E-Book, Deutsch, Band 1, 512 Seiten
Reihe: Die Adairs
Young Here With Me
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7499-0589-8
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Schottische Highlands und große Gefühle | Die neue Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin
E-Book, Deutsch, Band 1, 512 Seiten
Reihe: Die Adairs
ISBN: 978-3-7499-0589-8
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der prickelnde Auftakt der Adairs-Reihe von der internationalen Nr.-1-Bestsellerautorin
Robyn will Kontakt zu ihrem entfremdeten Vater Mac aufnehmen, deswegen reist sie in die Highlands. Dort trifft sie auf den Ex-Hollywoodstar Lachlan Adair. Den Mann, dem sie die Schuld an ihren zerrütteten Familienverhältnissen gibt. Das Oberhaupt der Adair-Familie ist Besitzer eines Resorts für die Reichen und Berühmten - und arrogant, selbstherrlich sowie verteufelt sexy. Sofort fliegen zwischen ihr und Lachlan die Fetzen. Doch jemand hat es auf die Adairs abgesehen, wodurch auch Mac bedroht wird. Robyn muss herausfinden, wer Lachlan und seinem Umfeld schaden will. Aber in Lachlans Nähe fällt es Robyn zunehmend schwerer, einen kühlen Kopf zu bewahren, und sie gibt ihrer intensiven Leidenschaft nach. Aber dies könnte für Robyn ein böses Ende nehmen ...
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Samantha Young lebt in Schottland und hat in Edinburgh Geschichte studiert - viele gute
Romanideen hatte sie während der Vorlesungen. Ihre Romane werden in 30 Ländern veröffentlicht. Wenn Samantha Young mal nicht schreibt, kauft sie Schuhe, die sie eigentlich nicht braucht.
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PROLOG
Robyn
Ein Jahr zuvor
Boston, Massachusetts
Der Regen prasselte auf unseren Wagen, während wir unseren Kaffee tranken und auf das kratzige Knistern des Funkgerätes warteten. Ich genoss das einschläfernde, gemütliche Geräusch des strömenden Regens, als mir in dem Grau draußen etwas Buntes auffiel.
Auf dem Gehsteig war eine Frau in einem dunkelblauen Mantel stehen geblieben, in der einen Hand einen schwarzen Schirm, in der anderen eine Hundeleine. Auf die Entfernung sah der Hund aus wie ein Labrador. Er trug eine hellrote Regenjacke. Und er hatte sich hingesetzt, als wollte er sagen: »Mir reicht’s jetzt. Mach, dass es aufhört.«
Ich lachte leise, während die Frau wild gestikulierte, als erwiderte sie: »Was, zur Hölle, soll ich denn dagegen tun?«
Wie sie da stand, mit weit ausgebreiteten Armen, den Kopf nach vorn gebeugt und der Hund zu ihr aufschauend, wurde zu einem Schnappschuss in meinem Kopf. Ich wünschte, ich hätte meine Kamera dabei. Ich würde eine große Blende wählen und mein Hundertfünfzig-Millimeter-Objektiv, um das Grau und die Bewegungen im Hintergrund herauszufiltern und die Frau mit ihrem sturen Hund hervorzuheben.
»Jaz findet, du solltest mit Mark Schluss machen.« Mein Partner, Autry Davis, riss mich aus dem gedanklichen Fotografiervorgang.
Ich ignorierte das Unbehagen, das mich bei dieser Bemerkung befiel, und grinste. »Oh, das findet Jaz also?«
Jasmine »Jaz« Davis war ziemlich direkt, aber es war Autry, der mir vom ersten Moment an zu verstehen gegeben hatte, dass er meinen Freund Mark nicht leiden konnte.
»Na sicher.« Autry beobachtete den Verkehr. Wir parkten auf dem Maverick Square in East Boston, in der Nähe einer Bäckerei, die wir beide liebten. Da gab es guten Kaffee und gefüllte Donuts. Wir versuchten allerdings, nicht dem Copklischee zu entsprechen, und gönnten uns nur einmal pro Woche einen Boston Cream. Das war unsere Belohnung. »Sie glaubt, er hält seine Arbeit für wichtiger als deine und dass du für ihn nie an erster Stelle stehst.«
Das klang tatsächlich nach Jaz.
Mark war Staatsanwalt und sehr gut in seinem Job. Sein Erfolg war anziehend, denn ich fand hart arbeitende Männer sexy. In letzter Zeit drängte er mich jedoch zu Veränderungen. Er fand, ich solle mich hocharbeiten und als Sergeant Detective bewerben, um von dort aus zum Lieutenant aufzusteigen.
Er verstand nicht, dass ich das nicht wollte, weil er der ehrgeizigste Bursche war, den ich kannte. Wie gesagt, das war sexy, bis er versuchte, mich zu jemandem zu machen, der ich nicht war.
»Tja, du kannst Jaz von mir ausrichten, dass ich mit ihm Schluss mache.«
Autry versuchte, nicht allzu erfreut auszusehen, schaffte es aber nicht. »Wirklich?«
»Ja. Er ist mir zu anstrengend.«
»Ich will dir ja nicht ausreden, diesen Typen zu verlassen, aber dir ist schon klar, dass Beziehungen anstrengend sein können und mitunter harte Arbeit sind?«
Ich schnaubte verächtlich. »Sagt der Mann mit Frau und Kindern, die er liebt.«
»Das heißt nicht, dass es keine harte Arbeit ist.«
»Das weiß ich. Aber man muss auch hart daran arbeiten wollen, und das will ich mit Mark nicht. Letztes Wochenende hat er einen Streit vom Zaun gebrochen, weil ich mir ein Fischaugenobjektiv für meine Kamera gekauft habe. Er meinte, ein teures Hobby könne ich mir von meinem mittelmäßigen Gehalt nicht leisten, außerdem wollte er mich nicht mit einem solchen Zeitvertreib verhätscheln.« Bei der Erinnerung daran wurde mir vor Wut wieder ganz heiß. Seitdem hatte ich ihn einfach links liegen lassen.
»Er hat was gesagt?« Autrys Miene verfinsterte sich. »Robbie, du musst unbedingt Schluss machen! Verdammt – kannst du dir vorstellen, wie Jaz reagieren würde, wenn ich sie derartig herablassend behandeln würde? Da kann er aber froh sein, dass er es nicht mit meiner Frau zu tun hat! Da wäre er nicht lebend rausgekommen. Und ich werde ihr lieber nicht erzählen, was er zu dir gesagt hat, denn sonst geht sie noch auf ihn los. Verdammt, Robbie! Das Leben ist zu kurz für solchen Bullshit!«
»Der Sex ist aber ziemlich gut.« Das sagte ich mehr im Scherz. Kein Sex war es wert, dass man mit einem Typen zusammen war, der einem das Gefühl gab, klein und unbedeutend zu sein.
Autry warf mir einen warnenden Blick zu. »Davon will ich nichts hören.«
Ich lachte und trank einen Schluck von meinem Kaffee.
Mit einundzwanzig frisch von der Akademie, war ich Autry Davis, meinem Streifenkollegen, zugeteilt worden. Ein großer, gut aussehender Mann, sieben Jahre älter als ich, schlagfertig, humorvoll und mit einer freundlichen Ausstrahlung gesegnet, die selbst die kälteste Seele zum Schmelzen bringen konnte. Ich hatte eine Schwäche für diesen Kerl entwickelt, die bald in Freundschaft und Vertrauen mündete. Besonders nachdem ich seine Frau Jaz und ihre beiden kleinen Töchter Asia und Jada kennengelernt hatte. In den vergangenen sechs Jahren hatten die Davis’ mich praktisch in ihre Familie aufgenommen. Mittlerweile war Autry so etwas wie ein älterer Bruder für mich geworden. Und wie jeder Bruder wollte er natürlich nichts vom Sexleben seiner kleinen Schwester hören.
Und wie jede kleine Schwester ignorierte ich seine Bitte, ihn nicht mit Details zu quälen.
»Ich meine, da ist noch Raum für Verbesserungen, aber er ist schon mal definitiv besser als Axel.« Axel war der Typ vor Mark. Ein Musiker. Ichbezogen. Egoistisch im Bett und außerhalb. Als ich einmal übel erkältet war, kümmerte er sich nicht und kaufte auch nichts für mich ein, damit ich im Bett bleiben konnte. Nichts da. Er verschwand und meinte, er werde erst wiederkommen, wenn ich wieder gesund sei. Stattdessen kümmerten sich Jaz und Autry um mich. Axel kam auch nicht zurück, als es mir besser ging, weil ich ihn nicht mehr wollte. Mark war ebenfalls nicht gerade selbstlos im Bett, um ehrlich zu sein, aber bei ihm kam ich wenigstens zum Höhepunkt.
»Ich kann dich nicht hören.« Autry schaute düster aus dem Fenster. »Ich bin gar nicht mehr im Wagen. Ich bin an irgendeinem Ort, wo die Welt noch gut ist und die Celtics die Meisterschaft gewinnen.«
»Also in der Fantasiewelt?«
»Sag nichts gegen die Celtics.«
Ich kicherte und wollte ihn weiter necken, als das Funkgerät knisterte. »Hausfriedensbruch, Lexington Street, Apartment 302B. Die Nachbarin hat es gemeldet.«
Autry griff nach dem Funkgerät. »Gold 1-67. In drei Minuten.«
»Verstanden.«
Ich hatte den Motor schon gestartet und fädelte mich in den Verkehr ein.
»Was glaubst du, was es diesmal ist?«, fragte ich.
»Eine Affäre.«
»Darauf tippst du jedes Mal.«
»Weil ich fast immer recht habe.«
»Beim letzten Mal hast du dich geirrt.«
»Wann war das letzte Mal?«
»Oh, Davis, du wirst alt«, zog ich ihn auf. »Die Freundin fand heraus, dass der Freund ihre gesamten Ersparnisse verspielt hatte. Hat ihn verprügelt.«
»Ach ja. Üble Sache. Der Mann wird nie Kinder zeugen können, nach dem, was sie mit ihm gemacht hat.«
Wahrscheinlich leider wahr. Ich zuckte innerlich bei der Erinnerung zusammen.
Minuten später hielten wir vor dem Apartmentgebäude an der Ecke Lexington. Es sah aus wie alle Gebäude in dieser Ecke von Boston – schmal, mit Holzschindeln an den Seiten. Dies hier war vor Jahren weiß gestrichen worden und bedurfte dringend eines Neuanstrichs. Es hatte zwei Eingänge, einen für die Wohnung im Erdgeschoss, den anderen für die darüber liegende Wohnung. Eine Frau in einem hellgelben Pyjama und mit einem dazu passenden Kopftuch stand vor der Tür der Erdgeschosswohnung. Als wir ausstiegen, kam sie auf uns zu.
»Seit einer halben Stunde brüllen die sich da oben an, und dann hörte ich Sachen krachen, und sie fing an zu schreien und zu weinen.« Die Nachbarin wirkte erschüttert. »Er ist völlig weggetreten. Drogen, glaube ich. Ich hielt es für besser, die Polizei zu rufen.«
Ich lächelte beruhigend und wollte gerade etwas sagen, als ein schreckliches Kreischen von oben zu hören war. Autry rannte zur Tür. Ich befahl der Nachbarin: »Bitte gehen Sie in Ihre Wohnung zurück, Ma’am.«
Während ich zusah, wie sie das tat, hämmerte Autry gegen die Tür zum oberen Apartment. »Boston PD, machen Sie auf!«
Eine zornige Männerstimme rief Obszönitäten. Ich hörte »verdammte Schlampe« heraus, dazwischen lautes Schluchzen und erstickte Schreie.
Autry sah mich mit grimmiger Miene an, und ich legte meine Hand auf die Waffe im Holster.
Dann nickte ich.
Er drehte den Türknopf und trat ein.
In dem zugestellten Flur, der zur steilen Treppe in den ersten Stock führte, folgte ich Autry und zog meine Waffe. Die Bewohner des Apartments konnten uns wegen ihres Streits zweifellos nicht hören. Während wir die Treppe hinaufstiegen, wurde klar, dass es um Drogen ging. Er glaubte offenbar, dass sie Geld aus seinen Drogenverkäufen unterschlug. Kein üblicher Fall von Hausfriedensbruch.
Ich machte mich bereit.
Die Treppe führte auf einen Flur mit zwei einander gegenüberliegenden Türen. Wir spähten in das eine Zimmer, bei dem es sich offensichtlich um das Schlafzimmer handelte; es schien leer zu sein. Hinter der anderen Tür lag die kleine Küche mit dem Wohnbereich. Hier herrschte das reinste Chaos: Ich scannte mit einem Blick einen...




