Stern Maddrax - Folge 258
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8387-0557-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Chronik des Verderbens
E-Book, Deutsch, Band 258, 64 Seiten
Reihe: Maddrax
ISBN: 978-3-8387-0557-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Während Matt und Aruula auf der Suche nach Jenny und Ann Schreckliches erleben, bahnt sich auch unter den Meeren das Verderben an. Die Verschwörer des Gilam'esh-Bundes wollen endlich einen Schlussstrich unter die in ihren Augen gefährlichen Wahrheiten setzen, die in Gilam'esh'gad, der vergessenen Stadt am Grund des Marianengrabens, gären. Ihr Plan ist so konsequent wie grausam: Die Stadt muss untergehen - und mit ihr alle, die sich darin aufhalten...
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" (S. 3-4)
Schillernde Langflossen stoben auseinander. Ihre feinen Sinne hatten eine Bedrohung wahrgenommen. Die junge Hydritin presste ihr Kind fest an sich. Ängstlich sah sie zum Höhlendach der unterseeischen Stadt, an dem sich die lumineszierenden Pflanzen verdunkelten. Die Nacht erwachte in Gilam’esh’gad – und mit ihr die Jäger der Tiefe! „Nein“, klackerte die Verwachsene flüsternd. Sie beschleunigte ihre Schwimmzüge. Doch dann hörte sie ein Rauschen, umspülten Wellen ihren Körper. Sie wirbelte herum. Vor ihr stieß der Krake aus dem Zwielicht der Dämmerung. Bösartige Augen blitzten. Acht kräftige Tentakel zuckten vor und packten sich die Beute …
Der bionetische Handscheinwerfer ergänzte das schwächer werdende Licht der Leuchtmikroben am Höhlendach. Pozai’don II. hob die Flossenhand und beleuchtete den schmalen Weg, über dem er gemächlich schwamm. Die Straßen in Gilam’esh’gad dienten hauptsächlich der Orientierung und der Kanalisierung des Verkehrs. Er hatte das Ende der Sternkorallengasse fast erreicht. Links und rechts wogten glitzernde Polypen in den Wellen, wie ein Meer aus sternförmigen Blütenköpfen, die ihn freundlich grüßten.
Ein kleiner Krebs kreuzte seinen Weg und stakste eilig davon. Pozai’don näherte sich mit ruhigen Schwimmzügen einem der Randgebiete der unterseeischen Stadt. An seiner Seite trieb ein Schockstab, den er an seinem Gürtel über dem Lendenschurz befestigt hatte. Er wusste um die Gefahren der Abenddämmerung, doch er ließ es sich nicht nehmen, jeden Abend durch die dunkler werdende Höhle des Stadtbereiches zu schwimmen. Das war ihm in der letzten Rotation zur Gewohnheit geworden.
Es ist meine Stadt. Mein Gilam’esh’gad! Der Hydrit mit dem verwachsenen Körper sog das salzige Wasser genussvoll zwischen die Kiemen. Alles hier schmeckte heilig, seitdem die Stadt aus ihrer langen Dunkelheit erwacht war. Gilam’esh’gad lag tagsüber in hellem Licht, und auch nachts wurde es nicht mehr völlig dunkel. Überall gab es Quellen für zusätzliche künstliche Beleuchtung. Seitdem das Magmakraftwerk wieder in Betrieb genommen war, flossen Wärme und Energie im Überfluss. Die durch die Seuche nachhaltig geschädigten Hydriten hatten die Krankenstation bereits verlassen und wurden nur noch ambulant je nach dem Grad ihrer Beeinträchtigungen behandelt. Viele von ihnen halfen bereits mit, die Stadt wieder herzurichten."




