Sitzmann Hygiene daheim
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-456-94315-2
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Professionelle Hygiene in der stationären und häuslichen Alten- und Langzeitpflege
E-Book, Deutsch, 359 Seiten
ISBN: 978-3-456-94315-2
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Das praxisorientierte Hygienehandbuch führt in die Grundlagen der Hygiene und Infektiologie unter häuslichen Verhältnissen und stationären Heim-Bedingungen ein. Es beschreibt Mikroben und typische Erkrankungen anhand infektiologischer Fallbeschreibungen und zeigt, wie sich Keime durch Reinigen, Desinfizieren und Sterilisieren reduzieren lassen.
Detailliert beschreibt der erfahrene Autor Möglichkeiten mitarbeiterbezogener Hygiene und des Mitarbeiterschutzes sowie pflegebezogene Standardhygienemaßnahmen. Er formuliert umgebungsbezogene Hygieneanforderungen und zeigt, wie man hygienisch im Haushalt einer Familie arbeiten kann. Beispielhaft beziehen sich diese Inhalte auch auf eine Intensivpflege im eigenen Lebensumfeld.
Instruktiv leitet er zum Umgang mit Personen an, die an einer übertragbaren Krankheit leiden und erläutert verständlich rechtliche Aspekte der Hygiene. Den Abschluss bildet ein ausführlicher Anhang mit Reinigungs- und Desinfektionsplänen sowie Dosiertabellen und einem begriffsklärenden Glossar.
Aus dem Inhalt
- Einführung in die Hygiene
- Mikroorganismen und typische Erkrankungen anhand infektiologischer Fallbeschreibungen
- Infektiologie
- Grundlagen der Hygiene zur Keimreduktion
- Mitarbeiterbezogene Hygiene und Mitarbeiterschutz
- Pflegebezogene Standardhygiene
- Umgebungsbezogene Hygieneanforderungen
- Hygienisch Arbeiten im Haushalt der Familie
- Umgang mit Personen, die an einer übertragbaren Krankheit leiden
- Alles, was Recht ist im Bereich der Hygiene
- Anhang
Zielgruppe
Altenpflegende, gerontologische Pflegeexperten, Gerontopsychiater
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Vorwort;10
3;1 Einführung in die Hygiene;12
3.1;1.1 Gesundheit und Krankheit;12
3.2;1.2 Aufgabengebiete der Hygiene;20
3.3;1.3 Traditionelle und evidenzbasierte Präventionsempfehlungen;25
3.4;1.4 Hygienepläne;27
4;2 Mikroorganismen und typische Erkrankungen anhand infektiologischer Fallbeschreibungen;32
4.1;2.1 Mikrobiologische Grundlagen;32
4.2;2.2 Viren;32
4.3;2.3 Bakterien;37
4.4;2.4 Pilze;39
4.5;2.5 Protozoen (Parasiten);43
4.6;2.6 Mikrobiologische Diagnostik;44
5;3 Infektiologie;50
5.1;3.1 Eindringen, Absondern und Übertragen von Infektions keimen;50
5.2;3.2 Lebenslange Auseinandersetzung mit Infektionen;56
5.3;3.3 Fieber;62
5.4;3.4 Nosokomiale Infektionen;65
6;4 Grundlagen der Hygiene zur Keimreduktion;74
6.1;4.1 Reinigung;74
6.2;4.2 Desinfektion;79
6.3;4.3 Sterilisation;89
6.4;4.4 Personenbezogene Standardhygiene;93
6.5;4.5 Hygienischer Umgang mit Wäsche;94
7;5 Mitarbeiterbezogene Hygiene und Mitarbeiterschutz;100
7.1;5.1 Persönliche Hygiene;100
7.2;5.2 Händehygiene;106
7.3;5.3 Berufs- und Schutzkleidung;113
7.4;5.4 Vermeiden kanülenstichbedingter Infektionen;119
8;6 Pflegebezogene Standardhygiene;126
8.1;6.1 Körperpflege;126
8.2;6.2 Förderung der Atmung;134
8.3;6.3 Förderung der oralen Ernährung;141
8.4;6.4 Invasive Maßnahmen;152
8.5;6.5 Harndrainage;154
8.6;6.6 Wundbehandlung;162
8.7;6.7 Postoperatives Wundmanagement;174
8.8;6.8 Beatmung;176
8.9;6.9 Blutentnahme;182
8.10;6.10 Injektionen und Infusionen;183
8.11;6.11 Enterale Ernährung;194
8.12;6.12 Verstorbene;200
9;7 Umgebungsbezogene Hygieneanforderungen;210
9.1;7.1 Bauplanung und -ausführung;210
9.2;7.2 Tierhaltung;214
9.3;7.3 Gefährdungen durch Wasser;217
9.4;7.4 Nassbereich der Physiotherapie;220
9.5;7.5 Grundanforderungen ambulanter Pflegedienste;224
9.6;7.6 Heime für Behinderte;226
9.7;7.7 Infektionsquelle Baustelle;227
9.8;7.8 Lebensmittel- und (Groß-) Küchenhygiene;229
9.9;7.9 Wohn- und Pflegegruppenküchen;235
10;8 Hygienisch Arbeiten im Haushalt der Familie;242
10.1;8.1 Darstellung derzeitiger Optionen zukünftiger Versorgungsverhältnisse;242
10.2;8.2 Entwicklungen aus der institutionellen Pflege;248
10.3;8.3 Messie-Syndrom;254
11;9 Umgang mit Personen, die an einer übertragbaren Krankheit leiden;260
11.1;9.1 Infektionserkrankungen: Rechtliche Vorgaben und Ausbruch;260
11.2;9.2 Infektionen in der Familien pflege und in Alten- und Pflegeheimen;262
11.3;9.3 Pneumonien;266
11.4;9.4 Aerogen übertragbare Erkrankungen: Tuberkulose, Masern;269
11.5;9.5 Durchfallerkrankungen durch gemeinsame Quellen;272
11.6;9.6 Kontaktübertragbare Erkrankungen durch große Tropfen: Erkältung, Grippe;276
11.7;9.7 Multiresistente Keime;281
11.8;9.8 Ekto- und Endoparasitenbefall;292
12;10 Alles was Recht ist im Bereich der Hygiene;298
12.1;10.1 Hygienestrukturen in Langzeit- Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten;298
12.2;10.2 Aus Fehlern lernen;306
12.3;10.3 Küchenhygiene: Rechtliche Vorgaben und Rahmenbedingungen;309
12.4;10.4 Ansichten zur Verantwortung;313
13;11Anhang;320
13.1;1. Reinigungs- und Desinfektionsplan, Heim für Behinderte Pflegebereich;321
13.2;2. Reinigungs- und Desinfektionsplan, Altenpflegeheim – Pflegebereich;324
13.3;3. Reinigungsnachweis WC und Bäder ( Dokumentationsliste);325
13.4;4. Reinigungs- und Hygieneplan: Haltung eines Therapiehundes;326
13.5;5. Küche;327
13.6;6. Trinkwasseruntersuchungen;329
13.7;7. Reinigung und Desinfektion der Badewanne;330
13.8;8. Reinigung und Desinfektion des Pumpsystems der Badewanne in der Bäderabteilung;331
13.9;9. Hygieneplan (Vorschläge der TRBA 250);332
13.10;10. Verhalten bei Inspektionen des MDK, der Heimaufsicht, des Amtsarztes, des Veterinärmediziners;333
13.11;11. Dosiertabelle;334
13.12;12. Kontrollbericht Lebensmittel;335
13.13;13. Kontroll- und Checkliste kontinuierliche Ungezieferprophylaxe;336
13.14;14. Merksätze Küchenmitarbeiter zum Vermeiden von Infektionen des Verdauungstraktes;337
13.15;15. Hygieneuntersuchung der Hände;338
13.16;16. Hautschutzplan;339
13.17;17. Wechselrate von Devices;340
13.18;18. Aufgabenbeschreibung für pflegerische Hygienebeauftragte;341
13.19;19. Orientierender Angehörigenbrief zum Empfang eines Bewohners mit MRSA;342
13.20;20. Persönliche Hygiene im Küchenbereich des ___________________ -Heimes;343
13.21;21. Hygienehinweise zum Verhalten in Kochgruppen;345
13.22;Glossar – Grundbegriffe von A – Z;348
14;Über den Autor;354
15;Sachwortverzeichnis;356
16;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0
(S. 49)
3.1 Eindringen, Absondern und Übertragen von Infektions keimen
Während seiner Evolution, und sie setzt sich weiter fort, ist der Mensch ständig mikrobiellen Infekten ausgesetzt. Dabei kommt es über verschiedene Wege zum Absondern von Mikroorganismen. Aber auch an gesunden Tagen gibt der Mensch Mikroorganismen ab, nimmt sie in seinen Körper auf und lebt mit ihnen. Mit diesen Themen befasst sich der folgende Text.
Einleitung
Über verschiedene Körperfunktionen und Organsysteme des Menschen geschieht der Austausch von Mikroorganismen mit seiner Umwelt. In Kontakt kommen die Mikroorganismen mit dem Menschen über:
die Haut
die Atemwege
den Verdauungstrakt
den Urogenitaltrakt
Eintrittspforte Haut. Mikroorganismen, die nicht zur normalen Hautflora gehören, werden norma lerweise schnell unschädlich gemacht. Dabei spielen eine wesentliche Rolle die Fettsäuren, die der Haut einen pH zwischen 4 und 5 ver- leihen, sowie Sub stanzen aus den Talg- und anderen Drüsen und Stoffwechselprodukte der nor - malen Bak terienflora. So schützt ein Haut-Protein namens Psoriasin vor Infektionen mit Kolibakterien (Anonym, 2004).
Zu häufiges Waschen mit alkalischen Seifen zerstört diesen Schutz. Verschiedene Arten von Pilzen (Dermatophyten) infizieren die Keratinstrukturen der Haut (oberste Hautschicht, Haare, Nägel). Die Pilze wachsen darin nach unten in das Keratin und es kommt zu einer Infektion. Üblicherweise erfolgt eine Infektion aber an Wunden, Abschürfungen oder Verbrennungen.
Selbst minimale Verletzungen der Hautober fläche können virulenten (mit hoher krankmachender Kraft) Mikroorganismen eine Eintrittspforte bieten. Beißende und stechende Insekten wie z. B. die weibliche Anopheles-Mücke (Überträger der Malaria tropica), Zecken und Flöhe durchdringen die Haut des Menschen zu Er nährungszwecken und können somit infektiöse Mikroorganismen oder Pa rasiten in den Körper einschleusen.
Die Bindehaut wird durch permanentes Spülen mit Tränenflüssigkeit und die scheibenwischerähnlichen Bewegungen des Augenlides sauber gehalten. Daher müssen die Mikroorganismen, welche die normale Bindehaut infizie ren (Chlamydien und Gonokokken) sehr wirkungsvolle Anheftungsmechanismen be sitzen.
Wenn aber diese lokale Abwehrmechanismen gestört sind, etwa durch verminderte Sekretion der Tränendrüse oder Beschädigung der Bindehaut oder des Lides, dann können selbst übliche Hautkeime die Bindehaut besiedeln.
Eintrittspforte Atemwege. Luft enthält viele Schwebepartikel wie Ruß, Staub und Mikroorganismen. In nerhalb von Gebäuden findet man etwa 500 bis 1000 Mikroorganismen pro m3 Luft. Im Ruhezustand atmet der Mensch 6 l Luft pro min ein und inhaliert somit bis zu 10 000 Keime/d in seine Lungen. Die bakterienhaltigen Schleimmassen der Atemwege werden durch gerichtete Bewegung der Zilien in den Nasenrachenraum (Oropharynx) befördert, abgehustet oder verschluckt.
Das einfachste Mittel, diesem Schicksal zu entgehen, ist es, sich fest an die Ober fläche der Zellen der mukoziliären Schicht (Schleim der Flimmerhärchen) anzuheften. Eine andere Möglichkeit, wie die physiologische Reinigung gestört werden kann, ist die Hemmung der Zilienbewegung (Tab. 3-1-1). Das Pathogen des Keuchhustens, Bordetella pertussis, heftet sich nicht nur an die Zellen des respiratorischen Epithels an, sondern lähmt auch die Aktivität der Flimmerbewegung. Die Zilienfunktion stören auch Virusinfektionen und die Inhalation toxischer Gase, z. B. Zigarettenrauch.
Mikroorganismen, welche die Lungenbläschen erreichen, stoßen auf die Alveolarmakrophagen, deren Aufgabe es ist, Fremdpartikel zu beseitigen.





