Spang | Es kam aus Arkham | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 304 Seiten

Spang Es kam aus Arkham


2. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-3315-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 304 Seiten

ISBN: 978-3-7526-3315-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Neun selbstverfasste gruselige Kurzgeschichten, erwachsen aus den tiefsten Abgründen des menschlichen Verstandes, die dem Leser einen eiskalten Schauer über den Rücken treiben, zum Nachdenken anregen und Platz für Spekulationen lassen. Tauchen Sie ein in unbekannte Tiefen. Betreten Sie düstere Städte und verlassene Orte. Versinken Sie in der kalten Leere des Weltalls und begegnen Sie den scheußlichsten Kreaturen, geboren aus Hass und Niedertracht. Lassen Sie sich in eine Welt aus Angst, Chaos und Verfall entführen. Sind Sie bereit sich diesem Wahnsinn zu stellen?

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Der verbotene Korridor
Sämtliche Vorlesungen waren bis auf weiteres gestrichen, und die „Miskatonic University“ in Arkham wegen irgendwelcher besorgniserregender Ereignisse vorübergehend geschlossen. Uns kam die Auszeit sehr gelegen und so fuhren wir seit dem Morgengrauen in einem kleinen, furchtbar altmodischen Automobil aus dem vorigen Jahrhundert durch die unendliche Weite der nördlich gelegenen Berge, die sich steil und bizarr hinter Dunwich erhoben. Wir folgten einer engen, kurvenreichen und schlecht geteerten Straße durch ein malerisches Bergpanorama. Die Sonne brannte heiß vom Himmel herab und aus dem Radio drang der blecherne Klang eines leiernden Grammophons. Ein verspielter, leise dahin plätschernder Flusslauf war unser stetiger Begleiter, an dessen Ufer, Farne, Schilf und Huflattich in grotesken Formen wuchs. Die Berge zeigten sich groß und majestätisch vor dem stahlblauen Himmel und erweckten in mir ein tief verborgenes und längst vergessenes Gefühl von Fernweh. Die Tannen an den zerklüfteten Berghängen leuchteten in sattem Grün und waren mit unnatürlich dicken und borstigen Nadeln bewachsen. Wildblumen wucherten am Straßenrand und verbreiteten einen angenehm süßlichen Duft. Es war der Geruch von Freiheit und Wildnis, von Abgeschiedenheit und Einsamkeit. Doch die Einöde hatte ihre Tücken. Eine mysteriöse Todeswelle hatte den Prunk und Glanz von einst fortgespült und nichts als Elend und Verfall hinterlassen. Die schrecklichen Nachrichten verbreiteten sich damals wie ein Lauffeuer, hielten in Arkham Einzug und waren bald im gesamten Land das Gesprächsthema Nummer 1. Man fand keinerlei Hinweise auf den Täter und bis heute vermag niemand zu sagen wer oder was für diese Mordwelle verantwortlich war. In nur 2 Jahren wurden über 300 Menschen brutal ermordet und überall in den Wäldern fand man grausam verstümmelte Leichen, die zuerst durch Kopfschüsse hingerichtet und anschließend widerwärtig zerfleischt worden waren. Befragt man die geflüchteten, degenerierten Bauerntölpel zu den Ereignissen von damals, so bekommt man wage, halb wahre Aussagen über eine voyeuristisch veranlagte lauernde Furcht, die sich angeblich noch immer in den nördlich gelegenen Wäldern herum treiben soll. Wir gaben nicht viel auf solche Schauergeschichten und der großkalibrige Revolver den mein Freund Paul mit sich führte, gab uns das nötige Selbstvertrauen, um sich in Sicherheit zu wiegen. Unser heutiges Ziel war das einzige noch betriebene Motel im Umkreis von 100 Meilen. Letzte Nacht hatten wir kaum geschlafen und entsetzlich gefroren. Allein der Gedanke, erneut in unserem unbequemen Gefährt nächtigen zu müssen, erfüllte mich mit Grauen, denn es bohrten sich bereits drahtige Sprungfedern durch das beigefarbene, Flicken überzogene Leder, die Fenster schlossen nur unzureichend und der Motor ähnelte einem urzeitlichen Haufen Schrott aus Schrauben, Bolzen und anderen, schlecht verschweißten Metallteilen. Wir hatten die klamme, unheimliche Kälte in den Bergen unterschätzt und waren kurz davor die Reise abzubrechen, als die wärmenden Strahlen der plötzlich aufsteigenden Morgenröte die hässlichen Gedanken an die eisige Nacht fort spülten. Nun waren wir guter Dinge, lauschten der nostalgischen Musik aus dem Radio, genossen die warme Septembersonne und erzählten uns Geschichten aus vergangenen Tagen. Der Auspuff knatterte unaufhaltsam und hinterließ bläulich stinkende Qualmwolken in der reinen Bergluft. Sporadisch zeigten sich in der Ferne verlassene Gehöfte, einsturzgefährdet und von seltsamen Pflanzen überwuchert. Hin und wieder passierten wir stillgelegte, halb verfallene Tankstellen, deren Zapfsäulen beschädigt und vom Zahn der Zeit zerfressen waren. Ihre Schläuche hingen schlaff und ausgepumpt zu Boden, manche lagen abgerissen auf der Erde und schälten sich widerwärtig aus dem staubigen Untergrund heraus. Die Fenster dieser notdürftig errichteten Stationen waren zertrümmert und ihr Inneres geplündert und ausgeweidet. Es war ein beängstigender, zerstörerischer Anblick, der nicht in diese bezaubernde Idylle hinein passte. Unsere Reise führte durch ein weitläufiges, von steinernen Brücken und engen Tunneln durchzogenes Tal. Ich ließ meine Gedanken schweifen und freute mich auf ein deftiges Abendmahl, eine Dusche und ein warmes Bett, als mein Freund mich plötzlich unsanft anstieß. Sein zuckender Finger deutete auf ein altes Herrenhaus, das sich beklemmend und schlecht schraffiert an einem der steil hinauf ragenden Berghänge abzeichnete. Mein Freund Paul stoppte den Wagen. Nachdem wir die Karte studiert und unseren Standpunkt bestimmt hatten, kamen wir zu dem Entschluss, dass es sich bei dem Anwesen um das alte „Lovecraft“ Hotel handelte. Bei Prominenten und Politikern sehr beliebt, damals, bevor es zu den schrecklichen Gräueltaten kam. Wir waren erregt und neugierig zugleich. Das Hotel zog uns magisch in seinen Bann, während sich unser Verstand vehement gegen diesen Gedanken sträubte. Dann blickten wir uns tief in die Augen und mussten plötzlich lauthals lachen. Paul startete das Auto und steuerte unser Gefährt auf einen notdürftig geschotterten Weg. Der Motor ächzte und stotterte und wir befürchteten, dass er jeden Moment den Geist aufgeben würde, zumal die Steigung stetig zu nahm. Dreckige, nach verbranntem Benzin stinkende Abgaswolken drangen in die Fahrerkabine und bereiteten uns Schwindel-, und Hustenanfälle. Als das Fahrzeug ins Stocken geriet und unkontrolliert zu zucken begann, entschlossen wir unser Vorhaben abzubrechen, bevor sich ein schwerwiegender Defekt am Wagen bemerkbar machte. Doch plötzlich zeigte sich ein befestigter Steinwall und eine breite, gut befahrbare Straße nur wenige Meter voraus. Unser Gefährt tat sich schwer, hustete und röchelte, machte dann jedoch einen gewagten Satz und fand sich auf befestigtem Untergrund wieder. Die Anspannung stand uns ins Gesicht geschrieben, verblasste aber mit jeder Sekunde, die sich das Auto weiter den Berg hinauf quälte. Dichter, unter der Motorhaube aufsteigender Qualm zwang uns zu einer unfreiwilligen Pause, doch der Ausblick von hier oben entschädigte uns für die Strapazen. Vor unseren Augen erhoben sich hochgewachsene Berge, dunkle, immergrüne Wälder, kleine verspielte Flüsse und spiegelglatte, azurblaue Seen. Wir waren euphorisiert und spürten eine gewaltige innere Inspiration, die sich nur schwer in Worte fassen ließ. Nachdem der Motor abgekühlt war startete Paul den Wagen, der zu unserer Verwunderung sofort ansprang. Die Straße wand sich in unzähligen Serpentinen den baumlosen, von dichten Gräsern und Blumen bewachsenen Berghang hinauf. Ab und an zeigte sich das alte Spitzgiebeldach des Hotels, musterte uns skeptischen Blickes und verschwand dann wieder hinter einem der unzähligen Bergvorsprünge. Unsere Stimmung war gut, als wir ohne weitere Unterbrechungen voran kamen. Doch die Ernüchterung sollte schneller kommen als und lieb war und schon bald in blankes Entsetzen umschlagen. Ich bemerkte die langen, gespenstischen Schatten zuerst. Sie waren bereits weit über die Bergkuppen gekrochen und drohten uns mit ihrer dunklen, krampfenden Anwesenheit zu zerquetschen. Erschrocken blickte ich auf meine Armbanduhr, deren rostige Zeiger auf dem alten Ziffernblatt die bevorstehende Abendstunde verkündeten. Erst jetzt erkannten wir, dass das strahlende Blau des wolkenlosen Himmels in ein unheilvolles, loderndes Orange übergegangen war. Die Sonne hatte unbemerkt den Zenit überschritten, klammheimlich ihre Bahn am Firmament fortgesetzt und neigte sich nun schnell dem Horizont entgegen. Und noch immer lag das alte „Lovecraft“ Hotel in weiter Ferne, hinter unzähligen Serpentinen und Kurven verborgen, als wären wir nie von der Stelle gekommen. Die Umgebung hatte sich mit zunehmender Dämmerung merkwürdig verändert. Der ursprüngliche Glanz der Bäche und Seen war verschwunden, die satten Farben der Wälder verwelkt und die verspielten Täler und Wiesen zu gefährlichen Untiefen gewachsen. Es lag eine unerklärliche Bedrohung in der Luft und eine subtile Angst ging von dem Orange-stichigen Himmel aus, der bereits hässliche Ansätze von tückischem Purpur zeigte. Die Berge ragten gefährlich in den Himmel hinein. Sie waren kalt und nackt, von hartem Fels und engen Schluchten durchzogen. Manche von ihnen krümmten sich nach vorne, andere nach hinten und irgendwie wuchsen sie auf merkwürdige Weise über unseren Köpfen zusammen. Die gezackten Bergkuppen waren grotesk entstellt und glichen dem weit aufgerissenen Maul einer namenlosen Bestie, die nur darauf wartete ihre Reißzähne in unsere zitternden Körper zu rammen. Düster und verworren zeichneten sich die Tannenwälder an den zerklüfteten, steil aufragenden Hängen ab. Ihre Nadeln raschelten unheimlich im Wind, als eine heftige Böe sich über einen der Pässe ins Tal schob und die Wärme des Tages in einem einzigen, eisigen Hauch fort...



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