E-Book, Deutsch, Band 3, 656 Seiten
Reihe: Kyle & Jason
Thomas Dave & Jessie: Healing
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-96089-000-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 3, 656 Seiten
Reihe: Kyle & Jason
ISBN: 978-3-96089-000-3
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als David Hanks den Physiotherapeuten Jessie DeMozza trifft, verdreht dieser ihm sofort derart den Kopf, dass er nicht mehr klar denken kann. Doch so fasziniert er von Jessie ist, muss er sich doch eingestehen, dass er Angst vor dem nächsten Schritt hat. Denn Dave war in den letzten Jahren als Dom in der harten BDSM Szene unterwegs und möchte diese Zeit hinter sich lassen. Ein Date mit Jessie würde absolutes Neuland für ihn bedeuten, auch wenn ihn die letzten Wochen mit seinem Freund Jason und dessen Lover Kyle bereits auf einen anderen Weg gebracht haben. Letztendlich ist die Sehnsucht nach Liebe und einer echten Beziehung größer, als die Angst vor den Emotionen ... 'Dave & Jessie: Healing' ist das dritte Buch in der Reihe um Kyle, Jason und Dave.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Wanne mit Rückblick
David Hanks stand in seiner großen, modernen Wohnküche und holte sich ein isotonisches Getränk aus dem Kühlschrank, das er in einem Zug fast bis zur Hälfte leerte. Sein ganzer Körper war nach einem anstrengenden Work-out gleichmäßig mit Schweiß überzogen.
Er war eine Stunde gelaufen, hatte ein langes Dehnungsprogramm absolviert, mit Hanteln trainiert und war seine Karateroutine durchgegangen. Am Ende musste noch für zehn Minuten sein Punching-Bag daran glauben, denn er wollte, dass sein Körper endlich Ruhe gab.
Wenigstens war es ihm so gelungen, die intensiven Ereignisse der vergangenen Wochen für drei Stunden auszublenden.
Sein Blick fiel auf die Uhr an der Wand. Es war halb Sechs und er hatte noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Bad, bevor er auf die Party seines besten Freundes, Jason Montgomery, ging, die wie jedes Jahr den fröhlichen Abschluss des vergangenen, dreitägigen, sehr sportlichen Betriebsausflugs für ihre Angestellten bedeutete.
Jason und er betrieben drei Kampfsportstudios, in denen jeweils Karate, Taekwondo und Jiu Jitsu angeboten wurde und die mit dem zusätzlichen Angebot von professioneller Physiotherapie mehr als erfolgreich liefen.
Dave warf seine durchgeschwitzten Trainingsklamotten in den Wäschekorb und ließ warmes Wasser in die große, freistehende Wanne ein.
Als er sich noch mit einer Flasche stillen Mineralwassers eingedeckt hatte, stieg er in die Badewanne und schloss die Augen, während das heiße Wasser langsam seinen durchtrainierten, tätowierten Körper umspielte.
Doch anstatt seine Gedanken endlich zur Ruhe kamen, fing sein Gehirn augenblicklich an zu rattern.
Dave kniff etwas verärgert die Augen zusammen. Verdammt noch mal, konnte er mal fünf Minuten seine Ruhe haben?
Wo zum Teufel war der Pause-Knopf?
Wo war der Aus-Knopf?
Wo zog man den Stecker?
Schließlich sah er ein, dass er nicht verhindern konnte, dass sich Bilder an Bilder und Emotionen an Emotionen reihten. Am Ende gab er auf und ließ den Film ablaufen. Er drehte das Wasser ab, lehnte sich zurück und ließ sich mit auf die Reise nehmen.
Wie viel simpler sein Leben doch noch vor ein paar Monaten gewesen war.
Er arbeitete hart. Hatte sein Hobby zum Beruf gemacht. War Karatetrainer und Sportlehrer an einer elitären Privatschule, an der er auch sporadisch mit Jason Kurse in den verschiedenen Kampfsportarten gab.
Als Kind brutal vom besten Freund seines Vaters für fast zwei unendlich elende Jahre missbraucht, hatte er alle Gefühle, gute und schlechte, in einen Stahltresor mit undurchdringlichen Wänden gepackt. Er wollte nie wieder im Leben etwas empfinden. Dass er damit auch alle schönen Gefühle ausschloss, war ihm egal gewesen. Den Schmerz auszusperren war wichtiger gewesen, als alles andere. Es war überlebenswichtig gewesen.
Damals war sein hart arbeitender Vater nach zwei Jahren Martyrium durch puren Zufall dahintergekommen und hatte Dave gerettet, indem er seinen Peiniger erschoss. Danach hatte er sich allerdings selbst gerichtet und Dave allein gelassen. Daves Mutter lebte damals bereits nicht mehr; sie war acht Jahre nach seiner Geburt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.
Sein Onkel Martin hatte sich seiner angenommen, ihn davor bewahrt, auf die schiefe Bahn zu geraten, und ihn letztendlich mit dem Kampfsport bekannt gemacht.
Sport war sein Leben und speziell Karate hatte ihm das Leben gerettet.
Nie wieder würde er einen Menschen an seinen Körper heranlassen.
Nie wieder würde ihn ein Mensch berühren.
Sein tätowierter Körper war der beste Beweis dafür.
Dave war nicht nur Sportlehrer, sondern auch Vertrauenslehrer an der besagten Schule, an der er unterrichtete. Er konnte sich noch sooft einreden, mit Gefühlen nichts am Hut zu haben, und dennoch hatte er schon mehrfach Missstände in verschiedenen Familien aufgedeckt. Sein Mut, sich einzumischen, hatte vermutlich mehrfach Schlimmeres verhindert. Er hatte ein unglaubliches Gespür für Recht und Unrecht.
Natürlich hatte er auch Sex. Etwas anderen Sex als die meisten Menschen.
Dave war schwul. Er war ein beeindruckender Mann, ein Kämpfer, eine ziemlich imposante Erscheinung, wenn er es sein wollte.
Er war seit fast zwanzig Jahren in der harten BDSM-Szene unterwegs. Wenn er Sex wollte, dann ging er in einen der ihm gut bekannten, einschlägigen Clubs, setzte sich an einen bestimmten Tisch und meistens dauerte es nicht lange, bis die Männer von ganz allein zu ihm kamen. Er zog sie an wie Motten das Licht.
Oder er sprach jemanden, an dem er interessiert war, direkt an.
Dave war immer der Master, immer der Dom. Niemals der Sub, niemals passiv. Immer aktiv. Und er machte es immer mehr als klar, was er wollte: eindeutige, unmissverständliche Unterwerfung, Züchtigung, Fesselung. Er wollte die Männer kriechen sehen, betteln hören, flehen hören. Wenn sie gut waren, ließ er sie vielleicht kommen.
Dave war bekannt und sehr begehrt.
Es hatte Jahre gedauert, bis er nicht mehr nur seinen Peiniger vor sich sah, dem er das antat. Inzwischen konnte er ganz gut ohne die Bilder leben. Doch ab und zu kamen sie hoch und er konnte nichts dagegen tun.
Wenn dies geschah, erhöhte er sein Trainingspensum und verausgabte sich noch mehr als sonst. Meistens half das auch.
Alles war jahrelang in gewohnten Bahnen gelaufen, solange, bis Jason diese absolute Schnapsidee gehabt hatte, sich einen blutjungen Lover zuzulegen und ausgerechnet ihn, Dave, mit ins Boot zu holen!
Dave hatte die beiden, auf ihren Wunsch hin, beim Sex gefilmt.
Seit etwa sieben Jahren betrieb er als zweites Standbein seine eigene Produktionsfirma und war im Pornogeschäft tätig. Es war zumindest ein sehr lukrativer Nebenjob.
Dave hatte gedacht, dass sich das mit Jason und dem jungen Kerl schnell wieder geben würde, doch weit gefehlt! Im Gegenteil: Bei den beiden war bereits nach kurzer Zeit mehr daraus geworden. Aus Spielerei wurde Liebe.
Und dann war etwas geschehen, mit dem Dave niemals gerechnet hätte. Er war bei einem harmlosen Dreh geil geworden und das allein hatte ihn schon ziemlich fassungslos gemacht. Mal abgesehen davon, dass ihn schon seit Jahren das Filmen von Sexszenen nicht mehr sonderlich erregte.
Jasons Freund, Kyle Brennon, war gerade mal achtzehn und die beiden hatten sich seiner Meinung nach wirklich gesucht und gefunden. Mit einem Altersunterschied von dreiundzwanzig Jahren hätte Kyle Jasons Sohn sein können und doch funktionierte das Ganze auf ganz skurrile Weise irgendwie.
Dave hatte Jason anfangs nicht ernst genommen, aber inzwischen hatte er seine Meinung revidiert. Wie sonst sollte er erklären, dass er mit den beiden in den letzten Wochen absolutes Neuland betreten hatte?
Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er normalen Sex gehabt.
Jason und Kyle hatten ihn zum sporadischen Dreier eingeladen und wenn er anfangs auch abfällig schnaubend abgewiegelt hatte, so war es irgendwann trotzdem passiert.
Jason hatte die Hoffnung offenbar nie aufgegeben, dass er doch noch irgendwann einmal die Kurve bekam und somit die Chance auf ein normales Leben hatte, mit normalem Sex und nur allzu menschlichen Gefühlen. Das war etwas, was er seinem besten Freund sehnlichst wünschte. Sie kannten sich bereits seit zwanzig Jahren, aber Sex hatten sie bis vor Kurzem, aus offensichtlichem Grund, nie miteinander gehabt.
Dave öffnete die Augen und trank von seinem Wasser. Vielleicht würde sich sein Gehirn beruhigen, wenn er die Augen offen ließ. Er wusste schließlich nur zu gut, welche Achterbahnfahrt der Gefühle er Dank der beiden hinter sich hatte.
Er dachte an Jasons Party und lächelte. Er freute sich sehr darauf. Schließlich vergaß er, was er sich vorgenommen hatte, und schloss die Augen wieder.
Prompt ging es weiter.
Doch als die Emotionen der ersten Berührungen durch Kyle und Jason auf seinem jahrelang isolierten Körper wieder hochkamen, fuhr er sich mit nassen Händen durchs Gesicht.
Er wusste inzwischen, dass er Berührungen sehr wohl zulassen konnte. Nur, dass sie bei ihm vermutlich zehnmal intensivere Gefühle auslösten, als bei jedem anderen Menschen. Mental war Dave noch nie so groggy gewesen wie in den letzten Wochen. Es hatte ihn Tag und Nacht beschäftigt. Ob er wollte oder nicht.
Keinen seiner Subs hatte er jemals wirklich gestreichelt – berührt und angefasst ja, gestreichelt im eigentlichen Sinne nicht –, Kyle und Jason allerdings schon.
Und die beiden dabei zu beobachten, wie sie Sex miteinander hatten, sich nicht nur gegenseitig den Verstand wegvögelten, sondern sich liebten, hatte ihn fertiggemacht. Es hatte tief in seinem Innern Gefühle geweckt, die er weggesperrt hatte. Eine unendliche Sehnsucht geweckt, von der er nicht gewusst hatte, dass es sie gab und ob er sie zulassen sollte oder nicht.
Sie waren auf einem guten Weg gewesen, hatten viel Spaß miteinander gehabt und heißen Sex. Bis zu diesem rabenschwarzen Tag, an dem der Unfall mit Kyle passierte.
Wie schon einige Male zuvor, waren die drei eines Morgens in Jasons großem Bett aufgewacht und hatten den Tag mit Sex begonnen. Alles war wunderbar gelaufen und er hatte genossen, was Kyle mit ihm gemacht hatte, bis er Kyle in einem Anfall von Panik mit einem reflexartigen Tritt vom Bett gekickt hatte. Im Geiste konnte er Kyle bewusstlos auf Jasons Schlafzimmerboden liegen sehen. Dabei...




