Wolf | Durch Mag Moor | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 428 Seiten

Wolf Durch Mag Moor

Fantasy - Reise - Erzählung
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-347-24482-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Fantasy - Reise - Erzählung

E-Book, Deutsch, 428 Seiten

ISBN: 978-3-347-24482-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die dunkle Bedrohung senkt sich über die Welt Aron. Eine nicht greifbare Gefahr. Teras Alega reist nach seiner Ausbildung zum Gedankenkrieger durch das Land Mag Moor. Sein Ziel ist die Hauptstadt Ebron. Auf dem Weg dorthin begegnet er zahlreichen Gefahren und findet neue Gefährten. Begleite Teras Alega durch das Land Mag Moor und erlebe zahlreiche Abenteuer...

Andreas Wolf wurde in einer hessischen Kleinstadt geboren und wuchs als ältestes von zwei Kindern in Ingolstadt auf. Bereits in der Schule schrieb er seine erste Fantasy-Geschichte. Im Alter von 20 Jahren begann er seinen ersten Roman zu schreiben. Seine Leidenschaft für Reiseerzählungen und Fantasy spiegelt sich in seinen Büchern wieder.
Wolf Durch Mag Moor jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1. Larda Aboria

Ich wurde in Mag Moor geboren und hatte eine großartige Kindheit. Bis zu dem Zeitpunkt, als es darum ging, ob ich meiner Bestimmung folgen sollte. Diese war, in die Ausbildung zum Meister der ‚Gedanken‘ zu gehen. Diese Art der Kraft, war zu meiner Jugend noch weit verbreitet. Viele wollten diese Ausbildung machen, aber nur wenige wurden angenommen. Mein Vater sagte damals zu mir:

„Es ist eine sterbende Kunst. Aber du kannst sehr viel mit ihr erreichen. Wahre Meister beherrschen diese Kunst zur Verteidigung und im Kampf, aber auch in anderen Bereichen des Lebens.“

Nun, dass klang so seltsam, aber ich hatte schon damals den Willen alles Unbekannte zu lernen. Also begab ich mich in die Ausbildung, die einige Leben dauerte. Und sie war schwer. Aber ich habe es gelernt. Und ich bereue bis heute nicht, dass ich es getan habe. Als ich mich von meinem Meister verabschiedete, sagte er zu mir:

„Setze deine Gabe weise ein. Sie ist eine mächtige Waffe, aber auch eine gefährliche. Benutze sie mit bedacht. Du musst dich deiner Verantwortung stellen.“ Wir verneigten uns voreinander. Ich konnte zu jener Zeit nicht ahnen, dass ich ihn nie wiedersehen würde. Erst als ich schon auf meiner Reise war, erfuhr ich aus anderen Quellen, das man das Kloster überfallen hatte. Der Feind war mächtig und hatte schlimm gewütet. Und nur leise wurde mein Name genannt. Teras Alega der letzte, der die Kunst des Gedankens beherrscht. Der Feind, der diese Tat fertiggebracht hatte, war mir seinerzeit nicht genau bekannt. Damals fürchtete ich mich davor jemals auf ihn zu treffen. So führte mich meine erste Reise zurück zu meinen Eltern. Hier blieb ich sehr lange. Bis Meine Mutter verstarb. Mein Vater schaffte es auch nicht mehr lange und ich war allein. Nichts hielt mich mehr in dem Ort Geran. Mich zog es hinaus in die Welt. Ich wollte sie kennen lernen. Und so begab ich mich auf die Reise durch Mag Moor, die auch die Grasebene genannt wurde. Und sie trug diesen Namen zurecht. Ich schloss mich schon bald einer kleinen Gesellschaft an, die nach Ebron wollte. Ebron war die Hauptstadt der Ebene. Bei diesen Leuten war auch ein Trio, das recht seltsam anmutete. Zwei Hünen, die zwar gefährlich aussahen, aber eher friedlicher Natur waren und ein Kleiner dicker Mann, der sich Sheren nannte. Und ich wusste die erste Zeit nicht so genau was ich mit ihm anfangen sollte. Erst nach und nach kamen wir uns näher. Unser Zug war weit gekommen, als wir anhielten. Zuerst wusste ich nicht genau warum, aber Sheren kam zu mir und meinte:

„Wir werden hier lagern. Es wird bald Dunkel werden und wir werden dann nicht mehr genau erkennen, wohin wir fahren. Das ist zu gefährlich. Aber kommt einmal mit mir.“

Ich kannte ihn mittlerweile recht gut und folgte ihm ohne Fragen zu stellen. Die beiden Hünen saßen etwas abseits im Gras und rauchten eine Pfeife. Sie reagierten gar nicht auf uns. Ihre Namen kannte ich bisher noch nicht. Und ich fragte auch nicht danach.

Sheren lief vor mir her und ich bewunderte immer wieder, wie flink er doch war. Plötzlich blieb er stehen und winkte mich zu sich heran. Er deutete auf den Boden vor uns und sagte:

„Was seht ihr hier?“

Ich suchte mit meinem Blick den Raum vor uns ab, konnte aber nichts Bedeutendes entdecken. Und das teilte ich ihm auch mit.

„Das dachte ich mir bereits. Ihr seid ein seltsames Wesen. Aber ich werde euch alles beibringen, wenn ihr das zulasst. Wollt ihr?“

Und ob ich wollte. Und so begann meine Zweite Ausbildung. Ich lernte Fährten zu lesen. Die Richtung anhand von Bäumen oder auch Bodengewächsen zu bestimmen. Ich lernte mich anzuschleichen. Ja selbst den Umgang mit dem Bogen brachte er mir noch besser bei als ich es bisher gelernt hatte.

„Warum tut ihr das eigentlich?“ Ich fragte ihn das eines Tages als wir im Gras saßen und wir eine Rast eingelegt hatten.

„Glaube, dass ihr es wert seid. Außerdem werdet ihr den Zug wahrscheinlich in Ebron verlassen. Wenn ich richtig vermute wollt ihr weiter nach Mag Mell. Vielleicht sogar hinunter nach Tirn ail. Alles sehr gefährliche Gegenden. Und ich würde mir die größten Vorwürfe machen, wenn ich euch nicht das nötige Rüstzeug mitgegeben hätte.“

„Wie kommt ihr darauf?“

„Das ihr dorthin wollt? Ich bin nicht dumm. Ich beobachte euch schon eine ganze Weile. Ihr seid Teras Alega. Auch wenn ihr euch hier anders nennt. Aber das tut nichts zur Sache. Ich habe einen großen Respekt vor euch. Aber ihr müsst noch viel lernen. Ihr seid noch jung. Deshalb nehmt meinen Rat und vertraut mir.“

Ich habe bis heute keine Ahnung, wie er das alles wissen konnte. Und ich habe ihn auch nie danach gefragt. Alles was ich von Sheren gelernt habe, konnte ich auf meinen Reisen gut gebrauchen. Auch wenn ich bis heute nicht viel von ihm zu berichten weiß. Er war da und es war gut so. Woher er gekommen war, was später aus ihm geworden ist und wer diese beiden Hünen waren, all das konnte ich nie genau in Erfahrung bringen. Wir haben uns später manchmal getroffen und so manches Abenteuer miteinander überstanden. Aber bis heute weiß ich nichts aus seiner Vergangenheit.

An jenem Tag als wir so beieinander saßen fasste ich großes Vertrauen zu ihm. Und das war etwas, das nur sehr selten passierte. Ich bin vielen Wesen und auch Menschen begegnet und zu wenigen hatte ich so viel Vertrauen wie zu ihm. Aber ich gebe gerne zu, dass es schon noch einen Mann gab der ein noch größeres Vertrauen von meiner Seite aus genoss als er, doch davon später.

In den Tagen als wir in Richtung Ebron reisten lernte ich den einen oder anderen kennen. Unter anderem auch das Volk der Koronen. Ein kriegerisches Volk, das sehr streitlustig war. Die Koronen waren dem Aussehen nach eher Muskelpakete und sie hatten von Geburt an eine Knochenplatte, die sich oberhalb abzeichnete.

Ihr Anführer ein Mann namens Tyron war ein sturer Mensch. Wobei das Wort Mensch hier nicht ganz zutraf. Er war einfach nur ein Wesen, das immer glaubte, recht zu haben. Und wenn das nicht stimmte, so verschaffte er es sich. Wir mussten durch ihr Gebiet. Und sie zwangen uns dazu bei ihnen zu lagern. An diesem Abend saßen wir zusammen am Feuer. Tyron hatte lange nichts gesagt, sondern nur dagesessen. Er wirkte sehr angespannt. Sheren hatte sich eine Pfeife angesteckt. Ich weiß bis heute nicht was er da genau geraucht hat. Aber es stank fürchterlich. Ich hielt mich zurück und wollte nichts Verkehrtes sagen. Bei den Koronen war das meistens der Fall. Plötzlich traten Zwei Krieger zu uns und führten einen Gefangenen vor. Eine braun gebrannte Gestalt. Er hatte einen Lederanzug an. Auf seinem Gesicht zeichnete sich eine Narbe ab, die quer hindurch lief. Sheren sprang auf und sagte:

„Warum habt ihr ihn gefangen?“

Tyron blickte auf zu ihm und antwortete:

„Er ist unser Todfeind. Er wird zur Höhle gebracht und dann dort sterben. Er wusste, worauf er sich einließ als er sich angeschlichen hat.“

„Ist es nicht besser seinen Feind zu achten und ihm das Leben zu schenken?“

Ich konnte nicht anders und stand auch auf. Es war an der Zeit Tyron in seine Schranken zu weisen. Er blickte mich böse an. Dabei war das Funkeln in seinen Augen nicht zu übersehen. Und zum ersten Mal benutzte ich meine Gabe. Tyrons Blick wurde mit einem Mal trübe. Seine Krieger reagierten nicht darauf, sondern wollten schon auf mich losgehen. Aber Tyron winkte ihnen kurz zu und sie blieben stehen. Dann sagte er:

„Macht ihm die Fesseln ab und lasst ihn laufen. Er wird den gleichen Fehler nicht noch einmal machen. Tut was ich euch sage.“

Er brüllte seine Männer regelrecht an. Und so lösten sie seine Fesseln und gaben ihm seine Waffen wieder. Noch immer hielt ich die Kontrolle aufrecht. Der Fremde Krieger sah mich kurz an und um seine Mundwinkel zuckte kurz ein Lächeln, dann verschwand er in der Nacht. Sheren sah mich durchdringend an, dann sagte er:

„Setzt diese Gabe nicht zu oft ein. Sie könnte euch zum Verhängnis werden. Ich habe schon davon gehört. Aber bis heute wollte ich einfach nicht glauben das es sie wirklich gibt. Respekt. Man sollte euch Larda Arboria nennen.“

Dieser Name bedeutet übersetzt Gedankenkrieger. Und es ist ein Ehrentitel.

„Danke. Aber ich denke es ist nicht so angemessen. Ich habe immerhin die Ausbildung gemacht und habe mich jahrelang auf diese Augenblicke vorbereitet.“

Sheren schüttelte den Kopf und meinte:

„Bescheidenheit ist manchmal gar nicht so gut. Aber bitte wenn ihr meint.“

Er setzte sich wieder hin und widmete sich wieder seiner Pfeife. Inzwischen hatte sich Tyron wieder erholt und sah mich hasserfüllt an. Er sagte nichts, aber diese wortlose Drohung war schlimmer als jedes offen ausgesprochene Wort. Ich hatte mir einen Todfeind geschaffen. Aber im Augenblick waren wir sicher. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz bei diesem Volk, das die, die am Feuer gemeinsam sitzen, Frieden halten, bis das Feuer gelöscht ist, oder der Tag anbricht.

Es dauerte doch noch gut Zwei Fackeln lang, bis der Häuptling sich auf den Boden legte und schon bald schnarchte. Seine Krieger taten das gleiche. Nur einer blieb wach...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.