Anderson | Survivor 1 (DEU) | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 600 Seiten

Reihe: Survivor - Das Science Fiction Collector's Pack

Anderson Survivor 1 (DEU)

Collector's Pack. SF-Thriller
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8387-2056-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Collector's Pack. SF-Thriller

E-Book, Deutsch, Band 1, 600 Seiten

Reihe: Survivor - Das Science Fiction Collector's Pack

ISBN: 978-3-8387-2056-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



SURVIVOR von Peter Anderson ist ein Serienroman, der speziell für digitale Endgeräte entwickelt wurde. Das Collector's Pack umfasst alle bisher veröffentlichten 12 Folgen der ersten Staffel. Illustriert von Arndt Drechsler.

Ein Raumschiff auf einem fremden Planeten. Fünf Crewmitglieder erwachen aus dem Schlaf. Nur Commander Ryan Nash hat eine Erinnerung daran, wie sie hierhergekommen sind. Die anderen wissen nichts. Weder Maria, die Südamerikanerin mit den heilenden Händen. Noch die junge Halbchinesin Ai, die die Gabe hat, sich unsichtbar zu machen. Noch der hünenhafte Schwarze Jabo, der über Selbstheilungskräfte verfügt. Und was Dr. Gabriel Proctor, der wissenschaftliche Leiter der Mission, ein Mann mit überragender Intelligenz, denkt, weiß nur er allein. Doch als die Crew die Schleuse öffnet, erwartete sie ein Anblick, mit dem niemand auch nur im Traum gerechnet hat. Bevor die Crew der SURVIVOR das Rätsel um ihre Mission und die Frage ihrer eigener Herkunft löst, müssen Nash und seine Gefährten um ihr Leben kämpfen - und den Weg nach Hause finden.

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4


»Nein«, sagte Maria mit zittriger Stimme. »Nein, ich kann ihm nicht helfen.«

»Du musst«, entgegnete Ryan. In drängendem Tonfall fügte er hinzu: »Hör zu, Maria. Auch wenn du dich nicht an mich erinnern kannst, ich weiß von deiner Gabe. Und die brauchen wir jetzt. Du musst ihn retten, sonst sind wir alle verloren!«

Maria blickte auf Proctor. Sie schien einen inneren Kampf auszufechten. »Nein«, wiederholte sie dann und senkte den Kopf. »Ich kann nicht.«

Ryan starrte sie an. Er begriff nicht, was in sie gefahren war. Es schien, als wären seine besten Freunde plötzlich andere Menschen – Fremde, die völlig anders handelten und fühlten, als er es von ihnen gewohnt war.

»Er kann dich zu nichts zwingen, Maria«, sagte Jabo beruhigend. »Wir drei werden jetzt von hier verschwinden. Wenn dieser Proctor tatsächlich ein Freund von diesem Typen ist, dann ist es vielleicht besser, wenn er nicht wieder aufwacht. Wer weiß, was er im Schilde führt …«

Maria hob den Kopf und blickte Ryan an. In ihren Augen schimmerten Tränen.

»Wenn du mich wirklich kennst, wie du behauptest«, sagte sie mit schmerzerfüllter Stimme, »dann weißt du, dass meine Gabe kein Geschenk für mich ist, sondern ein Fluch, der mich bereits mein Leben lang verfolgt. Ich habe mir geschworen, sie nie wieder anzuwenden.«

Damit machte sie Ryans Hoffnungen endgültig zunichte. Was immer mit ihnen geschehen war – die Mission war gescheitert. Alle Forschung und Entwicklung, die immensen Ausgaben, das intensive Training, Kasanovs ausgeklügelte Pläne und ihre Gaben, die ihnen helfen sollten – das alles zählte nicht mehr. Sie steckten in einer Sackgasse.

Ai hustete plötzlich und stützte sich an einem Pult ab. Sie sank auf die Knie und bedeutete mit einer Geste, dass sie nicht mehr richtig atmen konnte. Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht.

»Scheiße, Mann, was geht hier ab?«, stieß Jabo entsetzt hervor. »Was machst du mit uns, du Bastard?«

»Der Sauerstoff ist aufgebraucht«, sagte Ryan. »Wenn wir nichts unternehmen, werden wir ersticken.«

»Mach die Tür auf, Maria«, befahl Jabo mit erschöpfter Stimme. »Wir müssen raus hier, bevor wir krepieren.«

Ryan Nash war nie ein Mann gewesen, der sich einfach dem Schicksal ergab. Es gab viele Situationen, die ausweglos erscheinen mochten, doch meistens gab es immer eine letzte Möglichkeit, auch wenn sie nicht besonders angenehm war.

Wieder sah er vor seinem geistigen Auge das Kind, dem er eine Pistolenmündung an den Kopf drückte. Er hatte nie wieder eine Waffe in die Hand nehmen wollen. Nur deshalb hatte er sich überhaupt für das Forschungsprojekt von CERN interessiert.

Doch Maria ließ ihm keine Wahl. Es gab nur eine Möglichkeit, sie alle zu retten. Ryan hoffte nur, dass Maria sich tatsächlich an nichts erinnern konnte.

Ansatzlos rammte er Jabo das Knie zwischen die Beine. Der Hüne heulte auf und ließ die Hände sinken. Der Moment der Unaufmerksamkeit genügte Ryan, sich zur Seite abzurollen und mit einem gewaltigen Satz den Waffenschrank zu erreichen. Mit geübtem Griff öffnete er ihn und schnappte sich eine SIG Sauer P226.

Er richtete sich auf und sah, wie Jabo auf ihn zustürmte.

Ryan riss die Waffe hoch und drückte ab.

Das Projektil durchschlug Jabos Körper in Bauchhöhe. Die Kugel bohrte sich durch seine Eingeweide, trat am Rücken wieder aus und schlug in die metallene Haut des Schiffes ein.

Ryan wusste, wie man einen Menschen mit einem Schuss tödlich verletzte, ohne dass er auf der Stelle starb. Jabo würde noch drei oder vier Minuten am Leben bleiben und Höllenqualen leiden. Ryan kam sich wie der letzte Dreck vor, aber er hatte keine andere Wahl gehabt. Vielleicht genügten diese Argumente, um Maria zu überzeugen, endlich ihre Gabe einzusetzen.

Mit einem lauten Stöhnen ging Jabo in die Knie und kippte um. »Du verdammter Yankee-Hund …«, presste er mühsam hervor. »Dreckiger US-amerikanischer Kreuzritter.«

Yankee … Kreuzritter … Ryan wusste, dass Jabos Eltern Moslems waren, aber er hatte solche extremistischen Reden nie geführt.

Ryan ließ die Waffe sinken und richtete den Blick auf Maria. Sie starrte ihn voller Abscheu an, als wäre er einer jener gewissenlosen Killer, gegen die er so lange gekämpft hatte. Dabei hätte sie es besser wissen müssen. Aber so war es nicht. Maria erinnerte sich nicht einmal daran, wer er war.

Und wenn sie sich nicht mehr an ihn erinnerte, dann erinnerte sie sich auch nicht mehr an Jabo – und nicht an seine Gabe!

Ryan wies mit dem Kinn auf den schwarzen Franzosen, der sich vor Schmerzen am Boden krümmte und beide Hände auf die Schusswunde presste. Ai war neben ihm in die Knie gegangen. Entsetzen stand in ihrem Gesicht. Sie wusste, es gab für Jabo keine Hilfe. Für einen Menschen war diese Verletzung tödlich.

»Was ist, Maria?«, fragte Ryan. »Willst du ihn einfach sterben lassen? Wenn du nichts unternimmst, wird er innerlich verbluten.«

Jabo versuchte, etwas zu sagen, aber die Schmerzen erstickten seine Worte.

Maria senkte den Blick. Sie sah das Blut zwischen Jabos Fingern hindurchsickern, während er beide Hände auf die Bauchwunde presste. Ai hatte Jabos Kopf in ihrem Schoß gebettet und starrte Maria aus dunklen Augen an.

Maria sank neben Jabo auf die Knie, berührte seinen Körper mit den Fingern und flüsterte: »Es wird alles gut, Jabo. Ich werde Sie retten, keine Angst.«

Wieder versuchte Jabo, etwas zu sagen, aber wieder ließ der Schmerz es nicht zu.

Behutsam schob Maria die Finger durch das Loch in Jabos Anzug und schloss Daumen und Zeigefinger um die blutende Wunde. Kurz schaute sie zu Ryan auf. In ihrem Blick mischten sich Furcht und Hass. Ryan sah, dass sie ihn für ein Monster hielt. Er konnte es ihr nicht einmal verdenken.

Maria schloss die Augen.

Fasziniert beobachtete Ryan die Wirkung ihrer Gabe. Er hatte es schon oft gesehen, aber es war jedes Mal aufs Neue wie ein Wunder.

Der Blutstrom versiegte allmählich unter Marias Fingern. Die Schusswunde schloss sich. Nicht einmal eine Narbe blieb zurück.

Ryan fiel ein Stein vom Herzen. Zumindest in diesem Punkt stimmte seine Erinnerung. Maria verfügte noch über ihre fantastische Fähigkeit. Und wie es aussah, auch Jabo.

»Sorry, Jabo«, sagte Ryan. »Aber ich hatte keine Wahl. Ich brauche Maria, wenn ich Proctor wecken und uns retten will. Ich brauche ihre Gabe.«

Beide starrten ihn an. Dann richtete Jabo den Blick auf Maria. »Du kannst mich loslassen«, sagte er. »Der Yankee hat dich reingelegt.«

Maria musterte ihn verwirrt. »Was meinst du damit?«

»Ich habe ebenfalls eine Gabe«, erklärte Jabo. »Ich verfüge über Selbstheilungskräfte. In ein paar Minuten hätte mein Körper die Wunde wieder geschlossen.« Er starrte Ryan an. »Dafür bringe ich dich um, du Hurensohn. Ich …«

In diesem Moment packte irgendetwas mit gigantischer Kraft das Schiff. Der Stoß schleuderte Ryan und die anderen durch das Schiffsinnere. Eine brutale Kraft riss die SURVIVOR in die Höhe und schmetterte sie Augenblicke später auf die Planetenoberfläche zurück.

Ryan wurde gegen eine Kryo-Kapsel geworfen und suchte verzweifelt nach Halt. Jabo und Maria wurden in eine Ecke geschleudert. Maria schrie vor Schmerz.

»Verdammt, was war das?«, brüllte Jabo.

Erneut wurde das Schiff von der ungeheuren Kraft angehoben und zur Seite gerissen.

»Es könnte ein Sturm sein«, suchte Ryan nach einer Erklärung. »Auf der Oberfläche des Planeten gibt es Orkane von ungeheurer Stärke, und …«

Weiter kam er nicht. Ein lautes Dröhnen unterbrach ihn. Dann war ein zischendes Geräusch zu vernehmen, als würde jemand das Metall der Außenhaut mit einem Schneidbrenner bearbeiten.

In fieberhafter Eile ließ Ryan den Blick in die Runde schweifen. Ohne Energie konnten sie keine der Außenkameras einsetzen.

Sie waren blind!

Plötzlich entdeckte er in der Decke einen kleinen, glühenden Fleck, der rasch größer wurde. Jemand – oder etwas – versuchte, in das Schiff einzudringen.

Jabo hatte den Fleck ebenfalls entdeckt.

»Wenn wir wirklich auf einem fremden Planeten sind, Kumpel«, sagte er langsam, »sind wir auf jeden Fall nicht allein.«

Wieder wurde die SURVIVOR durchgeschüttelt, während sich der Fleck an der Decke zu einem länglichen Riss verbreiterte. Nur noch wenige Minuten, und die Hülle wäre vollständig durchtrennt. Und dann war die Frage, wie man sich gegen Giftstoffe in der Atmosphäre schützen könnte, nur noch ein akademisches Problem.

»Das ist unmöglich!«, stieß Ryan hervor. »Dieser Planet kann nicht bewohnt sein!«

»Wir sollten dem Mann nicht trauen«, sagte Maria entschlossen und wandte sich an Jabo und Ai. »Vielleicht gehört das alles zu seinem perfiden Spiel. Wir wissen noch immer nicht, wo wir sind und wie wir hergekommen sind.«

»Verdammt, warum glaubt ihr mir denn nicht?«, rief Ryan mit einem Anflug von Verzweiflung.

Die Notbeleuchtung flackerte unter einer erneuten Erschütterung. Die Luft war jetzt so stickig geworden, dass allen der Schweiß auf der Stirn stand.

»Er hat recht.« Jabo stand auf. »Wir sollten ihm glauben.«

»Was?«, stieß Maria hervor.

»Nash weiß von unseren Gaben«, erklärte Jabo. »Er scheint mehr zu wissen als wir. Bevor wir nicht mehr herausgefunden haben, bleibt uns keine Wahl. Wir sollten ihm trauen. Vorerst.«

Maria und Ai blickten ihn fassungslos an.

»Du musst Proctor retten«, sagte Ryan. »Und dann kümmern wir uns um das, was sich an unserem Schiff zu schaffen macht. Nun macht schon! Wir dürfen keine Zeit...



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