E-Book, Deutsch, 208 Seiten
Wenke Eine Milliarde für Süderlenau
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-944576-00-8
Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-944576-00-8
Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Astrid Wenke, geboren 1961, ist mit Wind, Regen und dem weiten Blick über die Endmoränenlandschaft Schleswig-Holsteins aufgewachsen. Seit sie eingesehen hat, dass ein Großteil ihres Lebens der Existenzsicherung geweiht ist, experimentiert sie mit Erwerbstätigkeiten, die mit ihrem Freiheitsdrang und dem Wunsch, sinnstiftend tätig zu sein, vereinbar sind - Schreiben zum Beispiel oder Taxifahren. Seit mehr als zehn Jahren verdient sie den Großteil ihres Unterhalts als Lebenskundelehrerin und vermittelt Grundschulkindern die humanistische Weltanschauung. Astrid Wenke lebt im Berliner Wedding. Ihr zweiter Roman, 'Windmühlen auf dem Wedding', ist im Herbst 2014 erschienen.
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Als ich nach Hause kam, fühlte ich mich ausgelaugt. Doch kaum trat ich in die ersehnte Stille meiner Wohnung, schlug mir die Einsamkeit entgegen. Zum Glück hatte ich noch immer den Rhythmus der Musikstunde im Ohr, das half. Ich dachte an Amalia.
Es war schön gewesen, Amalia lachen zu hören. Ich überlegte, welche Noten ich für ihr Lachen wählen könnte. Das tiefe Lachen im ruhigen Rhythmus des Herzens. Den Herzschlag würde ich über mein Musikstück legen, das ohne mein Zutun in meinem Inneren weiter wuchs und sich formte. Ich griff mir einige Blätter Notenpapier und legte los.
Es war das Telefon, das alles zerstörte. Ich hätte es längst abgeschafft, wäre da nicht die trügerische Hoffnung gewesen, die Liebe könnte mich anrufen wollen. Die Liebe hätte eine tiefe, ruhige Stimme und viel Stille. Ich sagte mir, dass Amalia geeignet wäre, die Rolle der Liebe zu spielen. Die real existierende Stimme am Telefon war eindeutig fehlbesetzt. Es war Heidrun. Heidrun hatte die große Liebe längst gefunden, sogar geheiratet. Sie liebte Hilmar, meinen Bruder.
"Hallo, Heidrun", sagte ich. Ich bereute meine Trägheit, die mich seit Jahren davon abhielt, mir zumindest ein moderneres Gerät anzuschaffen, mit Display, auf dem die Nummern der Anrufenden erschienen. Da hätte ich gar nicht erst abgenommen ...




