Torsten | Geliebtes  kleines Grafenkind | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 67, 100 Seiten

Reihe: Fürstenkinder

Torsten Geliebtes kleines Grafenkind

Fürstenkinder 67 - Adelsroman
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7409-9883-7
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Fürstenkinder 67 - Adelsroman

E-Book, Deutsch, Band 67, 100 Seiten

Reihe: Fürstenkinder

ISBN: 978-3-7409-9883-7
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In der völlig neuen Romanreihe 'Fürstenkinder' kommt wirklich jeder auf seine Kosten, sowohl die Leserin der Adelsgeschichten als auch jene, die eigentlich die herzerwärmenden Mami-Storys bevorzugt. Ihre Lebensschicksale gehen zu Herzen, ihre erstaunliche Jugend, ihre erste Liebe - ein Leben in Reichtum, in Saus und Braus, aber oft auch in großer, verletzender Einsamkeit. Große Gefühle, zauberhafte Prinzessinnen, edle Prinzen begeistern die Leserinnen dieser einzigartigen Romane und ziehen sie in ihren Bann. Soll Angelika ihren Sohn nie wiedersehen? »Solange ich Herr auf Steinensee bin, kommt mir diese Person nicht ins Haus!« Graf Steinensee funkelte seinen Sohn unter buschigen Augenbrauen zornig an. »Solltest du darauf bestehen, sie zu heiraten oder dich mit ihr zu verloben, werde ich nicht zögern, dich zu enterben!« Ingo Graf Steinensee sah seinen Vater furchtlos an. »Ich möchte dich sehr bitten, Angelika nicht eine Person zu nennen! Sie stammt aus gutem Hause und übt einen durchaus achtbaren Beruf aus. Sie...« »Als Mannequin!« unterbrach ihn der alte Graf spöttisch. »Ja, als Mannequin. Sie arbeitet in einem der besten Modehäuser, und sie...« »Papperlapapp!« fuhr ihm der Vater ins Wort. »Ich will über dieses Mädchen nichts mehr hören! Gar nichts! Und jetzt laß mich allein!« Die lange schmale Hand mit dem blauen Adergeflecht wies zur Tür. Der Sohn gehorchte widerspruchslos. Als er draußen in der geräumigen Diele stand, legte sich ein weicher Frauenarm um seine Schultern.

Torsten Geliebtes kleines Grafenkind jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Solange ich Herr auf Steinensee bin, kommt mir diese Person nicht ins Haus!«

Graf Steinensee funkelte seinen Sohn unter buschigen Augenbrauen zornig an.

Er unterstrich seine Worte mit einer herrischen Geste und setzte hinzu:

»Solltest du darauf bestehen, sie zu heiraten oder dich mit ihr zu verloben, werde ich nicht zögern, dich zu enterben!«

Ingo Graf Steinensee sah seinen Vater furchtlos an.

»Ich möchte dich sehr bitten, Angelika nicht eine Person zu nennen! Sie stammt aus gutem Hause und übt einen durchaus achtbaren Beruf aus. Sie…«

»Als Mannequin!« unterbrach ihn der alte Graf spöttisch.

»Ja, als Mannequin. Sie arbeitet in einem der besten Modehäuser, und sie…«

»Papperlapapp!« fuhr ihm der Vater ins Wort. »Ich will über dieses Mädchen nichts mehr hören! Gar nichts! Und jetzt laß mich allein!«

Die lange schmale Hand mit dem blauen Adergeflecht wies zur Tür. Der Sohn gehorchte widerspruchslos.

Als er draußen in der geräumigen Diele stand, legte sich ein weicher Frauenarm um seine Schultern. Eine schmeichelnde Stimme sagte:

»Mach dir nichts daraus, mein Junge! Er meint es nicht so.«

Barbara Gräfin Prutzen, eine verarmte Kusine des alten Grafen, die seit einigen Jahren auf Schloß Steinensee lebte und ihrem Vater den Haushalt führte, lächelte ihren Neffen mütterlich an.

»Du mußt mir mehr von deiner Angelika erzählen. Du liebst sie sicher sehr?«

Graf Ingo, hochgewachsen und breitschultrig, nicht nur des reichen Erbes wegen bei allen heiratsfähigen Damen des Umkreises sehr geschätzt, zuckte müde die Schultern.

»Ich bin diese ewigen Streitereien mit Papa so leid! Ich möchte nur wissen, was er wirklich gegen Angelika hat. Sie ist das liebste, reizendste…«

»Und schönste Mädchen weit und breit«, ergänzte seine Tante lachend. Und nur jemand, der sie sehr genau kannte, hätte den feinen Unterton in diesem Lachen herausgehört.

»Ja, das ist sie auch!« Der junge Graf nickte heftig.

»Sie könnte Maharadschas und die Söhne von Königen heiraten. Aber sie will mich. Und mein Vater besinnt sich ausgerechnet bei meiner zukünftigen Braut auf seinen verfluchten Adelsdünkel.«

»Du hast ja so recht, mein Junge. Aber ich merke, du wirst nicht auf ihn hören, nicht wahr? Du wirst sie trotzdem heiraten?«

Er war viel zu aufgeregt, um das lauernde Aufblitzen ihrer gelblich-grünen Augen zu bemerken.

»Das werde ich!« sagte er laut. »Ich werde es ganz sicher tun. Ob Papa nun damit einverstanden ist oder nicht!«

Die unscheinbare schmächtige Frau mit dem wachsamen Fledermausgesicht lächelte triumphierend.

»Ich bewundere deinen Mut, Ingo! Aber ich bin auch sicher, daß dein Vater sich eines Tages damit abfinden wird, daß diese Angelika seine Schwiegertochter wird. Du mußt eben ein bißchen Geduld mit ihm haben.«

»Ich weiß nicht… Ich glaube, ich verlasse mich da lieber auf mich selbst. Ich werde ihm beweisen, daß ich sehr gut auf eigenen Füßen stehen kann, daß ich weder sein Vermögen noch sein Schloß brauche, um meine Frau ernähren zu können.«

»Recht so, mein Junge! Zeige es ihm!« lachte die Gräfin.

»Und heirate deine Angelika. Ich werde…«

Die polternde Stimme des Grafen unterbrach sie.

»Barbara! Wo steckst du? Komm her! Ich muß mit dir reden.«

Die Gräfin zuckte zusammen. Ihr spitzes Mausgesicht rötete sich.

»Dein Vater! Ich muß zu ihm! Entschuldige mich bitte. Du bleibst doch noch ein paar Tage auf Steinensee?«

Graf Ingo schüttelte heftig den Kopf.

»Ich bleibe keine Stunde länger. Was soll ich schließlich hier? Mir die ewigen Vorwürfe meines Vaters anhören? Ich denke nicht daran!«

»Ich muß jetzt zu ihm, Junge. Du wirst dich doch von ihm verabschieden?«

Sie sah ihn lauernd an. Er zuckte die Schulter.

»Ich glaube nicht, daß er Wert darauf legt.«

»Da hast du sicher recht. Ich würde auch ohne Abschied fahren und lieber ein andermal wiederkommen, wenn er besser gelaunt ist.«

»Also dann auf Wiedersehen, Tante Barbara. Paß mir gut auf Papa auf. Der Arzt hat gesagt, er darf keine Aufregung haben. Schon deshalb ist es besser, wenn ich fahre.«

»Sicher ist es besser. Dann auf Wiedersehen, mein Junge. Ich werde versuchen, ihn umzustimmen, was deine Angelika anbelangt. Aber ich fürchte, ich werde wenig Erfolg haben.«

»Das fürchte ich auch«, lächelte er traurig und beugte sich zu ihr hinunter, um den Kuß zu empfangen, den sie ihm auf die Wange hauchte.

Dann wandte er sich um und ging mit großen weitausgreifenden Schritten davon, durch die mit schwarzen Marmorfliesen ausgelegte Halle, die Treppe zu seinem Zimmer hinauf.

Die schmächtige Frau mit dem leicht gekrümmten Rücken sah ihm mit einem spöttischen Funkeln ihrer Katzenaugen nach, bis er um die Biegung der Treppe ihren Blicken entschwunden war.

Dann ging sie mit einem zufriedenen Lächeln um den welken Mund zu ihrem Vetter.

*

»Kinder, nun steht doch nicht da wie die Ölgötzen! Großer Gott, das nächste mal stelle ich mir doch einfach Schaufensterpuppen in die Dekoration. Ein bißchen gelöster, etwas mehr Anmut, wenn ich bitten darf! Was ist denn heute bloß los mit euch? Habt ihr noch nicht ausgeschlafen?«

Olaf Schimansky, von den Mannequins liebevoll Laffi genannt, legte seine hohe Stirn unmutig in Falten.

Er ging um die Kamera herum auf die drei jungen Mädchen zu, die auf der Brücke der Außenalster posierten, und seufzte.

»Kinder, Kinder! Ihr laßt einen die Brötchen wirklich sauer genug verdienen! Könnt ihr mir zuliebe nicht wenigstens ein bißchen lächeln?«

Die drei Mädchen sahen sich an und lachten.

»Oh, Laffi!« rief die hübscheste und zierlichste von ihnen. »Wenn du wüßtest, wie ungeheuer komisch du mit deinen Dackelfalten aussiehst.«

»Ihr sollt nicht lachen! Ihr sollt lächeln! Lächeln! So vielleicht«, brummte er und verzog seinen ohnehin schon verhältnismäßig breiten Mund zu einem Clownslächeln, das die drei noch mehr erheiterte.

»Ach, Laffi, wenn du so weitermachst, wird aus den Fotos überhaupt nichts, und wir kriegen alle vier kein Geld«, kicherte Monika, die jüngste der drei. »Nun geh schön brav zu deiner Kamera zurück. Wir werden unser Bestes tun!«

»Na hoffentlich!« knurrte er skeptisch.

Aber diesmal klappte es tatsächlich. Die drei Mädchen in den eleganten und sündhaft teuren Nerzmänteln standen sehr viel gelöster und anmutiger da als eben noch. Er hatte nicht das geringste auszusetzen, weder an ihrer Haltung noch an ihrem verträumten Lächeln, mit dem sie zu ihm herübersahen, so daß er sich beeilte, auf den Auslöser zu drücken. Denn wer konnte wissen, ob sie nicht im nächsten Moment über irgend etwas erschraken oder erneut in diese wenig damenhafte Heiterkeit ausbrachen wie eben.

Und er hatte recht daran getan, seine Fotos so rasch wie möglich zu machen, denn in dem Augenblick, in dem er erleichtert seufzte: »Geschafft!«, stürmten alle drei an den Straßenrand, wo in diesem Moment ein weißer Sportwagen mit einem blendend aussehenden jungen Mann hielt.

»Kinder, Kinder, ich hab's ja gewußt!« lachte Laffi und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Die Sache war jedenfalls ganz schön anstrengend gewesen.

»Graf Steinensee! Wo kommen Sie denn her?« rief Monika und strahlte Graf Ingo an, der jedoch nur Augen für Angelika hatte.

Mit einem erfreuten Lächeln um den für die Aufnahmen stärker als sonst geschminkten Mund kam sie näher.

Er fuhr den Wagen auf den Radfahrweg und sprang heraus.

»Ich freue mich so, Angelika«, sagte er leise und nahm ihre Hand, die sich kühl und sehr zerbrechlich anfühlte.

»Ich hatte angenommen, du kämst erst morgen. Hast du wieder Streit mit deinem Vater gehabt?«

Er nickte, und eine tiefe Unmutsfalte grub sich in seine Stirn.

Dann begrüßte er Monika und Traute, die beide Kolleginnen Angelikas, mit denen sie schon längere Zeit zusammenarbeitete.

»Wie geht es Ihnen, meine Damen? Diese Nerze stehen Ihnen ausgezeichnet! Ich nehme doch an, daß sie zum Honorar für die Aufnahmen ge-hören!«

Monika kicherte.

»Das wäre hübsch, Graf, aber leider wünscht der Auftraggeber diese Luxusfellchen wieder zurück. Schlimm von ihm, nicht wahr?«

»Sehr schlimm«, lächelte er und begrüßte auch den Fotografen, den er ebenfalls durch Angelika kannte. »Ich muß mit dir sprechen«, sagte er leise zu Angelika, die sich fröhlich in den Nerz schmiegte. »Hast du jetzt Zeit?«

»Ja. Ich habe erst heute abend wieder Aufnahmen im Atelier. Die Modenschau, die für heute nachmittag gesetzt war, ist abgesagt worden.«

»Das trifft sich gut. Kann ich dich gleich mitnehmen?«

»Wenn du willst? Ich muß nur erst den Nerz zum Wagen bringen.«

Sie ließ ihn von den Schultern gleiten. Er nahm ihn ihr ab und hängte ihn sich über den Arm.

»Den würde ich dir gern schenken«, flüsterte er ihr ins Ohr, während sie nebeneinander zu dem tabakbraunen Personenwagen hinübergingen, der ebenfalls auf dem Radfahrweg geparkt war.

Sie schmiegte sich zärtlich an ihn.

»Ich weiß«, lächelte sie. »Aber ich kann ganz gut darauf verzichten. Wirklich.«

Graf Ingo antwortete nicht. Er dachte daran, daß sein Vater so viele Millionen besaß, daß er ihr tausend solcher Luxusmäntel hätte schenken können.

Wie so oft in der letzten Zeit ärgerte er sich über den Starrsinn des Alten.

Angelika nahm ihm den Nerz ab und legte ihn sorgfältig zusammen, bevor sie ihn auf den...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.