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Böhler Die Landfrage in Simbabwe



Eine zeitgeschichtlich-juristische Untersuchung

1. Auflage 2006, Band: 1, 295 Seiten, Kartoniert, Format (B × H): 240 mm x 160 mm Reihe: Recht in Afrika. Schriftenreihe der Gesellschaft für afrikanisches Recht
ISBN: 978-3-89645-621-2
Verlag: Rüdiger Köppe


Böhler Die Landfrage in Simbabwe

Simbabwe hat Ende der 90er Jahre den Pfad der Rechtsstaatlichkeit verlassen. Seit dem Jahr 2000 schlug die Regierung in der Landpolitik einen radikalen Kurs ein, sie entschied weiße Farmer entschädigungslos zu enteignen, um so die in der Kolonialzeit vorgenommene Landverteilung zu ändern. Farmen wurden von sogenannten Kriegsveteranen besetzt und weiße Richter des Supreme Court durch die Regierung massiv bedroht, um sie zur Amtsaufgabe zu zwingen. Gleichzeitig setzte eine Welle der Gewalt durch die Kriegsveteranen ein, die das Land in bürgerkriegsähnliche Zustände versetzte.

Das vorliegende Werk ist in drei Teile unterteilt. Zunächst bietet die Autorin einen kurzen Abriss zur Bodennutzung und Verteilung des Landes im vorkolonialen Simbabwe. Die Veränderungen im Rechts- und Eigentumssystem durch den Einmarsch der weißen Siedler und die Einflüsse der späteren Kolonialmacht, Großbritannien, schließen sich an. Dabei wird die schrittweise Aberkennung der indigenen Landrechte untersucht. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung und Analyse der königlichen Erlasse, der Grundsatzentscheidung des Privy Council von 1919, der Kommissionsberichte, die die Grundlage für den Erlass der rassistischen Landgesetzte ab 1930 bildeten, und schließlich auf der Landgesetzgebung bis 1979. Im zweiten Teil werden die Entwicklungen in der Landfrage zwischen 1980 und 2000 dargestellt und die Ursachen für die letztlich entstandene Krise hinterfragt. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Lancaster-House-Verfassung von 1979, die den rechtlichen Rahmen für die Enteignungen weißer Farmer und die Ermächtigungsgrundlage für das Landerwerbsgesetz von 1985 bildete. Der dritte Teil umfasst die Entwicklungen von 2000 bis 2003 und insbesondere die Verfassungsänderung im April 2000, die Farmbesetzungen, die Fast-Track-Landreform und den Versuch der Regierung, ihren rechtswidrigen Kurs durch den Erlass von Gesetzen zu legalisieren. Die Situation 2003 sowie die Reaktionen im In- und Ausland bilden den Abschluss der Untersuchung. Ein umfangreicher Textanhang bestehend aus 35 Gesetzestextauszügen schließt das Werk ab.

At the end of the nineties Zimbabwe left the path of constitutional legality. Since the year 2000 the government adopted a radical line. It decided to disseize the white farmers without any compensations in order to change the distribution of land made in the colonial times. The farms were occupied by so called war veterans, and white judges at the Supreme Court were menaced in a very massive way and so forced to resign from office. At the same time the ripples of violance arranged by the war veterans began, and put the whole country in a civil war like state.

The present study is devided into three parts. First, the author gives a brief abstract of the distribution of land and land utilisation of Zimbabwe in precolonial times. After that the changes in the law and property system caused by the invasion of white settlers and the influences of the subsequent colonial power Greatbritain is described. At the same time the gradual denial of the indigenous land rights is examined. The royal enactments, the principle decision of the Privy Council in 1919, the comission reports which constituted the basis for the enactments of the racist land laws from 1930 on, and finally the land legislation until 1979 are focused and analysed here.

In the second part the development of the land question between 1980 and 2000 is described and the causes for the emerged crises are questioned. The author’s attention is in this part turned to the Lancaster- House-Constitution of 1979, which constituted the legal frame for the expropriation of white farmers, and for the authorisation basis of the land acquisition law of 1985.

The third part comprises the developments in the years 2000 until 2003, especially the constitution changes from April 2000, the farm occupations, the Fast-Track-Land-Reform, and the attempt of the government to legalise its illegal cou

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