E-Book, Deutsch, 470 Seiten
Stevens Liebe nach Herzenslust - Lizzy
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-7119-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 470 Seiten
ISBN: 978-3-7557-7119-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Drei Männer sind keiner zuviel? Die Grafikdesignerin Lizzy könnte mit dem Anwalt Max glücklich sein, wenn dieser nicht schon verheiratet wäre. Auf einer Silvesterparty lernt sie den Studenten Seb kennen, der sie immer wieder zu Eskapaden verführt. Gerade, als Lizzy denkt, ihr Leben könne nicht noch komplizierter werden, trifft sie auf den Yogalehrer Tobi, der ihr als Gegenleistung für Werbeaufträge Tantramassagen anbietet. Mit diesen drei Männern erlebt sie ein turbulentes Jahr, das ihr Leben und Denken auf den Kopf stellt. Lizzy zur Seite - bzw. manchmal auch im Weg - stehen ihr ihre beste Freundin Gina, ihre ehemalige Kommilitonin Manon und Sebs WG-Mitbewohner Matthi und Sasha. "Liebe nach Herzenslust" sind moderne Liebesgeschichten, bei denen die Frauen schon mal am Traumprinzen vorbeilaufen, bevor es ein Happy End gibt. Das Buch wurde 2015 in Realtime geschrieben und erschien 2016 erstmals unter dem Titel "Liebe nach Herzenslust".
Kelly Stevens studierte in England Literatur und Kreatives Schreiben und arbeitete in Deutschland in verschiedenen Jobs im Medienbereich. Sie schreibt Romance in allen möglichen Längen und Variationen, von Kurzgeschichte bis Roman.
Autoren/Hrsg.
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Der Kater am Morgen danach schlich sich auf Samtpfoten an. Mühsam öffnete Lizzy ein Auge. Sie sah Parkettboden, ein Tischbein und zwei Orangen, die auf dem Boden lagen. In ihrem Kopf hämmerte es, und ihr Nacken war schmerzhaft verspannt. Wieso war sie nicht in ihrem Bett, sondern lag auf dem Boden im Wohnzimmer? Dann fiel es ihr wieder ein: Cocktails beim Mexikaner mit ihrer Freundin Gina. Und Sex mit Max. Und Sex mit Tobi. Sofern eine erotische Massage schon Sex war. Und Sex mit Seb. Vor allem mit Seb! Stöhnend zog sie sich am Sofa hoch und wankte Richtung Badezimmer. Ein paar Sekunden lang überlegte sie, ob ihr schlecht genug war, um sich übergeben zu müssen. Glücklicherweise hörte das Bad auf, sich um sie zu drehen, nachdem sie sich eine Weile am Waschbecken festgehalten hatte. Sich mit der einen Hand weiter abstützend, tastete sie mit der zweiten im Badezimmerschränkchen nach Kopfschmerztabletten. Sie schluckte eine davon herunter und spülte mit Leitungswasser nach, bevor sie ins Wohnzimmer zurück schlurfte und sich aufs Sofa sinken ließ, auf dem sie gestern Abend Sex mit Seb gehabt hatte. Bis sie bei eben dieser Aktivität gemeinsam vom Sofa gerollt waren, nur, um es auf dem Fußboden weiter zu treiben. Wo sie dann wohl eingeschlafen war. Sie konnte sich vage daran erinnern, dass Seb gegangen war. Zumindest war er jetzt nicht mehr da. Wenn doch die Kopfschmerztablette endlich wirken würden, dann könnte sie vielleicht ein paar klare Gedanken fassen. In diesem Moment klingelte ihr Handy: Max. Er würde heute Mittag vorbeikommen wollen. Bis dahin musste sie wieder fit sein. Lizzy räusperte sich, bevor sie das Gespräch annahm. Doch ihre Stimme schien sie trotzdem verraten zu haben. »Bist du unpässlich?«, erkundigte Max sich vorsichtig. Seine dezente Umschreibung dafür, ob sie ihre Periode hatte und sie ihr Treffen diese Woche ausfallen lassen mussten. Lizzy fühlte sich tatsächlich unpässlich, aber das lag ausschließlich am Alkohol. Im Geiste begann sie, nachzurechnen, wann sie das nächste Mal … Sie richtete sich so schnell auf, dass sich erneut alles um sie herum drehte. Mehr stolpernd als laufend erreichte sie ihr Badezimmer und griff nach der Pillenpackung. Die Pille für heute war noch darin. Genauso wie die für gestern. »Alles in Ordnung?«, fragte Max besorgt. Was tun? Ihn bitten, in ein paar Minuten noch einmal anzurufen? »Doch, natürlich, alles in Ordnung«, krächzte sie. »Sehen wir uns wie geplant?« Das wäre dann in – sie warf einen schnellen Blick auf ihre Armbanduhr – knapp zwei Stunden. Obwohl sie sich normalerweise immer freute, Max zu sehen: Er würde eine fröhliche, entspannte, aufmerksame Geliebte erwarten, kein verkatertes nervliches Wrack. Doch das Glück war auf ihrer Seite. »Deshalb rufe ich an. Mir ist etwas dazwischengekommen, Mittagessen mit einem Kollegen. Und heute Abend muss ich früh zuhause sein, weil wir Theaterkarten haben. Macht es dir etwas aus, wenn wir unser heutiges Treffen ausfallen lassen und uns erst Dienstag sehen?« Lizzy unterdrückte einen erleichterten Seufzer und täuschte stattdessen schnell bedauerndes Verständnis vor. Max beendete das Gespräch, und Lizzy blieb mit der Pillenpackung in der Hand im Badezimmer zurück. Keine Panik, dachte sie panisch. Wie war das noch gleich? Nicht zwei Pillen nehmen, sondern einfach wie geplant den Rest der Packung zu Ende einnehmen, und bis zum Einsetzen der nächsten Regel mit Kondomen verhüten? Was sie mit Seb getan hatte. Mit Max allerdings nicht. Was nun? Hoffen, dass schon alles gut gehen würde? Zur Apotheke rennen? Im Internet nach Antworten suchen? Ihr Mac stand zwar nur ein paar Schritte entfernt, aber der Weg dorthin erschien ihr plötzlich sehr weit. Wie es wohl wäre, ein Kind zu bekommen? Das würde ihr gesamtes Leben völlig auf den Kopf stellen. Ob Max sie unterstützen würde? Er hatte schon zwei Kinder im Grundschulalter. Und eine Ehefrau. Ihr Geliebter würde nicht glücklich sein, wenn sie schwanger wäre, weil sie nicht daran gedacht hatte, zu verhüten, weil sie zu sehr damit beschäftigt gewesen war, sich von anderen Männern verwöhnen zu lassen. Was für ein Chaos! Eine dreiviertel Stunde später hatte es Lizzy immerhin geschafft, zu duschen und sich anzuziehen. Ob sie darauf hoffen konnte, dass sie Glück gehabt hatte und nicht schwanger war? Rein rechnerisch sollte sie auf der sicheren Seite sein, aber … Sie war schon wieder kurz davor, sich zu übergeben. So oder so musste sie Max klarmachen, dass sie für den Rest ihres Zyklus zusätzlich verhüten müssten. Ob sie ihm etwas von einem Brechdurchfall erzählen könnte, wegen dem die Pille nicht mehr zuverlässig wirken würde? Dann hätte sie auch gleich eine Antwort, wie er zum Thema ungeplante Schwangerschaft stand. Sie bückte sich, um die Orangen aufzuheben. Wo sie schon einmal dabei war entsorgte sie gleich den Adventskranz und räumte auch ihr Schlafzimmer auf, in dem diverse Kleidungsstücke verstreut waren. Natürlich, sie hatte sich ja gestern Nacht für die Party zurechtgemacht. Nein, vorgestern. Die Silvesterparty bei Seb und seinen Mitbewohnern. War das tatsächlich erst vorgestern gewesen? Reiß dich zusammen, dachte Lizzy. Vergiss Seb. Konzentrier dich auf Max. Ihre Wohnung könnte auch mal wieder geputzt werden. Außerdem musste sie ihren Mantel noch in die Reinigung bringen. Seufzend suchte Lizzy eine große Plastiktüte und stopfte den Mantel hinein, bevor sie Boots und Jacke anzog und nach Schlüsseln, Portemonnaie und Smartphone griff. Etwas frische Luft könnte nicht schaden, um einen klareren Kopf zu bekommen. »Morgen, Raoul«, begrüßte sie den Concierge nicht ganz so strahlend wie sonst, klemmte die Tüte auf ihr Fahrrad, das vor der Tür stand, und wollte sich schwungvoll darauf setzen. Sie hielt jedoch mitten in der Bewegung inne, als ihr klar wurde, wie schmerzhaft das noch immer war. Aber darauf konnte und wollte sie jetzt keine Rücksicht nehmen. Mit zusammengebissenen Zähnen stieg sie auf und fuhr los. Nachdem sie ihren Mantel bei der Reinigung abgegeben hatte, besorgte sie auf dem Rückweg noch schnell ein Vollkornbrötchen. Zurück in ihrer Wohnung stellte sie als Erstes alle Fenster auf Kipp. In dem modernen Hochhaus ließen sich die Fenster nicht richtig öffnen, wahrscheinlich aus Energiespargründen, denn immerhin verfügten die Wohnungen alle über Klimaanlage. Oder, damit niemand aus dem Fenster stürzen konnte? Sie war nicht bei der Apotheke gewesen. Freudsche Fehlleistung, oder wollte sie es wirklich drauf ankommen lassen? Kondome hatte sie auch keine im Haus. Dafür schien Seb immer einen größeren Vorrat bei sich zu haben. Vergiss Seb!, mahnte ihr Verstand. Stattdessen sollte sie lieber putzen und etwas essen. Es war fast schon Mittagszeit. Doch bevor Lizzy ihren hehren Vorsatz in die Tat umsetzen konnte, klingelte ihr Telefon. »Hallo Lama!«, begrüßte sie ihre Schwester mit dem Spitznamen, den sie ihr schon als Kind geben hatte. »Hallo Lizzy, endlich erreiche ich dich!«, rief Lara-Maria in den Hörer. Sie klang widerlich wach und gut gelaunt. »Ja, frohes neues Jahr, Schwesterherz«, entgegnete Lizzy. Sie mochte ihre jüngere Schwester, aber manchmal war sie ihr einfach zu perfekt. Lara-Maria sah gut aus, war bei allen beliebt, hatte einen tollen Job und einen Freund, der sie vergötterte. Außerdem vergaß sie nie etwas. »Ja, dir auch frohes neues Jahr. Aber deshalb rufe ich nicht an.« Lara-Maria machte eine Kunstpause. »Sag mal, du hast doch in der Woche vor Ostern noch nichts vor?« Ihrer Familie gegenüber traute Lizzy sich nicht, zu gestehen, wie mau es bei ihr mit Aufträgen als selbstständige Grafikdesignerin aussah. Dies hätte unweigerlich besorgte Fragen und gut gemeinte Ratschläge nach sich gezogen, für die sie nicht bereit war. »Warum?« »Florian und ich heiraten!«, rief Lara-Maria. Kein Wunder, dass sie wach und gut gelaunt klang. »Oh, das ist – oh. Wow. Ja, herzlichen Glückwunsch«, stammelte Lizzy. Ihre Schwester war zwei Jahre jünger als sie, gerade einmal einundzwanzig. Es stimmte, dass sie und Florian schon seit ihrem ersten Ausbildungsjahr zusammen waren, und jeder war davon ausgegangen, dass sie irgendwann heiraten würden, aber diese Nachricht kam dann doch etwas plötzlich. »Warum die Eile, wann habt ihr euch denn verlobt? Silvester?« »Ach, verloben ist doch total out. Nein, wir haben es vor ein paar Tagen beschlossen und gerade den Termin beim Standesamt klar gemacht. Jetzt suchen wir noch eine Location, und dann gehen die Einladungen raus. Ich wollte den Eltern und dir aber so schnell wie möglich Bescheid geben, damit ihr euch den Termin blocken könnt. Liegt ja in den Osterferien, da wollen manche sicher wegfahren.« »Fliegt ihr dann über Ostern in die Flitterwochen?« »Nein, Fliegen ist erst mal gestrichen.« Lara-Maria druckste kurz herum. »Sag es unseren Eltern nicht, ja? Aber es gibt einen Grund, warum wir so bald heiraten wollen. Ich...




