Thurner | Perry Rhodan 3138: Die Dunklen Gestade | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3138, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Thurner Perry Rhodan 3138: Die Dunklen Gestade

Chaotarchen-Zyklus
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8453-6138-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Chaotarchen-Zyklus

E-Book, Deutsch, Band 3138, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6138-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In der Milchstraße schreibt man das Jahr 2071 Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Dies entspricht dem 6. Jahrtausend nach Christus, genauer dem Jahr 5658. Über dreitausend Jahre sind vergangen, seit Perry Rhodan seiner Menschheit den Weg zu den Sternen geöffnet hat. Noch vor Kurzem wirkte es, als würde sich der alte Traum von Partnerschaft und Frieden aller Völker der Milchstraße und der umliegenden Galaxien endlich erfüllen. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen gemeinsam für Freiheit und Selbstbestimmtheit ein, man arbeitet intensiv zusammen. Als die Liga Freier Galaktiker durch drei Deserteure erfährt, dass in der Nachbarschaft der Milchstraße ein sogenannter Chaoporter gestrandet sei, entsendet sie unverzüglich ihr größtes Fernraumschiff, die RAS TSCHUBAI, unter dem Kommando von Perry Rhodan. Denn von FENERIK geht wahrscheinlich eine ungeheure Gefahr für die Galaxis aus. Rhodan begegnet in der kleinen Galaxis Cassiopeia den unterschiedlichsten Völkern und findet Spuren, die darauf hindeuten, dass dort der Chaoporter havariert ist - weil der Kosmokratenraumer LEUCHTKRAFT ihn gerammt hat. In der Milchstraße haben die Galaktischen Kastellane Reginald Bull als denkbaren Kollaborateur mit den Mächten des Chaos aus seinem Amt entfernt. Sichu Dorksteiger als neue Residentin der Liga forscht nun gemeinsam mit ihnen nach einem Geheimprojekt der Kosmokraten. Sie gelangt in die sogenannte Yodor-Sphäre und an DIE DUNKLEN GESTADE ...

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1.


Ich sehnte mich nach dem Geschmack des Ginsterbienenhonigs. Nach dem Duft der Blüten eines Maidenlorbeerenbaums. Ja, selbst eine lumineszierende Pieksschnecke hätte ich gerne zwischen beiden Händen gehalten und mir einen nässenden Ausschlag von ihrem Schleim geholt.

Ich hatte Heimweh.

Ich blickte auf das große Zentraleholo, sah aber nichts. Meine Gedanken schweiften ab, immer wieder. Sie landeten irgendwo dort draußen, in den Fernen Stätten, die unerreichbar weit entfernt waren.

Ich dachte darüber nach, was ich alles verloren hatte, damals, in Anthuresta. Und darüber, was ich stattdessen gewonnen hatte, in einer fremden Galaxis namens Milchstraße, die seit Langem meine Heimat war. Weil dort mein Herz gebunden war.

»Es ist so weit«, sagte Amamu Empu und riss mich zurück in die Gegenwart. In eine Gegenwart, die gefüllt war mit Wundern und Gefahren, mit Abenteuern und Forschungsaufgaben.

Mehrere kleinere Holos zeigten ein Schiff der Jül-Partikuliere. Die ELÜFARA. Der Raumer in Diskusform war entzwei geteilt worden. Zwischen den beiden Hälften hing ein Frachtgitter, mit dem Transport- und Handelsware fixiert werden konnte.

Derzeit hing in diesem Frachtgitter der Yodorenraumer APROYD PROYO. Alle eingehenden Daten wiesen darauf hin, dass sich die Jül-Partikuliere an die Abmachung hielten und das beschädigte Schiff freigaben. So, wie wir es vereinbart hatten.

Das Kobraschiff fiel aus der Gitterhalterung und erhielt einen Prallfeld-Schubs nach vorne. Die Technik der Jül-Partikuliere überzeugte mich nicht sonderlich, aber sie war robust und pragmatisch.

»Das war's«, sagte ein Funker der Händler. »Unsere Aufgabe ist erfüllt.«

Es knackste leise, die Verbindung brach ab. Nach wenigen Minuten beschleunigte der Raumer und verschwand rasch aus unserer Nahortung.

»Sie haben ihr Wort gehalten«, sagte Kalun Ared von der Ortungsstation und klang überrascht.

»Selbstverständlich haben sie das. Sie halten sich an Abmachungen. Und wenn nicht, hätten wir ihnen einen unserer JOSCHANNAN-Raumer hinterhergejagt.« Ich schaltete das eine Holo weg und konzentrierte mich auf die anderen Einheiten unseres kleinen Flottenaufgebots.

Da waren die drei JOSCHANNAN-Raumer, die für den militärischen Begleitschutz unserer Expedition zur Yodor-Sphäre sorgten. Dazu kamen die Sextadim-Kapseln der Galaktischen Kastellane Kokuloón und Gera Vorr, gut getarnt und nur deshalb in unserer Ortung erkennbar, weil die beiden Besitzer es so wollten.

Letztlich war da noch die Sextadim-Kapsel von Amamu Empu, Eigenname PROPA, die nach wie vor beschädigt war. Sie parkte in einem Hangar des JOSCHANNAN-Raumers mit der Eigenbezeichnung GARED LEYNOLD.

Der Galaktische Kastellan selbst war meiner Einladung gerne gefolgt, an Bord der WILHELM GLIESE zu kommen und dort einige Zeit zu verbringen. So lange, bis er seine körperliche und mentale Schwäche überwunden hatte.

Ich beobachtete entspannt, wie das beschädigte Kobraschiff antriebslos auf uns zusteuerte. Die Techniker der GLIESE fingen die APROYD PROYO sachte ein und begannen mit der Verankerung.

Die Besatzung meines Schiffs kannte sich mit komplexen Manövern aus. Sie arbeitete routiniert und bekam kräftige Unterstützung durch die Bordpositronik BEKKA. Allerdings hatte man wegen der Größe des Kobraschiffs neue Öffnungen in der GLIESE schaffen und Umbauten vornehmen müssen.

Ich hörte über Funk die Flüche mehrerer Lagertechniker, wobei ich einmal mehr die Reichhaltigkeit des Interkosmo-Vokabulars bewunderte. Ich hatte da deutlich weniger zu bieten. Das Handelsidiom meiner heimatlichen Galaxis war eintönig und arm an Ausdrücken. Es wurde fast ausschließlich zweckbezogen verwendet. Nur wenige Ausdrücke meines Volkes, der Ator, hatten darin Eingang gefunden.

»Manche Worte deines Offiziers verstehe ich einfach nicht«, flüsterte mir Amamu Empu zu. »Obwohl sie von meinem Translator ohne Zeitverlust in mein Sprach- und Denkzentrum übertragen werden. Ich empfange bloß sinnlose Laute, die keinen Sinn ergeben.«

»Daran musst du dich bei den Terranern gewöhnen«, sagte ich und verkniff mir ein Lächeln. Es tat gut, zumindest in einer Hinsicht einen Vorteil zu haben. Normalerweise wirkten die Kastellane erhaben und allwissend, ja, fast fehlerlos.

Das Kobraschiff fand allmählich seinen Platz. Es handelte sich quasi um Millimeterarbeit.

Ich meinte, ein Knirschen zu hören. Gefolgt von einem Fluch, der einen schwangeren Esel, die Nachgeburt einer Mastsau und den Stellvertretenden Lagermeister umfasste und den ich noch nie gehört hatte.

»Schon wieder diese sinnlose Aneinanderreihung von Tönen!«

»Mach dir keine Sorgen, Amamu Empu. Es handelt sich um ein Idiom, das ausschließlich von den Schiffsingenieuren und Lagertechnikern verwendet wird.«

»Ich ... verstehe.«

Ich verbarg mein Erschrecken. Misstraute uns der Kastellan etwa?

Bei dem beschädigten Kobraschiff handelte es sich um ein höchst wertvolles Gut. Nur dank ihm hatten wir eine Einflugerlaubnis in die Yodor-Sphäre erhalten. Es war unsere Eintrittskarte in einen geheimnisvollen kosmischen Bereich.

Wir durften uns keine Fehler erlauben. Wir mussten ein gutes Verhältnis zu den Yodoren und zu den Kastellanen gleichermaßen aufrechterhalten, wollten wir mehr über die Entwicklungen in diesem Raumsektor in der galaktischen Eastside erfahren. Ein falsches Wort oder ein kleines Missverständnis mochte unsere Mission zum Scheitern bringen. Darüber hinaus galt: Verscherzten wir es uns mit den Kastellanen, gefährdeten wir zumindest das heimische Solsystem, wenn nicht die gesamte Liga oder gar Galaxis.

Wir wussten zu wenig über das, was geschah, und konnten die Konsequenzen unseres Handelns bestenfalls erraten.

»Mäßigt euch!«, sagte ich also in scharfem Ton über Funk – und gleich darauf kehrten die Lagertechniker zu einem professionellen sprachlichen Umgang zurück.

Empu blickte mich von der Seite her an. »Warum hast du mir nicht gleich gesagt, dass die Terraner fluchen?«

»Ich habe mich geschämt«, antwortete ich. »Sie sind manchmal sehr derb. Und sehr erfinderisch.«

»Ich liebe Flüche. Sie sind das Salz der Sprache. Ich beschäftige mich seit jeher mit der Malediktologie, der Schimpfwortforschung.«

Nun, so hätte ich den Kastellan nicht eingeschätzt. Ich merkte ihm an, dass er eine Diskussion mit mir führen wollte, würgte ihn aber ab. Ich war die wissenschaftliche Leiterin dieser Expedition und wollte mich mit der Yodor-Sphäre und ihrer sonderbaren Grenze auseinandersetzen.

Ich gab Icho Tolot einen unauffälligen Wink. Der Haluter stapfte näher, drückte einen Finger auf Amamu Empus Schulter und führte ihn mit sich, hin zu einem Arbeitsplatz mit Holoschirmen, um sich dort auf eine Fachsimpelei mit dem Kastellan einzulassen.

Ich verfolgte die Vorgänge im Bauch der WILHELM GLIESE. Ein Hangar, in dem normalerweise einer der acht FERROL-Raumer zusammen mit kleineren Einheiten stand, war geöffnet worden. Der Heckteil des Kobraschiffs wurde eingefädelt. Ich dachte mit Unbehagen an die Umbauten, die stattgefunden hatten. Man hatte in Blitzgeschwindigkeit mehrere Decks zerschnitten und die darin verborgene Infrastruktur umgelegt oder gar aus dem Systemverbund gelöst. Leitungen waren neu gelegt, energetische Verbindungen gekappt und überbrückt worden.

Die Statiker und die Schiffspositronik BEKKA hatten mir hoch und heilig geschworen, dass die veränderte und geschwächte Decksstruktur keinerlei Auswirkungen auf die Flug- und Steuerfähigkeit der GLIESE haben würde. Dennoch hatte ich ein mulmiges Gefühl, als die APROYD PROYO mithilfe feinstjustierter Traktorstrahlen im und am Schiff fixiert wurde.

Sie ragte nun beidseitig weit über die Schiffshülle der GLIESE hinaus.

Mich schauderte, wenn ich an den Aufwand dachte, den die Schiffsbesatzung während der letzten Stunden betrieben hatte, um das Kobraschiff einlagern zu können. Was wussten wir schon über diesen Raumer? Welche Gefahren drohten aus seinem Inneren?

Dort drin lagen unzählige Yodoren in einem Zustand, der einer Bewusstlosigkeit nahekam und der Zeitstille oder Torpidität genannt wurde. Nur die Kommandantin, Domma Auswest, hatte geweckt werden können. Sie befand sich derzeit in der Medoabteilung und wurde untersucht, soweit es unseren Medikern möglich war und sie es erlaubte.

Ich hoffte, die APROYD PROYO samt Besatzung möglichst bald loszuwerden und die GLIESE wieder für uns zu haben.

»Manöver abgeschlossen«, meldete ein Techniker voller Stolz. »Wir haben uns lediglich um drei Zentimeter in der Breite des notwendigen Platzes geirrt.«

»Gute Arbeit«, sagte ich über Funk und ging mit dem Mann die letzten Prüfroutinen durch.

Normalerweise übernahm BEKKA diese Aufgabe. Aber es tat uns beiden gut, ein letztes Mal die Verankerungen und Daten zur Statik im Verbund mit dem fremden Schiff eigenständig zu überprüfen.

Nach getaner Arbeit zog ich mich für wenige Minuten in meinen Arbeitsbereich zurück und überließ das Kommando Gumar Seshaád. Die Ferronin war eine ausgezeichnete Führungskraft, die trotz ihrer Wortkargheit Schiff und Mannschaft fest im Griff hatte.

Tolot beschäftigte sich weiterhin mit dem Kastellan. Also konnte ich die vergangenen Geschehnisse Revue passieren lassen.

Alles war zufriedenstellend erledigt worden, ich durfte nicht klagen. Und dennoch fühlte ich mich unwohl.

Dieses Gefühl hat mit deinen Träumen zu tun, meldete sich meine innere Stimme. Stell dich gefälligst deinen Dämonen. Deinem Heimweh. Deinen Erinnerungen.

Illustration: Dirk...



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