E-Book, Deutsch, Band 2, 351 Seiten
Reihe: Sinfully Rich
Wood Sinful Enemy
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96797-146-0
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 351 Seiten
Reihe: Sinfully Rich
ISBN: 978-3-96797-146-0
Verlag: MORE by Aufbau Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ihn zu lieben, zu ehren und - nicht zu gehorchen.
Ich hatte wirklich nicht vor, den protzigen Milliardär Luca Leone zu heiraten. Er mag zwar der heißeste Typ sein, den ich kenne, aber er ist trotzdem ein totaler Idiot. Und als wir beide wieder nüchtern sind, macht er mir einen Vorschlag: wir bleiben zwei Monate verheiratet. Bis zur Hochzeit seiner Ex-Freundin. Dafür zahlt er mir zehntausend Dollar, die ich dringend brauche, um meine Familie zu unterstützen.
Es klingt einfach nach dem perfekten Deal ...
Alle Titel der Reihe 'Sinfully Rich' können unabhängig voneinander gelesen werden.
Vivian Wood ist eine USA Today-, Wall Street Journal- und Amazon Top 20-Bestsellerautorin. Ihre Passion sind Romances über sexy Alphamänner, die von selbstbewussten Frauen gezähmt werden.
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Kapitel 1
Cate
Wahrscheinlich werde ich nie begreifen, was zwischen Luca Leone und mir abgeht.
Während ich gegenüber von ihm im Airport-Shuttlebus sitze, hin- und herschaukelnd bei jedem Abbremsen und Wiederanfahren, beäuge ich skeptisch den älteren Bruder meiner besten Freundin. Ich hocke in einer dieser Dreiersitzreihen, eingeklemmt zwischen Luna Leone und Harper, meine andere sehr gute Freundin vom College, und Luca hat seine zwei Kumpels mitgebracht. Es ist schon ein skurriles Bild, wie die drei hoch aufgeschossenen Männer in dem überfüllten Bus zusammengepfercht sind: einer mit blonden, einer mit dunklen und einer mit roten Haaren. Sie passen ziemlich gut zusammen. Ich sehe, wie Luca, der mit den dunklen Haaren, irgendwas zu seinen Freunden sagt und lacht, bekomme aber nicht mit, was. Der Dieselmotor ist laut und der Bus so rappelvoll, dass ich mich mit Luna und Harper unterhalten kann und keine Angst haben muss, dass Luca irgendwas davon aufschnappt.
Luna beugt sich vor, um aus dem Fenster in das noch immer helle frühe Abendlicht zu schauen. Dann wendet sie sich an uns Mädels: »Cate! Harper! Wenn wir im Hotel sind, kriege ich das größte Zimmer. Ich habe schließlich Geburtstag.« Sie grinst und wackelt mit den Augenbrauen.
»Von mir aus«, meint Harper, ein Gähnen unterdrückend.
»Mhm«, ist mein einziger Kommentar.
Mit gespitzten Ohren beobachte ich Luca, der sich mit Bradford und Owen unterhält. Wovon auch immer sie gerade reden, seine Miene ist durchtrieben. Vermutlich macht er sich über irgendwen lustig, tippe ich.
Was reizt mich an Luca?
Er ist groß, okay. Geschätzt um die eins neunzig, ohne ein Gramm Fett zu viel an seinem Körper. Ich habe ihn ohne Hemd am Pool gesehen; sein Sixpack und seine muskelbepackten Arme sind nicht zu verachten. Seit zwei Tagen hat er sich nicht rasiert, und die dunklen Bartstoppeln auf seinen kantigen Wangen sehen irgendwie heiß aus.
Außerdem hat er wunderschöne Augen, ein tiefes Braunschwarz, umrahmt von langen, dunklen Wimpern. Sein Blick ist stechend und gibt mir jedes Mal das Gefühl, als könnte er direkt durch mich hindurchsehen. Und meine finstersten Geheimnisse und größten Wünsche erkennen.
Zum Niederknien? Ja, vielleicht. Aber das alles ändert nichts daran, dass er ein Idiot ist. Seit unserer ersten Begegnung kann ich ihn nicht ausstehen. Das war, als er Luna und mich vom Einkaufszentrum abgeholt hat. Er kam in seinem teuren Luxusschlitten angerauscht, zog missbilligend die Augenbrauen hoch – und wie er dann über mich ablästerte, hat unsere Beziehung maßgeblich beeinflusst.
»Mal ehrlich, Luna. Meinst du echt, dass du die mit zu uns nach Hause bringen solltest? Wer weiß, ob die nichts bei uns mitgehen lässt!«
Am liebsten wäre ich vor Scham im Erdboden versunken. Von diesem Moment an war Luca der versnobte Playboy und ich das Mädchen, dessen Familie fast schon ein Sozialfall war. Zwischen uns lagen Welten.
Würg. Sein selbstgefälliges Lächeln macht mich so … so nervös. Als müsste ich pausenlos aufpassen und vorsichtig sein, für den Fall … nun ja, für welchen Fall, da bin ich mir nicht sicher.
Ich kenne Luna und Luca seit meinem ersten Tag an der Highschool, was inzwischen beinahe neun Jahre her ist. Und es ist immer so gewesen wie jetzt. Luca provoziert gern, Luna sieht sich gern in der Rolle der netten, verständnisvollen jüngeren Schwester … und ich bin diejenige, die verzweifelt versucht, mit den beiden mitzuhalten und klarzukommen.
Luna stupst mich mit dem Ellbogen an. »Alles gut bei dir, Cate?«
Sie schiebt eine dunkle Haarsträhne hinter ihr Ohr und sieht wie immer toll aus mit ihrem trendigen Bob und in ihrem weißen Wickelkleid. Verlegen blicke ich auf meine zerschlissene Jeans und spüre, wie ich rot werde. Ich mache mir nicht viel aus Geld, allerdings hat sie definitiv mehr davon als ich …
»Na klar«, antworte ich betont locker. »Ich habe bloß Stress in der Arbeit. Javier war nicht gerade begeistert, als ich ihm verklickert habe, dass ich dieses Wochenende unbedingt freihaben muss. Als ich ihm erklärt habe, ich hätte meine Schicht getauscht, hat er mir einen Vortrag über Verantwortungsbewusstsein gehalten.«
Sie schüttelt verständnislos den Kopf. »Dabei bist du in der ganzen Zeit, wo du jetzt schon in dem Café arbeitest, noch keinen einzigen Tag krank gewesen oder hast dir Urlaub genommen! Du bist nur Barista … wo liegt das Problem, wenn du mal ein paar Tage freihaben willst?«
Ich ziehe die Schultern hoch und lasse sie wieder sinken. »Wenn ich das bloß wüsste. Bei dem Aufstand, den er gemacht hat, würde man denken, ich hätte ihn um eine Organspende gebeten.«
Harper lehnt sich von ihrer Seite zu uns herüber. Sie ist eine hübsche Blondine, und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. »Dein Job ist scheiße.«
Luna nickt zustimmend. »Ist echt wahr. Du solltest schauen, dass Luca dich in seiner Bar einstellt. Letzte Woche habe ich von einer der Barfrauen aufgeschnappt, wie viel sie verdient, dabei arbeitet sie nur drei Tage in der Woche. Wäre das nicht auch was für dich?«
»Lyra, meine kleine Katze, fände es genial, wenn ich gar nicht mehr arbeiten würde. Dann hätte ich viel mehr Zeit, mit ihr zu kuscheln!«, flachse ich. »Ich frage mich, ob dein Bruder mich auch einfach fürs Nichtstun und Katzenstreicheln bezahlen würde.«
Ehrlich gesagt ist das ein Scherz; bei der Vorstellung, Luca könnte mein Boss sein, wird mir ziemlich flau im Magen. Ich weiß, ich bin dickköpfig, und deswegen fällt es mir schwer, von anderen etwas anzunehmen. Als Luca mir eine Einladung zu diesem Wochenende gesimst hat, hätte ich fast abgelehnt.
Flug und Hotel sind bereits bezahlt, und auch für alles andere kommt er auf. Es ist mir immer noch peinlich. Ich könnte mir das nie im Leben leisten, schließlich bin ich erst seit einem Jahr mit dem College fertig und verdiene gerade mal neun Dollar die Stunde.
Na ja, neun Dollar plus Trinkgelder. Ich verdrehe innerlich die Augen. Als ob das etwas ausmachen würde.
Luca blickt zu mir. Sein lässiges Lächeln fällt ein bisschen in sich zusammen, und er zieht die Augenbrauen hoch. Was starrst du so?, will er damit wohl andeuten. Total verlegen sehe ich weg. Als ich kurz darauf zu ihm spähe, ist er bereits wieder in ein Gespräch mit Owen vertieft.
»Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir das ganze Wochenende in Las Vegas sind«, meint Luna zu mir und Harper. Sie grinst begeistert. »Wahrscheinlich starte ich den Tag morgen am Pool. Um endlich so viel Sonne zu tanken, wie ich sie zu Hause in Seattle nie abkriege.«
»Und ich kann nicht glauben, dass dein Bruder uns alle eingeladen hat«, erwidert Harper. Sie beäugt Luca und stößt einen tiefen Seufzer aus. »Was für ein Geburtstagsgeschenk! Das ist echt total großzügig. Ich bin ganz neidisch, dass du Luca hast.« Den Rest spricht sie im Flüsterton. »Und von deinem Bruder und seinen zwei attraktiven Kumpels angestarrt zu werden, ist auch nicht verkehrt.«
»Mmpf«, bringe ich heraus und werfe ihr einen mächtig missmutigen Blick zu. »Luca ist zwar heiß, aber ziemlich krass drauf. Nichts für ungut, Luna.«
Luna reagiert mit einem beiläufigen Schulterzucken. »Ist schon in Ordnung. Ich weiß, dass mein Bruder ein Arsch sein kann.«
»Also ich werde mir heute Abend die Kante geben«, erklärt Harper. »Und zwar mit euch beiden.« Sie taxiert uns mit einem Blick.
Luna lacht. »Dann können wir ja in meinen Geburtstag reinfeiern … ist das zu fassen, dass ich fünfundzwanzig werde?«
»Du bist ja sooo alt«, flachse ich und stoße ihr meinen Ellbogen in die Rippen. »Ich werde erst im April fünfundzwanzig.«
»Wir sollten dieses Jahr auch an unseren Geburtstagen was Besonderes machen«, meint Harper. »Deiner ist am 14., oder? Meiner am 20. April.« Sie überlegt.
Der Shuttlebus hält abrupt an, woraufhin Luca aufsteht und sich räuspert. »Das ist unser Hotel. Los, macht schon, raus hier.«
Es dauert ein paar Minuten, bis wir uns mit unserem Gepäck aus dem Bus gekämpft haben. Unterbewusst nehme ich unser Riesenhotel und den Las Vegas Strip wahr, dann schleppen wir uns durch eine edle, mit Marmor ausgekleidete Halle, bekommen unsere Schlüssel und steuern zu den Aufzügen. Zu meiner Überraschung hat Luca zwei Suiten auf derselben Etage gebucht, eine für die Mädchen und eine für die Typen.
Ich benutze meine Schlüsselkarte und bleibe mit weit aufgerissenen Augen stehen, als ich in die Suite stürmen will. Sie geht über zwei Etagen, hat eine gigantische Fensterfront, einen großen, hellen Wohnraum und eine hübsche weiße Miniküche. Alles ist total luxuriös, keine Frage.
»Mach schon, lass uns reingehen.« Harper schiebt mich sanft mit ihrer Schulter zur Seite.
»Sorry«, sage ich und trete nervös von der Tür weg. »Es muss Luca ein kleines Vermögen gekostet haben, diese Suite übers Wochenende zu buchen. Und die Jungs haben auch so eine?« Ich stoße einen leisen Pfiff aus.
Mit einem wegwerfenden Schulterzucken sieht Luna sich um. »Er hat erzählt, dass ihm das Hotel ein gutes Angebot gemacht hat. Wo sind die Schlafzimmer?«
Harper läuft bereits durch einen kleinen, halb versteckten Flur. »Hier hinten.«
»Yippie«, ruft Luna, ihren Rollkoffer hinter sich herziehend. Ich schlendere hinter ihnen durch den Gang, währenddessen reißen meine Freundinnen die Türen zu den Schlafräumen auf. Luna...




