Wolverton | Star Wars™: Entführung nach Dathomir | E-Book | www.sack.de
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Wolverton Star Wars™: Entführung nach Dathomir

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-13235-4
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-13235-4
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Han bekommt Konkurrenz

Viele Monate nach dem Sieg über das Imperium droht die Liebe zwischen Han Solo und Prinzessin Leia zu zerbrechen. Prinz Isolder hält um Leias Hand an, im Gegenzug stellt er der Neuen Republik seine gewaltige Flotte zur Verfügung. Han muss hilflos mitansehen, wie sich Leia immer stärker zu Isolder hingezogen fühlt. Da entschließt er sich zu einem radikalen Schritt: Er entführt die Prinzessin auf den Planeten Dathomir, den er kurz zuvor in einem Kartenspiel gewonnen hat. Zu spät bemerkt er, dass Dathomir mitten im feindlichen Gebiet liegt ...

Dave Wolverton, geboren am 1. Mai 1957, ist ein US-amerikanischer Science Fiction- und Fantasy-Autor. Er lebt mit seiner Familie in Utah.
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2

Luke konnte die Ruinen des Hauses des alten Jedi-Meister schon spüren, ehe ihn sein Whiphid-Führer zu diesem Ort brachte. Wie die Landschaft von Toola selbst – eine karge Ebene, wo kurze purpurne Flechten die dünne Wintereisdecke durchbrachen – verbreiteten die Ruinen eine Aura der Reinheit und Frische, wenngleich auch ein Gefühl der Verlassenheit, als wären sie nie von Menschen besucht worden. Die Aura der Reinheit bestätigte Luke, dass einst ein guter Jedi in den Ruinen gelebt hatte.

Der Frühlingswind zerzauste das Elfenbeinfell des großen Whiphid, der mit einer Vibroaxt in der Hand über das Purpurmoos trottete. Er blieb stehen und hob seine lange Schnauze in die Luft, so dass seine mächtigen Stoßzähne zur fernen Purpursonne deuteten, gab dann ein trompetenähnliches Pfeifen von sich und blickte mit kleinen schwarzen Augen nach vorn.

Luke schlug die Kapuze seines Schneeanzugs zurück und entdeckte die Gefahr am Horizont. Ein Schwarm Schneedämonen stürzte aus dem Schutz der Sturmwolken, und ihre haarigen Schwingen blitzten grau im fahlen Sonnenlicht. Der Whiphid pfiff einen Schlachtruf, schien einen Angriff zu erwarten, aber Luke griff mit seinem Bewusstsein hinaus und spürte den Hunger der Schneedämonen. Sie jagten eine Herde zotteliger Motmots, die sich wie Eisberge am Horizont bewegten, und suchten nach einem Kalb, das klein genug war, um es erlegen zu können.

»Ruhig«, sagte Luke und berührte den Ellbogen des Whiphids. »Zeig mir die Ruinen.« Luke versuchte, den Krieger mit Hilfe der Macht zu beruhigen, aber dieser schüttelte sich und schwenkte kampfeslustig seine Vibroaxt.

Der Whiphid pfiff eine lange Antwort, deutete nach Norden, und Luke übersetzte es in der Macht: »Such das Grab des Jedi, wenn du musst, Kleiner, aber nach mir ruft die Jagd. Wenn ich einen Feind entdecke, verlangt die Ehre, dass ich angreife. Heute Abend wird mein Clan einen Schneedämonen schmausen.« Der Whiphid trug als einziges Kleidungsstück einen Gürtel mit zahlreichen Waffen, und er zog einen geschwärzten eisernen Morgenstern heraus. In jeder mächtigen Faust eine Waffe stürmte er über die Tundra, schneller als Luke es für möglich gehalten hatte.

Luke schüttelte den Kopf und bedauerte die Schneedämonen. Hinter ihm stieß R2 einen Pfiff aus und bat Luke, seine Schritte zu verlangsamen, als der kleine Droide eine trügerische Eisfläche passierte. Luke und R2 wanderten nach Norden, bis sie drei große flache Felsen erreichten, die das Dach und die Seitenwände eines nach unten führenden Stollens bildeten. Im Tunnel roch es nach Trockenheit, und Luke löste eine Minilaterne von seinem Werkzeuggürtel und stieg in die Tiefe. Dicht unter dem Erdboden war der Stollen eingestürzt. Ein mächtiger Felsbrocken versperrte den Weg. Schwarze Brandspuren am Felsen verrieten, dass ihn ein Thermodetonator aus dem Umgebungsgestein herausgesprengt hatte.

Luke schloss die Augen und griff mit seinem Bewusstsein hinaus, bis ihn die Macht durchströmte. Er packte den Felsen, hob ihn hoch und hielt ihn fest. »Weiter, R2«, flüsterte Luke, und der Droide rollte vorwärts und pfiff verängstigt, als er den über ihm schwebenden Brocken passierte. Luke folgte gebückt und setzte den Felsen hinter sich wieder ab.

Direkt hinter dem Felsen entdeckte Luke die Stiefelabdrücke imperialer Sturmtruppen im Erdboden, selbst nach all den Jahren noch gut erhalten. Luke studierte die Abdrücke und fragte sich, ob einer von seinem Vater stammte. Darth Vader musste hier gewesen sein. Nur er hätte den Jedi-Meister töten können, der in diesen Höhlen gelebt hatte. Aber die Abdrücke gaben ihm keine Antwort.

Der Stollen schraubte sich weiter nach unten, durch Vorratsräume, die tief unter der Erde in den Fels gefräst waren. In der Luft hing der muffige Geruch von Nagetierdung und -fellen. Ein kleiner, würfelförmiger Energiedroide lag reglos in einem Gang, schon seit langem funktionsunfähig. Ein anderer Raum wurde von einem Heizungsblock eingenommen; Nagetiere hatten die Stromkabel angefressen. Luke folgte den Stollen zur reinen Aura des Jedi, und endlich stieß er auf den Raum des toten Meisters. Der Leichnam war verschwunden, hatte sich aufgelöst wie die sterblichen Überreste Yodas und Bens, aber Luke konnte die Rückstände der Macht spüren, und er entdeckte einen Schneeanzug, zerrissen und verbrannt, und daneben ein Lichtschwert. Luke hob das Lichtschwert auf und zündete es. Ein Strom schimmernder Energie schoss heraus, als das Lichtschwert summend zum Leben erwachte.

Luke fragte sich flüchtig, wer der Mann wohl gewesen war, dem das Lichtschwert gehört hatte, dann schaltete er es wieder ab. Er wusste nur, dass der Jedi-Meister der Alten Republik in ihren letzten Tagen gedient hatte. Monatelang war Luke der Spur des Mannes gefolgt. Als Kustos im Archiv der Jedi auf Coruscant hatte er nur eine unbedeutende Funktion bekleidet und war von den imperialen Invasoren unbehelligt geblieben, bis er mit den Aufzeichnungen über tausend Jedi-Generationen von Coruscant geflohen war.

Luke hoffte, dass es sich bei diesen Aufzeichnungen um mehr als nur um eine Auflistung der Jedi-Heldentaten handelte. Vielleicht enthielten sie die Weisheit der alten Meister, ihre Gedanken, ihre Hoffnungen. Als junger Jedi, dessen Ausbildung in der Macht noch nicht abgeschlossen war, hoffte Luke, durch sie die tieferen Mysterien kennenzulernen und zu erfahren, wie die Jedi ihre Krieger, ihre Heiler, ihre Seher geschult hatten.

Luke durchsuchte im matten Licht seiner Minilaterne den Raum nach irgendetwas, das ihm einen Hinweis liefern konnte. R2 war in einem Seitengang verschwunden und durchforschte mit seinen Scheinwerfern die Dunkelheit. Luke hörte ein klägliches Pfeifen aus dem Stollen dringen und folgte ihm.

Der Gang führte zu geschwärzten, in den Fels gefrästen Räumen; endlos aneinandergereihte Kammern, in denen einst holografische Videobänder aufbewahrt worden waren. Aber die Aufzeichnungen waren zu Asche verbrannt. Computerzylinder bildeten geschmolzene Schlackehaufen, ihre Speicherkerne waren zerstört. Für das Zerstörungswerk waren hauptsächlich Thermodetonatoren verantwortlich, aber Luke stieß auch auf Splitter von EMP-Granaten. Wer auch immer die Holovids vernichtet hatte, er oder sie hatte sich größte Mühe gegeben, sie zuerst zu löschen.

Luke folgte dem Stollen, passierte Dutzende von Kammern, blickte in jeden Raum, und das Herz wurde ihm schwer. Nichts war geblieben. Alles war verloren. Das Wissen und die Taten von tausend Generationen der Jedi.

»Es ist zwecklos, R2«, sagte Luke, und seine Worte schienen von der Dunkelheit, der Stille der leeren Stollen verschluckt zu werden. R2 pfiff traurig, rollte weiter durch den Gang und spähte in jede Kammer.

Verloren. Alles war verloren, erkannte Luke. Der Imperator hatte sich nicht damit zufrieden gegeben, alle Jedi aufzuspüren und zu ermorden. In seinem Ehrgeiz, absolute Kontrolle über die Galaxis zu erringen, hatte er nicht nur ihr Feuer gelöscht, sondern auch die Fackeln zertreten, die Asche in alle Winde zerstreut, damit die Jedi niemals wiederkehren konnten. Nach monatelanger Suche war Luke nur auf Asche gestoßen.

Luke setzte sich auf den Boden, schlug die Hände vor die Augen und dachte über seine nächsten Schritte nach. Es musste noch andere Aufzeichnungen, andere Kopien gegeben haben. Er musste nach Coruscant zurückkehren und dort seine Suche fortsetzen.

Aus einem Seitengang am Ende des Stollens drang R2s aufgeregtes Pfeifen. »Was gefunden?«, rief Luke und stand auf, klopfte die Asche von seiner Kleidung und zwang sich, langsam zu gehen. R2 hatte eine Kammer entdeckt, in der die Bänder nicht geschmolzen waren. Auf dem Stapel lag noch immer ein Thermodetonator, offenbar ein Blindgänger. Die EMP-Granate hatte gezündet, doch Luke fragte sich, welche Wirkung sie gehabt hatte. Er nahm einen Computerzylinder von der Spitze des Stapels und schob ihn in R2s Abspielgerät. Der Droide pfiff und beugte sich nach vorn, um das Hologramm zu projizieren, aber nach einem Moment stieß er den Zylinder mit einem knirschenden Laut wieder aus.

»Der nächste«, sagte Luke hoffnungsvoll. Er zog aus dem unteren Teil des Stapels einen zweiten Zylinder, steckte ihn in den Droiden, und R2 projizierte das Bild eines Mannes in einer wallenden, hellgrünen Robe. Aber es war so stark gestört, dass das Hologramm bald zusammenbrach. R2 spuckte den Zylinder aus und bedeutete Luke mit einem Aufblitzen seines Scheinwerfers, es erneut zu versuchen.

»Okay«, seufzte Luke und suchte nach einem Zylinder, der weiter von der EMP-Granate entfernt war. Er wühlte in dem Haufen und wollte schon nach einem greifen, der ganz unten am Rand lag, als ihn die Macht plötzlich in eine andere Richtung lenkte. Er stöberte in den Zylindern, bis er deutlich eine Aura des Friedens spürte. Dieser, dieser, schien eine Stimme zu flüstern. Dieser ist es, nach dem du suchst.

Luke ergriff ihn, zog ihn heraus und trat zurück. Irgendwie wusste er, dass es keinen Zweck hatte, die Höhlen weiter zu durchsuchen. Wenn er hier eine Antwort fand, dann hielt er sie bereits in der Hand.

Er schob den Zylinder in R2, und fast sofort blitzten in der Luft vor dem Droiden Bilder auf: ein uralter Thronsaal, wo ein Jedi nach dem anderen vortrat, um ihrem hohen Meister Bericht zu erstatten. Aber das Holo war zum größten Teil gelöscht; Luke konnte nur bruchstückhafte Szenen erkennen – ein blauhäutiger Mann beschrieb die Einzelheiten einer erbitterten Raumschlacht gegen Piraten; ein gelbäugiger Twi’lek mit zuckenden Kopffühlern...


Wolverton, Dave
Dave Wolverton, geboren am 1. Mai 1957, ist ein US-amerikanischer Science Fiction- und Fantasy-Autor. Er lebt mit seiner Familie in Utah.



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