Smith | Die Frau seines Bruders | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1648, 160 Seiten

Reihe: Bianca

Smith Die Frau seines Bruders


1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-883-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1648, 160 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86349-883-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der ewige Zweite? Nach dem Tod seines Bruders Alex muss sich Brock der Vergangenheit stellen. Immer beanspruchte Alex Vorrang: beim Vater, auf der Ranch, bei der Frau, die sie beide liebten. Brocks Herz gehörte nie einer anderen als Kylie. Doch der Geist seines Bruders steht immer noch zwischen ihnen, denn Kylie erwartet Alex' Kind ...



Karen Rose Smith wurde in Pennsylvania, USA geboren. Sie war ein Einzelkind und lebte mit ihren Eltern, dem Großvater und einer Tante zusammen, bis sie fünf Jahre alt war. Mit fünf zog sie mit ihren Eltern in das selbstgebaute Haus 'nebenan'. Da ihr Vater aus einer zehnköpfigen und ihre Mutter einer siebenköpfigen Familie kam, waren immer Tanten, Onkels, Cousins oder Cousinen zu Besuch. Nicht ohne Grund ist ein starkes Thema in ihren Büchern die Familie und die Erinnerungen aus der Kindheit geben ihr oft einen Grund zu schreiben. Als Karen das Teenageralter erreichte, wurde Musik für sie genauso bedeutend, wie das Lesen. Ihre Lieblingsband waren die Beatles. Aber durch einen ihrer Cousins hörte sie von den Monkees und war von nun an gefesselt. Sie schrieben zusammen ein Skript über die Band und sandten es zu jedem Konzert bei dem die Gruppe in diesem Sommer auftrat. Am College begann sie Gedichte zu schreiben und lernte dort auch ihren zukünftigen Ehemann kennen. Nach der Hochzeit, beide waren Lehrer geworden und hatten einen Sohn bekommen, entschied Karen Rose Smith als Innenausstatterin zu arbeiten. Nach einer Weile kehrte sie dazu zurück zu lehren, aber Veränderungen in ihrem Leben hatten sie dazu gebracht Liebesromane zu schreiben. Mittlerweile schreibt sie ihre Bücher nur noch in Vollzeit. Seit 1991 hat sie 82 Romane an Verlage verkauft. Zweimal hat sie 'New Jersey's Golden Leaf Award' und einmal den 'Colorado Romance Writers Award' wie den 'Phoenix Desert Rose Chapters Golden Quill' gewonnen. Ihre Romane sind immer wieder auf verschiedenen Bestsellerlisten zu finden. Gegenwärtig arbeitet sie hart an einer Buchserie in drei Teilen als Harlequin Special Edition, sowie auch einer Mystery Serie für Kensington um ihre Leser zu begeistern. Seit 1971 ist sie verheiratet und glaubt an die Kraft der Liebe. Sie schreibt Beziehungsgeschichten, sowohl im Romantik - als auch im Mystery - Genre. Ebenso schreibt sie Detective-Romane und hat dem Special Agent Daniel Vartanian zum Leben erweckt. Sie können ihr bei Twitter und Facebook folgen.

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1. KAPITEL

Als Brock Warner am Sonntagnachmittag ihr Krankenhauszimmer betrat, spürte Kylie einen Moment lang Panik in sich aufsteigen. Sie saß fertig angezogen auf einem Stuhl am Fenster, und ihre Tasche stand gepackt neben ihr. Der erzwungene Aufenthalt im Krankenhaus hatte ihr seit Freitag viel Zeit gelassen, um die Begegnung mit Trish Hammond in der Erinnerung immer wieder zu durchleben. An fast nichts anderes hatte sie in diesen Tagen gedacht als an die Untreue ihres Mannes.

Und hier tauchte wie aus dem Nichts sein beinahe verschollener Halbbruder auf! Wie hatte er von ihrem Unfall erfahren? Wollte er sie jetzt dazu überreden, Saddle Ridge zu verkaufen?

„Was machst du denn hier?“ Die Frage war ihr einfach so entschlüpft. Kylies Gefühle lagen blank.

Brock schob seinen schwarzen, breitkrempigen Hut etwas höher und blieb zwei Schritte vor ihr stehen. „Dix hat mich angerufen. Er macht sich Sorgen um dich“, antwortete er ruhig.

„Mir geht es prima“, erklärte sie fest. Der alte Dix, ihr Vorarbeiter, hätte sich da nicht einmischen sollen!

„So siehst du aber nicht aus.“ Brocks ausdrucksvolle schwarze Augenbrauen gingen in die Höhe, als er die Armschlinge und die dicke Beule an ihrer Stirn betrachtete.

Das Apachenblut ihres Schwagers machte sich in dem samtenen Ton seiner Haut bemerkbar, in seinen tiefdunklen Augen und dem fast blauschwarzen Schimmer seines Haars. Wenn er ging, sprach oder lächelte, strahlte Brock Warner eine Sinnlichkeit aus, wie Kylie sie bei wenigen Männern gesehen hatte.

Es hatte sie durcheinandergebracht und kribbelig gemacht, als sie ein Teenager war … und tat es jetzt immer noch. Plötzlich war jener Abend wieder da, an dem sie ihren Highschool-Abschluss gefeiert hatten, jener Abend, an dem sie ihn geküsst hatte und …

Schnell schüttelte sie die beunruhigenden Erinnerungen ab und stand vorsichtig auf. „Es tut mir leid, dass Dix dich extra hergeholt hat … wo auch immer du gewesen bist.“

„Texas“, antwortete Brock knapp.

„Seit wann bist du hier?“, fragte Kylie vorsichtig, während sie ihn unwillkürlich musterte. Sie hatte Brock seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Damals war er zu Jack Warners Beerdigung angereist – in Begleitung der Frau, die er kurz zuvor, fern von allen, geheiratet hatte.

„Seit einer guten Stunde“, entgegnete Brock auf ihre Frage. „Dix sah müde aus, also habe ich ihm angeboten, dich abzuholen.“

Dix war zu müde gewesen? Kylies Ärger darüber, dass er einfach die Initiative ergriffen und ohne ihr Wissen Brock benachrichtigt hatte, verrauchte. Dix war ein alter Freund ihres Vaters und auf seine ruhige Art immer für sie dagewesen, seit sie damals nach Saddle Ridge gekommen war. Zu zweit hatten sie beide schon lange vor dem Tod von Alex versucht, die Ranch ohne Hilfe von außen in Gang zu halten – und umso mehr nach dem Tod ihres Mannes.

Brocks Blick wurde weicher, und er ließ ihn von Kylies offenem blondem Haar zu ihrem Umstandskleid wandern. „Es tut mir leid, was passiert ist.“

Das hatte er auch am Telefon gesagt, nachdem er die Beerdigung seines Bruders verpasst hatte. Brock war irgendwo in Lateinamerika mit seiner Arbeit als Geologe beschäftigt gewesen und hatte über eine Woche lang keine Nachrichten erhalten. Zu spät hatte er sich bei Kylie gemeldet und von dem Rodeo-Unfall erfahren.

Zu dem Zeitpunkt hatte Alex schon unter der Erde gelegen, und Kylie hatte Brock nicht vom desolaten Zustand der Ranch erzählen wollen. Damals am Telefon hatte sie Brock erklärt, sie sei zwar schwanger, habe aber alles bestens im Griff.

„Mir tut es auch leid“, sagte sie leise. Kylie wusste, dass Brock und sein Bruder sich einst sehr nahegestanden hatten.

„Ich hätte mich öfter mal melden sollen“, bemerkte Brock, und sie hörte das aufrichtige, tiefe Bedauern in seiner Stimme.

Der Riss in Kylies Herz wurde noch ein wenig tiefer, als sie an ihr eigenes letztes Zusammensein mit Alex dachte. Danach war er überstürzt zu seinem letzten Rodeo aufgebrochen, und sie selbst war überzeugt gewesen, dass ihre Ehe damit am Ende war.

Sie schluckte. Nach dem, was sie jetzt von Trish Hammond wusste, war es mit ihrer Ehe schon viel früher aus gewesen.

Eine lächelnde Krankenschwester platzte ins Zimmer, streifte Brock mit einem bewundernden Blick und reichte Kylie einige Papiere. „Hier sind Doktor Marcos Anweisungen. Er hat ja heute Morgen schon alles mit Ihnen besprochen.“

Kylie überflog die Checkliste: In den kommenden zwei Wochen sollte sie sich schonen und viel liegen.

Sanft nahm Brock ihr die Papiere aus der Hand. „Ich habe dem Arzt gesagt, dass ich darauf achte, dass du dich an seine Anweisungen hältst.“

„Was soll das heißen?“, erwiderte sie empört. „Fahr ruhig zurück nach Texas, Brock, ich brauche dich hier nicht. Dix hätte dich gar nicht anrufen sollen.“

„Du selbst hättest mich schon viel früher anrufen sollen.“ Brock schüttelte den Kopf. „Wir haben noch Zeit zum Reden. Komm, wir fahren nach Hause.“

Als Brock sie am Ellenbogen nahm, fühlten sich Kylies Knie auf einmal butterweich an. Der herbe Duft seines Aftershave stieg ihr in die Nase, und sie spürte die Stärke seiner großen Hand. Vor Jahren hatte Kylie von mehr als nur Freundschaft mit Brock Warner geträumt, aber damals hatte er sie für zu jung gehalten. Da war sie siebzehn gewesen und er zweiundzwanzig. Bei seinem nächsten Besuch hatte er eine Frau mitgebracht, und Kylie war klargeworden, dass sie wohl nie einen Platz in seinem Leben hatte.

Ein halbes Jahr später war sie mit Alex vor den Traualtar getreten.

Sie und Alex waren zusammen zur Schule gegangen. Er hatte sie auf dem Schulhof geneckt und mit ihr die Hausaufgaben gemacht. Dann starb Kylies Vater, und sie musste die kleine Familienranch verkaufen, um die Schulden zu bezahlen. Sie bezog auf Saddle Ridge ein Zimmer über dem Stall und kümmerte sich um die Pferde. Damals war Alex wie ein Bruder für sie gewesen, bis er ihr nach dem Tod seines eigenen Vaters plötzlich mit seinem ganzen Cowboy-Charme den Hof machte. Und es war nicht nur sein Charme gewesen: Er brauchte sie.

Jetzt fragte sich Kylie, ob er sie wohl je wirklich geliebt hatte. Sie selbst hing auf ihre loyale Art an ihm. Bis dass der Tod euch scheidet. Ja, sie hatte Kinder mit ihm gewollt, aber Alex hatte den Gedanken an Kinder immer aufgeschoben, und erst als sie schon ein paar Jahre verheiratet gewesen waren, war ihr klar geworden, dass er immer selbst ein Kind geblieben war: Alex wollte Rodeos reiten, und das bis zum Ende seiner Tage.

Als eine Pflegerin mit einem Rollstuhl ins Zimmer kam, löste Kylie sich aus Brocks sanftem Griff. „Ich brauche keinen …“

„Krankenhausvorschrift“, erklärte die Frau munter.

Brock nahm Kylies abgewetzte Ledertasche hoch und meinte: „Ich warte am Eingang auf dich.“

Als Brock den Raum verlassen hatte, fühlte sich Kylie beinahe schwindlig vor Erleichterung. Oder lag es nur an ihrer Gehirnerschütterung? Jedenfalls war eines vollkommen klar: Niemals wollte sie sich von Brock Warner abhängig machen. Sie ließ nicht zu, dass er auf sie aufpasste … oder sich in ihr Leben einmischte.

Kurz darauf half Brock ihr am Krankenhauseingang in einen großen weißen Geländewagen. Sie waren etwa fünf Minuten schweigend gefahren, als Kylie die angespannte Stille brach. „Hast du diesen Wagen gemietet?“

„Ja, fürs Erste. Aber so, wie dein Pick-up aussieht, werde ich mich nach einem Ersatz für ihn umsehen.“

„Dix sagt, man kann ihn reparieren“, entgegnete sie.

„Das Traggelenk ist gebrochen, und der Wagen ist fünfzehn Jahre alt. Er hat zweihunderttausend Kilometer drauf, und es wird Zeit, ihn loszulassen, Kylie.“

Sie hatte nicht nur aus Sentimentalität an diesem ersten Wagen, den sie je besessen hatte, festgehalten. Sie konnte sich einfach keinen neuen leisten.

„Was ist denn aus dem Riesenschlitten geworden, den Alex letztes Jahr gewonnen hat?“, fragte Brock.

Also wusste er davon. Der große silberne Geländewagen war Alex’ Gewinn bei einem Rodeo-Wettbewerb gewesen, aber er hatte Unmengen Sprit verbraucht.

„Ich habe ihn verkauft“, erklärte Kylie.

„Warum hast du ihn nicht behalten und dafür deinen verkauft?“, hakte Brock nach.

Weil für den Pick-up niemand mehr auch nur einen Cent bezahlt hätte.

„Ich habe es so für richtig gehalten“, entgegnete Kylie kühl.

Die Botschaft war eindeutig: Was für einen Wagen sie fuhr, ging ihn überhaupt nichts an.

Brocks Kiefermuskel zuckte, und eine Falte kräuselten sich auf seiner Stirn.

Kylie wandte sich ab und sah aus dem Fenster auf die vorüberziehende Landschaft. Wenn er glaubte, er konnte nach all den Jahren einfach so auf die Ranch zurückkommen und holterdiepolter über sie hinweggehen, hatte er sich getäuscht.

„Warum hast du mich nie angerufen und mir gesagt, dass Saddle Ridge den Bach runtergeht?“, wollte Brock eine Stunde später von Dix wissen.

Der eisige Novemberwind fuhr ihm ins Gesicht, als er sich von dem Vorarbeiter abwandte und den Blick über den Hof schweifen ließ. Er sah auf die abblätternde Farbe an den Stallmauern, die wenigen Pferde, die über die Koppel liefen, und das umliegende weite Land, auf dem sich früher mindestens fünfhundert Rinder getummelt hatten. Jetzt zählte er nur etwa fünfzig.

Fassungslos schüttelte er den Kopf.

„Statt auf einen Anruf von mir zu warten, hättest du...



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