Tragner | Meine Grüne Hausapotheke | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 220 mm

Tragner Meine Grüne Hausapotheke

Kräuterrezepte einfach selbst gemacht
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7020-1986-0
Verlag: Stocker, L
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kräuterrezepte einfach selbst gemacht

E-Book, Deutsch, 208 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 220 mm

ISBN: 978-3-7020-1986-0
Verlag: Stocker, L
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Anhand vieler Basisrezepte wird die einfache Verarbeitung heilender Kräuter für die Grüne Hausapotheke gezeigt. Es werden Salben, Essenzen und Tinkturen ebenso wie alte Spezial-Rezepturen hergestellt: natürliche 'Antibiotika' und Schmerzmittel, Medizinalwein, Oxymel (ein nichtalkoholischer Heiltrank mit Honig), Wald-und-Wiesen-Franzbranntwein, Hustensirup, Salben und Gel. Plus: Die 100 wichtigsten Heilkräuter für alle Beschwerden von Kopf bis Fuß! Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für jeden Haushalt, für Kräuterkenner und Neueinsteiger, für die Gesunderhaltung und für die Gesundheitsvorsorge nach dem Motto 'Vorbeugen ist besser als Heilen'. Der Inhalt spannt den Bogen zwischen Kräutern als Nahrung, als Heilmittel und als Pflegemittel, die sowohl von außen (z. B. als Balsam oder Salbe) als auch von innen (als Tee, Essig oder Medizinalwein) wirken.

Eva Tragner hält seit 10 Jahren Kräuterseminare, ist in der Natur- und Erwachsenenbildung tätig, organisiert regionale Kräutertreffs, macht Kräuterführungen, veranstaltet Schulprojekte zum Thema Kräuter, stellt im Rahmen von Workshops die Grüne Kosmetik 'natürlich schön' her und war mehrfach zu Gast im ORF.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Gemmotherapie – die Knospenmedizin


Beinahe in Vergessenheit geraten ist die Verwendung von Knospen ( bedeutet Knospe). Sie gelten als Symbol der puren Lebenskraft und der Vitalität. Die Kräfte der Knospen sind schon sehr früh von Menschen, wie Galenos von Pergamon (129–201), Hildegard von Bingen (1098–1179), Leonhard Fuchs (1501–1566), Rudolf Steiner (1861–1892), entdeckt und als Naturarzneien eingesetzt worden. Ich durfte sie durch Gabriela Nedoma kennenlernen.

Die Gemmotherapie ist eine ganz besondere Form der Natur- und Kräuterheilkunde und wurde vom belgischen Arzt und Begründer Dr. Henry Pol (1918–1988) untersucht und erforscht.

Sie wird auch Knospenmedizin genannt und steht für Verjüngung, Erneuerung, Regeneration, Selbstheilung, Gesundheit und Vitalität. Die pflanzlichen Stammzellen (Meristeme) sowie die pflanzlichen Hormone (Gibberelline, Cytokinnine, Auxine) können die Pflanzen und Bäume in wenigen Stunden um ein Vielfaches wachsen lassen, sie können ihre Reparaturprogramme aktivieren und so auch unsere Selbstheilungskräfte anregen und unterstützen. Ein Baum kann, auch wenn er 300 Jahre alt ist, durch seine Triebspitzen, Knospen und jungen Blätter Jahr für Jahr wieder neue junge, gesunde Pflanzenteile hervorbringen.

Die häufigste und bekannteste medizinische Form der Knospenzubereitung ist das Gemmomazerat, das mit jeder gewünschten Knospe zubereitet werden kann.

Basisrezept

1 Teil Knospen • 3 Teile Alkohol, 80–90 Vol.-% • 3 Teile pflanzliches Glycerin • 3 Teile Wasser
Oder
10 g Knospen • 30 g Alkohol, 80–90 Vol.-% • 30 g pflanzliches Glycerin • 30 g Wasser

Die frischen Knospen werden mit einem Messer klein geschnitten oder gemörsert, in ein Schraubglas gegeben und mit der Alkohol-Glycerin-Wasser-Mischung übergossen. Vor direktem Sonnenlicht geschützt nun täglich schütteln und nach 4 Wochen filtrieren, abfüllen, beschriften, kühl und dunkel lagern.

Dieses Muttermazerat kann für den privaten Gebrauch pur ohne Verdünnung verwendet werden.

Die Anwendung erfolgt mindestens ½ Stunde vor oder nach dem Essen. Mit einem Sprühaufsatz wird das Gemmomazerat bei Bedarf 2–3-mal täglich mit 1–3 Sprühstößen in den Mund gesprüht. Im Akutfall kann die Einnahme auf bis zu 10-mal am Tag oder alle 30 Minuten 1 Sprühstoß erhöht werden. Für Kinder reicht normalerweise 2-mal 1 Sprühstoß.

Die Wirkstoffe werden durch den Zerstäuber in Mund und Rachen feinst verteilt und über die Mundschleimhaut sehr gut aufgenommen. Auch aus einer Pipettenflasche anwendbar: 2-mal täglich 5–10 Tropfen in etwas Wasser tropfen und langsam trinken.

Auch eine Verdünnung als homöopathische Potenz D1 kann hergestellt werden.

Dazu wird 1 Teil dieses Muttermazerates mit 9 Teilen des Auszugsmittels (Alkohol, Wasser, Glycerin) weiterverdünnt, verschüttelt (30-mal in die Handfläche schlagen) und abgefüllt.

Verdünnung D1 des Gemmomazerats


10 ml Muttermazerat

30 ml Alkohol, 80–90 Vol.-%

30 ml pflanzliches Glycerin

30 ml Quellwasser

Übersicht über die wichtigsten heimischen Knospen

Ahorn

kühlend

Apfel

vitalisierend

Birke

ausleitend

Brombeere

mineralisierend

Eiche

stärkend

Erle

entgiftend

Esche

ausleitend

Fichte

durchblutungsfördernd

Hainbuche

entzündungshemmend

Hasel

lungenstärkend

Heidelbeere

blutzuckerunterstützend

Himbeere

hormonausgleichend

Holunder

stoffwechselanregend

Hundsrose

immunstärkend

Johannisbeere

kortisonwirksam

Kiefer

regenerierend

Linde

beruhigend

Pappel

schmerzstillend

Preiselbeere

regenerierend

Rosskastanie

venenwirksam

Sanddorn

vitalisierend

Tanne

knochenstärkend

Wacholder

entgiftend, ausleitend

Walnuss

ausleitend

Weide

antirheumatisch

Weinrebe

gefäßstärkend

Zirbe

entschleunigend

Wichtige heimische Knospen und ihre Wirkung und Anwendung in der Knospenmedizin


Ahornknospen: kühlend, entzündungshemmend, fiebersenkend, zusammenziehend, bei trockener schuppiger Haut. Sie unterstützen den Haut- und Leberstoffwechsel und bei rheumatischen entzündlichen Beschwerden.

Apfelknospen: immunstärkend, aufbauend, vitalisierend, entgiftend und stoffwechselanregend, unterstützend bei Nikotinentzug, regulieren das Hormonsystem bei Mann und Frau, bei Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und sexueller Unlust, entspannen das ganze Nervensystem bei Stress und Anstrengung, magen-, darm- und milzstärkend.

Birkenknospen: entgiftend, reinigend, ausleitend, antibakteriell, antitoxisch, befreien den Körper von zurückgebliebenen Giftstoffen, wirken entsäuernd, gute leber-, blut- und nierenreinigende Funktion. Sie fördern das Knochenwachstum und helfen bei Gelenks- sowie Wachstumsschmerzen, unterstützen die Einlagerung und Aufnahme von Kalzium bei Osteoporose.

Brombeersprossen: regen den Knochenaufbau bei Alt und Jung an, regenerieren den Gelenksknorpel, unterstützen bei Knochenbrüchen, Osteoporose, Sehnenentzündungen, wirken unterstützend bei Diabetes Typ 2 und stärken das Lungengewebe.

Eichenknospen: für die Vitalität des Mannes, stärkend bei allgemeiner Schwäche, Potenzschwäche, regen die Produktion von Sexualhormonen an und erhöhen die Fruchtbarkeit.

Erlenknospen: stark immunregulierende entzündungshemmende Wirkung, regen die Bildung von Cortisol an, helfen bei Allergien in der Akutphase, bei akutem Hautausschlag, bei Magen-Darm-Entzündungen, für die Durchblutung der Herzkranzgefäße und zum Schutz der Gefäßwände.

Eschenknospen: entgiftend, kraftgebend und ausleitend, wirken schmerzstillend bei chronischen Schmerzzuständen, bei akuter und chronischer Gicht, Rheuma, erhöhter Harnsäure, erhöhtem Cholesterin, Kreuzschmerzen, Gelenkssteifigkeit, für die Elastizität der Bänder und Sehnen und wirken dort entzündungshemmend.

Fichtenknospen: bei Erkältung, Lungenbeschwerden, Bronchitis, durchblutungsfördernd und unterstützend für den Bewegungsapparat bei chronischem Rheumatismus, Hüft-, Kniegelenks- und Rückenwirbelarthrose (Schmerzen der großen Gelenke).

Ahorn

Fichte

Brombeere

Hainbuchenknospen: antiallergisch bei akuten Entzündungen der Schleimhäute im HNO-Bereich, bei rinnender Nase, Schnupfen, bei Histaminunverträglichkeit, sie werden gerne mit anderen Allergiemitteln kombiniert.

Haselknospen: bei chronischen Lungenerkrankungen, Asthma, Bronchitis, Emphysem, COPD, Erkrankung der Luftwege, allgemein stoffwechselanregend, aktivieren...


Tragner, Eva
Eva Tragner hält seit 10 Jahren Kräuterseminare, ist in der Natur- und Erwachsenenbildung tätig, organisiert regionale Kräutertreffs, macht Kräuterführungen, veranstaltet Schulprojekte zum Thema Kräuter, stellt im Rahmen von Workshops die Grüne Kosmetik „natürlich schön“ her und war mehrfach zu Gast im ORF.



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