Summer | Mord im Gepäck | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 660 Seiten

Summer Mord im Gepäck

Paulines Mörderische Reisen
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7394-7657-5
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Paulines Mörderische Reisen

E-Book, Deutsch, 660 Seiten

ISBN: 978-3-7394-7657-5
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



EINE HAMBURGERIN AUF KRIMINELLEN REISEN Pauline besitzt ein kleines Café in Hamburg Winterhude. Zum Glück hat ie einen wunderbaren Barista, der den Laden schmeißt, wenn es seine Chefin mit Ehemann Ben wieder in die Ferne zieht. Leider sind ihre Urlaube selten so entspannt wie geplant: Denn Pauline zieht Morde und Unheil fast magisch an. Sei es nun Madeira, wo sie auf der morgendlichen Joggingrunde über die Leiche eines Hoteliers stolpert oder auf Malta, wenn sie einem Serienmörder zu nahe kommt. Neben Paulines Schwäche für einen guten Kaffee oder eine landestypische Leckerei, zeichnet sie ihre Neugier und Kombinationsgabe aus. So kommt es doch öfter vor, dass sie den heimischen Comissários oder Inspektorinnen einen Schritt voraus ist. Hier jetzt ihre beiden ersten Abenteuer MORD AUF DER LEVADA und MALTESER MORDE im Doppelband für das Urlaubsgepäck. Ein Portugal Krimi und ein Malta Krimi in einem Band für Reiselustige.

Joyce Summer lebt ihren Traum mit Krimis, die in sonnigen Urlaubsorten spielen. Politik und Intrigen kennt sie nach jahrelanger Arbeit als Projektmanagerin in Banken und Großkonzernen zur Genüge: Da fiel es Joyce Summer nicht schwer, dieses Leben hinter sich zu lassen und mit Papier und Feder auf Mörderjagd zu gehen. Die Fälle der Hamburger Autorin spielen nicht im kühlen Norden, sondern in warmen und speziell ausgesuchten Urlaubsregionen, die die Autorin durch lange Aufenthalte gut kennt.
Summer Mord im Gepäck jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


06.11.2011 10:13 – Funchal


»Und was haben Sie Sonntagmorgen um sieben auf einer Levada zu suchen? Ihr Touristen liegt doch zu so einer Zeit normalerweise noch im Bett?«

Der Ton des Comissário war ziemlich feindselig und Pauline wünschte, dass sie nicht ausgerutscht wäre und so die Leiche in ihrem Blütengrab entdeckt hätte.

Seitdem sie die Leiche gefunden hatte, waren fast drei Stunden vergangen, und sie saßen immer noch auf dem Revier der Polícia Judiciária in Funchal.

Pauline stand völlig neben sich. Die Fragen des Comissário rauschten an ihr vorbei. Sie musste immer noch das Geschehene verdauen.

Nachdem Ben gekommen war und recht schnell die Situation erfasst hatte, plante er zunächst in Ruhe die notwendigen nächsten Schritte. Leider hatten sie beide kein Mobiltelefon dabei, um sofort Hilfe zu rufen. Es war nur ein kurzer Lauf vor dem Frühstück geplant gewesen, und sie hatten keine Wertsachen im Auto lassen wollen, das am Eingang der Levada direkt auf der Straße geparkt war. Ben hatte kurz überlegt, ob einer von ihnen beiden bei der Leiche bleiben sollte, denn dass es sich um einen Toten handelte, war ihnen beiden klar. Dagegen sprach aus seiner Sicht einiges. Erstens wollte er Pauline nicht in ihrem aufgewühlten Zustand mit dem Auto runter in den Ort fahren lassen, nicht dass ihr noch etwas passierte. Sie fuhr sowieso nicht gerne mit einem Schaltwagen, da ihr Auto zu Hause eine Automatikschaltung hatte. Im Urlaub blieb daher das Autofahren meistens an ihm hängen. Normalerweise kein Problem, aber genau jetzt wäre es wichtig gewesen. Pauline bei dem Toten lassen und selber Hilfe holen, kam erst recht nicht infrage. Für ihn sah das verdammt nach einem nicht natürlichen Tod aus. Und was wäre, wenn der Mörder noch in der Nähe war oder zurückkehrte? Nein, die einzige Möglichkeit war, dass sie beide zusammen in den Ort fuhren und die Polizei alarmierten. Auch auf die Gefahr hin, dass jemand anderes in der Zwischenzeit hierherkäme. Dem Toten konnte nichts mehr passieren, und es war wichtiger, dass Pauline in Sicherheit war. So hatte er Pauline an die Hand genommen und war mit ihr zügig zurück zum Auto gegangen. Dabei hatte er die ganze Zeit die Umgebung sondiert, immer auf der Hut, dass jemand auf sie lauern könnte.

Im Eiltempo waren sie über die Serpentinen hinunter in das Hotel gefahren. Die Hotelangestellte hatte sie verdutzt angesehen, als sie ins Foyer kamen und nach der Nummer der örtlichen Polizei fragten. Zum Glück hatte sie schnell geschaltet und die Nummer herausgesucht. Ben hatte übernommen, kurz die Situation zu schildern. Insgeheim hatte er gehofft, Pauline im Hotel in der Obhut des nun alarmierten Personals lassen zu können. Leider hatte der Polizist am anderen Ende der Leitung insistiert, dass sie beide am Eingang zu der Levada auf die Polizei im Auto warten sollten. Insgesamt war nach dem Fund der Leiche und dem Eintreffen der Polizei am Ende fast eine Stunde vergangen. Sie waren zusammen mit dem Comissário, seinem Subcomissário und einem kleinen Spurensicherungsteam zurück zu der Stelle auf der Levada gegangen. Das Team hatte zunächst Fotos gemacht, Ben und Pauline mussten genau beschreiben, was sie angefasst hatten. Pauline zeigte die Stelle, an der sie gestürzt und auf den Hortensienhaufen gefallen war. Auch diese wurde daraufhin von allen Seiten fotografiert und die Abdrücke dort mit dem Profil von Paulines Laufschuhen verglichen. Selbst Ben und Pauline konnten sehen, dass es eine Unmenge verschiedener Abdrücke gab, da diese Levada sehr beliebt bei Wanderern war. Dass die Polizei in diesem Fall eine brauchbare Spur finden würde, war mehr als fraglich. Einer der Spurensicherer entfernte vorsichtig die Blütenblätter von der Leiche, und ein mit weißem Hemd und dunkler Hose bekleideter Mann kam zum Vorschein. Die hellroten Flecken, die Pauline schon an der Hand aufgefallen waren, zeigten sich auch in seinem Gesicht. Sie wandte sich schnell ab, wusste aber schon, dass sie dieser Anblick verfolgen würde. Der Comissário hatte sie während des ganzen Vorgangs kritisch beobachtet und ordnete an, dass sie ihm für die Zeugenaussage zur Wache in Funchal folgen sollten.

Und da waren sie nun. Das Büro des Comissários strahlte eine leicht antiquierte Gemütlichkeit aus. Sie saßen auf zwei alten, aber bequemen Stühlen vor seinem Schreibtisch. In einer Ecke stand ein leicht ausgesessener Sessel, überzogen mit hellgrauem, an den Armlehnen abgestoßenem, Cordstoff. Pauline konnte sich den dicklichen Comissário gut vorstellen, wie er in diesem Sessel saß, mit einem Galao in der Hand und über seinen aktuellen Fall nachdachte. Er  schien nicht viel von modernen sterilen Büros zu halten, denn obwohl das Revier in einem neuen Gebäude untergebracht war, wirkten die Möbel in seinem Büro eher wie vom Flohmarkt. Bunt zusammengewürfelt, leicht angestaubt, aber gerade deswegen behaglicher als der Rest des Kommissariats, weil man hier die persönliche Note spürte. In der linken Ecke neben der Tür stand eine alte Vitrine, die Hunderte von Aktenordnern enthielt. Alle fein säuberlich beschriftet und nach Jahreszahlen geordnet. Auch der Computer auf seinem schweren großen Sekretär aus dunklem Holz war ein ziemlich altes Modell, und nach dem Staub auf Monitor und Tastatur zu urteilen, wurde er eher selten genutzt. Das einzig Moderne in dem Büro war der glänzende Espressovollautomat eines italienischen Herstellers, der prominent auf einem halbhohen Sideboard im Rechten Winkel zum Schreibtisch stand. Oben auf dem Automat waren Espressotassen auf der Wärmefläche abgelegt und ein paar Galaogläser standen daneben. Freundlicherweise hatte ihnen der Comissário einen Galao angeboten, bevor er mit der Befragung begann, an dem Pauline jetzt dankbar nippte. Aber das war die einzige freundliche Geste des Portugiesen gewesen, er schoss eine ungeduldige Frage nach der nächsten in Richtung Pauline und Ben ab. Sein gut aussehender, junger Subcomissário saß die ganze Zeit schweigend daneben und schrieb fleißig mit.

»Von Ihrer Hotelrezeption weiß ich, dass Sie sich gestern für einen High Tea im Colonial anmelden wollten und nach der Telefonnummer gefragt haben. Ein komischer Zufall, dass Sie heute Morgen die Leiche des Direktors Lucca DeFreitas vom Colonial finden. Meinen Sie nicht?«

Pauline erstarrte. Der Tote war der nette Direktor vom Colonial? Sie hatten ihn tatsächlich gestern kennengelernt, als er während der Teestunde von Tisch zu Tisch gegangen war. Er war so charmant gewesen, hatte ihr Komplimente zu ihrem Portugiesisch gemacht, dabei hatte sie nur versucht, sich auf Portugiesisch für das wundervolle Ambiente zu bedanken. Ja, er hatte sogar ein paar Brocken Deutsch gesprochen und sie dabei aus seinen dunklen Augen verschmitzt angesehen. Als sie ihm erzählte, dass sie ein kleines Café in Hamburg besaß, hatte er einen Stuhl herangezogen um sich mit ihr über Gastronomie auszutauschen. Das Thema Kaffee interessierte ihn besonders, da er meinte, es gäbe auf Madeira einen ziemlichen Nachholbedarf. Die Einheimischen waren zufrieden mit einfachem Kaffee oder einem Galao. Unterschiedliche Sorten Espresso wären aber in Hinblick auf das internationale Publikum seines Hotels interessant. Eine Teekarte gab es bereits, dafür war das Hotel berühmt, sie hatten sogar eine eigene Hausmischung. Aber der Gedanke, zukünftig auch eine Kaffeekarte anzubieten, schien ihm zu gefallen. Pauline war in ihrem Element und schwärmte ihm von den vielen Espressosorten vor, die sie in Hamburg erwerben konnte, und die Möglichkeiten der unterschiedlichen Zubereitung.

Mit seinen grauen Schläfen, den dunklen Haaren und dem freundlichen Wesen hatte er einen ungeheuren Charme ausgestrahlt. Der einzige Abstrich war, dass er sich seiner Wirkung auf Frauen deutlich bewusst war. DeFreitas hatte vorgeschlagen, dass sie sich während ihres Urlaubes noch einmal treffen könnten, aber am besten zu einer anderen Zeit als zum High Tea, wenn das Hotel nicht überfüllt war. Dann könnten sie schauen, ob sie womöglich die Geschäfte des anderen bereichern könnten. Pauline hatte sich schon eine Art Kooperation ausgemalt und die Idee, auch einmal High Tea in ihrem Café, nach dem Vorbild vom Colonial, abzuhalten, nahm gleich in ihrem Kopf Gestalt an. Das war eine wunderbare Geschäftsidee. Gerade in Hamburg, welches von jeher gerne seine Nähe zu britischen Traditionen betonte. Vielleicht konnte sie versuchen, passende Teeservices aus englischem Knochenporzellan zu bekommen, und Etageren, auf denen sie, wie hier im Colonial, das Gebäck reichen könnte. Es würde eventuell schwierig sein, Tomaz zu überzeugen, dass sie in Zukunft auch der Teezubereitung mehr Zeit widmen mussten und nicht nur den perfekten Espresso zauberten.

Ben war am Ende leicht genervt gewesen, ihm wurde das Ganze zu viel. Er war eh nur ihr zuliebe mitgekommen, solche übertriebenen Veranstaltungen waren nichts für ihn. Aber ihre Mutter hatte so von diesem Ambiente geschwärmt, dass sie es diesmal unbedingt hatte ausprobieren wollen. Sie hatte extra heimlich Bens schwarzes Sakko und ein schwarzes Kleid für sich eingepackt, damit sie sich einigermaßen fein machen konnten. Ben war zwar verdutzt gewesen, als sie die Sachen aus dem Koffer zauberte, aber die Aussicht auf eine feudale englische Tea Time hatte ihn zum Glück überzeugt.

Es war auch etwas ganz Besonderes gewesen. Vor Paulines innerem Auge erschien das Colonial. Über einen schwarz-weiß gefliesten Marmorboden wölbte sich das Dach der Terrasse. Weiße, von klassizistischen Säulen gehaltene Rundbögen öffneten...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.