Voigt | Das Geschlecht der Blauen Engel | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 392 Seiten

Reihe: Die Rückkehr

Voigt Das Geschlecht der Blauen Engel

Band 2
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-7815-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 392 Seiten

Reihe: Die Rückkehr

ISBN: 978-3-7412-7815-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



New-Noah-City, die neue Stadt der Ahnen, wächst und gedeiht in einer Umwelt, die einst von ihren Bewohnern in grauer Vergangenheit beeinflusst und geschaffen wurde. Das gerade erst geschaffene Bündnis der friedlichen Koexistenz bröckelt und zerfällt, als unbekannte Wesen beginnen, die Hochburgen der verbliebenen menschlichen Zivilisationen zu zerstören... Eine neue unheimliche und unbesiegbare Macht ist aufgebrochen, die Herrschaft über die Erde zu übernehmen. Wird es Savus, einem Legaten des Rates der Dreizehn der Blauen Engel, gelingen, seine Mitstreiter von ihrem blutigen Feldzug abzuhalten oder behält das verschlagene und machtbesessene geistige Oberhaupt, der Hüter Teronus, die Oberhand? Das Orakel der Menja der Pikos, dem Stamm der Sonnenanbeter, und die Weisheit des Ol-Teen, dem Auserwählten - gelingt es ihnen, sich von der unheimlichen Bedrohung zu befreien? Wer sind die Schöpfer der Blauen Engel und woher kommen sie? Eine Frage, welche die Wissenschaftler der Alt-Vorzeit erneut zwingt, sich mit den Unzulänglichkeiten der eigenen Tätigkeiten und den daraus entstehenden, weitreichenden Verantwortungen zu beschäftigen... Erleben Sie ein neues spannendes Abenteuer mit dem Team von Dr. Jim Harper und Häuptling Bobak auf der Suche nach der schmerzhaften Wahrheit.

G. Voigt, Jahrgang 1956, war als Lehrer tätig. Er arbeitet in der Pflege und lebt am Rande von Berlin.
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Geheimnisvolle Wesen


Glutrot hing die Sonne wie ein gewaltiger Feuerball unheilverkündend am Himmel und beleuchtete das grausige Szenarium. „Das ist bereits der dritte Angriff binnen weniger Tage. Diese verdammten Biester werden immer dreister, wir müssen sie töten! Koste es, was es wolle! Vorher werden wir keine Ruhe mehr finden.“ Bobak, der Häuptling der Pikos, der Sonnenanbeter, kniete neben der blutverschmierten Stelle nieder und untersuchte eingehend die unzähligen Spuren. Jeni, ein junger Krieger der Sonnengarde, wog bedenklich den Kopf. „Der Saurier ist mindestens vier Meter hoch. Ihn zu erlegen wird nicht einfach werden“, gab er zur Antwort und ließ seinen sorgenvollen Blick über die Büsche gleiten. Bobak nickte wortlos.

„Er ist mit der aufgehenden Sonne gekommen - dort hinter dem Strauch hat der Saurier auf ihn gelauert. Er hatte keine Chance!“ kommentierte Jeni die Ergebnisse seiner Beobachtungen. Ein kurzes Blinken, etliche Meter vor ihm, ließ ihn stocken. Misstrauisch näherte er sich der Stelle.

„Häuptling, komm her und siehe Dir dieses eigentümliche Ding an!“

Bobak sammelte seine Waffen auf, mit wenigen Sprüngen war er bei dem Krieger. Vor ihnen lag eine flache, V-förmige Klinge. Bobak hob sie auf und wog sie in den Händen. „Ziemlich schwer, liegt aber gut in der Hand.“ An der Außenkante lief eine scharfe, stählerne Schneide entlang. Die beiden äußeren Enden schienen genau für die Faust eines Mannes gearbeitet. Jeni nahm ihm staunend das Gerät ab. „Was ist das - wo kommt es her?“ fragte er und prüfte selber noch vorsichtig die Klinge der Schneide. „Stimmt, verdammt scharf das Ding.“ Bobak kratzte sich nachdenklich am Kinn und kniff die Augen zusammen. „Oben in Noah-City habe ich etwas Ähnliches gesehen. Unsere Freunde aus der Alt-Vorzeit nennen dieses Ding Bumerang. Er ist in den Händen eines erfahrenen Kämpfers eine gefährliche und tödliche Waffe. Damit dürfte klar sein, mein junger Freund - wer hier gestorben ist, war kein Angehöriger unseres Stammes. Ich hoffe nur nicht, dass es einen von Dr. Harpers Leuten getroffen hat…?“

Er schob sich die Waffe in den Gürtel, ein letztes Umherschauen, dann brachen beide Männer auf und folgten der deutlich sichtbaren Spur des Sauriers. Stunden vergingen, ohne dass sie das Tier auch nur aus der Ferne zu Gesicht bekamen. Schließlich näherten sie sich einer kleineren Felsformation. „Da drüben ist er!“ flüsterte der Häuptling. Nacheinander erklommen sie einen Hügel. In der Schlucht vor ihnen rumorte es, wenig später entdeckten die Jäger das Untier. „Großer Gott, dem möchte ich nicht einmal im Dunkeln begegnen!“ raunte Jeni vor sich hin und tastete erschrocken nach seinem Bogen. „Schweig still, wenn er uns hört, sind wir tot“, wies Bobak ihn vorwurfsvoll zurecht und lugte erneut aus ihrem Versteck hervor. Welcher Art der Saurier war, vermochte er auf Anhieb nicht zu sagen. Das Ungetüm stampfte auf seinen kräftigen Hinterläufen umher und zerstückelte mit den riesigen Zähnen einen offenbar seit längerer Zeit hier liegenden Kadaver eines Bisons oder Büffels. Genaueres konnte er aus dieser Entfernung nicht erkennen. Zufrieden grunzte und schmatzte der Saurier vor sich hin. Behutsam zogen sich die Männer zurück.

„Hast Du das Horn auf der Nase und diesen stachligen Kamm längs des Rückens bemerkt? Ich verwette meinen Kopf, dass wir es mit einem Carnosaurier, einem sogenannten Ceratosaurus zu tun haben.“

Jeni sah den Häuptling fragend an. Dieser winkte lächelnd ab und drohte ihm scherzhaft mit dem Finger. „Ihr jungen Burschen solltet etwas mehr aufpassen und die Gelegenheit, in Noah-City ausgebildet zu werden, besser zu schätzen wissen.“ Bevor Jeni seinen Protest zum Ausdruck bringen konnte, lief Bobak los und zog unbeirrt und wortkarg seine Bahn. Es dämmerte bereits, als sie endlich das weit sichtbare Wachfeuer von Kilbaat aufleuchten sahen.

„Der Häuptling kehrt heim!“

Der Ruf der Wache auf der Mauer der Siedlung wurde freudig aufgenommen und weitergetragen. Die Angehörigen des Stammes der Pikos liebten und achteten ihr Oberhaupt. Bobak war froh, endlich wieder zu Hause zu sein. „Ich bin richtig müde und kaputt. Ich werde gleich schlafen gehen - morgen in aller frühe geht es weiter…“, erklärte er Jeni, als sie durch das Tor schritten.

Einige Kinder umringten sie, aufgeregt plapperten sie durcheinander.

„Ihr müsstet doch schon lange im Bett sein - jetzt aber ganz schnell nach Hause!“ Bobak schnappte sich einen kleinen Kerl und ließ ihn hoch durch die Luft wirbeln. Jauchzend schrie der Knabe auf. „Ich auch…! Ich auch!“ jubelte die Menge, aber der Häuptling setzte einen strengen Blick auf. „Was habe ich gerade gesagt?“ Ohne Murren verabschiedeten sich die Kinder und eilten zu ihren Häusern. Ein wehmütiger Blick folgte ihnen. „Vielleicht hätten Sina und ich inzwischen auch so einen strammen Burschen…?“ Er scheuchte die trüben Gedanken weg.

Vor seiner Blockhütte erwartete Ninos die Ankömmlinge. Seit dem Tod seiner Tochter Sina in der Grauen Stadt vor einigen Jahren fühlte sich Ninos für den Häuptling verantwortlich und versuchte ihm, die Vaterstelle so gut es ging zu ersetzen.

„Nun mein Sohn, ich wünsche Dir Gesundheit und Kraft und hoffe, dass Du erfolgreich warst?“ „Leider waren wir das“, entgegnete Bobak und grüßte den Alten ehrfürchtig. Während des kurzen Berichtes des Häuptlings zog Ninos die Stirn kraus. „Du hast Recht - seit den letzten Sonnenwenden wird es nicht mehr richtig kalt. Das ist sicherlich ein Grund, weshalb sich die Saurier in unseren Gebieten immer mehr ausbreiten - sie werden langsam zu einer Plage und Bedrohung!“ entgegnete der Alte. Wie zur Bekräftigung hallte ein dumpfes Röhren durch die Nacht und ließ die Bewohner von Kilbaat sorgenvoll aufblicken. „Rede mit dem Administrator - vielleicht hat er einen brauchbaren Rat für uns. Ich habe schon darüber nachgedacht, ob wir sein Angebot annehmen und einige unserer Krieger mit ihren modernen Gewehren ausrüsten sollten?“ „Ja das wäre eine Alternative“, bestätigte der Häuptling nachdenklich. „Hier, das haben wir heute da draußen gefunden.“ Bobak hielt ihm stumm die fremde Waffe hin. Ninos hob den Bumerang in Augenhöhe.

„Diese Art der Waffen kenne ich oder besser ausgedrückt; habe ich schon einmal gesehen“, fuhr er fort. „Es ist bereits viele Sonnenwenden her, Dein Vater Miriam hatte gerade die Zeremonie des Häuptlings hinter sich, als eine Handvoll Fremder hier auftauchte. Ihre Haut war dunkler als unsere, sie trugen allesamt langes, schwarzes Haar. Ich habe damals mit eigenen Augen gesehen, wie einer der Fremden mit solch einem Ding einem Hirsch im vollen Lauf fast vollständig den Kopf abtrennte. Eine starke Waffe - es ist in der Tat so!“ Vorsichtig legte er den Bumerang auf dem Tisch ab. „Ich werde mit dem Administrator reden - doch sag mir noch, wie sich der Stamm nennt und woher die Fremden kamen?“ bat Bobak schließlich und schöpfte eine Kelle Wasser aus dem Eimer neben der Tür. Während er trank, bemerkte er das eigentümliche Zucken in Ninos Gesicht. Er wollte ihn schon fragen, ob etwas mit ihm nicht in Ordnung ist - da hob Ninos abwehrend die Arme. Der Alte brummelte einige unverständliche Worte vor sich hin, dann zuckte er hilflos mit den Achseln. „Ich habe es vergessen...“ stammelte er sichtlich verwirrt, verabschiedete sich dann recht hastig und zog sich in seine Hütte zurück.

Geistesabwesend strich Bobak über die Schneidefläche des Bumerangs.

„Der Alte wird wohl verrückt…?“

„Darf ich jetzt gehen?“ unterbrach Jeni die Gedankengänge des Häuptlings.

„Wir sehen uns morgen früh - kontrolliere noch einmal die Wachen und dann geh schlafen. Der Rat wird entscheiden, was geschehen soll? Also, bis dann! Ach ja - sag den Frauen, sie möchten die Steine für die Sauna erhitzen. Ich muss meinen Körper entspannen - brauche etwas Zeit zum Nachdenken. Nun geh!“ Bobak sah dem jungen Krieger nach, bis er zwischen den Häusern verschwand. Seufzend und mit schweren Schritten näherte er sich dann seinem Heim. In dem einzigen Raum brannte das Feuer im offenen Kamin und verbreitete angenehme Wärme. Auf dem Tisch stand ein Krug mit frischem Quellwasser, daneben eine tönerne Schale voller Früchte und Beeren. Am Kopfende seiner Schlafstätte blinkte die Kontrollleuchte des Funkgerätes, seine Direktverbindung zu Noah-City, der unterirdischen Stadt der Fremden aus der Alt -Vorzeit. Bobak hängte seine Armbrust an ihren Platz neben dem Eingang, dann setzte er sich kurz entschlossen an den Sender. „Noah-City, bitte melden! Hier Bobak, Häuptling der Pikos. Ich möchte bitte Dr. Harper sprechen!“

„Es tut mir leid, Mister Harper, Sir. Wir haben die Ursache des Stromausfalles...



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