitsbewusste Leserinnen und Leser
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
INHALT
Vorwort
Einleitung
Alleskönner für Geschmack und Gesundheit
Küchenkräuter – was zählt dazu?
Was haben alle vorgestellten Küchenkräuter gemeinsam?
Küchenkräuter selbst anbauen
Die wichtigsten Anwendungsformen
- Tee
- Teil- und Vollbäder
- Kräuterfrischsäfte und Smoothies
- Inhalationen
- Salbe
- Cremes
- Wickel und Umschläge
- Tinkturen
- Öl
- Essig
EXTRA: Ätherische Öle
Pflanzenporträts:
BÄRLAUCH Der wilde Bruder des Knoblauchs
KORIANDER Wohl dem, der auf der Fan-Seite steht
LAVENDEL Das Heilkraut für innere Ruhe und mehr
MELISSE Potente Heilpflanze mit Zitrusduft
OREGANO/ WILDER MAJORAN Unterschätztes Heilkraut
PETERSILIE Viel mehr als nur Dekoration
PFEFFERMINZE Frischer Duft und große Heilkraft
ROSMARIN Duftkraut für Herz und Kreislauf
SALBEI Arzneipflanze und Tausendsassa
THYMIAN Macht Lunge und Seele frei
BESCHWERDEN VON A BIS Z
Was hilft wobei?
Abszess, Geschwüre
Appetitmangel
Arteriosklerose
Arthrose, Arthritis
Asthma
Bauchschmerzen
Blähungen
Blasenentzündung
Bluthochdruck
Bronchitis
Depressive Verstimmung
Durchfall
Entzündungen
Erbrechen und Übelkeit
Erkältung
Erschöpfung
Fieber
Fußpilz
Halsschmerzen
Husten
Insektenstiche
Kopfschmerzen
Lippenherpes
Magenbeschwerden
Menstruationsbeschwerden
Migräne
Schlafstörungen
Wechseljahresbeschwerden
Ein Wort zum Schluss
Literatur
Endnoten
Register
KORIANDERWohl dem, der auf der Fan-Seite steht
Bei Koriandergrün scheiden sich die Geister. Die einen sind Fan dieses Küchenkrauts und würzen damit fast jede Speise. Die anderen ekeln sich vor dem seifigen Geschmack. Koriander schmeckt nicht nur – oder eben nicht –, sondern steckt voller essenzieller Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und bioaktiver Substanzen.
Ein bisschen was zur Geschichte
Koriander ist ein sehr altes Gewürzkraut und wird bereits im Alten Testament und in altindischen Schriften erwähnt. Die alten Ägypter brachten den Pharaonen im Tempel Koriander dar. In Tutanchamuns Grab fand man Korianderkörner. Die alten Griechen und Römer würzten ihren Wein und ihre Speisen mit der Pflanze und verwendeten das ätherische Korianderöl als Bestandteil von Parfums.15 Hippokrates von Kos (um 460–370 v. Chr.) lobte Koriander als pflanzliches Medikament. Die Römer brachten ihn aus Südeuropa nach Mitteleuropa.
Zur Biologie der Pflanze
Koriander oder lateinisch . ist ein anspruchsloser einjähriger Schirmblütler, der bis zu 60 Zentimeter hoch wächst und es gern sonnig mag. Er wird auch als »asiatische Petersilie« bezeichnet. Die weißen oder blass-rötlichen Blüten bringen runde blassrötliche oder gelb-braun gerippte Teilfrüchte zur Reife. Koriandersamen haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 Millimetern und können von Juli bis August geerntet werden. Die frischen Blätter und Wurzeln haben ganz andere Aromen als die Koriandersamen. Der mild-würzige, leicht süßliche Geschmack der Samen erinnert an Orangenschale.
Studien deuten darauf hin, dass es an den Genen liegt, ob man dem Kraut verfallen ist oder sich davor ekelt: Das »Koriander-Gen« OR6A2 liefert den Bauplan für einen Geruchsrezeptor; dieser registriert sogenannte Aldehyde, die in Koriandergrün konzentriert zu finden sind.16 Für manche Menschen – 17 Prozent in Europa, nur 3 Prozent in Südostasien und dem Mittleren Osten –, welche dieses Gen geerbt haben, schmecken Korianderblätter seifig bzw. »nach Spülmittel«. Der Studienleiter Nicholas Eriksson stellte allerdings fest, dass es durchaus möglich sei, sich als Korianderhasser mit der Zeit an den Geschmack zu gewöhnen.
Diese Erfahrung habe auch ich machen dürfen. Ich bin vom »Vermeider um jeden Preis« zum Fan mutiert.
Inhaltsstoffe
Koriander enthält alle B-Vitamine bis auf Vitamin B12. Neben Eiweiß und Provitamin A verfügt Koriander über die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium (330 Milligramm pro 100 Gramm), Schwefel (100 Milligramm pro 100 Gramm), dazu Chlorid und Natrium. Wie wichtig Schwefelverbindungen sind, können Sie im Kapitel über unsere schwefelreichste Pflanze, den Bärlauch, nachlesen (siehe Seite 32 ff.).
Koriander besticht durch seine ätherischen Öle. Darin sind reichlich Phenole zu finden, die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe bzw. bioaktiven Substanzen gehören.
Hauptbestandteile des ätherischen Öls, das aus Koriandersamen gewonnen wird, sind Linalool, Campher, Alpha-Pinen, Beta-Pinen, Borneol, Limonen, P-Cymen, Alpha-Terpineol und Geraniol.
Positive Wirkungen auf die Gesundheit
Geraniol wirkt vorbeugend gegen verschiedene Krebsarten, wie Darm- und Brustkrebs; Limonen hat eine präventive Wirkung bei Haut-, Lungen- und Lebertumoren, wie Forschungen am Universitätsklinikum Freiburg ergaben.17 Polyphenole in Koriander aktivieren die körpereigene Produktion von Enzymen und Verdauungssäften. Schon eine Tasse Koriandertee kann Dr. James A. Duke zufolge bei Magen-Darm-Beschwerden helfen.
Koriander wirkt antioxidativ, antientzündlich (zum Beispiel bei chronischen Entzündungskrankheiten wie Rheuma), antibakteriell, verdauungsfördernd, er regt den Appetit an, lindert Blähungen, hilft bei Verstopfung, Reizdarm, Durchfall und Magenschmerzen. Selbst bei Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr wirken, weil die verursachenden Bakterien antibiotikaresistent geworden sind, hilft das Kraut. Außerdem fördert Koriander die Ausleitung von Giftstoffen wie Schwermetallen und hat sich daher bei Entgiftungskuren bewährt.18
Koriander dient darüber hinaus als Herzschutz, indem er den Cholesterinspiegel senkt, wirkt gegen Salmonellen, als Diabetes-Prophylaxe, fördert Schlaf und innere Ruhe, wirkt neuroprotektiv, hilft bei Mundgeruch und als Verdauungsmittel.
Was sagt die Wissenschaft?
Die Antioxidantien in Koriander, die vor allem in den Blättern vorkommen, helfen wie bereits erwähnt bei Entzündungen. Ein Blattextrakt zeigte sich wirksam bei Patienten mit chronischen Entzündungskrankheiten wie Rheuma, bei denen oft ein sehr niedriger Antioxidantienspiegel festgestellt wird. Auch Koriandersamen erwiesen sich als wirksam gegen chronische Entzündungserkrankungen.19 Der Studienleiter war auf Koriander als Anti-Entzündungsmittel in alten ayurvedischen Schriften gestoßen. Entzündungen und Schwellungen nahmen unter der Koriandertherapie signifikant ab. In der europäischen Naturheilkunde kommt Koriander eine wichtige Rolle zu als Ausleitungsmittel für Aluminium und Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei. Schwermetalle lagern sich im Fettgewebe an, schwächen das Immunsystem und können zu chronischen Erkrankungen wie Krebs und Demenz führen. Korianderöl ist in der Lage, Quecksilber aus dem Gewebe zu lösen. Amalgam besteht etwa zur Hälfte aus Quecksilber; daher wird nach Zahnsanierungen als Teil einer Entgiftungskur die Verwendung von konzentriertem Korianderextrakt in Kombination mit der Chlorella-Alge und Bärlauchtinktur empfohlen, damit das Quecksilber zur Ausscheidung gebracht wird. Einen geeigneten Zahnarzt für eine ungefährliche Entfernung von Amalgamfüllungen und die richtige Begleittherapie findet man bei der Deutschen Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin e. V. (DEGUZ e. V.) und bei der »Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin« (GZM).20
Die antibakterielle Wirkung von ätherischem Korianderöl oder Korianderextrakten wird durch zahlreiche Studien belegt. Korianderöl erwies sich dabei wirksam gegen grampositive wie gramnegative Bakterien. Es zerstört die Zellwand der Bakterien, was zu ihrem Tod führt.21 Eine weitere Studie belegte die Wirkung gegenüber Salmonellen, mit denen häufig Lebensmittel kontaminiert sind. Eine Infektion mit ihnen kann tendenziell lebensbedrohlich sein, wenn sie zu einer Blutvergiftung führt. Ein Blattextrakt wies sich gegenüber allen untersuchten Arten von Salmonellen als wirksam.22 Die Forschergruppe führte die antibiotische Wirkung von Koriander vor allem auf Dodecenal und Linalool, zwei in frischen Korianderblättern vorhandene antibiotische Wirkstoffe, zurück, die doppelt so wirksam waren wie das normalerweise gegen Salmonellen eingesetzte Antibiotikum Gentamicin.
Koriander ist auch in der Lage, Hauterkrankungen aufgrund von Bakterienbesiedelungen erfolgreich zu bekämpfen. Teebaumöl hat hier eine ähnliche Wirkung, führt bei vielen allerdings zu einer Kontaktallergie. Korianderöl aus Blättern und Samen erwies sich nicht nur bei Streptokokken und MRSA-Keimen als wirksam, sondern auch als gut verträglich bei der äußeren Behandlung zum Beispiel bei Ekzemen (mit 1-prozentigem Korianderöl). Das Allergiepotenzial von Korianderöl ist minimal. Die Forscher empfehlen Korianderöl wegen seines antientzündlichen Potenzials auch für medizinische Hautpflegeprodukte.23 Ätherisches Korianderöl, äußerlich angewendet und verdünnt, erwies sich außerdem wirksam bei einer Knotenrose, einer akuten Entzündung des Unterhautgewebes, und wurde sehr gut vertragen. Die Studie war randomisiert, placebokontrolliert und doppelverblindet und wurde mit vierundvierzig Freiwilligen durchgeführt.24
Auch gegen pathogene Pilze wie ist ätherisches Korianderöl wirksam. Die Wirkung auf mehrere Candida-albicans-Stämme und Candidatropicalis-Pilze wurde untersucht. Korianderöl tötete die Candidapilze, indem es die cytoplasmatische Membran beschädigte, wodurch alle Zellfunktionen der Pilze zusammenbrachen.25
INFO
UNBEDENKLICH!
Die Forscher betonen, dass Korianderöl den GRAS-Status besitzt (GRAS für »generally recognized as safe«, also »generell als unbedenklich anerkannt«) und bereits sehr häufig in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie genutzt wird. Sie empfehlen, Produkte auf der Basis von Korianderöl zu entwickeln – zur Prävention von Infektionen mit...
VORWORT
Küchenkräuter liegen im Trend. Sie geben den Gerichten das gewisse Etwas und einen Frischekick zur rechten Zeit. In modernen Gerichten fehlen sie selten, und wer kennt sie nicht, die Rezepte, die vor lauter Grün nur so strahlen: Bärlauch-, Petersilien- oder Basilikum- Pesto, die Frankfurter Grüne Soße oder vielseitige Salate mit bunten Kräutern. Dass in ihnen ungeahnte Heilkräfte stecken, die dem menschlichen Organismus sowie dem seelischen Wohlbefinden Gutes tun, davon handelt dieses Buch.
Tauchen Sie ein in die Welt der grünen Alleskönner, und lassen Sie sich überraschen, welche ungeahnten Möglichkeiten Kräuter auf den Tisch bringen.
Ihre Barbara Simonsohn




