Stephens | Maskenball in Venedig | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Stephens Maskenball in Venedig


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1349-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1349-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bis jetzt hielt Nell den gut aussehenden Dr. Luca Barbaro für einen arroganten Langweiler. Doch dann lädt er sie zu einem Maskenball in Venedig ein. Und um Mitternacht zeigt er ihr, wie aufregend er sein kann - er küsst Nell voller Sinnlichkeit ...



Das erste Buch der britischen Schriftstellerin Susan Stephens erschien im Jahr 2002. Insgesamt wurden bisher 30 Bücher veröffentlicht, viele gehören zu einer Serie wie beispielsweise 'Latin Lovers' oder 'Foreign Affairs'. Als Kind las Susan Stephens gern die Märchen der Gebrüder Grimm. Ihr Studium beendete die Autorin mit einem MA in Musik, sie wurde professionelle Sängerin und schrieb Sachbücher. Mit dem Schreiben von Liebesromanen begann sie erst, als sie eines Tages die Autorin Penny Jordan kennenlernte, die sie als Freundin und Mentorin zum Schreiben ihres ersten Liebesromans ermutigte. Auf einer Auktion einer Benefiz-Veranstaltung konnte ein Tag mit einem Autor ersteigert werden. Susans Ehemann gab das höchste Gebot ab und so verbrachte Susan einen Tag mit der bekannten Romance-Autorin Penny Jordan, die beiden wurden gute Freundinnen. Für Susan Stephens steht die Familie an erster Stelle, danach kommen das Schreiben, die Freunde sowie die Haustiere. Gern besucht sie Theatervorstellungen sowie Konzerte, sie reist viel. Zu ihren Hobbys in der Freizeit zählen Lesen, Kochen und Stricken. Susan Stephens liebt Wanderungen durch die Landschaft in Yorkshire, wenn es regnet, spielt sie Klavier. Ihre liebsten Sportarten sind Reiten und Ski laufen. Ihren Ehemann lernte Susan Stephens auf Malta kennen, sie trafen sich an einem Montag und am folgenden Freitag verlobten sie sich, knapp drei Monate später waren sie verheiratet. Bis heute sind sie glücklich verheiratet und haben drei Kinder. Trotzdem hofft Susan, dass ihre Kinder bei der Wahl ihrer Lebenspartner etwas besonnener vorgehen.

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2. KAPITEL

„Erzählen Sie mir jede Kleinigkeit des heutigen Tages, an die Sie sich erinnern.“

Er wollte sie beschäftigen, dachte Nell. Dennoch bemühte sie sich, alles zu rekapitulieren. Wenn sie irgendetwas falsch gemacht und dadurch Mollys Zustand verschuldet hatte, wollte sie die Erste sein, die davon erfuhr. „Beim Aufstehen ging es Molly ausgezeichnet.“

„Denken Sie an den Moment, als Sie die ersten Anzeichen einer Verschlechterung ihres Zustandes bemerkten.“

„Sie meinen den Moment, in dem sie in einen derart tiefen Schlaf fiel, dass sie nicht mehr aufzuwecken war.“

Luca nickte. „Sagen Sie mir, wann die Patientin …“

„Meine Tochter heißt Molly.“ Sie würde es nicht dulden, dass er Molly behandelte, als sei sie eine austauschbare Rolle in seinem Theaterstück.

„… wann Molly schläfrig wurde.“

Nell schüttelte den Kopf. „Warum habe ich gewartet, bis es so schlimm wurde?“

„Weil Sie dachten, dass Molly einfach nur schläft. Und nun stellen Sie Ihre Schuldgefühle zurück, und erzählen Sie mir lieber, was passiert ist.“

Seine harte Stimme brachte sie auf den Boden der Tatsachen zurück. „Es passierte so langsam, dass es mir lange nicht auffiel.“

„Ist so etwas schon einmal passiert, Nell?“

„Niemals. Und für Sie bin ich immer noch Miss Foster, danke schön.“ In Gedanken ließ sie den Tag noch einmal Revue passieren, vom schlichten Frühstück, bei dem sie über Mollys Kakaobärtchen gelacht hatten, und von ihrer wunderschönen Tour durch die Stadt … Da war nichts Auffälliges gewesen.

„Ist Ihnen inzwischen etwas eingefallen?“, fragte Luca Barbaro in ihre Gedanken hinein.

Er war sich seiner selbst so sicher. Doch so gern Nell ihm und seiner Arroganz eine Lektion erteilt hätte, sie musste an Molly denken. „Etwa eine halbe Stunde nachdem wir die Gondel betreten hatten, wurde sie schläfrig. Zuerst dachte ich, das sanfte Schaukeln habe sie in den Schlaf gewiegt.“

„Und vorher?“

„Nichts. Es ging ihr sehr gut.“

„Sind Sie ganz sicher?“

„Natürlich. Geben Sie mir jetzt meine Tochter zurück?“

„Nein. Sie lassen sie womöglich fallen“, erklärte Luca nüchtern.

War er verrückt? „Ich kann Ihnen versichern, dass so etwas nicht passieren wird.“

„Sie sehen nicht ganz stabil aus.“

„Und das ist Ihre professionelle Meinung als Arzt?“ Nell stemmte die Hände in die Hüften.

Luca ignorierte ihren Sarkasmus und lehnte sich über die Brüstung, um nach dem Boot zu sehen. Erschrocken griff Nell nach seinem Ärmel. „Sie lassen Molly noch ins Wasser fallen!“

Als sie seinen grimmigen Blick sah, ließ sie ihn sofort los.

„Würden Sie bitte versuchen, sich zu beruhigen?“

„Wie soll ich mich beruhigen, wenn Sie keine Gelegenheit auslassen, meine Tochter in Gefahr zu bringen, und mir jegliche Information über ihren Zustand verweigern?“ Nell nahm sich zusammen. „Wie lange müssen wir noch warten?“

„Sie können die Zeit am besten nutzen, indem Sie überlegen, ob Ihnen noch etwas Wichtiges einfällt. Wo haben Sie Ihre Tour begonnen?“

Nell dachte an den Markusplatz zurück mit seiner atemberaubenden Atmosphäre. Ein Schwarm wunderschöner Tauben war über ihren Köpfen dahingesegelt. Die Cafés hatten die Sonnenschirme aufgespannt. Molly und Nell hatten ein Eis gegessen … Nell stutzte. „Molly hat doch nicht etwa eine Lebensmittelvergiftung?“

Luca runzelte die Stirn, schwieg jedoch.

„Oder doch?“

„Es tut mir leid. Ich kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen.“

Es tat ihm leid? „Sie müssen in der Lage sein, irgendetwas zu äußern.“

„Wenn Ihnen alles zu viel wird, setzen Sie sich doch hier auf das Mäuerchen.“

Ungläubig starrte sie ihn an. „Ich bin nicht müde.“ Sie ignorierte seine ausgestreckte Hand. Und anfassen wollte sie ihn schon gar nicht.

Sein dunkler Blick ruhte auf ihr. „Wenn Sie sich solche Sorgen machen, kostet Sie das zu viel Kraft.“

„Vielen Dank. Sparen Sie sich die Floskeln.“

„Gefühlsausbrüche helfen auch nicht …“

Nell bemerkte, wie er ihre Frisur musterte. Sicherlich standen ihre Haare im Moment in alle Richtungen ab. Aber damit spiegelten sich ihre Gefühle bestens wider.

Eine Sirene ertönte, und Nell atmete erleichtert auf. Die orange-weiß gestrichene Gondel mit der Aufschrift Ambulanza hielt direkt an den Stufen der Brücke.

„Seien Sie vorsichtig, wenn Sie an Bord gehen“, warnte Luca Barbaro. „Einer der Männer kann Mollys Buggy tragen. Wir können uns keinen weiteren Notfall leisten.“

Und dann war er fort. Mit Molly. Als sie ihm folgen wollte, lief ihr einer der Sanitäter vor die Füße. Nell geriet in Panik. Die Erlebnisse der Vergangenheit hielten sie gefangen. Damals hatte man sie auch von Jake getrennt. Plötzlich reckte Barbaro den Kopf aus der Kabine und rief etwas auf Italienisch. Der Sanitäter trat aus dem Weg, und Molly bestieg die Gondel.

Als sie den Kopf einzog und in die Kabine trat, sah sie, wie Luca Barbaro Molly bereits untersuchte. Ganz eindeutig war er in seinem Element. Die Helfer gingen ihm routiniert zur Hand. Allmählich entspannte sich Nell ein wenig.

„Setzen Sie sich hierher“, forderte Luca sie auf, ohne Molly aus den Augen zu lassen. Er sprach am Telefon mit dem Krankenhaus und gab Anweisungen.

Sie spürte nicht, dass sie fror. Erst als einer der Sanitäter auf Lucas Aufforderung hin ihr eine Decke um die Schultern legte, wurde ihr bewusst, dass ihre Glieder eiskalt waren.

Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Abneigung beobachtete sie, wie er arbeitete. Dann sah sie, wie er eine Injektionsnadel zur Hand nahm. „Ist das wirklich notwendig?“

„Ja.“ Er sah sie kurz an. Schließlich trat er von der Liege zurück, und Nell konnte ihre kleine Tochter sehen.

Sie erblasste. So viele Kabel und Schläuche waren an Molly befestigt.

„Kann ich mich zu ihr setzen?“, fragte sie schwach. „Darf ich sie halten?“

„Sie könnten die Kanüle des Tropfes versehentlich abreißen.“

Der Tropf? Jetzt erst entdeckte sie die Flasche mit der Flüssigkeit, die zu Mollys Seite hing und von der beständig Flüssigkeit durch den Schlauch tropfte. „Braucht sie den?“

„Ja, damit sie nicht austrocknet, außerdem wird ihr auf diesem Wege vorsichtshalber Antibiotikum zugeführt.“

Nell runzelte die Stirn. „Sie wissen noch gar nicht, was ihr fehlt, aber Sie pumpen sie schon mit Drogen voll?“

„Ich erachte es als notwendig.“

„Und was ist das für eine Maschine?“ Sie wollte alles wissen. Sie wollte ihn unter Druck setzen. Es war ihr Recht zu erfahren, was hier vor sich ging.

„Ein Inhalator. Er versprüht die Medizin zu einem feinen Nebel, damit der Patient sie einatmen kann, ohne zu husten.“

Je eher sie im Krankenhaus angelangten, desto eher könnte Nell wieder ruhig durchatmen. Oder auch nicht. Das hing davon ab, ob die Ärzte dort einfühlsamer wären als das Exemplar, mit dem sie bisher hatte vorliebnehmen müssen. Wenn sie doch Molly nur ihre Liebe und Nähe zeigen könnte …

„Ich störe sie nicht und ziehe auch nichts heraus“, versprach sie.

„In Ordnung. Ich hebe sie auf Ihren Schoß, dann können Sie sie halten, während sie die Medizin einatmet.“

„Danke.“ Nell war so dankbar. Alle feindseligen Gefühle ihm gegenüber verpufften. Sie sah auf Mollys blasses Gesicht hinunter. Haut und Lippen waren aschfahl und hatten einen leichten Blauschimmer. „Es wird Zeit, dass Sie mir sagen, was sie hat.“

„Sobald ich es weiß, sage ich Ihnen Bescheid. Keinen Augenblick vorher.“

Er war nicht bereit, jetzt schon eine Diagnose abzugeben. Womöglich stellte sie sich nach genaueren Untersuchungen im Krankenhaus als falsch heraus. Außerdem ließ er sich ungern unter Druck setzen. Luca hatte sich auf seinen wohlverdienten freien Tag gefreut, als der Anruf kam. Er hatte weder gegessen noch getrunken, geschweige denn geduscht. Und was war der Lohn dafür, dass er sich für seine Mitmenschen aufopferte? Eine Frau, die jede seiner Bewegungen mit Argusaugen überwachte, als sei er ein Student im praktischen Jahr.

Wäre das Kind nicht in einem so desolaten Zustand gewesen, hätte er die Mutter und das Kind dem Team der Ambulanz überlassen. Seine Konzentration galt immer den Patienten, die er betreute. Verwandte und Freunde gab er unter die Obhut der Schwestern. Sie lenkten ihn nur ab. Wenn Nell Foster mehr wollte, als dass er ihre Tochter rettete, dann war das ihr Problem.

Eines jedoch beschäftigte ihn. Was mochte Miss Foster zugestoßen sein, dass sie jegliche Weiblichkeit aus ihrem Äußeren entfernt hatte? Sie verbarg ihre Figur in weiten, unförmigen Kleidern, und das stachelige Haar spiegelte ihren Charakter bestens wider. Ihr Gesicht hatte wahrscheinlich noch nie auch nur den Hauch von Make-up gesehen. Dennoch waren ihre Augenbrauen hübsch geschwungen, und ihre Augen, umrahmt von herrlich dichten Wimpern, waren wunderschön. Ihre Zähne waren blendend weiß. Das konnte er mit Sicherheit sagen, denn sie hatte ihn mehrmals voller Ironie angelächelt.

Luca musste lachen. Ganz offensichtlich hasste sie Ärzte und misstraute ihnen gründlich. Er war es gewohnt, dass man ihm dankbar war. Sie jedoch sah in ihm eine Bedrohung.

Und doch weckte sie Gefühle in ihm, die er nicht leugnen konnte. Ihre...



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