E-Book, Deutsch, 584 Seiten
Voigt Höllentripp
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7394-7906-4
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 584 Seiten
ISBN: 978-3-7394-7906-4
Verlag: tolino media
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Der Autor war lange Jahre im logistischen Managment und hat sich für den Ruhestand, neben dem Segeln in Nord - und Ostsee eine zweite Beschäftigung gesucht und die Liebe zum Schreiben entdeckt.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Augenblicklich riss Harald die Tür auf. Dabei fühlte es sich für sie an, als wenn er dort auf sie gewartet hatte.
Es war aber nicht so, denn er kam gerade am Eingang vorbei und war sichtlich erschrocken, was ihm anzusehen war, als er öffnete. Harald sah Britt in die Augen, schnappte ihren Arm und zog sie hinter sich her ins Wohnzimmer. Es hatte den Eindruck, als wenn er am Ertrinken war. Als sie das Zimmer erreichten, stürzte er sich sogleich auf sie.
Britt war völlig konsterniert, fürchtete das Schlimmste. Denn sie kannte ihn, wenn er übel gelaunt war und in solch einem Stimmungstal abdriftete. Auf der einen Seite war er zu weich und auf der anderen Seite wieder unberechenbar. Und sie schnappte nach Luft und brachte keinen Laut heraus.
Er lag auf sie, drückte sie herunter und machte ansonsten nichts. Außer sie eine Zeit lang zu beobachten. Bis er dann sagte: "Ich bin froh, dass du endlich hier bist. Denn ich weiß nicht, was ich sonst noch alles mit dem Jungen hätte anstellen sollen."
Britt war verdutzt und antwortete: "Musst du mich deshalb aufs Bett schmeißen? Und reiß dich zusammen." Sie drückte ihn gleichzeitig weg, was er sich widerstrebend gefallen lies.
"Wir haben noch Großes zu erledigen und wie du weißt, dass Monika bisher nicht spurt, wie wir es angedacht haben."
Harald erzählte ihr von den Schwierigkeiten, die er hatte. Indem er versuchte, die Zeit so gut wie irgend möglich rumzubringen.
Denn der Junge war nervös und bockig und er befürchtete, dass er probieren wird zu verschwinden. Denn er ist ein aufgeweckter Bursche und es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann das passiert.
Britt holte tief Luft, denn er hatte immer noch keine Anstalten gemacht, von ihr runterzugehen. Sodass sie ihn nun rabiat von sich wegstieß. Verdutzt darüber, schaute er sie an und grinste dann nur. Sie kannte ihn und wusste, dass das Konsequenzen für sie haben würde, so wie sie ihn gerade behandelte. Dann, wenn er überlegte.
Um ihn abzulenken, sagte sie: "Warum hast du Oleg eine Telefonnummer gegeben? Jetzt hat er sich tags zuvor bei mir gemeldet. Normalerweise bist du doch sein Ansprechpartner. Bist du nicht ans Telefon gegangen?" Sein Gesichtsausdruck verriet ihr, dass es so war, jedoch beantwortete er die Frage nicht. Sodass sie ihm weiter vom Telefongespräch berichtete.
"Wir sollen deren Geduld nicht strapazieren. Sie wollen die Daten schnellstens haben. Andernfalls würden sie den Jungen übernehmen."
Haralds Wut steigerte sich ins Unermessliche, was sie ihn ansehen konnte. Denn bisher hatte er allein die Kontakte zur Mafia und seine Frau sollte sich raushalten. Er sagte nichts weiter. Indes nahm er ihre Hand und quetschte diese zusammen. Britt spürte, dass sie nun kein falsches Wort sagen durfte, wollte sie ihn nicht zum Explodieren bringen. Abermals war für sie nicht zu übersehen, dass er unberechenbar sein konnte und wurde in ihren erfolgten Entscheidungen bestärkt.
*
Auf ihrer Fahrt nach Oslo hatte sie beschlossen, nachdem sie den Anruf der Mafia erhielt, die weiteren Abläufe selbst in die Hand zu nehmen.
Denn sie war es bereits seit längerem Leid nur das zu machen was er wollte. Durch seine fehlerhaften Entscheidungen, für die er in der Vergangenheit einzig und allein verantwortlich war, bekam sie später zu hören was nicht richtig läuft. Dieses hätte sie einige Male in Schwierigkeiten bringen können. Und deswegen wollte sie schon gar nicht ins Gefängnis, daher konnte es so nicht weitergehen, dass er für sie beide die einsamen Entscheidungen trifft.
Mehrmals wurde sie das Gefühl nicht los, dass er überfordert war. Je länger sie überlegte, er war zu weich.
Sie hatte aber nicht die Absicht, ihm das direkt auf den Kopf zuzusagen. Denn sie wollte ihn nicht beunruhigen und hatte auch nicht das Bestreben, seinen Jähzorn zu spüren zu bekommen.
Stattdessen sagte sie beschwichtigend: "Der neue Tag ist schon kurz vorm Anbruch. Ich muss ein bisschen schlafen, bevor wir uns dann um den Jungen und unsere Auftraggeber kümmern."
Er hatte sie bisher nur stumm beobachtet, verfolgte dabei anscheinend seine eigenen Gedanken, was nicht zu übersehen war.
Gleichzeitig erkannte sie den lüsternen Blick und wusste in dem Moment nicht, was dieser in ihr weckte. Die Liebe zu ihm, mit dem Sie mehr als 15 Jahre auf der Straße lag? Oder erwischte auch sie nur die Begierde, weil sie schon so lange weder mit ihrem noch mit einem anderen Mann zusammen war.
Irgendwie von allem etwas dachte sie auf einem Mal. Vertrauen, alte Gewohnheiten und Begierde trafen plötzlich aufeinander.
Als sie dann noch sah, wie er seine Bekleidung abstreifte, war sie unvermittelt in freudiger Erwartung auf dem was endlich kommen würde.
Sie fühlte ihren eigenen Sinneswandel der sie so handeln ließ. Oder war es ein reizvolles Spiel was sie dazu bewog, weil sie sich danach sehnte. Sie hatte keine Erklärung in dem Moment.
Wenig später hatte er das Gefühl, dass er trotz ihrer Begierde er träumte!
Denn sie gab sich nur ihrer gierigen Lust hin. Kein nettes, lüsternes Wort wie sonst. Sie war eiskalte, verhielt sich wie die oft zitierte Schwarze Witwe, die gefährliche Spinne. Denn nachdem sie zu ihrem heiß ersehnten Sex kam, schaltete sie das Licht ein. Die Nacht ist vorbei, waren daraufhin ihre Worte.
Damit gab er sich nicht zufrieden, wälzte sich zu ihr rüber, küsste sie ein zweimal auf die nackte Schulter und fasste sie ungeniert an den linken Busen.
Mit Zeigefinger und Daumen presste er dabei die Brust zusammen. Augenblicklich war sie wie elektrisiert. Sie wusste, dass er nicht zimperlich war. Aber gegen ihren Willen hatte er sie noch nie genommen. Und genau dieses Gefühl hatte sie von ihm in diesem Moment. Britt stieß ihn von sich. Sie verspürte keine Lust mehr.
Er hingegen gab nicht nach, denn nun wollte er es wissen, wer bei ihnen etwas zusagen hatte. Erneut packte er sie an den Schultern, drückte sie dabei auf den Rücken, um sich das zu holen, was er jetzt und seid Wochen nicht von ihr bekommen hatte. Seinen plötzlichen Kräften war sie nicht gewachsen und er presste sie auf die Matratze.
Was ist in ihn gefahren, waren ihr Gedanken. Klar denken konnte sie nicht mehr und sie hatte keine Ahnung, was sie machen sollte. Auf der einen Seite war er ihr Mann. Doch wiederum so brutal ihr gegenüber, kannte sie bisher nicht von ihm. Plötzlich gab sie nach und leistete keinen Widerstand mehr, was sich als richtig herausstellte. Denn warum sollte sie nicht seinen Wünschen nachkommen. Nur weil sie anfänglich keine Lust hatte. Dieses hat sich schlagartig geändert, nachdem seine versteckte Brutalität anfing, sie zu reizen. Sie erinnerte sich daran, dass er in den Jahren ihres Zusammenseins sich zu einem grandiosen Liebhaber entwickelte. Warum sollte sie davon nicht kosten, waren ihre selbstsüchtigen Erkenntnisse.
Auch Harald spürte es, dass die Anspannung von ihr gewichen war und sie ihren anfänglichen Widerstand aufgab.
Daraufhin trieb beide die immer wieder aufbrandende Lust zu neuen Höhen, als hätten sie sich seit Jahren schon nicht mehr geliebt. Beide fanden kein Ende und vergaßen dabei die Welt um sich herum.
*
Nachdem er keuchend von ihr abließ, sich zur Seite drehte und augenblicklich einschlief, lag sie noch eine geraume Zeit wach und dachte über sie beide nach. Dabei bereute sie es nicht, ihre zuvor anfängliche Zurückhaltung aufgegeben zu haben. Dennoch wusste sie, dass er, was das normale Leben angeht, ein Träumer, ein Weichei war.
Nicht umsonst hatte sich die Mafia mit ihr in Verbindung gesetzt, denn sein Verhalten wird auch dort nicht unerkannt geblieben sein. Denn er vermittelte ihr genauso wie den Bossen, dass er mit Mutter und Sohn Mitleid hat und daher der notwendige Druck ausblieb.
Und genau das Verhalten konnten sie sich nicht erlauben, wollten sie aus dieser Sache mit heiler Haut herauskommen. Außerdem waren sie gänzlich abgebrannt und brauchten daher das Geld.
Trotz seiner Schwäche ahnte sie, dass ihr Mann nicht ohne Weiteres klein beigeben und ihr das Feld mit der Mafia mir nichts dir nichts überlassen würde. Ihre Gedanken rasten nur so durch ihren Schädel, obwohl sie das kräftige Schnarchen neben sich hörte und sie ständig ablenkte.
Dennoch sprach alles dagegen, einfach zu verschwinden und damit die Probleme hinter sich zu lassen. Diese Angelegenheit würde sie einholen und ständig verfolgen. Sie musste eine Lösung finden, wollte sie aus diesem Dilemma herauskommen.
Britt fiel in einem tiefen, aber unruhigen Schlaf. Ohne vorher noch einmal zu Harald herüberzuschauen
.
Dieser schlief nicht mehr. Denn er machte sich auch seine Gedanken, wie sie aus dieser Situation herauskommen und gleichzeitig an das Geld kommen. Wobei es ihm mehr oder weniger egal war, ob seine Frau ihren Anteil bekäme. Zu sehr hatte sie ihn in der Vergangenheit bevormundet. Und einmal muss Schluss damit sein. Seine Frau wünschte er nicht unbedingt zum Teufel, dennoch würde er es nicht verachten, wenn sie die Suppe selbst auslöffelt.
Trotz seines guten Schlafs war er durch die vielen Überlegungen völlig gerädert. Man könnte aber auch sagen, er war schlapp, was er sich durchaus erklären konnte und verfiel wieder in ein unruhiges Dösen.
Beide wurden durch einen markerschütternden Schrei am frühen Morgen unsanft geweckt. Nachdem er sich erst einmal orientiert hatte und was ihm nach der Nacht schwerfiel, dass der Laut aus dem Kinderzimmer kam, stand Harald auf.
Unentwegtes Jammern lotste ihn die Richtung. Als er am Bett stand, sah er, dass der Junge schweißgebadet war. Dabei...




