Thomas | Mit den Augen der Orcas | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

Thomas Mit den Augen der Orcas


2. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7460-1964-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 152 Seiten

ISBN: 978-3-7460-1964-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lisa und Peter müssen für die Schule einen Vortrag über das Thema Killerwale vorbereiten. Während draußen ein starkes Gewitter tobt, studieren sie in Lisas Dachzimmer die Unterlagen. Dabei vertiefen sie sich immer mehr in die interessanten Fakten. Ein Blitz zuckt. Hat sich der Orca auf dem Poster gerade bewegt? Peter und Lisa lauschen den Lauten der Schwertwale. Der Ruf geht ihnen durch Mark und Bein. "Iiiuuu!" Ein greller Blitz und gleichzeitig ein ohrenbetäubender Donner. Der Strom fällt aus. Plötzlich sehen Peter und Lisa alles mit anderen Augen: Mit den Augen der Orcas! Ein spannender und ergreifender Roman über die Nördlich Residenten Orcas, die bei Vancouver Island/Kanada leben. Basierend auf intensiven Recherchen taucht der Leser auf eine ganz besondere Weise in die Welt der Orcas ein, ganz so, als wäre er selber ein Mitglied der Orca-Familie. Ausschnitt aus dem Vorwort von Dr. Paul Spong und Helena Symonds vom OrcaLab auf Hanson Island: "Selbst für diejenigen, die die Natur lieben, scheint es noch zu häufig eine Barriere zu geben, die uns daran hindert, die wilden Wesen der Natur vollkommen zu verstehen. Nur in unserer Fantasie können wir auf die andere Seite reisen. Durch ihre bezaubernde Geschichte 'Mit den Augen der Orcas' gibt uns Doris Thomas die seltene Gelegenheit, eine Zeit lang die Welt der Orcas zu erleben."

Doris Thomas setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für den Schutz der Wale und gegen Delfinarien ein. Sie hat bereits viele Bücher geschrieben und selbst illustriert. Besonders bekannt sind ihre fünf Bände über die Abenteuer von Zabu, den Schwertwal, in dem sie den Kindern in spannenden Geschichten viele Walarten näher bringt. Aber auch Umweltthemen spielen immer eine Rolle. Die Autorin arbeitet jedoch nie mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern lässt ihre Geschichten wirken. So nähern sich Kinder den Themen auf unterhaltsame Weise, was sie letztendlich mehr prägt und beeindruckt als nüchterne Fakten. Inspiriert wird die Autorin durch ihre Reisen auf die Azoren, wo sie die Meeressäuger in freier Wildbahn beobachtet. Zusätzlich zu ihren Büchern gestaltet Doris Thomas auch Foto- und Kunstkalender, sowie Motive für Shirts und vieles mehr. (Redbubble, Spreadshirt) ___ For more than 20 years Doris Thomas is working for the protection of whales and against dolphinariums. She already wrote several books and illustrated them by herself. Best known are her 5 children's books about the orca Zabu. With exciting stories she entertains and submits a lot of facts about different species. But the environment is an important theme always too. She has found a way to tell her stories so that they teach and touch the reade. The author gets a lot of her inspirations during her journeys to the Azores where she observes the marine mammals in their natural habitat, wild and free. In addition to her books she designs photo- and artcalendars and motives for shirts and other items. (Redbubble, Spreadshirt)
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Killerwale


Schulschluss. „Endlich!", seufzte Lisa, „Ich dachte schon, der Tag geht gar nicht rum.“ Mit Schwung schulterte sie ihre schwere Schultasche. Peter schnappte sich ebenfalls seinen Rucksack. „Ja, aber nachher müssen wir noch so viel machen. Der blöde Wittberg hat uns doch zu dem Referat verdonnert. Kannst du mir mal verraten, warum du dich ausgerechnet für DAS Thema gemeldet hast?“

Lisa grinste. „Killerwale? Klingt doch cool. Ich weiß gar nicht, was du hast. Sonst kann es dir doch nicht blutig genug sein. klingt da eigentlich sehr vielversprechend. Vielleicht muss ich dann ja nicht wieder alles allein machen, wie bei den anderen Referaten.“ Peter erwiderte diese spitze Bemerkung mit einem unmissverständlichen Knurren. Da klopfte ihm Lisa auf die Schulter und lachte: „Ist ja schon gut. Bisher haben wir es ja auch immer irgendwie hingekriegt. Und bei dem Pisswetter haben wir doch ohnehin nichts anderes zu tun.“

Gemeinsam machten sie sich auf den Heimweg. Lisa spannte ihren Schirm auf und Peter zog sich seine Kapuze über den Kopf. Die beiden besuchten die 7. Klasse eines Gymnasiums. Sie wohnten nebeneinander und deshalb verbrachten sie viel Zeit miteinander, während ihre Schulkameraden in den letzten zwei Jahren die Mitschüler des jeweils anderen Geschlechts geradezu mieden. Das war weder Lisa noch Peter in den Sinn gekommen. Vielleicht, weil Peter nie besonders „cool“ sein wollte und Lisa nicht auf „Dame“ machte.

Jedenfalls gingen sie jeden Tag den Schulweg gemeinsam, halfen sich bei den Hausaufgaben und übten zusammen für Proben. Wenn zwei Schüler zusammenarbeiten sollten, war es keine Frage, dass die beiden ein Team bildeten. Und auch diesmal hatte sich Lisa gemeldet, um gemeinsam mit Peter das Referat vorzubereiten. Das tat sie, obwohl sie wusste, dass sich Peter nur allzu gern vor der Arbeit drückte und sie am Ende den überwiegenden Teil des Vortrags allein verfassen musste. Aber beide hatten immer einen Mordsspaß an der Vorbereitung, und Peter brachte für gewöhnlich eine Reihe ganz erstaunlicher Ideen in die Arbeit ein. Das machte seine Faulheit dann im Grunde wieder wett.

„Ich komm dann so um drei rüber zu dir“, meinte Peter, als sie schon fast zuhause angekommen waren. „Okay, aber such vorher noch alles zusammen, was du über Killerwale findest. Und ... “, sie hielt ihre Arme hoch, als wolle sie ein Stoßgebet sagen, „ ... bring das Zeug dann auch mit, wenn du kommst!“ Peter verdrehte die Augen. Dabei wusste er aber genau, dass Lisas Vorwurf nicht ganz unberechtigt war. Es wäre nicht das erste Mal, dass er mit leeren Händen an Lisas Tür klingelte. Als seine Freundin in der Haustür verschwand, während er zum nächsten Eingang weiter ging, musste er bereits lächeln. Lisa würde unter Garantie später eine Unmenge von Büchern und Internetausdrucken parat haben, warum sich also verausgaben?

15:00 Uhr. Lisa schaute auf die Uhr. Wann war Peter schon jemals pünktlich gewesen? Sie sortierte die Tierbücher und legte die aus dem Internet ausgedruckten Seiten sorgfältig nebeneinander. Es war erstaunlich, was sie alles auf den verschiedenen Webpages der Vereine und Organisationen gefunden hatte. Oft wiederholten sich die Informationen über Aussehen und Größe der Wale, aber manchmal fand sie auch Fakten, die außergewöhnlich zu sein schienen. Das würde sie mit Peter durcharbeiten. Vier verschiedenfarbige Marker legte sie parat, damit sie gleich loslegen konnten.

Zehn Minuten später klingelte es an der Haustür und Lisas Mutter ließ Peter herein. „Oh, was bringst du denn für ein Wetter mit, Peter?“, fragte sie scherzhaft und Peter schälte sich aus seiner nassen Jacke. „Das schüüüüttet aber auch wie bescheuert! Mist, jetzt ist das Poster nass geworden!“ Er schüttelte die Regentropfen vom Papier und wischte den Rest mit dem Ärmel seines Sweat-Shirts ab. Mit dem welligen Poster unter dem Arm ging er lustlos die Treppe zum ersten Stock hinauf. Grinsend empfing ihn Lisa: „Oh, du hast ja tatsächlich was mitgebracht. Wunder über Wunder!“ Triumphierend hielt Peter das Poster in die Höhe und wedelte damit herum. „Bin ich gut?!“, stellte er mit stolzgeschwellter Brust fest. „Genial!“, bemerkte Lisa und nahm ihm das Poster ab. „Deine fette Beute hat aber schwer was abgekriegt. Auf die Idee, eine Tüte zu nehmen, bist du wohl nicht gekommen?“ Peter tat entrüstet und zuckte mit den Schultern. Als er sah, dass Lisa einen Platz zum Aufhängen des Posters gefunden hatte, griff er nach dem Tesafilm und reichte ihr nacheinander vier Streifen.

„Ich weiß gar nicht was du hast, sieht doch noch ganz gut aus.“ „Naja, es geht so. In der Schule können wir es jedenfalls nicht mehr zeigen.“ Das Papier war durch die vielen Tropfen wellig geworden und das Poster lag nicht mehr glatt an der Wand an. Der Killerwal, der unter Wasser auf den Betrachter zukam, war dadurch etwas unscharf und die Konturen verschwammen mit dem Auf und Ab des Papiers.

Während Lisa noch prüfte, ob das Poster gerade hing, schlenderte Peter zum Schreibtisch. Sein Blick fiel auf den Stapel Unterlagen. „Spinnst du?“, platzte es aus ihm heraus. „Willst du das etwa alles durchlesen?“ Lisa warf ihm einen bösen Blick zu. Anstatt ihm zu antworten, drückte sie ihm die Hälfte der Ausdrucke in die eine und einen grünen Marker in die andere Hand.

„Mach!“, fauchte sie Peter an. Der ließ sich ermattet auf ihre Couch fallen. Flüchtig prüfte er die Anzahl der Blätter in seiner Hand und stöhnte. Lisa verzog die Mundwinkel. Dann setzte sie sich demonstrativ geräuschvoll auf ihren Schreibtischstuhl, schnappte sich den zweiten Stapel an Ausdrucken und begann, einzelne Passagen im Text zu markieren.

Peter kapitulierte. Lisa würde nicht weich werden. Das sagte ihm ihr verkniffener Gesichtsausdruck. Also fügte er sich in sein Schicksal und studierte die Informationen in seiner Hand. Bereits nach ein paar Zeilen wagte er den Kopf zu heben und einen Blick auf Lisa zu werfen. Sie bemerkte das durchaus, reagierte jedoch nicht darauf und las weiter. Da kam er wohl nicht mehr raus.

Nach ein paar weiteren Zeilen hob er erneut den Kopf und starrte aus dem Fenster. Der Regen prasselte gegen die Scheibe und es schien, als wäre es bereits Abend, so dunkel war es draußen. Das Wasser klatschte auf das Dach über ihnen. Durch die schräge Decke erschien ihm das Zimmer mehr wie ein Unterschlupf als ein Raum in einem Haus. Die Regentropfen erzeugten auf den Dachziegeln ein permanentes lautes Klopfen und das Wasser rauschte über ihnen die Schräge hinunter. Direkt unter dem großen, schrägen Dachfenster verlief die Regenrinne. Dort plätscherte das Wasser unentwegt hinein und strömte der Neigung folgend zur rechten Kante von Lisas Außenwand, wo es schließlich in einem wilden Strudel im Fallrohr verschwand. Es war ein ständiges Rauschen und Gluckern zu hören.

Lisa schien das alles nicht im Geringsten zu stören. Konzentriert studierte sie Blatt für Blatt und nahm gelegentlich den Marker, um damit einige Textpassagen hervorzuheben. Peter döste vor sich hin, während Lisa eifrig weiter las. „Wusstest du, dass die Killerwale fast zehn Meter lang werden können? Wahnsinn!“

Peter hob nur müde den Kopf: „Oh ja, ganz schön riesig, die Viecher.“ Lisa schüttelte verständnislos den Kopf. „Dir ist aber schon bewusst, dass es keine Fische sind, oder?“, fragte sie spöttisch. „Ja, klar weiß ich das. Es sind Säugetiere. Sie atmen mit Lungen und müssen deshalb regelmäßig auftauchen. Sie haben warmes Blut, so circa 37 Grad wie wir. Sie kriegen lebende süße kleine Junge und säugen sie mit Milch ... bla bla bla.“

„Ja siehste“, zischte Lisa dazwischen, „von wegen süße kleine Junge. Hier steht, dass die neugeborenen Killerwale bis zu 2,50 Meter groß sind. Von wegen klein. Und wiegen tun die da schon 180 Kilogramm. Jetzt stell dir das doch mal vor! Ich wiege grade mal 41 Kilo.“ Peter nickte anerkennend: „Boh, du hast recht, das ist schon heftig. Die arme Walmutter.“ Er verzog das Gesicht zu einer schmerzverzerrten Fratze und machte ein Geräusch, als ob er sich anstrengen würde: „Press! Press! Press!“ Lisa verdrehte die Augen: „Jungs!“

Sie vertiefte sich wieder in ihre Unterlagen. Auch Peter ließ nun in der Hoffnung, auf eine außergewöhnliche Tatsache zu stoßen, seinen Blick über die Informationen schweifen. „Ach ne“, rief er plötzlich, „das mit dem Killer war wohl nix. Eigentlich heißen die ja Schwertwale oder auch Orcas.“ „Doch“, entgegnete Lisa, „hier steht, dass sie als oder auch bezeichnet wurden, weil sie auch andere Säugetiere fressen. Man hielt sie sogar lange für gefährliche Menschenfresser.“

„Und? Fressen sie uns denn nun?“ „Wohl nicht. Es gibt keinen einzigen belegten Fall, bei dem ein...



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