E-Book, Deutsch, Band 4, 352 Seiten
Reihe: Die Adairs
Young Be with Me
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7499-0718-2
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der vierte Band der erfolgreichen Adair-Reihe von Bestsellerautorin Samantha Young I Die perfekte Mischung aus prickelnder Lust und nervenaufreibender Spannung
E-Book, Deutsch, Band 4, 352 Seiten
Reihe: Die Adairs
ISBN: 978-3-7499-0718-2
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Arran Adair ist nach langer Zeit in seine Heimat Ardnoch zurückgekehrt. In den schottischen Highlands will er sich ein neues Leben aufbauen und die Schatten seiner Vergangenheit hinter sich lassen. Doch Arran hat nicht mit Eredine Willows gerechnet. Die Pilates-Lehrerin von Ardnoch Estate ist ein Rätsel, das er unbedingt lösen will. Als sie ihm eine Nacht ohne Verpflichtungen anbietet, ist Arran überrascht und lässt sich darauf ein. Schnell ist er sich sicher, dass es zwischen ihnen ernst ist. Aber auch Eredine hat ein Geheimnis. Ihr fällt es schwer, sich ihm ganz anzuvertrauen und ihre Dämonen zu bekämpfen, um die aufkeimenden Gefühle zuzulassen.
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Samantha Young lebt in Schottland und hat in Edinburgh Geschichte studiert - viele gute
Romanideen hatte sie während der Vorlesungen. Ihre Romane werden in 30 Ländern veröffentlicht. Wenn Samantha Young mal nicht schreibt, kauft sie Schuhe, die sie eigentlich nicht braucht.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Eredine
Gegenwart
Sutherland
Schottische Highlands
Ich wollte gerade die Schlafzimmertür schließen, als Lewis verschlafen rief: »Licht!«
»Schon klar, mein Schatz«, antwortete ich leise und zog die Tür nur annähernd zu, sodass ein kleiner Lichtschein aus dem Flur in Lewis’ Zimmer fiel. Da ich seine kleine Schwester Eilidh, bereits schlafend, schon zuvor ins Bett gebracht hatte, machte ich mich leise auf den Weg nach unten in Thanes offenen Küchen- und Wohnbereich.
Es war ein schöner Abend mit den Kindern gewesen. Es war Silvester, deswegen durften sie etwas länger aufbleiben, aber um 10 Uhr merkte ich, dass sie gegen den Schlaf ankämpften. Wir sahen gerade unseren zweiten Disney-Film, als Eilidh auf der Couch einschlief und Lewis müde zustimmte, dass es Zeit zum Schlafengehen war.
Die Wanduhr über dem Esstisch zeigte kurz nach elf an. Ich holte mir etwas zu trinken aus dem Kühlschrank und machte es mir auf Thanes riesiger Couch bequem, um die Silvestershows anzusehen, die aus Edinburgh und Glasgow im Fernsehen übertragen wurden.
Erinnerungen an Silvesterpartys in L. A. drängten sich auf, aber ich unterdrückte sie und damit auch das damit verbundene Grauen und versuchte, mich auf das zu konzentrieren, was die Schotten »Hogmanay« nannten. Der Fernseher leuchtete im schummrigen Zimmer, die Bilder zuckten auf und gingen ineinander über. Die Lautstärke war niedrig gestellt, damit die Kinder nicht geweckt wurden, und ich horchte auf, als ich ein Geräusch aus der Waschküche hörte.
Es klang, als sei die Außentür zur Waschküche geöffnet und wieder geschlossen worden.
Mein Puls raste. Ich nahm den massiven Briefbeschwerer vom Couchtisch und schlich in Richtung Waschküche. Aber ich hörte nichts außer meinem Blut, das mir in den Ohren rauschte.
Ob es vielleicht Regan war?
Aber warum? Sie kam nicht mehr durch die Waschküche herein, seit sie mit Thane zusammen war.
Ich wollte sprechen, wollte »Hallo« rufen, aber die Angst schnürte mir die Kehle zu.
Entschlossen trat ich in die Waschküche und schlug mit der freien Hand auf den Lichtschalter.
Der lange, schmale Raum wurde in Licht getaucht, aber niemand war zu sehen. Die Tür nach draußen war zu, unberührt.
Mein Puls verlangsamte sich.
Tja, momentan war ich ein wenig schreckhaft. Das war nichts Neues.
Ich schüttelte den Kopf über mich selbst, ging wieder und stellte den Briefbeschwerer zurück auf den Couchtisch. Dann holte ich mir noch einen Drink aus der Küche.
Als ich es hörte, war es zu spät.
Auf dem Weg zur Couch knarrten die Dielen hinter mir. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, und ich fuhr herum.
Das war der Zeitpunkt, an dem alles dunkel werden sollte.
So würde es geschehen.
Stattdessen stand ich ihm gegenüber.
Der Schreck ließ mich erstarren.
Ich konnte nicht schreien. Konnte nicht weglaufen.
»Endlich habe ich dich gefunden«, sagte er liebevoll. »All die Jahre, aber nun habe ich dich endlich gefunden.«
Nein.
Nein!
Dann grinste er, und ich öffnete den Mund zu einem stummen Schrei beim Anblick seiner Eckzähne, die zu bösartigen Spitzen geschärft waren. Mein Puls raste. Ich war überzeugt davon, dass ich gleich sterben würde.
Nein!
Bitte!
Er stürzte los und schlug die Zähne in meine Kehle …
Jaymes Youngs Lied über die Liebe zu jemandem, die bis in die Unendlichkeit andauert, dröhnte mir in die Ohren. Ich riss die Augen auf und stieß einen erstickten Schrei aus.
Tageslicht strömte in mein Schlafzimmer, und das Rauschen in den Ohren ließ nach, während ich vollends aus dem Albtraum erwachte.
Nur ein Albtraum.
Mein Herz raste, ich war schweißgebadet.
»Shit«, flüsterte ich.
Als der Song – einer meiner Lieblingssongs – immer weiter durch den Raum schallte, wurde mir klar, dass es mein Klingelton war. Jemand rief mich an. Ich tastete nach meinem Handy auf dem Nachttisch und sah, dass es Arran war, mein bester Freund. Schnell nahm ich den Anruf an. »Hey.«
»Ery, zum Teufel!«, ertönte Arrans Stimme mit dem schottischen Akzent. »Ich war kurz davor, die Tür einzutreten.«
»Was?« Ich setzte mich auf. »Wo bist du?«
»Wo ich meistens um 6 Uhr morgens bin. Auf deiner Veranda. Ich warte auf dich.«
»Was?« Auf meiner Veranda? »Wie spät ist es?«
»Du hast verschlafen«, antwortete er heiter.
»Oh Gott.« Ich sprang aus dem Bett und eilte aus dem kleinen Schlafzimmer, durch den winzigen Flur und hinaus in den offenen Wohnbereich meiner Lodge.
Und wirklich, Arran Adair stand vor dem großen Fenster und winkte mir zu.
Ich gab den Code auf der Alarmtafel neben der Tür ein, um den Nachtmodus zu deaktivieren, und ließ Arran herein.
Er grinste mich an und nahm das Telefon vom Ohr. Ich tat dasselbe, legte auf und trat zurück, um ihn reinzulassen. »Tut mir leid. Mein Wecker hat nicht geklingelt.« Ich hasste es, zu verschlafen.
»Kein Problem. Ich mache einen Proteinshake, während du …« Er hielt inne, ließ den Blick an meinem Körper hinaufwandern und hielt ihn dann auf meinen Kopf gerichtet.
»Was?« Ich betastete hektisch meinen Kopf, fand aber nur das Seidentuch, mit dem ich meine Locken im Schlaf schützte.
»So siehst du also morgens aus!« Sein Grinsen hätte nicht breiter sein können. »Einfach umwerfend.«
Ich errötete, aber nicht wegen seiner Neckereien. Dummerweise bescherte mir Arrans Lächeln, sosehr ich es auch ignorieren wollte, Schmetterlinge im Bauch. Einen kaleidoskopischen Monsun aus Schmetterlingen. Dabei sollte der beste Freund einer Frau keine Schmetterlinge im Bauch bescheren. Und er sollte definitiv nicht für das Kribbeln in meiner Yogahose verantwortlich sein – ihr wisst schon, was ich meine.
Ich ignorierte seine Bemerkung. »Du machst die Shakes, und ich mache mich schnell fertig.« Wir liefen jeden Tag zusammen am Ardnoch Beach entlang. Jahrelang hatte ich das allein gemacht. Arran lief auch frühmorgens, und als wir uns das erste Mal dabei begegnet waren, hatte er mir keine andere Wahl gelassen, als seine Laufpartnerin zu werden.
»Hübscher Schlafanzug.«
Es brachte mich leicht aus dem Tritt, als ich mir meiner winzigen Schlafshorts, des Tanktops und des fehlenden BHs bewusst wurde, und ich spürte fast, wie sein Blick sich in meinen Hintern brannte. Erregung flackerte in mir auf, gemischt mit Ärger, was ein vertrautes Gefühl in Arrans Nähe war. Ohne ihn anzusehen, zeigte ich ihm den Stinkefinger und machte mich zum Klang seines schallenden Lachens durch die Diele davon.
Obwohl ich erst nach unserem Lauf duschen musste, spülte ich mich kurz ab, weil ich von meinem Albtraum verschwitzt war. Da ich nicht an den bösen Traum denken wollte, in dem sich die Vergangenheit und meine Angst vermischt hatten, trocknete ich mich ab und zog mein Laufzeug an – ein Sporttank und eine Yogahose. Das war so ziemlich meine Alltagsuniform, weil ich auf Ardnoch Castle arbeitete, einem riesigen privaten Anwesen, das Lachlan und Arran (und den drei weiteren Adair-Geschwistern) gehörte. Lachlan, ein ehemaliger Hollywood-Actionstar, hatte es in einen äußerst exklusiven und äußerst lukrativen Privatclub für Mitglieder aus der Film- und Fernsehbranche verwandelt. Das hohe Maß an Zurückgezogenheit und Sicherheit in Ardnoch machte es für mich zum perfekten Arbeitsplatz.
Ich hatte mich gerade an meinen Schminktisch gesetzt, um mir die Haare zu richten, als es klopfte. »Bist du salonfähig?«
»Kommt darauf an, wen man fragt«, scherzte ich.
Arran lachte. »War das ein Ja?«
Ich blickte mich ein wenig nervös im Zimmer um. »Ja.«
Die Tür ging auf, und er kam herein, mit hohen Gläsern, gefüllt mit grünem Saft aus einem ziemlich ungenießbaren Eiweißpulver, das mit Wasser vermischt war. Er richtete seine Augen auf mich und stellte mein Glas auf den Schminktisch.
»Danke. Tut mir leid, dass wir uns meinetwegen verspäten.«
»Das muss es nicht.« Arran streifte durch das Zimmer, und ich versuchte, mich nicht zu verkrampfen, als er mit den Fingern über mein Schmuckkästchen fuhr und in meinen Kleiderschrank spähte. Außer mir war noch nie jemand in diesem Raum gewesen. Dass er so neugierig war, löste spätestens in dem Moment, als er nach dem Türknauf des Einbauschranks griff, in mir den Drang aus, aufzuspringen.
»Hey, du Schnüffler, da ist nichts für dich Interessantes drin.« Ich bemühte mich um einen lockeren Tonfall, aber an Arrans hochgezogenen Augenbrauen konnte ich erkennen, dass er die leichte Panik in meiner Stimme durchaus wahrgenommen hatte.
Was auch immer er in meinem Gesicht sah, milderte seinen Ausdruck jedoch. »Entschuldige, ich bin einfach neugierig. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich noch nie hier drin war.« Er zuckte mit den Schultern und setzte sich auf das Ende meines Bettes, trank einen Schluck seines Getränks und verzog das Gesicht.
Ich entspannte mich ein wenig, und sein Blick schweifte wieder durch den Raum. Obwohl ich in Chicago geboren war, hatte ich die meiste Zeit meines Lebens in Kalifornien gelebt, darum hatte ich ein wenig modernes Kalifornien in mein Strandoptik-Schlafzimmer gebracht. Alles in Weiß-, sanften Blau- und Holztönen.
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