Stone | Ein verführerischer Pakt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

Stone Ein verführerischer Pakt


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6035-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical

ISBN: 978-3-7337-6035-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sie ist Pfarrerstochter, er hat den Teufel im Leib, aber als Lily Bradshaw sich in Not befindet, ist der mysteriöse Lord Guy ihre einzige Hoffnung: Nur er kann ihr das Leben retten, ihren geliebten kleinen Sohn beschützen - und ihre schlummernde Leidensch



Lyns Ausflug in die Romanliteratur begann in den 90-ern. Am Valentinstag des Jahres 1996 unterschrieb sie ihren ersten Vertrag mit dem kanadischen Verlag Harlequin. 'Blumen, Süßigkeiten, Küsse und auch noch ein Buchverkauf! Es wird nie wieder so einen Tag wie diesen geben!'sagt sie begeistert! Lyn studierte Kunst und arbeitete in Europa, wo sie viele der Schauplätze aufsuchte, die heute in ihren historischen Romanen auftauchen. Zu der Zeit malte sie die historischen Sehenswürdigkeiten, die sie auf ihren Reisen besichtigte, und verkaufte die Gemälde. Zeitweise verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt als Designerin von Buchcovern, bis sie die Seiten wechselte und nicht mehr die Cover gestaltete, sondern die Romane verfasste, da sie förmlich süchtig nach den Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln war... 'Selbst zu schreiben war definitiv eine meiner besten Entscheidungen', bekennt sie. Heute leben sie und ihr Mann in North Alabama in der Nähe ihrer beiden Kinder und vier Enkel, die einen großen Beitrag zu ihrer Arbeit leisten, indem sie sich z. B. an der Recherche für ihre Romane beteiligen, und außerdem eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für die Personen in ihren Romane sind.

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2. Kapitel


Lily rannte los, ihre letzte Hoffnung hatte sie schneller verloren als ihre Füße laufen konnten. Sie riss die Tür auf, stürzte hinaus in den Flur und prallte dort geradewegs gegen den alten Butler. Beide verloren das Gleichgewicht und gingen zu Boden, doch ehe Lily wieder auf die Beine kommen konnte, packte sie eine große Hand.

"Halten Sie still!" Duquesne beugte sich wie der Leibhaftige wütend über sie. Sein dunkelblondes Haar fiel ihm in die Stirn und der durchbohrende Blick aus stahlgrauen Augen warnte sie, jetzt bloß nichts Falsches zu tun.

Lily schreckte zurück. Sein Griff wurde zwar etwas lockerer, aber er ließ sie nicht los, als er seine Aufmerksamkeit auf den alten Diener richtete.

"Bodkins, alles in Ordnung? Lassen Sie sich Zeit mit dem Aufstehen. Ist auch nichts gebrochen?" Er sprach sehr laut, und doch schwang unüberhörbar liebevolle Anteilnahme in seiner Stimme mit.

Erstaunt beobachtete sie, wie er mit seinem Butler umging. Er forderte ihn auf, sich vorsichtig zu vergewissern, ob auch alle Knochen heil waren, dann half er dem alten Mann fürsorglich beim Aufstehen. Lily zog er mit der anderen Hand weniger sanft zu sich empor.

"Nichts passiert, Mylord", sagte Bodkins, während er gleichzeitig Lily stirnrunzelnd ansah.

"Gott sei Dank", erwiderte Duquesne erleichtert. Wieder sprach er sehr laut, doch ohne jeden ärgerlichen Unterton. "Trotzdem, ich glaube, Sie sollten sich jetzt lieber hinlegen. Stützen Sie sich auf mich, ich bringe Sie in Ihr Zimmer."

Der Butler straffte sich und trat einen Schritt zurück. Er reckte das Kinn vor und ordnete den Sitz seiner Weste. Sein Blick fiel erneut auf Lily. "Ich werde die Nachtwache übernehmen", sagte er.

"Das ist nicht nötig", versicherte Duquesne. "Ins Bett mit Ihnen, das ist ein Befehl!" Seine Stimme hallte in dem hohen Flur wider.

"Wie Sie wünschen, Mylord." Der Diener sah Lily ein letztes Mal drohend an und verzog sich dann, missmutig vor sich hin murmelnd.

Duquesne zerrte Lily zurück in sein Arbeitszimmer, hin zu einem der hochlehnigen Ledersessel. "Setzen Sie sich", befahl er knapp und ließ ihr Handgelenk los.

Wie grimmig er aussah. Und wie unglaublich attraktiv – ein großer, breitschultriger Mann mit markanten, klassischen Gesichtszügen und einer ungeheuer selbstbewussten Ausstrahlung.

Das war das Erste gewesen, was ihr an ihm aufgefallen war, sein unverschämt gutes Aussehen. Sie hatte schon vorher einige außergewöhnlich schöne Männer kennen gelernt, allesamt Schurken. Clive, zum Beispiel, sah exzellent aus, ihr Ehemann Jonathan hingegen nicht. Daraus ließ sich schließen, dass ein anziehendes Äußeres noch lange nicht dazu berechtigte, sich auf den betreffenden Mann auch verlassen zu können. Die Anteilnahme, die Duquesne für seinen Butler gezeigt hatte, konnte er für sie offensichtlich nicht erübrigen.

Er richtete sich nun zu seiner vollen, nicht unbeträchtlichen Größe vor ihr auf und stemmte die Hände in die Hüften. "Entweder Sie geben jetzt eine vernünftige Erklärung ab, oder ich schleppe Sie geradewegs vor den Friedensrichter. Dann kann er vielleicht feststellen, warum Sie sich mit falschen Referenzen um eine Stelle beworben haben."

Ihr fiel keine Lüge ein, die besser als die Wahrheit geeignet gewesen wäre, ihm ein Hilfsangebot zu entlocken. Anfänglich hatte sie überlegt, ihm ganz einfach zu erklären, in welcher Situation sie sich befand, und ihn dann um Beistand zu bitten. Hätte sie das doch bloß getan, dann wären ihre Aussichten sicher besser gewesen. Jetzt hatte sie keine andere Wahl, sie musste offen sein.

Ihr einziger Wunsch war es doch nur gewesen, so schnell wie möglich nach Hause zurückzukehren und sich zu vergewissern, dass ihr Sohn in Sicherheit war. Da sie bereits verkleidet gewesen war – und weder die Männer im Krankenhaus noch der Droschkenkutscher oder Bodkins hatten sie durchschaut –, ging sie davon aus, die Rolle von Brinks erfolgreich weiterspielen zu können. Nur hatte sie nicht mit dem unbestechlichen Blick von Lord Duquesne gerechnet.

Aber sie hatte beschlossen, sich nicht einem Mann anzuvertrauen, über den sie nichts weiter wusste, abgesehen von einer flüchtigen Begegnung, als sie noch ein Kind gewesen war, und den Gerüchten, die über ihn im Umlauf waren. Natürlich war Lily bekannt, dass Edgefield, eines der Anwesen seines Vaters, an das ihres Sohnes angrenzte. Sie hatte auch gehört, dass Duquesnes Vater, der Earl, sich dorthin zurückgezogen hatte, während der Viscount selbst schon vor Jahren beschlossen hatte, dauerhaft in London zu leben.

Wenn Brinks nicht seinen Namen erwähnt hätte, wäre ihr wohl nie eingefallen, hierher zu kommen. Das Problem war nur, Duquesne war der Einzige, den sie in London überhaupt kannte.

Sein Haus verriet mehr über seine derzeitige finanzielle Situation, als sie geahnt hatte. Es gab nur wenige Möbelstücke, zumindest was die Eingangshalle, den Flur und dieses Arbeitszimmer betraf. Nirgends waren Bilder, Skulpturen oder andere Anzeichen von Wohlstand zu entdecken. Abgesehen von diesem Zimmer hier, machte das Haus einen verlassenen, unbewohnten Eindruck.

Der Sessel, auf dem sie saß, bedurfte dringend einer Reparatur, und die alten Samtvorhänge vor den Fenstern wirkten zerschlissen, selbst bei dem schwachen Licht der Lampe. Jetzt bemerkte sie auch, dass die Bücherregale, die sich an drei Wänden aneinander reihten, fast völlig leer standen.

Eine vage Hoffnung keimte in ihr auf. Wenn sie schon nicht an Duquesnes Ehre appellieren konnte, dann ließ er sich ja vielleicht bestechen? Jeder wusste, dass er Geld brauchte. Warum sollte er sonst so leben? Andererseits war er ein Einzelgänger, das war nicht zu übersehen. Vielleicht gefiel es ihm so am besten. Aber wenn nicht … Lily entschied, es darauf ankommen zu lassen. Sie würde sich seine Hilfe erkaufen, mochte es kosten, was es wollte.

Beim Anblick seiner Kleidung zögerte sie. Diese war auf jeden Fall nicht billig. Seine Hose aus erstklassigem Nankingstoff war offenbar maßgeschneidert, genau wie das leicht zerknitterte Leinenhemd. Darüber trug er einen langen, offenen Hausmantel aus Samt, der sehr teuer aussah, auch wenn er alt und nicht mehr ganz in Mode war.

Ihr fiel auf, dass seine Füße bloß waren. Sie waren wohlgeformt und verliehen ihm einen Hauch von Verwundbarkeit, wodurch er auf seltsame Weise menschlicher wirkte.

Jetzt lehnte er sich an den alten, zerkratzten Schreibtisch und verschränkte die Arme vor der breiten Brust. "Nun?"

Lily räusperte sich und legte die Hände auf ihre Knie. Sie sah ihn an und kam sich vor wie eine zerknirschte Sünderin. Ein schreckliches Gefühl. "Ich muss an Ihre Gnade appellieren, Mylord, und kann nur hoffen, dass Sie mir Schutz gewähren werden."

Er neigte den Kopf zur Seite, als wollte er sie ermutigen, fortzufahren. Kein Anzeichen von Mitgefühl.

Seufzend blickte sie kurz auf den abgewetzten Teppich, dann wieder zu dem Viscount. "Ich bin Baroness Bradshaw." Sie zögerte, weil sie erwartete, dass er ihre Behauptung anzweifeln würde, doch nichts dergleichen geschah. "Ich glaube, dass der Bruder meines Mannes versucht hat, mich gestern – oder vielleicht auch vorgestern … welchen Tag haben wir heute?"

"Samstag", gab er Auskunft.

"Dann also gestern. Meiner Meinung nach hat er mich unter Drogen gesetzt. Ich kam von meinem Ausritt zurück, betrat die Bibliothek – und er bot mir ein Glas Sherry an. Ich trank es nur zur Hälfte aus. Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass ich in einer Zelle in Bedlam aufwachte. Dass es diese Anstalt war, begriff ich natürlich erst bei meiner Flucht, aber …"

Lord Guy lächelte leicht und biss sich auf die Unterlippe, doch noch immer sagte er nichts.

"Nachdem ich aufgewacht war, konnte ich die Unterhaltung zweier Männer draußen vor der Zellentür belauschen. Als der eine fortging und der andere eintrat, schlug ich ihn mit dem Absatz meines Reitstiefels nieder und betäubte ihn mit dem Mittel, was er offensichtlich für mich vorgesehen hatte. Hier ist es." Sie zog die beiden kleinen Flaschen aus ihrer Tasche. "Dann flüchtete ich in seiner Kleidung." Lily sah vielsagend an sich herab.

Er wandte den Blick zur Seite, schüttelte den Kopf und lachte leise.

Sie sprang auf, Tränen schossen ihr in die Augen. "Wie können Sie es wagen, über mich zu lachen!"

Unvermittelt wurde er wieder ernst. "Wer auch immer Sie zu mir geschickt hat – richten Sie dem Spaßvogel aus, dass ich kein Dummkopf bin. Das war eine ungeheure Verschwendung nicht nur meiner, sondern auch Ihrer Zeit."

"Niemand hat das getan!"

"Dann kann ich mir nicht erklären, warum Sie hier sind und mir diese haarsträubende Lüge auftischen. Zufällig weiß ich, dass Bradshaw vor zwei Jahren nach einem Herzversagen gestorben ist. Sagen Sie mir endlich die Wahrheit, sonst …!"

Lily rang verzweifelt die Hände und seufzte. "Ich bin Jonathans Witwe. Die Mutter von Beaumont, dem jetzigen Lord Bradshaw."

"Ach", erwiderte Duquesne mit unüberhörbarer Ironie. "Dann ist Ihnen wohl nicht bekannt, dass ich der Person, die John Bradshaw geheiratet hat, schon einmal begegnet bin, und das waren ganz eindeutig nicht Sie."

"Sie kannten meinen Vater, Vikar Upchurch. Bestimmt erinnern Sie sich daran, dass seine Tochter, also ich, vor acht Jahren über ihren Stand geheiratet hat? Das war damals das Gesprächsthema in der Grafschaft. Ich wette, sogar hier in London wurde darüber getuschelt."

Unvermittelt beugte er sich zu ihr und betrachtete prüfend ihr Gesicht. Er stieß einen Fluch aus,...



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